Werkzeug für Specksteinbearbeitung

    • Werkzeug für Specksteinbearbeitung

      Hallo!

      Da ich eine Quelle für Speckstein hier in Reichweite habe und den Wunsch daraus Spinnwirteln (aufgrund hiesigem Fundgut durch alle Jahrhunderte hindurch) zu machen, aber null Erfahrung mit dem Material habe, eine kurze Frage:

      Was ist das Absolute MUSS an Werkzeuggrundausstattung fürs Specksteinarbeiten?

      Danke!
      lg
      Firiel
    • Der Link von Leif der Rote ist ein guter Anfang.
      Da siehst du das Material / Werkzeug.
      Wenn du vorher noch nie mit Speckstein gearbeitet hast, würde ich mir erstmal nichts an Werkzeug zulegen.
      Nimm was der Keller oder die Garage an Werkzeug hergibt.
      Und probier erstmal den Umgang mit Speckstein.
      Vielleicht sagt dir die Arbeit ja gar nicht zu, auch wenn du es dir wünschst.
      Und noch ein Tipp: Manche Menschen vertragen den Staub nicht.
      :)
      Viel Erfolg
    • Also Werkzeuge + Arbeitsschritte:

      Arbeitsplatz: Am besten bei gutem Wetter im Freien arbeiten 8) . Ansonsten gut lüften. Dein Tisch sollte gut abwaschbár und glatt sein. Denn das Specksteinmehl verteilt sich sehr schnell überall. Am besten du legst feuchtes Zeitungspapier oder ein feuchtes Handtuch unter. Für Profis gibts auch noch ein spezielles Kissen zum drunterlegen, auf dass dann auch das Werkstück gelegt wird, sodass man es auch nicht in der Hand halten muss, aber gerade für kleine Arbeiten ist das Kissen vollkommen unpraktisch. Generell unbrauchbar... Sinnvoll hingegen ist ein Mundschutz.

      1. Zusägen von einem Specksteinwürfel, welcher als Rohling dient. -> üblicherweise nimmt man eine Fuchsschwanzsäge, als Allzwecksäge beim Speckstein. Du kannst eine normale Holzsäge benutzen, ABER die Säge wird nach einiger Zeit sehr stumpf und kann nicht mehr für Holz, sondern nur noch für Speckstein genommen werden. Deswegen rentieren sich verschiedene Sägen nur für Profis mit künstlerischen Anspruch ;)

      2. Bohren. Das bohren an und für sich ist ja mit Durchmesser und Umdrehung eine wissenschaft für sich, auf die hier nicht näher eingegangen wird. Aber Grundsätzlich kannst du einfach einen aussortierten Metallbohrer (das ist der ohne zusätzlicher dünnen Spitze oben drauf, das wäre dann ein Holzbohrer). Aussortiert aus dem selben Grund wie bei der Säge. Es gibt zwar auch Handbohrer (wie hier kunstundhobby.de/speckstw.htm), welche für mein Empfinden aber relativ unsauber arbeiten.

      3. Feilen Hier lohnt sich jetzt die Anschaffung von speziellen Werkzeug. schafmeister24.de/__SPECKSTEIN…5101011_1_7_08.05.02.html Diese "Kombifeile" lohnt sich auf jeden Fall. Beim Feilen beginnst du mit der groben Seite, um deinen Rohling weiter in Form zu bekommen. Wenn du genauer und feiner du wirst, nimmst du logischerweise die feinere Seite. Die Diamantfeilen sind eigentlich nur für sehr deteiliertes arbeiten zu gebrauchen. Feines Schleifpapier tuts aber meistens auch. (Prinzipiell kannst du auch erstmal sonstige aussortierte Feilen nehmen)

      4. Schleifen. Gilt das selbe Prinzip wie beim feilen, vom groben zum feinen. Dies kannst du über Schleifpapier oder aber auch Schleifschwämme machen. Gerade der letzte Feinschlif sollte nassgeschliffen werden. Authentische Alternativen hatte ich hier im Forum schon mal vorgestellt (bleibt lieber un-A ;) ).

      5. Ölen Da gibt es spezielles Steinöl, ich habe aber auch schon normales Leinöl genommen. Wichtig ist aber mehrmals zu ölen, da der Stein je nach Qualität sehr stark saugt. :badewanne



      Ich hoffe ich habe jetzt nichts vergessen... Wichtig ist noch den Stein von vorneherein auf Risse im Stein zu untersuchen. Als Tipp noch: Stein vorher immer schon mal nässen, um die Struktur und Farbe des Steines zu sehen.

      lg
      Die Straße, auf der die Feinde fliehen, muss man bahnen.- Vegetius

      www.bucinobanten.de

      plus.google.com/u/0/photos/103…oid=103414007700915529988
    • Ehm... ich habe ne lange Zeit was mit Speckstein gemacht, ich muss sagen, wie bei allem was mit Sägen zu tun hat, bin ich ein Freund von Zugsägen.

