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Gürtel verlängern

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    • Gürtel verlängern

      Habe meine Schwertscheide nun fertig und einen echt guten Gürtel vor längerer Zeit gefunden. Leider ist der, wenn man die Scheide nach Geibig ("Beiträge zur morphologischen Entwicklung des Schwertes im Mittelalter") an den Gürtel bindet, fasdt a bisserl zu kurz.
      Ich weiß, jede Trennung ist eine Schwachstelle, aber was könnte man machen?
      Riddari león - Ritter des Löwen
      Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom!
    • nach geibig ist doch so, das der gürtel getrennt wird und je ein teil um die scheide gelegt und befestigt wird.

      dann isses doch einfacher zu verlängern als wenn du das auf der länge machen wolltest.
      schneid den gürtel an der passenden stelle durch, nimm ein stück anderen passenden riemen, schleife die ansätze schön schrag an, das sie aufeinanderpassen. dann gut 2kompo leim dazwischen und im zickzack mit derben faden genäht.
      dann aus nem rest vom scheidenbezug einen tunnel nähen, über den riemen ziehen (sollte straff sein) und soweit kürzen, das dieser "Bezug" nur um die scheide geht.
      dann beim legen des riemens um die scheide drauf achten, das die befestigungsnaht an der stelle ist wo die zickzacknaht ist.

      dann hast du den riemen um 2mal den scheidenumfang verlängert.

      hoffe ich hab mich verständlich ausgedrückt.

      ist und bleibt aber flickschusterei!

      ich hab irgendwo noch ne adresse von jemanden der alle möglichen riemen liefert - kann ich auf wunsch suchen.
      Viele Grüße!

      Johann


      Es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit !
    • Ja, diese Idee kam mir auch heute Nachmittag :-). Werd mich mal dransetzen. Danke auch fürs riemenangebot. Komme evtl. darauf zurück beim nächsten. Diesmal möchte ich den schon habenden Gürtel (oh mein Gott, was für ein Deutsch) nehmen, da er mir sehr gut von der Qualität gefällt.
      Riddari león - Ritter des Löwen
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    • Hehe, dann müsste ich jetzt fragen, wo die Belege dafür sind, dass man Gürtel gewässert und gestreckt hat ;)

      Da sind wir wieder bei dem alt bekannten Zwiespalt - welche Dinge sind so selbstverständlich, dass sie im Grunde keines Nachweises bedürfen?

      Deswegen ja auch der Hinweis auf ausgebesserte Kleidung. Würden wir auch hier nur streng nach Fundlage gehen, dürften wir Flicken nur an nachgewiesenen Stellen setzen, alles andere wäre tabu.

      Solange die Methode und die Machart einer Gürtelverlängerung in den Kontext der Darstellung passt, fände ich es vertretbar.
    • Rein vom logischen her müsste man davon ausgehen, dass eine Zunahme des Bauchumfanges bedeutet, dass jemand es sich leisten kann, entweder mehr oder bessere Nahrung zu konsumieren und/oder weniger körperliche Arbeit leisten zu müssen. Folglich ein neuer Gürtel auch leistbar gewesen sein müsste...
      ...alle sagten immer: "Das geht nicht!" - doch dann kam einer, der wusste das nicht und hat es einfach getan...
      ...diese Signatur kann Spuren von Soja oder Erdnüssen enthalten...
    • Dunio schrieb:

      Rein vom logischen her müsste man davon ausgehen, dass eine Zunahme des Bauchumfanges bedeutet, dass jemand es sich leisten kann, entweder mehr oder bessere Nahrung zu konsumieren und/oder weniger körperliche Arbeit leisten zu müssen. Folglich ein neuer Gürtel auch leistbar gewesen sein müsste...
      ich möchte mich nur gering einmischen, aber wie sieht es mit schwangeren Frauen aus? Die haben ja nur eine überschaubare Zeit lang einen größeren Bauchumfang. .... oder haben die dann nur einen gewebten Gürtel getragen?
      ... auf dem Weg
    • Es kann Gründe geben, einen (fertigen) Gürtel zu verlängern:

      Ich habe vor Jahren einen begehrlichen Blick auf einen für mich leider zu kurzen (Kinder-) Gürtel geworfen... schön gegossene Schnalle, liebevoll gestaltete Beschläge u. Riemenzunge, schönes Leder. Eine wirklich schöne handwerkliche Arbeit. Leider viel zu kurz für mich.

      Nachdem das hübsche Stück über mehrere Märkte gerüttelt abgehangen war, habe ich dem Verkäufer den Vorschlag gemacht, eine entsprechend gestaltete Messingplatte zu nehmen und da drunter das Leder anzusetzen, um ihn zu verlängern. Das waren rein praktische Erwägungen; ich habe nicht nachgeforscht, ob es Belege gibt.

      Der Gürtel fühlt sich bei mir inzwischen sehr wohl, "blinkt" etwas und Beschläge sind asymmetrisch angeordnet, aber ich mag ihn sehr!
      Der Überlieferung nach durchtrennte Alexander der Große den Gordischen Knoten mit dem Schwert. Wer kein Schwert benutzen will, muß mit dem Knoten leben oder sich etwas anderes ausdenken.
    • Ein Stück annähen, bzw einsetzen und sofern vorhanden Metall drüber setzen ?
      Wobei ich mich frage, ob Lederbänder immer an einem langen Stück hergestellt wurden oder generell technisch bedingt gestückelt wurden. Viele Ledergürtel heute, auch die vom MA Ausstatter sind ja kein gewachsenes Leder sondern Echtleder gemalen und neu geformt.
      Neue Seite mit Blog : zeitensprung-handweberei.de
    • Ich denke auch, gerade die extrem langen reich beschlagenen Gürtel die man auf manchen Skulpturen sieht können eigentlich kaum aus einem Stück sein - so lang ist kein Schw... äääh Rind. Die Lösung mit dem Anstückeln über ein aufgenietetes Stück Metall habe ich mittlerweile schon häufiger gesehen (allerdings keine Belege dafür) und ich finde das hat was für sich...
      Wer Geist hat, hat sicher auch das rechte Wort, aber wer Worte hat, hat darum noch nicht notwendig Geist. (Konfuzius)
    • Ilse Fingerlin schreibt in ihrem Buch, dass den Gürtlern das anstückeln eines Riemens verboten war. Gerade die Flanke einer Rinderhaut ist auch recht lang, daher waren sicher auch längere Ledergürtel möglich, oder eben gewebte aus Stoff. Man darf auch nicht außer acht lassen, dass der mittelalterliche Mensch evtl eher selten bis gar nicht die heutige Körperfülle erreichte, die mancher Zeitgenosse heutzutage hat. Zudem sei noch gesagt, dass Kleidung auch manchmal ohne Gürtel getragen wurde