Baumwolle neu überdenken?

    • Vielleicht wäre das hier eine Erklärung:


      https://de.wikipedia.org/wiki/Baumwolle#Urspr%C3%BCnge_und_fr%C3%BChe_Entwicklung schrieb:

      Um 1600 war Baumwolle allerdings in Europa noch ein Luxusgut, das nicht weniger als Seide geschätzt wurde. Grund des hohen Wertes war der hohe Arbeitseinsatz bei der Verarbeitung. Arbeitsintensiv waren vor allem das Entfernen der Samenkapseln und das mühselige Kardieren der im Vergleich zu Wolle und Seide sehr kurzen Fasern. Um ein Pfund (gemeint ist hier die angloamerikanische Maßeinheit Pound, die ca. 453 g hat) verarbeitungsfähige Baumwollfäden zu gewinnen, war ein Einsatz von 13 Arbeitstagen nötig. Für eine vergleichbare Menge an Seide waren dagegen nur sechs Arbeitstage notwendig, während man für Leinen zwei bis fünf und für Wolle ein bis zwei Tage brauchte.
      Und das hier habe ich auch noch gefunden:

      Europa lernt die Baumwolle kennen

      Nach Europa kam die Baumwolle vergleichsweise spät. Die Griechen lernten Baumwolle kennen, als sie unter Alexander dem Großen in die Kriege gegen das persische Achämenidenreich und gegen Indien zogen. Der Diplomat und Geschichtsschreiber Megasthenes (350 v. Chr. bis 290 v. Chr.) berichtete von seinem Aufenthalt in Indien, dass es dort Bäume gebe, auf denen Wolle wachse. Arabische Kaufleute brachten persische Baumwolle im 8. und 9. Jahrhundert nach Nordafrika, Sizilien und Südspanien. In der Folge entwickelte sich in diesen Gebieten eine eigene Baumwollindustrie, die sich in Italien rasch ausbreitete. Venedig, Florenz, Mailand und Genua waren im 12. und 13. Jahrhundert bedeutende Zentren der Baumwollproduktion. In Südspanien etablierte sich die Industrie vorwiegend in Barcelona. Die Überschüsse aus diesen Produktionsgebieten gingen nach Deutschland, Böhmen und Schlesien.

      Baumwolle in Nord- und Mitteleuropa - das Mittelalter

      Als die Baumwollstoffe im Mittelalter nach Nord- und Mitteleuropa kamen, herrschte in Bezug auf die tatsächliche Herkunft der Pflanzenfaser große Unwissenheit vor. Zur Legendenbildung trug unter anderem der fiktive Reisebericht des John Mandeville bei. Dieser wusste zu erzählen, dass in Indien ein wundervoller Baum wachse, der an den Enden seiner Zweige kleine Lämmer trage. Seine Zweige seien so biegsam, dass sie sich problemlos neigen könnten, um den Tieren das Fressen zu ermöglichen. Legenden solcher Art führten zur mittelhochdeutschen Bezeichnung „boumwolle“, auf die der heutige Begriff „Baumwolle“ zurückgeht.
      Die Barchent-Webereien in Süddeutschland
      Im 14. Jahrhundert wurden in Schwaben, Böhmen und Schlesien so genannte Barchent-Webereien gegründet, in denen Stoffe mit Leinen in der Kette und Baumwolle im Schuss gewebt wurden. In diesen Handwerksbetrieben erfolgten sowohl die Garnherstellung als auch die Webung. Man fertigte Stoffe für Oberbekleidung und Weißwäsche. In der Regel erhielten die Stoffe die Farbe durch die Verwendung gefärbter Garne, ganze Stoffe färbte man noch nicht.
      Wichtige Zentren der Baumwollverarbeitung lagen in Regensburg, Ulm, Augsburg und Zürich. Der legendäre Reichtum der Familie Fugger aus Augsburg gründete sich auf den Besitz von Barchent-Webereien. Der Rohstoff Baumwolle war damals teure Importware aus Italien, der Türkei sowie aus Syrien und Zypern. Ihren Einkauf konnten sich die Webereien oft nicht leisten und arbeiteten daher in der Regel mit einem so genannten Verleger zusammen, der den Rohstoff und gegebenenfalls auch die Spinnräder und Webstühle finanzierte. Unter der wohlhabenden Bevölkerung entwickelte sich Bekleidung aus Baumwolle nach und nach zum Modeartikel. Im Zuge der stetig steigenden Nachfrage nach Baumwollstoffen, reichte die Produktion der Webereien allein nicht mehr aus. Immer mehr Privathaushalte schlossen diese Lücke durch Heimarbeit.

