Tipps fürs Sarwürken

    • Tipps fürs Sarwürken

      Liebe Forenmitglieder,

      endlich sind meine losen Kettenringe zum vernieten gekommen. Diese dienen dazu, das vorhandene Hemdlein auszubessern und unten etwas zu verlängern. Ein weiteres Ziel wären angesetzte Kettenfäustlinge. Mein Problem ist aber, dass ich mich offenbar recht beschränkt anstelle ;( Ausbessern geht. Aber etwas neues machen, ich verliere den Überblick! Ausserdem ist es recht friemelig, da die Nieten stören.

      Als Werkzeug habe ich zwei kleine Schmiedezangen und eine Nietzange.

      Frage an auch erfahrenen Leute, was könnt ihr mir für Tipps geben?


      Es grüsst ganz freundlich,

      der Nepomuk
    • Hallo Nepomuk

      Das Rinpanzerhemd unten verlängern sollte kein Problem darstellen, weil die Anzahl Ringe pro Reihe immer gleich bleibt. Ist einfach nur Geduldsarbeit.

      Die angesetzten Fäustlinge sind schon kniffliger. Als erstes musst Du Dich entscheiden, wo die Öffnung zum Raus- und Reinschlüpfen sein soll. Zur Auswahl stehen ein mittiger Schlitz in der Handfläche, ein genügend grosser Schlitz am Handgelenk und eine grosszügige Öffnung der Handfläche, so dass nur die Finger und der Daumen in den Handschuh greifen. Auf dem Karlsschrein sieht man diese Weise sehr gut und ich habe damit gute Erfahrungen gemacht. Ich komme schnell raus und auch schnell wieder rein. Bei allen Varianten solltest Du zuerst die Fäustlinge aus nicht zu dickem (sperrig) oder zu dünnem Leder (zu labberig und zu wenig Schlagschutz) machen. Ich habe 1.5 bis 2 mm starkes Ziegenleder genommen. Wichtig: Die Öffnung in der Handfläche noch nicht schneiden!

      Die gleiche Schablone, mit der Du die Aussenseite und den Daumen gemacht hast, dient Dir zur Herstellung des Ringgeflechts. Es muss nicht 100%ig passen und sollte eher etwas Luft haben, damit Du die Faust machen kannst. Wichtig ist, dass die Letzte Reihe am Handgelenk die gleiche Ausrichtung wie die letzte Reihe am Ärmel hat, damit Du die Handschuhe später mit einer Ringreihe daran anhängen kannst. Die beiden Teile sind also spiegelverkehrt, nicht nur wegen dem Daumen. Vor dem annähen solltest Du dann die Ringe vernieten. Ich mache das immer so spät wie möglich. Erstens kannst Du dann die Form leichter anpassen und kommst auch schneller vorwärts, als jeden Ring immer gleich zu vernieten. Zum Annähen des Ringgeflechts am Lederhandschuh empfehle ich Dir mittleres Sattlergarn aus gewachstem Flachs.

      Danach werden die Handschuhe am Ärmel mit einer Ringreihe angesetzt. Hier ist wichtig, dass die Handschuhe an der richtigen Stelle sitzen, sonst verspannt sich der Ärmel. Am besten ist es, wenn Du das Hemd (natürlich mit Gambeson/Aketon) anziehst und ein paar Bewegungen mit den Armen machst, damit sich der vom Anziehen eventuell verdrehte Ärmel "entspannt". Dann ziehst Du die Handschuhe an, spannst sie etwas um das Handgelenk, so dass die Ringe im gleichen Abstand wie am Ärmel fallen und markierst den Ring am Ärmel mit einem Bindfaden, der dem ersten Ring am Handschuh gegenübersteht. Nach dem Ausziehen setzt Du dann die Handschuhe, beginnend an diesem Ring an. Vorsichtshalber würde ich die Reihe noch nicht vernieten, sondern das Ringpanzerhemd noch einmal anprobieren und erst, wenn Du mit der Passform (sowohl Lage der Handschuhe als auch der Beweglichkeit der Hände) zufrieden bist, diese Reihe vernieten.

      Als Letztes schneidest Du die Öffnung in die Handfläche. Fang lieber kleiner an und arbeite Dich vorwärts, bis die Öffnung gross genug zum Raus- und Reinschlüpfen ist. Wenn Du dabei Hilfe hast, sparst Du Dir das Aus- und Anziehen des Ringpanzerhemdes zwischendurch.

      Hört sich komplizierter an als es ist.

      Freundliche Grüsse
      Gerald von Ameningen
      http://www.die-ameninger.com/
      http://www.historia-sanegauns.com/
    • Neu

      Aha, jetzt verstehe ich Dein Problem. Auf YouTube gibt es eine halbe Million Anleitungen zum Flechten von 4 in 1 Ringgeflecht. Trotzdem kann es ganz schön verzwickt sein, den Anfang zu machen. Ist ja auch das Schwerste!

      Ein Tipp: Nimm dein Ringpanzerhemd und mache an irgendeiner Stelle unten weiter mit etwa 10 Ringen und zwar 10 Reihen. Nicht vernieten, denn anschliessend löst Du das neue Stück wieder vom Saum des Hemdes. Und, voila, Du hast den Anfang geschafft!

      Freundliche Grüsse
      Gerald von Ameningen
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