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werwölfe

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    • ?( Hallo leute ich habe mal im Fernsehn was zu diesem Thema gesehen und fragte mich dann wo der glaube an werwolfe ursprunglich herkommt?
      So also dort hies es das das die germanen glaubten das die sele eines Manes bei Nacht in den Körper eines Tieres z.b Wolf oder bär eingeht.
      scheint mir ein guter nähr boden für sagen und Geschichten zu sein .Des weiteren dachten die Römer das die Germanen auch Werwölfe seien,
      wegen den wolfsfellen und den Babarischnen benehmen . könnte auch sein, und man gab sich ja auch Namen mit am ende wulf oder z.b Beowulf.
      wuste gern eure meinung oder glaube horen euer wenzelwulf : HEIDEN WISSEN CRISTEN GLAUBEN!
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    • Nun, es ist zumindest richtig, dass im nordischen Heidentum die Vorstellung existierte, das einzelne Personen ihre Gestalt wechseln können.
      Es wurde ihnen nachgesagt mit Hilfe von Zauberkünsten (jetzt frag mich bitte nicht wie genau das angeblich gehen sollte! :D )die Gestalt von Tieren an zu nehmen.
      Das ganze hängt natürlich auch stark mit dem Seelenglauben unserer alten heidnischen Vorfahren zusammen, allerdings frage ich mich, stellten sie sich vor das sich wirklich der Körper eines Menschen verändern konnte, oder ob die Seele (Fylgia) den menschl. Körper verließ und in den eines Tieres überging?
      Wahrscheinlich werd ichs nie erfahren...

      Allerdings gibt es außer der Verwandlung des Körpers, oder der wandernden Seele noch eine dritte Möglichkeit.
      Die von dir schon angesprochenen Felle konnten ebenfalls dazu dienen um sich in "ein Tier zu wandeln".
      Natürlich wird aus niemandem ein Tier wenn man sich ein Fell umwirft, aber, so erhofften es sich wohl die alten Heiden, auf diese Weise sollte man Eigenschaften wie Mut und Stärke, List und Wahrnehmung des Tieres zumindest in teilen erhalten, dessen Fell man sich als Überwurf bemächtigte.
      Da fällt mir auch noch eine Erzählung aus der Edda ein, als Freyja Loki ihr Federgewand lieh... oder man denke nur an die Walküren die beispielsweise Schwanen- und Krähenhemden tragen.


      In Golthers Handbuch der germanischen Mythologie findest du ab Seite 135 auch mehrere Seiten die sich speziell mit der Thematik um den Werwolfglauben befassen.
      Dort schreibt er unter anderem ... ich zitier einfach mal...

      Der Werwolfsglaube ist seit alters den westarischen Völkern, namentlich den Slaven und Germanenvertraut.
      Er beruht auf den allgemeinen Vorstellungen der vielgestaltigen Seelen, wie den Fylgjur, die Mannahugir gar oft als Wölfe auftreten,
      zum Teil vielleicht auch auf dem epidemischen Wolfswahnsinn, der pathologischen Lykantrophie.
      ....

      Im weiteren Text folgt noch eine Erläuterung an welcher Stelle das Wort werwulf namentlich das erste mal erwähnt wurde (bei Burchard von Worms... falls es interessieren sollte)
      und wie das franz. loup-garou aus dem alt fränk. werwulf hervorging.
      Weiterhin geht Golther noch auf ältere Sagen ein in denen Werwölfe oder ähnliche Wesenheiten genannt werden.

