Scharfes Schwert !! woher ?

    • Nomad schrieb:

      Patty schrieb:

      Nicht nur, zu einer Replik gehört es ja auch dazu, historisches Schwert scharf = Replik auch scharf. :)
      Bißchen scharf oder richtig scharf?
      Richtig schleifen ist "eine Kunst" die nur wenige beherrschen. Scharf ist sicher nicht gleich scharf, dass kann ich (auch bei meiner eigenen Sammlung) bestätigen. "Schneiden" (also im "historischen Kontext" gesehen, den Gegner stark bis tödlich verletzten) würden sie aber alle (die einen halt "sauberer", andere weniger sauber). ;)

      Ich habe mich zu diesem Thema erst letzten Monat mit Herbert Schmidt von Ars Gladii unterhalten können. Er führte mit Mitgliedern seines Vereines Schnitttests und Schwertkampfvorführungen auf einer Veranstaltung durch.

      Er bestätigte mir (und er hat bereits unzählige Orginale in diversen Museen, deren Archiven und aus Sammlungen in den Händen gehalten und vermessen dürfen) das längst nicht alle Blankwaffen "Rasiermesserscharf", aber durchaus scharf ausgeschliffen waren. Und wir reden hier von den Top erhaltenen Stücken! Auch ich (und ich durfte auch schon einige Originale "befummeln") habe diese Erfahrung gemacht. Ich persönlich gehe davon aus, dass es auch "damals" verschieden scharfe Blankwaffen gab.
      Beste Grüsse, Thomas :bye01

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    • Rumburak schrieb:

      Extremes Schärfen macht wegen des hohen Verschleiss kaum Sinn.
      Die Klinge leidet sehr schnell unter "Fremdkörpern" bzw Materialien, für die sie nicht gemacht wurde.

      Denke der Schmied muss immer einen guten Kompromiss finden, zwischen Schärfe und Haltbarkeit.
      Der Verschleiß wär mir aber auch sowas von wurscht, wenns um mein Leben geht.
      Eine Klinge aus vernünftigem Stahl und mit angepasster Klingengeometrie hält man auch ohne weiteres auf, sagen wir, Armhaarrasierschärfe, auch, wenn man damit den lieben langen Tag auf Hartholz herumkloppt.
      Und schleifen konnte in ner Zeit, in der 90% der Bevölkerung mit den Händen arbeitete, sicherlich jeder, der jeden Tag mit Klingen hantierte. Ist auch keine Zauberei.
      Frage ist eher, ob jeder Zugang zu Material/Wärmebehandlung auf entsprechendem Niveau hatte. Aber soweit ich weiß, hat man zu eigentlich allen Zeiten das Maximum aus den zu Verfügung stehenden Möglichkeiten herausgeholt.
      När jag hade druckit min broders blod//Så blev jag en riddare bold och god

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    • Nomad schrieb:

      Der Verschleiß wär mir aber auch sowas von wurscht, wenns um mein Leben geht.
      Das verstehe ich und ich kann mir vorstellen, dass die Schärfe eine Blankwaffe auch in früheren Zeiten schon ein Punkt war, den der jeweilige "Benutzer" für sich definierte und dementsprechend umsetzen lies (wenn es denn tatsächlich "so einfach" möglich war, die du schreibst).

      Ritter Erasco schrieb:

      Richtig schleifen ist "eine Kunst" die nur wenige beherrschen. Scharf ist sicher nicht gleich scharf, dass kann ich (auch bei meiner eigenen Sammlung) bestätigen. "Schneiden" (also im "historischen Kontext" gesehen, den Gegner stark bis tödlich verletzten) würden sie aber alle (die einen halt "sauberer", andere weniger sauber).

      Ich habe mich zu diesem Thema erst letzten Monat mit Herbert Schmidt von Ars Gladii unterhalten können. Er führte mit Mitgliedern seines Vereines Schnitttests und Schwertkampfvorführungen auf einer Veranstaltung durch.

      Er bestätigte mir (und er hat bereits unzählige Orginale in diversen Museen, deren Archiven und aus Sammlungen in den Händen gehalten und vermessen dürfen) das längst nicht alle Blankwaffen "Rasiermesserscharf", aber durchaus scharf ausgeschliffen waren. Und wir reden hier von den Top erhaltenen Stücken! Auch ich (und ich durfte auch schon einige Originale "befummeln") habe diese Erfahrung gemacht. Ich persönlich gehe davon aus, dass es auch "damals" verschieden scharfe Blankwaffen gab.
      Erwiesen ist eben aber auch, dass die gut erhaltenen Exemplare (ich meine explizit Kriegswaffen) durchaus unterschiedlich scharf geschliffen sind.
      Beste Grüsse, Thomas :bye01
    • Wer Matt Easton auf Youtube schaut weiß auch das es zumindest für "später" (sprich 18./19.Jhd) die Option gibt das die Blankwaffen erstmal in "stumpf" ausgeliefert werden und erst bei Einsatzbefehl ausgeschliffen ("service sharpend") werden. Gerade um die Klinge keinem unnötigen Verschleiß auszusetzen solange man sie eben nur über den Exerzierplatz trägt. Wäre ja auch möglich das es für das Mittelalter ähnliche Optionen gab.
      Abgesehen davon dass das Schwert, selbst wenn es denn scharf war, ja auch nicht dauernd nachgeschliffen werden musste. ist ja eh nur Zweitwaffe und demzufolge auch nicht im Dauereinsatz, ist ja kein Küchenmesser das im täglichen Gebraucht abstumpft.
      Schüler bei Sieben Schwerter
    • Glimmlampe schrieb:

      Wer Matt Easton auf Youtube schaut weiß auch das es zumindest für "später" (sprich 18./19.Jhd) die Option gibt das die Blankwaffen erstmal in "stumpf" ausgeliefert werden und erst bei Einsatzbefehl ausgeschliffen ("service sharpend") werden. Gerade um die Klinge keinem unnötigen Verschleiß auszusetzen solange man sie eben nur über den Exerzierplatz trägt. Wäre ja auch möglich das es für das Mittelalter ähnliche Optionen gab.
      Könnte eine These sein... dagegen sprechen allerdings (auch bei den mässig geschliffenen Blankwaffen) die teilweise (sogar deutlichen) "Gebrauchsspuren" an den Klingen.
      Beste Grüsse, Thomas :bye01