Hallo Viator,
ehrlich gesagt verstehe ich den Hintergrund Deines Threads nicht.
WORÜBER möchtest Du diskutieren?
WAS möchtest Du beleuchten?
Die Edda gibt die Gedankenwelt und das Rechtsempfinden der Wikinger wieder wie keine andere Quelle.
Allerdings ungefiltert und aus der Sicht von Leuten, die Generationen nach der Wikingerzeit gelebt haben.
Mag sein, dass da vieles im nachhinein (geringfügig) anders beurteilt und beschrieben wurde ...
Ich lese gern in der Edda, obwohl manches für uns heute von der Denkweise her sehr seltsam anmutet.
Interessant finde ich auch die Beschreibungen von "alltäglichen Begebenheiten" wie z.B. die Sagas.
Die Saga vom weisen Njall finde ich zum Beispiel sehr interessant. Sie spiegelt ein komplett anderes
Empfinden über Recht und Moral wider, als es uns heute geläufig und "richtig" erscheint.
Auch die Beschreibungen der Things (mit Zelten und kompletten Kleidungsbeschreibungen!) sind für mich
immer wieder sehr interessant zu lesen gewesen.
Aber es ist wie es ist, die Sichtweise spiegelt nicht das Frühmittelalter der Wikinger sondern das der "Nachfahren"
wider, genau so wie der Bericht des Ibn Fadlan nicht die Sicht der Wikinger sondern die Sicht eines (voreingenommenen)
Aussenstehenden widerspiegelt.
Wenn Du also aus einem Gemälde aus dem Spätmittelalter auf die Kleidung von Maria und Jesus schließen willst,
kann das zu Verwirrung führen, weil sich über die Zeit einfach die Sichtweise (oder auch nur die Mode

) geändert hat.
So weit meine drei Cents dazu ....
Grüße
Kadlin