      Achso, im späteren Textverlauf kommt auch nochmal der Bezug zu den Berserkern.
      Diese sind eig. lediglich Menschen, die Verhaltensweise wie Tiere an den Tag legen.
      D.h. sie überkommen Wutanfälle, treten und schlagen wild um sich, geben sonderbare laute von sich und zeigen augenscheinlich weder Schmerz noch Furcht.
      Ich kann mir jedenfalls sehr gut vorstellen, das solche Zustände durch die Einnahme von Halluzinogenen verursacht wurde (z.B. durch bestimmte Kräuter oder Pilze vllt noch gemischt mit Alkohol?..)
    • Wobei die grundsätzliche Vorstellung, daß Menschen sich unter bestimmten Bedingungen in Tiere verwandeln können oder müssen, nichts typisch Nordeuropäisches zu sein scheint. Eher eine globale Erscheinung, nur die Tiere wechseln mit der Region. (Schneller Überblick bei Wikipedia).
    • Natürlich könnte man das noch weiter ausdehnen... den Azteken und Mayas waren solche Vorstellungen ja auch nicht fremd, und ich glaube auch den Schamanen Nordamerikanischer Ureinwohner dürften solche Vorstellungen bkeannt vorkommen.
      Aber speziell der Werwolf, um den es hier nunmal geht, entstamm dem germanischen Mythologiebereich...
    • Also Herodot spricht schon 5.jhd. v.Chr. von den Lykantropos... in Skythien... das sind keine Germanen.

      Bei der Erscheinung des Werwolfs handelt es sich wohl eher um eine anthropologische Konstante, da der Glaube an Verwandlung weltumfassend vorkommt
      man sollte sich in seinem Leben nur mit Leuten umgeben, mit denen man sowohl schweigen, weinen und vor allem lachen kann...
      alle anderen sind nur Zeitverschwendung...
    • Ja erst mal danke für eure Gedanken ergüsse falls man das so sagen darf :P Und ich seh schon das ihr da geteilter Meinug seid was den Ursprung
      dieses Animallisch menschlichen wesens betrifft . Eine letzte Theorie hab ich noch . Könnte es sein das der grund Gedanke der verwandlung in ein
      Tier schon immer bestand wodurch sich die Person ; wie von fland oben schon genant stärke oder mut im Kampf erhoffte. vieleicht gehen da viele faktoren zusammen die den Mythos gebildet haben , und da es ja in vielen teilen der Welt Wölfe gibt könnte es wohl so sein. Zeitloser Mythos.
      es grüßt der wenzelwulf :wiki4

      wenzelwulf schrieb:

      : HEIDEN WISSEN CRISTEN GLAUBEN!
    • Gut, das mit den Skythen wusste ich wirklich nicht, klingt aber ziemlich logisch wenn man sich das "Siedlungsgebiet" der Skythen vor Augen führt.
      Kannst du dazu vllt noch Sekunärliteratur empfehlen gulfaxi? Klingt nämlich recht interessant und mit den Skythen habe ich mich bislang auch noch nciht so intensiv befasst... wird wohl Zeit das ich das mal nachhole.


      @ Wenzwlwulf, ich persönlich gehe jedenfalls davon aus, dass dieser Glaube an die Verwandlung in Tiere, bzw. die Aufnahme tierischer Eigenschaften durch gewisse Rituale, oder bestimmtes Verhalten (z.B. das Tragen von Fellen) sich unabhängig von einander in verschiedenen Teilen der Welt entwickelt hat. Beweisen kann ich das natürlich nicht, würde mich aber auch überraschen wenn man das überhaupt beweisen bzw. widerlegen könnte.
      M.M.n. ist das auch nicht möglich.
      Es sind nur Vermutungen und Hypothesen, die weder endgültig belegt oder widerlegt werden können.

