Schuherstlingswerk braucht Hilfe!

    • Schuherstlingswerk braucht Hilfe!

      Hallo,

      habe mich -wie der Titel des Themas bereits erraten lässt- das erste Mal an Wendeschuhen für meine Darstellung gewagt.
      Nachdem das Rohmodell nun steht drängt sich mir als praktisch veranlagte, nicht ausrutschgewillte Wikingerin ( :P ) die Frage auf: Wie bringe ich an den Schuh eine moderne dünne Gummisohle?
      Ich dachte an vollflächige Verleimung an der Sohle mit anschließender Lederstreifeneinfassung an den Übergängen zur Tarnung.
      Funktioniert das? Hat das irgendwer von Euch schon mal ausprobiert? Kann man eine "Langlauf"-Sohle noch mit einer guten Nadel durchstechen?

      Hier noch Fotos des Corpus Delicti:

      bilder-upload.eu/show.php?file=b53676-1495048810.jpg

      bilder-upload.eu/show.php?file=32192c-1495048841.jpg
    • Auf Ledersohlen rutschst Du normalerweise nur auf feuchtem bzw. nassen natürlichen Untergrund. Also Gras, Laub, Matsch, ggf. altem Kopfsteinpflaster. Mache Dir daher wegen einer verstecken Antirutschsohle keinen Kopf. Lass die Schuhe wie sie sind. :)

      Im normalen Leben trage ich oft Halbschuhe oder Stiefel mit Ledersohlen- auf unseren geteerten oder gepflasterten Wegen ist das meiner Erfahrung nach eher unkritisch. Ich würde mir eher Gedanken um die Haltbarkeit der Sohlen machen. Sofern Du überall das gleiche Leder genutzt hast ist das dünne Material wahrscheinlich recht schnell durchgelaufen.
    • Falls du weiterhin doch eine Gummisohle anbringen lassen wilst würde ich empfehlen in eine lokale Schuhreparatur-Werkstatt zu gehen.
      Gummisohlen werden mittels Kleber und unter hohem Anpressdruck aufgebracht. Diesen hohen Anpressdruck kannst du zu Hause ohne passendes Werkzeug nicht erreichen. Die Werkstatt macht dies für ca. 30€.

      Die Gummisohle kann auch sehr dünn und etwas kleiner zugeschnitten werden. So fällt sie im stehen nicht auf.

      Es zu lassen, wie die Vorredner gesagt haben ist schwierig, da deine Sohle sehr dünn zu sein scheint. Vieleicht 1-2mm? Sie wird vorrausichtlich innerhalb eines Jahres durchgelaufen sein. Normalerweise macht man diese 4-5mm stark.
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    • Ja, die Sohle ist sehr dünn, 1 - 2 mm kommen vollkommen hin.

      Aber wenn die professionelle Anbringung einer Sohle lediglich 30 Euro kostet dann werde ich es wirklich vom Profi machen lassen - noch dazu wo ich für Sohle inkl. Versand und Kleber auch so bei 20 Euro landen werde und dann noch Ärger und Verdruss in Form von öfter notwendigen Nachkleben haben werde.

      Um sie zu tarnen wollte ich noch einen Lederstreif rundherum annähen. Geht das dann noch mit einer professionell angebrachten Ledersohle?
      Auch wollte ich die Schuhe zur Imprägnierung mit Bienenwachs polieren/einlassen. Sollte ich das dann erst nach der Verklebung der Sohle angehen?

      Sorgen macht mir auch noch ein bisschen die Naht unter der Schnürung. Gibt es da eine gute Möglichkeit diese zu stabilisieren? Macht es Sinn, nochmals einen Lederflecken von Innen gegenzunähen um den Zug auf den Nähten zu verringern?

      Ferner wollte ich den Umschlag noch mit Fell besetzen. Gibt es nachweise für solche "Verzierungen"?
      Vom Fund einer Robbenfellbekleidung bilde ich mir ein, schon mal etwas gelesen zu haben.
    • Andrea_777 schrieb:

      Um sie zu tarnen wollte ich noch einen Lederstreif rundherum annähen. Geht das dann noch mit einer professionell angebrachten Ledersohle?
      Das geht jetzt leider nicht mehr in einer Sinnvollen Art und Weise. Du müsstest zum annähen immer den Narben verletzten und dadurch wird an dieser Stelle leichter Wasser eindringen. Es würde aber auch nicht funktionieren da der Streifen nie so liegen bleiben wird wie du dir das vorstellst. Besser ist es die Gummisohle selber sehr dünn zu machen (ca. 1,5mm). Dadurch das die Schuhe nur "selten" und vornehmlich auf weichen Böden benutzt werden hält diese auch recht lange. Und dadurch das sie so dünn ist sieht man sie im Stehen nicht. Nur beim gehen wenn man darauf achtet oder wenn du sitzt und die Füße hochnimmst.

      Andrea_777 schrieb:

      Auch wollte ich die Schuhe zur Imprägnierung mit Bienenwachs polieren/einlassen. Sollte ich das dann erst nach der Verklebung der Sohle angehen?
      Das ist der Werkstatt typischerweise egal. Nur die Sohle sollte nicht behandelt werden da sonst der Kleber nicht gut hält.

      Andrea_777 schrieb:

      Sorgen macht mir auch noch ein bisschen die Naht unter der Schnürung. Gibt es da eine gute Möglichkeit diese zu stabilisieren? Macht es Sinn, nochmals einen Lederflecken von Innen gegenzunähen um den Zug auf den Nähten zu verringern?
      Wenn die Naht
      • gut gemacht
      • der Schuh nicht zu eng und
      • gutes Garn das sich nicht mit der Zeit auflöst
      verwendet worden ist muss man diese Naht nicht weiter verstärken. Falls einer der obigen Punkte nicht erfüllt ist kann man von Innen einen Streifen Leder über der Naht per Heftstich annähen.

      Fellapplikationen an Schuhen kenne ich von keinem Fund. Kann aber auch sein das sich dieses wie andere tierische Fasern einfach nicht erhalten haben (es gibt z.B. so gut wie keinerlei erhaltenen Spuren/Reste vom verwendeten Nähgarn). Das einzige was ich kenne sind Schuhe komplett aus Fell (bzw. ungegerbter/Fettgegerbter Tierhaut). Die sind aber auch zeitlich ein paar tausend Jahre vor Christi Geburt einzuordnen.
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