      (Quelle: vossberg.de/lexikon/die-anfaenge-der-baumwolle-europa/)

      Wieweit das aber wissenschaftlich recherchiert ist, kann ich leider nicht sagen.)
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    • Danke für diese Verweise @Mara!
      Leider sind das genau die Arten von halbwissenschaftlichen Artikeln, (vossberg ohne Quellenangaben...)
      die einerseits dazu geführt haben dass ich mich diesem Thema gewidmet habe und
      die andererseits immer noch und immer wieder zu diesem Gabs-nicht-Klischee beitragen.
      Aber genau das zu hinterfragen und zu überdenken möchte ich ja anregen.

      Immerhin ist auf wikipedia ein guter Literaturhinweis, auch wenn da das Thema "sehr vorsichtig" und nur grob umrissen behandelt wird:
      Sven Beckert, King Cotton: Eine Globalgeschichte des Kapitalismus (Übersetzt von Annabel Zettel und Martin Richter). Beck, München 2014, ISBN 978-3-406-65921-8.
      Lieber eine starke Behauptung als ein schwacher Beweis!
    • Hier gibt´s war zu Ausgrabungen, u.a. auch Baumwollfunde.

      journals.ub.uni-heidelberg.de/…ticle/viewFile/11661/5514

      Und in der Hospitalordnung Roger de Molins vom 14. März 1181 für das Johanniter Hospital in Jerusalem steht:


      XIV. Der Vorsteher der Ballei von Antiochien soll für die Herstellung von Decken für die
      Kranken 2000 Ellen Baumwolle nach Jerusalem schicken .


      (johanniter.de/fileadmin/user_u…nungRogerDeMolins1181.pdf)
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    • Und noch mehr Infos über das hospital in Jerusalem im 12. Jh.:

      Die Versorgung der Spitalinsassen, mögenes nun 2.000 oder nur die Hälfte gewe-sen sein, stellte in jedem Fall eine enorme logistische Leistung dar. Selbst Besitzkomplexe im Abendland hatten Waren und Geld zur Aufrechterhaltung des Spitalbetriebs in Jerusalem zu liefern.Nach den Statuten vom 14. März 1182 hatten der Prior von Frankreich 100 Ballen Leinwand (costomios) zur Erneuerung der Decken, der Prior von St. Gilles in der Provence 100 Arzneipflanzen (cotas), die Prioren von Italien, Pisa und Venedig je 2000 Ellen Baumwolltuche (brachia fustanorum), der Balleier von Antiochien 2000 Ellen Kattun (brachia bombacis) für Decken, der Prior von Montpellier und der Balleier von Tiberia je zwei Last oder Zentner Zucker (cucari) für Latwergen,
      einer im Mittelalter beliebten Medizin, bestehend aus Zucker oder Honig und Drogen, und der Prior von Konstantinopel 200 Schafswollstoffe (fibrorum) jährlich zu schicken.


      Quelle: regionalgeschichte.net/fileadm…er_GL56_Endfassung-11.pdf

      Die Quelle für die Quelle:
      CARTULAIRE (wie Anm. 7), Bd. 1, Nr. 627, §§ 8-16, S. 436-428. Dazu Gerhard Tonque LAGLEDER, Die Ordensregel der Johanniter/Malteser, St. Ottilien 1983, S. 174ff.

      Findet man auch hier: books.google.de/books?id=zTP8s…chia%20fustanorum&f=false


      Und wer sich mal mit Handelsbeziehungen bis zur Kreuzfahrerzeit auseinandersetzen möchte, der lade sich die über 800 Seiten pdf: archive.org/stream/bub_gb_9f3E…search/brachia+fustanorum runter und gibt in die Suchfunktion mal Baumwolle ein. Total spannend, da geht es sogar um Zollsätze im Jahr 1229 von den Venezianern für Baumwolle (Unterschied Saumtierlast zur Kamellast).

      Ich liebe solche Quellen. Macht übrigens einen Riesenspaß in die Suchfunktion auch mal andere Worte einzugeben: Zucker (ja Zuckerrohr), Seide....
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    • Nr. 627 vom Cartulaire war genau das was mich irritiert hat...