      Natürlich spielten auch immer die entsprechenden Tiere in den jeweiligen Lebens- und Kulturräumen eine Rolle.
      So gab es z.B. bei den Azteken (ich meine aber auch bei den Mayas, finde dazu aber gerade leider keine sichere Quelle...) auch "Jaguarmänner" oder "Jaguarkrieger".
      Ebenso gab es auch Adlerkrieger.
      Beide kriegerische Gruppierungen schmückten sich mit Fellen oder Federn besagter Tiere und erhofften sich wohl deren Eigenschaften für den Kampf.
      Wobei ich davon ausgehe das auch ein psychologischer Effekt hinter der ganze Sache stand.
      Denn ein gewalttätiger Mann, umhüllt von einem Jaguarpelz macht doch eindeutig mehr Eindruck als ein einfacher Krieger der lediglich sperrlich bekleidet vor dir steht.
    • Also zu dem Thema kann ich ein Buch empfehlen, es heißt "Der Werwolf: Über die Werwolfsverwandlung, Verwundbarkeit & Entzauberung. Ein Beitrag zur Sagengeschichte von Dr. Wilhelm Hertz" ich finde das Buch fasst das Thema gut zusammen, wobei teilweise griechische oder Lateinische Passagen nicht oder nur teilweise übersetzt werden. Doch für den Anfang zu einlesen, fand ich es gut.

      LG Alva
    • soweit ich weiß gibt es die typische moderne werwolfsverwandlung mit mondlicht und co noch garnicht so lange. erst seit irgend einem film "wolfman" oder so.

      tierverwandlungen gibt es allerdings wirklich fast überall, dürfte vermutlich darauf zurückzuführen sein das menschen schon immer fasziniert waren von den fähigkeiten von tieren. kraft, schnelligkeit, etc. und der wolf als sehr direkter nahrungskonkurent wurde eben besonders stark bewundert weil er eben ein sehr effektiver jäger ist.

      ausserdem fällt mir spontan diese wolfskrankheit ein, ich weiß nicht wie sie genau heist. eine störung bei der menschen am ganzen körper, inklusive gesicht stark behaart sind was ihnen ein teilweise wölfisches aussehen gibt.

      und ich errinnere mich im zusammenhang mit nordischen "werwölfen" dass das wohl eine bezeichung für straftäter war die aus der dorfgemeinschaft ausgeschlossen wurden. damit waren die wohl auch dann oft auf raub und mord als lebensunterhalt angewiesen, ohne den schutz der gemeinschaft
      Schüler bei Sieben Schwerter
    • z.b. diverse Lexika...
      das LexMA RGA HDA
      Kris Kershaw: Odin ... da geht sie auf so ziemlich alles in Bezug von Wolf und Hund ein... Indoeurpäisch, Iran etc.

      und ein das ich im Netz gefunden hab


      Die Dämonen des Sudan: Von den Dämonen, Geheimbünden, Mythologien und Gottheiten in der afrikanischen Weltanschauung von Leo Frobenius und J. A. Davis von Bohmeier

      @ Glimmlampe... Hypertrichose und die Bezeichnung war Wargus,Varg, Vargr etc. ist schon in der Lex salica zu finden als Übeltäter, Leichenschänder

      dann noch die Wendigowak aus der Mythologie der Anishinabe die auch starke Parallelen zum WErwolf aufweisen
      man sollte sich in seinem Leben nur mit Leuten umgeben, mit denen man sowohl schweigen, weinen und vor allem lachen kann...
      alle anderen sind nur Zeitverschwendung...
    • Quellen: kriminalmuseum Rothenburg

      sinngemäß aus "Justiz in alter Zeit"
      ... so betrachtete ... man noch im 17. Jhdt. manche Missetäter als dämonische Wesen, als "Wer-Wölfe" (Mann-Wölfe)... Dabei meinte "Wolf" nicht ein Tier, sondern seit jeher galt der Wolf als dämonisches Wesen, das im Wald hauste, des Nachts Menschen anfiel, Leichenfleisch fraß, was ihn als Dämon der Unterwelt kennzeichnete. Diese Werwolf-Vorsdtellung war nicht nur Theorie oder Aberglaube, sie wurde auch praktisch, indem Männer bis ins 17.Jhdt als Werwölfe hingerichtet wurden, meist mit dem (erfolterten/ freiwilligen) Geständnis, Menschenfleisch gegessen zu haben.
      Ein Flugblatt aus 1589 zeigt die Missetaten und Hinrichtung des "Werwolfs" Peter Stumpf aus der gegend von Köln. Mit ihm wurden auch einige Hexen verbrannt, denen gleichfalls die Verweandlung in Wölfe oder Katzen nachgesagt wurde. Jedenfalls war der Glaube an Wolfsmenschen so verbreitet, das beio Fastnachtumzügen die Verkleidung als Wolf sehr beliebt war, was eine Darstellung eines Schembartläufers aus dem 16.Jhdt zeigt.
      Quellen:
      Schild, Alte Gerichtsbarkeit
      A.Laufs, Das Tier im alten deutschen Recht, in: Forschungen zur Rechtsarchäologie und Rechtlichen Volkskunde 7 (1985)
      Der Werwolf/ Der Waldgänger, Holzschnitt von Lucas Cranach d.Ä. um 1512


