Tipps zu gefaßten Steinen

    • moin zuzsammen,

      ich kaufe Steine wenn bei einem Steinhändler bei dem ich sie mir anschauen und auswählen kann.

      Grundsätzlich muss eigentlich kein Stein mit Kitt eingesetzt werden wenn die Fassung passt.(Klassisch hat man Harz verwendet)
      ich würde auch die fassung nur als Rahmen herstellen und die Mitte offen lassen bei bauchigen Steinen.

      Es geht auch wie bei Perlen ohne Fassung dafür muss eben der Stein gebohrt sein.
      Im Zeitalter von Kleinbohrmaschinen (z.B Drehmel Proxon etc.)und Diamantwerkzeugen aus dem Dentalbereich kein größeres Problem mehr.

      Zum Befestigen kann auch die Fassung im Inneren mit löchern versehen, dann aufgenäht und zum Schluss der Stein eingesetzt werden.
      Man sieht dann keine Befestigung, muss keine Ösen anbringen und beschädigt nicht wie Krallen das Gewebe.
    • Es war ein sehr gutes Vorgespräch! Die Goldschmiedin hatte Steine in Kommission da. Andere läßt sie noch kommen und ich kann in Ruhe auswählen. Es werden Karneol und Lapis. Süßwasserperlen besorge ich selber. Altgold kann ich auch mitbringen - da sind noch Ringe...

      Die Goldbleche werden zu 1 mm dicken Fassungen. Der Boden wird wahrscheinlich Silber. Nach dem Polieren soll das nicht auffallen. Für Befestigungen schlägt sie einen (runder Stein) oder zwei (ovaler Stein) Nieten aus Silber vor, die hinter dem Leder umgebogen werden.
      Nun muß ich noch ein passendes Leder als Tasselband für einen blauen Halbkreismantel auftreiben. Weiß?

      Das Konzept der Goldschmiedin ist genial: Im Anschluß an den vhs-Kursus kann ich im wöchentlichen Turnus weitermachen für 12 € pro Stunde und / oder gleich einen Anschluß-Kursus besuchen. - Für Fortgeschrittene! :rolleyes: Sie hat keine festen Ladenzeiten sondern bietet ausschließlich Kurse an.
    • hallo raginhild,

      das hört sich toll an !

      das mit den Nieten hab nocht nicht so richtig verstanden,

      Werden gleich Zapfen mit an den Boden gegossen (Bild 1) oder werden Niete aus Silberdraht hergestellt?
      Ich kann nur eine Verstärkung durch Bleche (Bild 2)empfehlen da sonst die Gewebe leiden.
      Umbiegen benötigt mehr Platz und kannn sich in Geweben bei Belastung wieder lösen.
      1mm Blech für eine Fassung emfinde ich schon sehr dick es sei denn du hast recht große Steine(über 2cm)

      Im Link zu Bild 2 ist einen schöne Anleitung dazu.

      Quelle:
      Bild 1
      geschichtsparkshop.de/de/Mitte…rtelbeschlag-Brezel-Klein
      Bild 2
      Vernieten von Blechteilen
      Bilder
      • Vernietete Beschläge original.JPG

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    • Die Goldschmiedin meinte wohl nicht Nieten in klassischen Sinn, sondern einen Steg, der an den silbernen Topfboden der Fassung angelötet und wie eine Krampe auf der Rückseite umgebogen wird. Ich kann das Leder der Tasselschnur entsprechend schlitzen.

      Wie das Einschmelzen von Altgold wird, habe ich keine Ahnung. Viel kann ich nicht mitbringen.

      1mm sei als Stärke des Goldblechs für die Fassung sinnvoll, weil gelegentlich (bei Anfängern? :whistling: ) unsaubere Kanten und Riefen entstehen. Das Wegpolieren verringert die Dicke, was bei 1mm immer noch haltbar genug ist. Bei weniger könnte es kritisch werden.

      Der silberne Topfboden wird mit offener Flamme angelötet... :pinch: Das wird bei meiner Angst vor Feuer eine echte Herausforderung. :wacko: Gut zu wissen, daß die Goldschmiedin es notfalls komplett übernehmen würde :kopfstreichel

      Beim nächsten Treffen, wenn die Steine ausgewählt werden, spreche ich die Befestigungsfrage noch einmal an und nehme Fotos der Vorlagen mit.
    • Neu

      Hallo Raginhild,

      gut es wird gekrammpt.
      Meinst Du das das stabil genug für eine relativ schweren Mantel ist?

      Das Einschmelzen ist unspektakuell und es bleibt eine Kugel zurück.
      Dann kann das Gold mit dem Hammer oder besser noch mit Walzen zu einem Blech verformt werden.
      Mit der Blechschere schneidet man dann einen Streifen oder mehrere wenn die Länge nicht reicht.
      Ich finde 1mm sehr dick und polieren macht man zum schluß und da geht sehr wenig material verloren. Wäre auch schade bei diesem teuren Material.
      Biege am besten mit einer Rundzange die sogenannte Schonbacken (Kunststsoffeinsätz) hat oder mit dickem klebeband umwickeln (es gibt dann keine Kerben). Größere Rundungen können um holzstäbe gewickelt werden.
    • Neu

      Hallo Wolfram,

      ich hoffe, das Lederband wird die Einschnitte nicht übel nehmen. Glücklich bin ich nicht damit... eine klassische Niete würde weniger belasten. Das wird definitiv noch gründlich mit der Goldschmiedin erörtert. Mein bisheriger Mantel ist aber nicht sooo schwer, daß das Probleme geben könnte.

