Lösung des Problems Schuhverschleiss beim Marsch

    • Lösung des Problems Schuhverschleiss beim Marsch

      Wie löste man den relativ hohen Verschleiß von Schuhwerk. Wochenlange Märsche, schlechte Wege, Regen, wenig Trockenmöglichkeit. Hatte man Ersatzschuhe, Schuster im Tross dabei ?

      Als Beispiel die Kreuzzüge, wieviel Schuhe wurden da wohl durchgelatscht.

      Wie wurde neu beschafft, gerade die einfachen Marschteilnehmer. Kein Beutel mit dem nötigen Kleingeld ...
      Besitz stirbt,

      Sippen sterben,

      Du selbst stirbst wie sie !

      Eines nur weiß ich, das ewig lebt

      - Der Toten Tatenruhm - !
    • Dann lesen in diesem Blog, da könntest ein paar Infos bekommen. Er hat einen Selbstversuch gemacht, zwar mit pilgern, aber man kann gut Schlüsse ziehen.
      am-jakobsweg.blogspot.de/
      Wäre nur eine Religion in der Welt, so würde sie stolz und zügellos despotisch sein.
      (Friedrich der Große)

      Turmhügelburg Lütjenburg
      Lis und Hermann
    • Wir haben letztens eine Idee gesehen: sowas wie Trippen aus Leder. Also auch mit Ledersohle anstelle Holz. Fanden wir eigentlich recht schlüssig. Belege kennen wir dafür leider nicht, aber gerade bei langen Märschen werden wir das im nächsten Jahr mal ausprobieren.
      Mein Lebensmotto: "Maxime peccantes, quia nihil peccare conantur" - Wer nicht zu sündigen wagt, begeht die grösste Sünde. - Erasmus von Rotterdam
      Meine HP: mara-vom-nikolassee.de/
    • Mara schrieb:

      Wir haben letztens eine Idee gesehen: sowas wie Trippen aus Leder. Also auch mit Ledersohle anstelle Holz. Fanden wir eigentlich recht schlüssig. Belege kennen wir dafür leider nicht, aber gerade bei langen Märschen werden wir das im nächsten Jahr mal ausprobieren.
      Solche aus mehreren Lederschichten zusammen genähten Trippen findet man ab dem späten 13.ten/frühen 14. Jhd, z.B. in London [1, ]. Sie sind vor dem 15. Jhd. aber noch extrem selten.

      Bezüglich des Verschleißes denke ich das man dies damals wie heute gelöst hat: Wenn kaputt beim nächsten Schuster neue kaufen oder reparieren lassen.

      Da man auf längeren Reisen auf Versorgungsmöglichkeiten (Lebensmittel, Übernachtungsmöglichkeiten, etc.) durch ansässige Bevölkerung angewiesen war und diese ja auch irgendwoher Schuhe haben muss (ob nun in Heimarbeit für den Eigenbedarf oder durch professionelle Handwerker hergestellt) hatte man so Bezugsquellen. Das Schuster im Tross mitgewandert sind halte ich für nicht wirtschaftlich, da sich hier immer das Problem des Rohmaterials Leder stellt welches nicht schnell herzustellen ist. Man ist also auch dafür auf Handwerker/Lieferanten angewiesen.
      Auch konnte nicht jeder "dahergelaufene" alles, zumindest in der Stadt, kaufen. Hier gab es viele Handelsbeschränkungen durch Obrigkeit in der Stadt oder die Zünfte [2] [3]

      [1] Grew, Francis; Neergaard, M. de (2001): Shoes and pattens. new ed. Woodbridge: Boydell Press (Medieval finds from excavations in London, 2).
      [2] Bernd Fuhrmann. 2011. Mit barer munze: handel im mittelalter. Primus-Verlag Gmbh.
      [3] Isenmann, Eberhard. 2014. Die deutsche Stadt im Mittelalter 1150-1550: Stadtgestalt, Recht, Verfassung, Stadtregiment, Kirche, Gesellschaft, Wirtschaft. Köln/Wien: Böhlau Verlag.
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