      und zum Namen mit "Wolf" hier ein paar Hinweise: de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang
      Ich bin kein direkter Rüpel, aber die Brennnessel unter den Liebesblumen. immergut: Karl Valentin
    • Ein Literaturhinweis für alle Thüringer und sonstigen Werwolfinteressierten: Demnächst kommt von M. Kirchschlager eine Buch heraus: "Hexe, Werwolf und Vampir". Es beinhaltet Sagen aus Thüringen. Und letztendlich sind es ja die Sagen, welche früher für ernst genommen wurden, um für etwas eine Erklärung zu finden, und dann loderte wieder einmal ganz schnell ein Scheiterhaufen.
    • Habe mal vor geraumer Zeit gelesen das der glaube an werwölfen durch den Tollwut Virus im Mittelalter unterstrichen wurde. Da die Tollwut gereizheit und lichtempfindlichkeit auslösst was erklären würde warum sie nur nachts unterwegs sind und so agressiv sind XD :D
      "Nur wer die Ruhe zu schätzen weiß lebt richtig "
    • Das habe ich auch schon vielfach gehört.
      Aber ich bin mir nicht sicher, ob das wirklich stichhaltig ist.
      Die Tollwut als krankheit mit all ihren Symptomen ist schon seit der Antike bekannt. Warum sollte man also irgendwann glauben, die so Erkrankten seien etwas anderes als Kranke?
      Zudem verläuft Tollwut beim menschen sehr schnell. ist sie erst einmal symptomatisch, stirbt der mensch nach 2, längstens 10 Tagen. Die zeit bis zu seinem Tode ist er mehr oder minder schwer von krämpfen und lähmungen befallen.
      Er "rast" zwar, kann tobsüchtig werden und um sich schlagen, beißen etc. Aber ich glaube nicht, dass ein Tollwut-Kranker, der schließlich eine schwere Gehirn- und Rückenmarksentzündung hat, in der Lage ist, herumzulaufen.
      Ich mache niemals den gleichen Fehler zweimal.
      Schließlich gibt es noch so viele zur Auswahl!
    • Tasächlich ist ein Ursprung des Werwolfglaubens auf eine Infektion mit dem Tollwutvirus zurückzuführen. Gerade die klassischen Symptome des Erkrankten wie Wasser- und Lichtscheu , sowie das Toben und Wüten, mit dem klassischen "Schaum vor dem Mund", des Patienten hat zu der Legendenbildung beigetragen. ;)
      Aber es stimmt schon: viel rumlaufen kann ein Encephalitiserkrankter nicht mehr.

      Zitat von "das Lorb": "Ein Flugblatt aus 1589 zeigt die Missetaten und Hinrichtung des "Werwolfs" Peter Stumpf aus der gegend von Köln"
      Ein hochinteressanter Fall, der es verdient etwas näher beleuchtet zu werden. Hierzu ein Originaltext, wo von jenem Petrus Stumfius aus Bebburg berichtet wird:

      reader.digitale-sammlungen.de/…l?zoom=0.7500000000000002

      Quelle: Delrio, Martin:" Disquisitionum magicarum libri sex", Mainz 1617, S. 190., (hier das Digitalisat der BSB)

