Das authentische Zelt

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    • Das authentische Zelt

      Hallo Leute,
      schaut euch mal den Link an, es geht um das Basel Zelt

      greydragon.org/pavilions/basel.html

      Das Zelt wurde in der ersten hälfte des 17. gebaut und 1889 an das Museum übergeben. Die Seile und der Mittelpfosten sind nicht mehr original.
      Details könnt ihr auf dieser Webseite nachlesen.

      EIn Nachbau dieses Zeltes gibts bei Tentorium oder bei Matuls man muss so ca 1800-2800€ dafür rechnen.

      Ahnliche Zelte sieht man immer wieder in der Manesse und in der Kreuzfahrerbibel.
    • Mara,
      wenn DU das Zelt von diesem Museum meinst da denkt ich das es handgenäht ist wenn DU den Text dazu liest kommt es bei mir rüber als wenn es bis auf die Seile und die Mittelstange original sein soll (was ich nicht glauben kann)

      Bei Tenrotium und Matuls kann man es handgenöht bestellen das kostet dann aber auch das doppelte dann.
    • Sehr interessant, hier wird meine Annahme aus dem anderen Zelt -Thread bestätigt, dass die schmalen Farbstreifen auf dem Zelt, wie sie auf einigen historischen Bildern zu sehen sind, auf das ungefärbte Leinenzelt aufgenäht wurden .
      BLEIBT TAPFER,
      ES GRÜSST EUCH DER PETRUS ! ( Bekennender Vertreter des Spass - Mittelalters )

      facebook.com/spielleut.fortunatus?ref=tn_tnmn
    • Es hat innen Pfosten ringsrum, das sieht man bei einigen Bildern.

      Nachtrag:
      Da steht das die im Museum das so mit den Pfosten so gemacht haben damit man die seile im Museum nicht so spannen muss. Also ist es wohl doch nur mit einem Mittelpfosten ohne Speichen.
    • Ich kenn mich da nicht so aus, gibt es eigentlich gesicherte Nachweise, dass es Speichenradzelte in der uns bekannten Machart überhaupt gegeben hat? Oder hat man diese Konstruktion nur anhand von Abbildungen der Zelte außen so angenommen?

      Das hier gezeigte Zelt ist laut Begleittext, Punkt 1., ausdrücklich KEIN Speichenradzelt ("hub and spoke design") und wird im Originalaufbau nur durch den Mittelpfosten und eine Seilverspannung gehalten. Das bedeutet ja auch eine wesentliche Materialminimierung. Auch wenn das Zelt aus dem 17. Jahrhundert ist und nicht aus dem Mittelalter, wage ich mal zu behaupten, dass man nicht im Nachhinein auf die Idee gekommen sein wird, das Speichenrad wegzulassen, sondern dass sich die Zeltkonstruktion evtl. bis ins 17. gehalten hat.
      [url='http://www.projekt-erster-kreuzzug.de/']Projekt Erster Kreuzzug[/url]
      [url='http://www.ffc1066.de/']Franko-Flämisches Contingent[/url]
    • Da bin ich mir eben auch nicht so sicher. Speicherradzelte werden oft als "A" angepriesen, eben anhand von Abbildungen. Ob es dazu auch andere Nachweise gibt? Mir ist noch keiner untergekommen (was nichts heißen mag).
      Gerade wenn man an die Menge des Materials denkt, stellt ein Speicherradzelt keine Einsparung gegenüber einem Zelt mit Seitenpfosten dar. Ein Zelt das nur 1 Mittelpfosten besitzt schon, wie Ollibert schon sagte.
      Vielleicht weiß ja hier jemand was schlaues?
    • Evtll ein Hinweis auf folgendem Bild
      [Blockierte Grafik: http://www.viatores-temporis.de/info/zelte/103_ges.jpg]


      Also so wie der die typen den Zeltstoff zusammenraffen bleibt das obere teil doch starr, entweder ist das was stützendes Drin (speichen) oder es wurde mal wieder schön gemalt.