      Keine Baumwolle im HoMi? Und dann ordern die Hospis jährlich solche Mengen, basierend auf den Beschlüssen dieses Generalkapitels von 1182? Und neben dem Beitrag von Antiochien sollte das andere in Italien eingekauft werden? Einfach so ohne jahrelange Vorbestellung?

      Also habe ich dann angefangen zu recherchieren. Und schnell war klar dass ich auf deutschen websites bzw. mit deutschen Suchbegriffen nicht weiterkam...

      Danke für die links @Mara! Schau ich mir auf jeden Fall an.

      Aah, Schaube, Handelsgeschichte... alles klar. ^^
      Lieber eine starke Behauptung als ein schwacher Beweis!
    • Hallo!

      Zum SpäMi;

      Sehr spannend das alles, zum meinem "Steckenpferd" Köln habe ich die Barchent(Sartuch)weber: „van den saerdoechern", revidierte Ordnung vom 4. Dezember 1449 gefunden.

      Weiter noch das Verbot des Streckens der Sartücher und Verordnungen über das Bleichen und die Lohnweberei von 1420.

      Von 1396 gibt es noch eine Akte in der sich die "Stadt Köln an [Stadt Lübeck]: beklagt sich, dass ihr Bürger Rutger Coelo für über Brügge nach Lübeck gesandtes Sartuch keine Bezahlung erhalten könne".

      Leider keinen näheren Hinweis (auf die Schnelle) seit wann Baumwolle in Köln gehandelt und verarbeitet wurde, ich werde mir das im Hinterstübchen behalten :D

      Wehe es kommt jetzt noch jemand mit einem Beweis für Polyester, dann werde ich aber bächtig Möse :no :no :no :D :D :D


      Gruß

      Christoph
      † christus mihi vita mors lucrum †
    • Klasse Beitrag. Man sollte immer bereit sein eine festgefahrene Ansicht zu hinterfragen. Das es Baumwolle zu der Zeit gab war mir zwar Bekannt, hab es aber als etwas "exotisches" abgetan und für mich stellte sich die Frage nie. Das in der Levante die Orden früher solche Stoffe nutzten als die Menschen in Mitteleuropa liegt ja auf der Hand, auch scheint es ganz logisch das die Italienischen Händler sie mit nach Hause brachten. In der Zeit,in der die in den Quellen genannten Orden sie bestellten, gab es ja einen sehr regen Handelsverkehr von Italien in die Kreuzzugsstaaten. Intressanter wird da die Frage in wieweit sich die Stoffe tatsächlich nördlich der Alpen ausgebreitet haben. Flachs wächst da praktisch vor der Haustür, Baumwolle muss erst transportiert werden. Ich Bezweifle nun nicht mehr das Baumwolle nach 1200 in ganz Europa bekannt war, aber um sie in eine Darstellung miteinzubeziehen sollte man ganz genau nachschauen. Für mich heisst das (1190 Gelnhausen), auch wenn der 2. Keuzzug grade am laufen war ist die Verwendung für mich so gut wie ausgeschlossen.
      Pause bis April 2018 :heupf1
    • Neu

      Das "gemeine" an dem Hobby ist, das man bei Recherchen immer wieder auf etwas Neues interessantes stößt.

      Das Thema Baumwolle im Kopf war ich ein wenig im Kölner Archiv unterwegs und habe das hier gefunden:

      Die Urkunde (Testament) vom 22. August 1343 zeigt zumindest für Köln muss es bereits Handel mit Baumwolle gegeben haben, so ist in diesem Testament die Rede von Baumwollfütterung und alltäglichem Baumwolltuch.

      Das Thema finde ich sehr spannend.

      Hier zum selbst lesen:


      Yserenlo, Cath. de, Ww. Jac. -.
      Regest: 1343 August 22 (feria sexta que est octava festi assumptionis beate Marie virginis gloriose), zur Zeit der Amtseinführung (introductionis) des derzeitigen Propstes von St. Severin

      Die ehrsame Dame (honesta matrona) Katherina, Witwe Jacobi de Yserenlo, Kölner Bürgerin, stehend und in ihrem Haus ohne jede fremde Hilfe mehr als acht Fuß, wie es Sitte ist, gehend, schwach