      reader.digitale-sammlungen.de/…l?zoom=0.7500000000000002
      ...die waren ja nicht doof damals...:D
      (deutsche Übersetzung: ...die waren ja nicht doof damals...)
      "Diskutiere nie mit einem Idioten: Er zieht dich auf sein Niveau herunter und schlägt dich dann mit seiner Erfahrung...!"
    • Wenn wir schon so weit in die Neuzeit gehen, sollten die Brüder Grimm nicht außen vor bleiben, die gleich drei Werwolfsagen aufgezeichnet haben:
      Der Werwolf,
      Der Werwolfstein und
      Die Werwölfe ziehen aus
      (Quelle für alle Links: literaturnetz.de)

      In der ersten ist es ein Gürtel, der den Menschen zum Tier werden lässt.
      Versuch' es erneut. Scheitere wieder. Scheitere besser (S. Beckett)

      Mein Verein:IG Wolf e.V.

      auch auf Facebook: facebook.com/pages/IG-Wolf-eV/181515928555627?ref=ts
    • Morgan schrieb:

      Die Tollwut als krankheit mit all ihren Symptomen ist schon seit der Antike bekannt. Warum sollte man also irgendwann glauben, die so Erkrankten seien etwas anderes als Kranke?



      Warum erzählen heutzutage Menschen gerüchte über andere Menschen? Es sind immer die gleichen gründe... Unverständnis unwissenheit neid etc..

      Das war früher nicht anders wie heute.. So manch einer würde sich wundern was die nette nachbarin hinter dem rücken so redet und einem ach so freundlich ins gesicht lächelt :rolleyes:
      "Nur wer die Ruhe zu schätzen weiß lebt richtig "
    • Tja, die Werwölfe. :) Clever waren sie ja, wenn man den historischen Quellen glauben darf :D , aber sie waren nicht gefeit gegen den Einfluß von Wahrheitsdrogen wie in dem folgenden Text zu lesen ist. Hier also das Verhör des besagten "westfälischen Werwolf" Peter Stump im Original der "Disquisitionum magicarum libri sex":

      http://www.bsb-muenchen-digital.de/~web/web1005/bsb10058012/images/index.html?digID=bsb10058012&pimage=794&v=100&nav=0&l=de

      Quelle: Martin Antonius Delrio, "Disquisitionum magicarum libri sex",Mainz 1624, S. 740; hier die digitale Ausgabeder BSB , stellvertretetend für mein eigenes Handexemplar aus dem Jahre 1617.

      bsb-muenchen.de/index.php

      Petra Nagel hat, im Rahmen ihrer Dissertation 1994/95, das gesamte 5.Buch Delrios aus dem lateinischen übersetzt, deshalb hier einmal der deutsche Text:
      Entweder täusche ich mich sehr oder es ist tatsächlich in den vergangenen Jahren bei jenem Werwolf in Westfalen das bewirkt worden, wovon, wie mir Carolus Billeus, ein äußerst angesehener Mann, - nach dem durchlauchtigsten Kurfürsten Ernst, des Herzogs von Bayern, persönlich - erzählt hat, folgendes in aller Munde war:

      Ein Mann, der zwanzigmal der strengen peinlichen Frage unterworfen worden ist (sieh da, wie weit sich das milde Ermessen der Richter in jenen nördlichen Gegenden erstreckt), hat nichts gestanden, sondern grinsend und lachend hat derselbe alle Martern ertragen. Endlich habe der Henker für den Angeklagten
      einen gewissen heilsamen Trank vorbereitet.

      Er selbst aber habe mit purem, reinen Wein zugetrunken und <diesen> getrunken, dem Angeklagten aber jenen anderen Trank dargeboten <und ihn> so hereingelegt. Ehe man sich versah, habe der Angeklagte alle seine Untaten berichtet, sowohl unter anderem Lycanthropie für einige Jahre als auch, was er dann meist begangen hatte.