      Die Stärke der Einfassung erschien mir wie gesagt auch etwas viel. Sie meinte aber, das Blech habe immer diese Stärke. ?( Ich als Laie kann mir kaum ein Urteil erlauben.

      Schonbacken - habe ich notiert. Danke. Ich hoffe, daß das Atelier mit gutem Werkzeug ausgestattet ist. Auf den ersten Blick letzte Woche sah es zumindest für mich professionell aus. Und es gab vier Arbeitsplätze an dem großen Werktisch.
    • Neu

      Moin Raginhild,

      merkwürdige antwort deiner Schmiedin siehe hier:

      beke.de/Walzen

      das ist Goldschmiedewerkzeug!
      oder mit dem Hammer und dann gibt es noch den Meßschieber um die Stärke festzustellen.

      Zudem hat Gold, auch als Legierung, den Vorteil das man es extrem dünn schmieden kann(s. Blattgold) ohne das es dabei groß an Festigkeit zu- oder abnimmt.
      Was kann denn passieren wenn es zu dünn wird ?
      Man kann es umgehend wieder einschmelzen und dann schmiedet man es neu aus (aufwand ca. 15 min).

      Das Leder sollte auch besser gelocht und nicht geschnitten werden damit man mit der Kerbwirkung nicht das Reißen des Leders/Stoffes zu verstärkt.

      Ich muss allerdings sagen das mir kein Tassselfund bekannt ist bei dem man die Befestigung erkennen kann ich gehe jetzt Gürtelbeschlägen aus.
    • Neu

      So, ich habe ein wenig nach Tasselbefestigungne geschaut.

      Es sieht so aus, das man die schweren Tasseln nicht genietet oder geklammert hat,
      sondern das es sich um Nadelbefestigungen wie bei den Schildkrötfibeln der wikis (s.Tassel Mainz von hinten)
      oder eine Durchsteckform mit Bügel handelt (s. replik Uta v. Nauenburg).

      Duchstecken bedeutet für mich, das im Mantel soetwas wie Knopflöcher sind durch die die Tasseln mit mit Band oder Kette gesteckt werden. Auf Figuren und Abbildungen kann man erkennen das dann das Band oder die Kette innen geführt werden.
      Da habe wir hier sicher noch ein paar Profis die dazu aus der Praxis mehr beitragen können. ;)
      Ein Bügel lässt sich dann gut aus einem Silberdraht machen und dann anlöten oder annieten.

      Die letzte abbildung war nur noch ein Beispiel für eine Fassung aus ersichtlich sehr dünnem Material.

      Quellen:

      Tassselreplik Uta v. Nauenburg;
      peraperis.com-Tasselscheibe-Uta-Naumburg

      Bilder Tasseln Mainz 10 jhdt:
      metropolnews.info-der-mainzer-goldschmuck
      Bilder
      • Tasselreplik Uta v. Nauenburg bei Peraperis.JPG

        37,61 kB, 523×343, 1 mal angesehen
      • Tassel mainz 10 jrhdt.jpg

        84,93 kB, 867×575, 3 mal angesehen
      • tassel 10 jhrd.JPG

        77,16 kB, 637×628, 3 mal angesehen
    • Neu

      Hier noch eine schöne Aufnahme einer leeren Fassung und eine Veröffentlichung die vielleicht auch interessant ist.


      Goldschmiedetechnische Beobachtungen am sogenannten ,Giselaschmuck‘
      degruyter.com/view/j/mial.2016…6-0018/mial-2016-0018.xml


      Quelle Foto:

      smb.museum/nachrichten/detail/…deutschen-kaiserzeit.html
      Bilder
      • Schmuck Mainz 10 jrhd Fassung.JPG

        54,71 kB, 753×383, 2 mal angesehen

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Wolfram von der Oerz ()

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      Walzen - sehr gute Idee! Allerdings fände ich es schöner, wenn die Fassung gleich die richtige Stärke hat. Das würde Arbeit sparen.

      Vom Giselaschmuck habe ich Abbildungen, ihn aber noch nie live gesehen. Du bist Dir schon klar, daß Du mich grade angefixt hast in die Ausstellung zu fahren?! (Die armen Museumsaufpasser...) und ich muß mich beeilen. März ist schon bald!

      Den Versuch mit dem zu Schlaufen gebogenen Draht habe ich gemacht - es hielt nicht. Allerdings gestehe ich, es war Messing und hatte keine Bodenplatte zum Auflöten. Ich wollte den Draht auf Textil nähen - das war instabil. Dann mußte ich feststellen, daß diese Art der Fassung eher 10. Jh statt 13./14. üblich war. (chic sieht es trotzdem aus)

      Für die Fortsetzung des Kurses, sprich die Tasselscheiben, habe ich vor einen "Rohbau" aus Bronze mit Nadel und Rast zu nehmen (den will ich zukaufen) und darauf eine Goldscheibe mit Steinen setzten. Ich befestige die Schnur jetzt auch schon an solchen Scheiben - nur nicht golden und ohne Steine.
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      Echt? Meine kleine Buchhandlung hier ums Eck hatte überhaupt kein Problem damit mir diverse englische Bücher zu besorgen - hat halt nur ein bisschen gedauert, war aber sonst überhaupt kein Problem. Soll ich mal fragen ob sie das hier auch kriegen können?
      Wer Geist hat, hat sicher auch das rechte Wort, aber wer Worte hat, hat darum noch nicht notwendig Geist. (Konfuzius)