      Widerruf aller früheren Testamente, Schenkungen und Güterübertragungen bezüglich ihrer beweglichen und unbeweglichen Güter und besonders der Schenkung und Güterübertragung, die sie Bruder Rycholpho de Foro Ferri, Karmeliter, oder irgendwelchen anderen Personen vor den in diesem Testament genannten oder anderen Schöffen gemacht hatte, desgleichen auch jede früherer Einsetzung von Treuhändern.
      Zu Treuhändern ihres Testamentes wählt sie die Herren Henricum de Cervo, Rektor der Pfarrkirche St. Martin in Köln, Everhardum dictum Gyir, Schöffen, und Gobelinum dictum Wolfram, Kölner Bürger. Vor allem anderen sollen sie ihre Schulden bezahlen und ihre Exequien in ehrenvoller Weise (honeste) ausrichten.
      Neben den folgenden Bestimmungen behält sie sich weitere Legate unter ihrem Siegel (sub sigillo suo), dem eines anderen oder auch mündlich vor.
      Jacobo de Rore, ihrem Verwandten, vermacht sie ewig und erblich die Hälfte ihres Hauses und Grundstückes, in dem sie jetzt wohnt, gen. ad Caulum, mit allem Zubehör auf der Severinsstraße (in vico sancti Severini) und die Hälfte von vier Morgen Ackerland (iurnalium terre arabilis) hinter dem genannten Haus und Gelände.
      Johanni und Gobelino de Rore, Jacobs Brüdern, Bürger zu Köln, legiert sie die restliche Hälfte des Hauses, Grundstücks und Ackerlandes, vorbehalten dem Propst (dno. preposito) von St. Severin und den vier Vikaren dort ihre Gerechtigkeit an den gen. Objekten. Unter Vorbehalt dieser Gerechtigkeit gibt sie dem Dekan und Kapitel von St. Severin 2 mr. c. p. erbliches Geld jährlich aus dem gen. Haus und Land, die von deren jeweiligen Besitzern zur Zeit ihrer und ihres verstorbenen Mannes Memorie, die zu St. Severin gehalten werden soll, zu zahlen sind, um davon ihr und ihres Mannes Anniversarium mit Messen und Vigilien zu feiern.
      Sollte dieses einmal versäumt werden, dann sollen die 2 mr. dem Domkapitel (capitulo ecclesie Colon.) zufallen, und das Anniversar soll dort gehalten werden.
      Wenn Johannes und Gobelinus oder einer von ihnen etwas von diesen Immobilien verkaufen wollen, so dürfen sie es nur an Jacobus und keinen anderen, jedoch für den Preis, der sich dafür erzielen lässt, verkaufen.
      Den Kindern des Petri de Nussia mit der verstorbenen Hille, der Schwester der Gebrüder Jacobi, Johannis und Gobelini, 50 mr. c. p. aus dem gen. Haus und Land, wovon ihnen Jacobus 25 mr. und Johannes und Gobelinus ebenfalls 25 mr. zahlen sollen, sobald sie sich des Gutes unterwinden.
      Für ihr Seelenheil gibt die testierende Katharina ewig und erblich das in RIchtung der Kirche St. Johann gelegene Endhaus (domum [...] finalem) von ihren fünf nebeneinander liegenden Häusern unter einem Dach auf der Severinsstraße dem Kloster der Karmeliter und dem Augustinerkloster in Köln.
      Den Predigern und Minderbrüdern vermacht sie erblich ein anderes Haus von diesen fünf Häusern; den acht Hospitälern in Köln und dem Hospital in Deutz (Tuicio) die nächsten zwei Häuser von diesen Häusern unter einem Dach, und das noch verbleibende Endhaus gibt sie zu erblichem Eigentum den Klöstern St. Clara, St. Gertrud, St. Agatha und den Kartäusern.
      Weiter gibt sie erblich und ewig Lore und Bele, Geschwistern, Ehefrauen der Kölner Bürger Gobelini und Thilmanni dicto Moyrgin, ein weiteres Haus, gelegen bei den gen. fünf Wohnungen unter einem Dach.