      Ich liebe mein Speichenradzelt


      Literaturquellen
      Joachim Buhmke über mittelalterliche Zelte
      Bumke war Professor an der Harvard University und an der FU Berlin sowie in Köln. Er hat sich vor allem mit den historischen Grundlagen der mittelalterlichen Literatur beschäftigt:
      "Ritterbegriff im 12. und 13. Jhdt" (1964) "Ministerialität und Ritterdichtung " (1976) "Mäzene im Mittelalter" (1979) und "Höfische Kultur, Literatur und Gesellschaft im hohen Mittelalter" (1986).
      Anmerkungen stehen kursiv, Zitate andere Autoren sind farbig markiert:
      "Die Burg war nicht die einzige Form der feudalen Wohnung. Wenn die großen Herren unterwegs waren und nicht damit rechnen konnten, jeden Tag bei befreundeten Standesgenossen ein Quartier zu finden, dann wohnten sie in Zelten. Man bediente sich der mobilen Wohnungen auf Kriegszügen und auf Pilgerreisen, auf Turnierfahrten und auf dem Weg zu großen Fürstentagen. [...] Seit der Eneit von Heinrich von Veldeke gibt es Zeltbeschreibungen in der höfischen Epik, und diese Beschreibungen zeigen, daß man das Zelt als eine mobile Burg betrachtete. [es folgen Vergleiche einiger Zelte mit Burgen]. Das Zeltdach, der huot, und die Seitenwände, die winde, bestanden manchmal aus kostbaren orientalischen Seidenstoffen und waren mit dem Wappen des Zeltherren oder mit figürlichen Darstellungen geschmückt. 'Die Zeltwand bestand aus vier Teilen; sie war hoch und weit.' [es folgt eine Berschreibung der Seiten: Eine aus Samit, von besserer Qualität als alle Seidenstoffe Griechenlands, die andere aus Triblatseide, der Saum aus Gold, die dritte Seite aus rotem Baragan, die vierte aus weißem Fischhaar.] Wie sehr die Zelte als Teil der adligen Luxuskultur angesehen waren, verrät auch die Terminologie. Neben dem Gattungsnamen zelt, gezelt gab es nur noch ein deutsches Zeltwort, und zwar für die kleineren dachförmigen Zelte der Dienerschaft und der einfachen Krieger: hütte. Die großen Prunkzelte wurden meistens mit dem französischen Wort pavilun, poulun benannt, das zum ersten Mal in Hartmanns Erec bezeugt ist. Im 'Willehalm' kommen die Zeltwörter preimerun, ekub, treif und tulant vor, die alle aus dem Französischem stammen (tulant ist ungeklärt).Prunkzelte mit unglaublich reicher Ausstattung hat es tatsächlich gegeben. Im Jahr 1157 schickte König Heinrich II. von England an Kaiser Friedrich I., zusammen mit anderen Geschenken, 'ein riesiges prachtvolles Zelt. Wenn du nach seiner Größe fragst: Es konnte nur mit Maschinen und Werkzeugen aller Art und mit Stützen gehoben werden; wenn du nach seiner Beschaffenheit fragst: ich glaube, es kann weder im Material noch in der Ausführung jemals von irgendeinem Gerät dieser Art übertroffen werden.' Gunther von Pairis hat diese Angaben Rahewins über 'das durch seinen wundervollen Schmuck sehenswerte Zelt', durch Einzelheiten ergänzt: 'Du fragst nach dem Material? Es soll ein Gewebe aus fremdländischem Faden gewesen sein....'"
      Bumke, Joachim, Höfische Kultur, München, 1999, 9. Auflage, S. 168-170
    • Zitat:“ Also so wie der die typen den Zeltstoff zusammenraffen bleibt das obere teil doch starr,…“
      Ein klares Jein!
      Ich frage mich: Sind hier in allen 6 Darstellungen dieselben Zeltformen dargestellt?
      Ich würde davon ausgehen, weil die geschlossenen Zelte mit der Abspannung dargestellt sind und es sich bei den offenen nicht um die Darstellung des Zeltes sondern um die Darstellung von Handlungen/Begebenheiten dreht, die Darstellung des Zeltes damit eher zur Nebensache wird.
      Wenn ich nun ein Zelt mit einem Posten in der Mitte sauber und stramm abspanne, kann wahrscheinlich die Seitenwände ähnlich zusammenraffen wie hier in den Bildern links unten dargestellt.
      Außerdem wird ein mit vielen Verspannungen versehenes Zelt vom Grundriss eine Kreis abbilden da ein Vieleck mit sehr viele Ecken erhältst wären du sonst nur so viele Ecken hast wie Speichen und davon wahrscheinlich weniger als Abspannungen.

      Ein Detail was mir aufgefallen ist, sind die Darstellungen der Mittelstangen und hier besonders auch die Mittelstange unten links, da wirkt die Stange für mich wie ein gewachsener Stamm. Wohingegen die Sichtbaren Stangen der anderen Zelte schon fast wie verzierte Säulen wirken und sehr massiv zu sein scheinen.
      Freundlich Grüßt der Stefan :bye01

      "Sachsen um 700" *1

      *1 Ulrich, Mittelalterforum.com, Signatur :bye01

      Holz ist vielfältig. Es gibt viele verschiedene Arten z.B. Ahorn, Birke, Erle, Pappel, Weide, Esche, Weiß- oder Hainbuche, Linde usw.