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Dienstag, 14. Februar 2012, 19:39

Süßes im Mittelalter

Da ich nicht weiß, wo ich suchen soll, stell ich auf diesem Wege mal die Frage: Gab es schon Süßigkeiten im Mittelalter?
Wenn ja: Woraus bestanden sie? (denn Zucker war ja rar) Wie (woraus) kann man sie heute herstellen? Gibt es Rezepte?
Ich nehme alles. :)

Wilfried

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2

Dienstag, 14. Februar 2012, 19:52


Eilika

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3

Dienstag, 14. Februar 2012, 19:57

Die einfachste Form sind wohl getrocknete Früchte.
Latwergen aus verschiedenen Früchten (Äpfel, Quitte, Pflaume, Birne) gab es schon im 12. Jahrhundert. Statt Zucker hat man beim Einkochen Honig zugegeben und danach musste das noch längere Zeit an der Luft trocknen.
Außerdem kenne ich aus dem 15. Jh. ein Rezept für ein aus Holunderblüten und Honig gekochtes Konfekt.
Versuch' es erneut. Scheitere wieder. Scheitere besser (S. Beckett)

Mein Verein:IG Wolf e.V.

auch auf Facebook: http://www.facebook.com/pages/IG-Wolf-eV…28555627?ref=ts

Katharina de Lo

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4

Dienstag, 14. Februar 2012, 20:06

Schau mal hier:

http://www.lomion.de/Mittelalterrezepte/index2.html

Da gibts auch viele Süßspeisenrezepte.

Zucker kam mit den Kreuzzügen nach Mitteleuropa, war dort allerdings noch lange so selten und teuer daß er zumeist in Apotheken verkauft wurde. Also eher was für die adlige Tafel... Ansonsten kann man auch sehr gut mit Honig süßen.
Wer Geist hat, hat sicher auch das rechte Wort, aber wer Worte hat, hat darum noch nicht notwendig Geist. (Konfuzius)

Wilfried

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5

Dienstag, 14. Februar 2012, 20:38

Dörrobst oder eingekochte Früchte (Früchte in nen Pott und solange reduzieren, bis nicht mehr geht) sind so süß, da muß man bei reifen Früchten wie Zwetschge nicht nachsüßen

6

Dienstag, 14. Februar 2012, 21:14

Und aus den Kreuzzügen wurden natürlich auch diverse arabische Süßigkeiten mitgebracht, diese waren aber wohl nicht reproduzierbar. Ich denke hier nicht nur an Datteln und Feigen.
Auch eine Art Halva soll es schon gegeben haben, finde gerade die Quelle nicht.
Baklava gab es angeblich schon seit dem 10 Jhd.

7

Mittwoch, 15. Februar 2012, 06:16

Vielen Dank für Hinweise. Ich denke, das bringt mich weiter.
Einen schönen Tag euch allen! :bye01

Hjalmar

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8

Mittwoch, 15. Februar 2012, 09:14

Einfache Sache wären frische Früchte mit Honig

Albert de Belmunt

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9

Mittwoch, 15. Februar 2012, 12:37

Von welchem Mittelalter reden wir hier? Also im Früh- und HoMi gab es außer einheimischen Beeren und Früchten und Honig praktisch nichts. Wobei Honig auch recht teuer war. Im SpäMi kamen dann Datteln und Feigen in nennenswerter Zahl als Importware auch auf den einfacheren Tisch (diverse Latrinenfunde von Kernen). Raffinierzucker erst nach dem MA.
"Hobby" ist der Versuch, mit größtmoglichem Aufwand den geringstmöglichen Nutzen zu erzielen.

Ulrich

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10

Mittwoch, 15. Februar 2012, 12:41

"Und Süßspeisen? Wünschen die Herren noch Süßspeisen?" Zitat: Asterix als Legionär (Goscinny/ Uderzo)

Sorry, aber das fiel mir als erstes ein. Ist jetzt noch nicht Mittelalter, aber du hast ja gesagt, du nimmst alles
:D
Also die Römer hatten schon reichlich Süßigkeiten wie kandierte Früchte und so. Du findest 34 Originalrezepte in dem Buch "Aus dem Füllhorn Roms" von Marcus Junkelmann,
ISBN 978-3-8053-2686-5

Wenn ich noch ein wenig weiter zurückgehen darf, dann kann ich noch bestätigen, dass es in der Steinzeit ganz leckere Kekse gegeben hat. Gib mal in der Suchmaschine deines Vertrauens den Begriff "Steinzeitkekse" ein. :P

Tja, zum Mittelalter sieht es da schon etwas schlechter aus. Den Honig und die süßen Früchte konnten sich auch nicht alle leisten. Äpfel, Erdbeeren und Himbeeren gab´s im Kloster und war eben nicht für alle gedacht.
Das Thema Zucker ist auch interessant. Im Lexikon des Mittelalters ist zu lesen, dass es in Syrien bereits um 700 eine Zuckerproduktion gegeben hat. Diese soll bis zum 15. Jahrhundert bestand gehabt haben. Aus Ägypten wurde im 12.- 14 Jahrhundert Zucker für den westeuropäischen Markt geliefert.

Ansonsten kann ich das Buch "Essen und Trinken im Mittelalter" von Ernst Schubert ISBN 978-3-534-23735-7 noch empfehlen.
Unsere Seite: Sachsen um 700

haste feuer

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11

Mittwoch, 15. Februar 2012, 13:05

Ich bin mal so frei und hänge dir den Link hier rein: Konfekt mit Walnüssen um 1500

wie geschrieben alles nicht "A". Habe mitlerweile aus heimischen Obst- und Nusssorten weitere Varianten von Konfekt gemacht. Gibt es keine Belege für sind aber sättigend und leicht Süß.
Freundlich Grüßt der Stefan :bye01

"Sachsen um 700" *1

*1 Ulrich, Mittelalterforum.com, Signatur :bye01

Holz ist vielfältig. Es gibt viele verschiedene Arten z.B. Ahorn, Birke, Erle, Pappel, Weide, Esche, Weiß- oder Hainbuche, Linde usw.

12

Mittwoch, 15. Februar 2012, 17:55

Boah! Jetzt hab ich Hunger. Was für tolle Rezepte! :laola01

Ulrich

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13

Mittwoch, 15. Februar 2012, 20:26

Habe mitlerweile aus heimischen Obst- und Nusssorten weitere Varianten von Konfekt gemacht. Gibt es keine Belege für sind aber sättigend und leicht Süß.
Das kann ich bestätigen. Das war lecker :rolleyes:
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BernarddeNoyer

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14

Freitag, 29. November 2013, 15:02

Soweit ich weiß wurden auch diverse süße Breie aus Getreide, Milch und Honig mit Gewürzen hergestellt. Ist natürlich nichts für das einfache Bauernmahl.

Da meine Frau Imkerin ist haben wir im Lager natürlich immer Honig dabei. Wir haben letztens Hirse in Milch gekocht und mit Honig und Gewürzen (Zimt, Langpfeffer und ganz wenig Nelke) gesüßt/gewürzt. Dazu gab einfach in Claret gekochte Apfelschnitze.

LG
Bernard de Noyer :ritter15

Dienstmann auf dem Castrum Winenheim unter dem Banner des Kloster Lorsch 1180-1230

http://www.winenheim.de

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