Uralte Wildschweindecken - wie pflegen?

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    • Uralte Wildschweindecken - wie pflegen?

      Hallo!

      Ich habe mehrere teils 50 Jahre alte Wildschweindecken bekommen die leider sehr lange zusammengefaltet auf einem Dachboden lagen.

      Ich habe die armen Schweine erstmal flach ausgebreitet damit sie wieder in Form kommen. Nun meine Frage: wie behandle ich die Decken damit sie wieder halbwegs weich werden?

      Vielen Dank, Marquard
      Carpe Noctem
    • Sollen die Borsten etwas weicher werden oder die Lederseite?

      Bei Fellen wird meist ein mildes Babyshampoo empfohlen, oder ein spezielles Fellwaschmittel.
      Fürs Leder vielleicht Sattelseife, Eichenrinde (Tanin) oder ähnliches. Ich nehm immer ganz gern Ballistol um Leder weich zu kriegen. Und gutes Lederfett.
      "Eigentlich werden die meisten Heere von den jeweiligen Unteroffizieren geleitet.Die Offiziere sind nur dazu da, der ganzen Sache etwas mehr Stil zu geben und zu verhindern,dass der Krieg in eine Art banale Massenschlägerei ausartet."(Terry Pratchett - Scheibenwelt-Romane)
    • Ich kenn jemanden der hat das Zeug sogar löffelweise eingenommen, gegen Magenbeschwerden.... :schock1 Naja, überlebt hat ers. Mir hat allein der Gedanke Magenbeschwerden gemacht...

      Aber :back .....ich würds vielleicht vorsichtig mit Sattelseife probieren....bei direktem Ölen oder Fetten hätte ich ein bißchen Angst daß das Leder zu weich wird und zerfällt. Schwein ist leider von Haus aus nicht sooo stabil, meine Wildschweine die ich mal als Zeltbodenbelag hatte haben sich mit der Zeit lepramäßig in Einzelteile zerbröselt.
      Wer Geist hat, hat sicher auch das rechte Wort, aber wer Worte hat, hat darum noch nicht notwendig Geist. (Konfuzius)
    • Marquard schrieb:


      Mit Balistol habe ich beim Bund meine Knarre geputzt, stinkt das nicht?

      Es geht aber schon um die Lederseite. Ganz nebenbei, die Felle stammen aus deinem Nachbarort Lügde .


      Kannst mir ja mal per PN verraten von wem. :)

      Ok, es stimmt, Ballistol stinkt. Aber es wirkt. :)
      Ist ein Universalmittel für fast alles. Die kaiserliche Reichswehr hatte anno Tobak eine Auschreibung für ein Öl, welches:
      -Waffen reinigen und Metallteile gängig halten sollte
      -Leder geschmeidig und Schaftholz sauber und imprägniert halten sollte
      -Wunden desinfizierend wirken sollte ( ! )
      Als Hausmittel wirds für 1000 Sachen genommen, ich benutze es für meine Schuss- und Blankwaffen, Werkzeuge, Leder (Halsbänder, Scheiden etc), Holz (Griffe, Oberflächen u.Ä.), zur Pfoten, Fell und Ohrenpflege, am Fahrzeug, es hilft bei Pickeln, Stichen...
      Sorry wenn ich da etwas :off1 werde, aber ich meine wenn man das Zeug sehr sparsam aufträgt könnte es ein gutes Ergebnis erzielen.
      "Eigentlich werden die meisten Heere von den jeweiligen Unteroffizieren geleitet.Die Offiziere sind nur dazu da, der ganzen Sache etwas mehr Stil zu geben und zu verhindern,dass der Krieg in eine Art banale Massenschlägerei ausartet."(Terry Pratchett - Scheibenwelt-Romane)
    • Probier doch mal die Decken / Felle in der Badewanne im handwarmen Wasser vorzuweichen ; anschließend gibts du etwas Glyzerin aus der Apoteke dazu und weichst weiter ein. Anschließend gut trocknen. Sollte das Leder wieder gut weich und elastisch machen. :rolleyes:

      Glyzerin gilt als Weichmacher und Feuchtigkeitsspender, z.b. in Shisha - Tabak , in Kosmetik und Lebensmittel ( dort als E 422 getarnt ) , in Futtermitteln , in Medikamenten und z.B. auch in Abführmitteln ... :huh:

      Manche Felle ( hängt vermutlich von der Vorbehandlung / Gerben ) ab, sollen allerdings so gar kein Wasser vetragen, sollen sogar zerfallen , versuch also meinen Tip bitte erst einmal an Deinen schlechtsten Stück aus, um nicht deinen kompletten Bestand zu zerbröseln ... ;(

      Ansonsten ist Balistoll wirklich beinahe zu allem zu verwenden, allerdings bei einen alten Kummet / Zuggeschirr für Acker und Holzarbeit mit Rindern / Kühen und Pferden hatte ich trotz mehrmaliger Anwendung mit Ballistol keine Chance die breiten Lederriemen wieder weichzubringen. Weichklopfen sollte auch gehen, jedoch gerade bei spröden Material ist dann wohl schnell mal alles hinüber ...

      Bei dem Geschirr versuche ich es jetzt mal mit Sattelfett ...

      Ansonsten hilft nur, wie in der Steinzeit, weichkauen ...
      Besitz stirbt,

      Sippen sterben,

      Du selbst stirbst wie sie !

      Eines nur weiß ich, das ewig lebt

      - Der Toten Tatenruhm - !
    • Also mit einem guten Lederfett kannst du die Rückseite bearbeiten, nur kein Lederöl nehmen! Zuviel Lederöl macht Leder schwammig. Wir haben hier auch so eine alte Wildsau aus einem Hochwasserschaden, die war nass geworden und steif wie ein Brett. Die haben wir auch mit Lederfett behandelt (aus dem Reitsportbedarf) und weich ist sie immer noch nicht, aber einigemaßen passabel biegsam und auf jeden Fall besser als vorher.
      Glaube mir, denn ich habe es erfahren, du wirst mehr in den Wäldern finden, als in den Büchern,
      Bäume und Steine werden dich lehren, was du von keinem Lehrmeister hörst.

      Bernhard von Clairvaux
    • das Lorb schrieb:





      Zitat von »Hjalmar«



      ich benutze es für meine ...Fell und Ohrenpflege,
      ist das so?... und ... Hast Du soviel Fell? Gruselige Vorstellung


      Hast du etwa geglaubt das auf meinem Profilbild sei ne Tunika? :D
      "Eigentlich werden die meisten Heere von den jeweiligen Unteroffizieren geleitet.Die Offiziere sind nur dazu da, der ganzen Sache etwas mehr Stil zu geben und zu verhindern,dass der Krieg in eine Art banale Massenschlägerei ausartet."(Terry Pratchett - Scheibenwelt-Romane)
    • Vielen Dank für Eure Antworten, ich werde es wohl erstmal mit Lederfett probieren!

      @Hjalmar: die Decken hat ein Kumpel von seinem Vater geerbt, einige habe ich schon an die Ritter zur Rose weitergegeben, den Rest behalte ich nun für den Eigenbedarf. Das Zelt will ja ausgestattet werden.
      Carpe Noctem