      Den Brüdern der Kölner Deutschordenskommende (fratribus domus theutonicorum Colon.) ein Haus gegenüber deren Niederlassung auf der Severinsstraße, und dem Priester, der zur Zeit am Altar der hl. Catharina vor dem Chor in der Kirche der Ordensniederlassung Dienst tut, 1 mr. erbliches Geld aus demselben Haus, welche 1 mr. die Brüder ihm jährlich am Dienstag nach dem 28. APril (feria secunda post festum b. Vitalis) ausrichten sollen und am Tag darauf (feria tertia post festum b. Vitalis) soll der Priester in der gen. Kirche ihre und ihres verstorbenen Mannes Memorie mit Messen und Vigilien feiern. DIe Gerechtigkeit, welche die Nonnen von St. Gertrud an dem genannten Haus haben, soll diesen vorbehalten bleiben. Zum Bau der Domkirche legiert sie erblich ein Haus auf der Severinsstraße, aus welchem jährlich Hermanno dicto Hirzelin 9 ß c. p. mit dem Recht auf Ablösung [?] (cum captione) gezahlt werden.
      Ihre zwei Häuser in der Ulrichgasse (Ulregassin) mit Zubehör und daselbst liegendem Ackerland sollen nach ihrem Tod durch ihre Treuhänder verkauft und der Erlös soll dür ihr Seelenheil den Armen (pauperibus) gegeben werden.
      Drude, ihrer Verwandten (consangwinee) in der Weißbüttengasse (Butgassen), ihr wollenes Obergewand, mit feiner indischer Baumwolle gefüttert, und ihr besseres Kopftuch (wardecursum laneum cum sindato suffurtatum et ranzam suam meliorem); der Begine Walburgi ihr besseres Bett und ihr hauptsächliches Bettzeug (lectisternia sua principalia), das dazu gehört, ihren Pelz aus Buntwerk (pellicium eius varium) und ihr besseres schwarzes Schultertuch (falam); Rike, ihrer Verwandten (consangwinee), ein englisches Obergewand von gemischter Farbe mit einem Futter aus Buntwerk und einen englischen Rock, gleichfalls von gemischter Farbe sowie eines ihrer besseren Kopftücher (wardecursum anglicanum mixti colore cum vario subfurtatum et tunicam anglicanum mixti colore necnon de melioribus suis unam rantzam);
      Bele dicte Kaylartz ein blaugraues Obergewand (wardecursum unum glaucum) mit einem Futter aus Buntwerk;
      ihrer Magd (famule) Conegundi ihren Winter-Werktagsrock (tunicam suam quotidianam hyemalem), ihren Ärmel [?] (tunicam suam manualem), ihr alltägliches Baumwolltuch (quottidianum suum sarrock), einen Pelz aus Kaninchenfell (pellicium appellatum koninenpeltz) und ein Kopftuch (rantzam).
      Ihren Treuhändern je 8 mr. c. p.
      Alle ihre beweglichen Güter, Silbergefäße, Hausrat und anderes Gut sollen ihre Treuhänder verkaufen und den Erlös für ihr und ihres Mannes Seelenheil nach ihrem Gutdünken an die Armen verteilen.
      Sollte sich jemand gegen das Testament stellen, dessen Legat sollen die Treuhänder ebenfalls verkaufen und das Geld den Armen geben.
      Widerrufsvorbehalt.
      Über den Umfang ihre Gutes hinaus (quam virus bonorum suorum se extendent) sollen die Treuhänder zu nichts verpflichtet sein.
      Weiter gibt sie noch dno. Gobelino, Priester zu St. Severin, 1 mr. c. p.; dno. Wynrico, Rektor der Pfarrkirche St. Severin, 1 mr.; jedem Vikar dort 3 ß.
      Geschehen im Wohnhaus der testierenden Katherina.
      Formalbeschreibung: Ausf., Perg., lat., alle acht Siegel ab, bei den Einschnitten für die Presseln die Namen der Siegler, von links nach rechts: Johannes de Breympt, Symon Hirzelin, Const. Morart, Goiswinus de Orreo, Wer. de Aqueductu, Godeschalcus Hirzelin, RIch. de Ulreporzen, Alexander de Ulreporzen
      Siegelkommentar: Siegler: Johannes de Breympt, Schultheiß (scultetus), Symon dictus Hirzelin, Constantinus dictus Morart, Goyswinus de Horreo, Wernerus de Aqueductu, Gotschalcus dictus Hytzelin, Rychwinus de Ulreporzen und Allexander de Ulreporzen, Schöffen (scabini)


      Quelle: Historisches Archiv Köln (link = Quelle)

      historischesarchivkoeln.de:808…#Vz______00028448MHupElko
      † christus mihi vita mors lucrum †

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