      Auf Befragen, woher diese so plötzliche Veränderung stamme, hat er geantwortet, daß er einen Pakt mit dem Dämon habe und dieser ihm diese Unempfindlichkeit gegen Schmerzen mit Verschwiegenheit bei Torturen versprochen habe und daß jener alle Martern, die der Henker ihm selbst auferlegen würde, auf sich nehmen werde. (Das natürlich wie ich gesagt habe, auf dem Wege des Abwendens und Dazwischenschiebens. Es wäre nämlich dumm zu glauben, daß der Dämon selbst in eigener Person hat toquiert werden können.)

      Sobald er aber
      jenes - ich weißnicht was - getrunken hätte, sei der Dämon gewichen - entweder wider Willen oder als Verächter des Pakts. Deswegen wolle er nicht weiter torquiert werden, er wolle lieber freiwillig bekennen.

      Das Schweigen aber pflegt der Teufel durch körperliche Inbesitznahme des Malefikanten unter innerlichem Verschließen von Kehle und Mund in dem Maß herbeizuführen, daß er nicht erstickt wird, jedoch nicht sprechen kann. Manchmal auch indem das Organ des Gehörs so verstopft wird, daß die Angeklagten die Worte und Fragen des Richters nicht vernehmen. Beispiele für dies alles teilt Nicol.Remigius mit. (lib. Daemonolat., c.8. und 9.)"
      Zitiert aus: Nagel,Petra: "Die Bedeutung der "Disquisitionum
      Magicarum Libri Sex" von Martin Delrio für das Verfahren in
      Hexenprozessen",in : "Europäische Hochschulschriften,Reihe II "Rechtswissenschaft", Vol. 1765", Peter Lang Verlag, Frankfurt/Main 1995, Ss. 258 /259
      .

      Wir sehen hier also den Beleg für einen frühen Fall von Einsatz einer "Wahrheitsdroge" in der deutschen Justiz ! ^^ Was es doch nicht alles gab... die waren ja nicht doof damals...! :thumbsup:
      ...die waren ja nicht doof damals...:D
      (deutsche Übersetzung: ...die waren ja nicht doof damals...)
      "Diskutiere nie mit einem Idioten: Er zieht dich auf sein Niveau herunter und schlägt dich dann mit seiner Erfahrung...!"
    • Huhu wenzelwulf,
      ich habe zufällig meine Seminararbeit über das Thema "Rotkäppchen und der böse Wolf" geschrieben. :)
      Im Zuge dessen hab ich mich auch mit der Herkunft des bösen Wolfs beschäftigt und dabei auf viele Autoren und Geschichtswissenschaftler gestoßen, die dem Werwolf hierbei die zentrale Rolle zuordnen. Für diesen Werwolfsglauben lassen sich wichtige Informationen aus Runenschriften der Germanen um das Jahr 400 n. Chr. ziehen.
      Außerdem findet man in einem Buch von Paul Herrmann die Sage von Sigmund und Sinfjötli sehr schön wiedergegeben:

      Nun geschah es einmal, daß sie [also Sigmund und Sinfjötli] wieder in den Wald zogen, sich Beute zu
      verschaffen; sie fanden aber ein Haus und in dem Hause zwei Männer schlafend mit dicken Goldringen. Sie waren ins Mißgeschick geraten, denn Wolfsbälge hingen über ihnen; jeden fünften Tag vermochten sie aus den Bälgen zu fahren, sie waren Königssöhne. Sigmund und Sinfjötli fuhren in die Wolfsbälge, vermochten aber nicht herauszukommen; den Wolfsbälgen haftete dieselbe Eigenschaft wie früher an, sie heulten wie Wölfe und verstanden beide ihr Geheul.

      Wenn dich die Sage interessiert, kannst du außerdem einfach mal ein paar Seiten über das Geschlecht der Wälsungen lesen.
      Dort der Rabe -schwarz wie Teer- schaut mit leeren Augen her
      & krächzt sein heiseres Nimmermehr...