      EIn Fuchsschwanz sägt beim Schieben. dabei "biege" ich eventuell die Säge durch bei einem WIederstand. mit ner Zugsäge ziehe ich.... macht für mich handwerklich mehr sinn. Was ich dir noch emphele, was aber ein wenig übung erfordert, ist ein Bandschleifer, den du an einer Werkbank montierst. ich habe die äusseren Formen (von aushölungen mal abgesehen) IMMER am bandschleifer gemacvht mit einem feinen Papier.... das geht super. Aber ist wahrscheinlich wie Eisskulptueren mit Kettensäge, nichts für Anfänger. würde ich dir trotzdem sehr empfehlen. Und IMMER Die atemmaske tragen, wenn du viel staubst. beim feilen ist es nicht so schlimm, aber beim sägen und schleifen immer so ne einwegmaske tragen aus dem baumarkt.....

      MfG Merc
    • Gryphan schrieb:

      Erinmund schrieb:

      Da gibt es spezielles Steinöl
      Das ist ein Sekret von der Steinlaus !? :ups
      Sorry, das musste einfach raus. :D

      ach... deshalb steht sie auf der liste der bedrohten tierarten XD

      :back

      ok... als ich meine specksteinarbeit gemacht habe, war es anschließend ein problem den staub aus den rillen herauszubekommen... da lohnt es sich das werkstück in die spülmaschine zu tun... wird wunderbar sauber und wenn es noch warm ist, kann man es besser ölen
      Homo homini lupus.


      i.ch w.ill w.ieder n.ach a.dventon :wiki4
    • Wenn ich in Speckstein Formen für Zinnguss "ritzen" will, was brauche ich an Werkzeug? Kann ich da mein altes Schnitzwerkzeug zweckentfremden? Finde online immer nur alle möglichen Feilen.
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    • Scadian schrieb:

      Wenn ich in Speckstein Formen für Zinnguss "ritzen" will, was brauche ich an Werkzeug? Kann ich da mein altes Schnitzwerkzeug zweckentfremden? Finde online immer nur alle möglichen Feilen.


      ja, man kann Holzschnitzwerkzeug nehmen, mussts halt später wieder schärfen zum Holzschnitzen
      Wer nichts als Stroh im Kopf hat, fürchtet zu Recht den Funken der Wahrheit...
    • Neu

      Wol Euch Ihr Leut!
      Auch wenn dieser Thread schon ein wenig älter ist, hab ich noch eine Ergänzung in Sachen Schleifen von Speckstein.

      Ich verwende dafür immer einen großen Blumentopf-Untersetzer (Durchmesser 40-50 cm und mindestens 5 bis 6cm hoch) aus Kunststoff, ein altes Geschirrtuch und Naßschleifpapier der Körnungen 120, 240, 400, 800 und wenn's richtig glatt werden soll, noch 1200 und 2000 aus dem Werkstatt-Ausrüstungsladen. Und Wasser. Viel Wasser.

      Das Tuch ein oder zweimal falten und als schonende Unterlage für das Werkstück benutzen. Den Untersetzer mit Wasser ordentlich hoch füllen und dann alle Schleifarbeiten nur nass ausführen. Wie das schleifen funktioniert, haben meine Vorschreiber schon berichtet...

      Warum Naßschleifpapier?
      Zwei Gründe: erstens ist dabei die Staubentwicklung gleich Null, weil das abgeschrabbelte Talkum (Speckstein ist nichts anderes als Babypuder mit ein paar mineralischen, farbgebenden Verunreinigungen - die Zeiten, als da noch Asbestanteile drin sein könnten, sind zum Glück rum) direkt im Wasser gebunden wird. Die Bronchien und derjenige, der putzt, werden es danken.
      Und zum zweiten: das Naßschleifpapier hält wesentlich länger als ein trockenes, weil man es nur etwas durch das Wasser schwenken muss und es "packt" wieder.

      Die Gefahr, dass der Speckstein sich einfach im Wasser auflöst, ist dabei vernachlässigbar (anders als bei Alabaster), wenn das Werkstück nicht gerade hauchdünn gearbeitet ist und auch nicht stundenlang untergetaucht liegen gelassen wird.

      Zum Polieren auf Hochglanz sind prinzipiell alle Naturöle geeignet (erfordern ggf. Mehrere Ölungen, siehe oben). Soll ein seidenmatter Glanz bei wirklich glatter Oberfläche erreicht werden, so verwende ich ein Mittel namens "Steatol" aus dem Künstlerbedarf.
      In jedem Fall gilt: die Polieröle möglichst schnell nach dem Einziehen überpolieren. Lässt man da z.B. eine Nacht vergehen zwischen Einziehen und Polieren, rubbelt man sich einen Wolf...
      Grüße vom Tom,
      der die Seele im Stein sucht
      https://stein-seele.de