Beinlinge mit Fußteil

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    • Beinlinge mit Fußteil

      Ich habe am letzten WE mal was Neues ausprobiert. Beinlinge ohne Fußteil waren ja bisher kein Problem, für einen Bekannten sollten es jetzt aber mal welche mit Fußteil sein.

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      hier ein Detail:
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      Den Stoff (anthrazitfarbene 100%ige Schurwolle) hatte ich in einem Reststück mit 1,20 x 1,40m auf dem holländischen Soffmarkt ergattert.
      Der Schnitt ist in etwa so:

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      Wichtig ist es, den Stoff diagonal zum Fadenverlauf zu schneiden, dann ist die Elastizität größer und man kommt besser rein, anschließend liegen sie aber schön eng am Bein.

      Der erste war noch ein Prototyp. Da habe ich alle Einzelteile irgendwie zusammengenäht und miteinander verbunden.Hier habe ich die Erfahrung gemacht, dass die Seitennähte immer ein wenig ausgebeult waren. Beim zweiten habe ich erst die Sohle mit dem oberen Fußteil vernäht, dann den Schaft an den unteren 10 cm zusammengenäht. Dann den Schaft hinten an die Sohle annähen, so dass man hineinschlüpfen kann und die Naht, die zwischen oberem Fußteil und Schaft noch offen ist, direkt noch mal am Fuß abstecken kann. Dann alles versäubern, zum Schluss den Schaft bis oben schließen. So kommt man beim Versäubern auch besser an die Nähte am Fußteil.
      Der zweite saß dann wie angegossen.

      Die Beinlinge haben den Vorteil, dass keine Nähte auf der Sohle haben. Laut dem neuen Besitzer (der sie dann schon mal probeweise in seinen Schuhen anzog) drückte es auch nirgendwo an den anderen Nähten.

      Jetzt würde ich mich ggf. auch an Schuhe trauen. Die erste Hürde vor dem Schnitt ist zumindest gemeistert und wo anfangs meine Schwierigkeiten lagen, weiß ich jetzt auch. Ja, aus Erfahrungen kann man viel lernen!

      Viel Spaß beim Nachbasteln!



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    • Ulf schrieb:

      Auch wenn beim Fußteil die Naht unten ist


      Die Naht sollte eigentlich nicht unterm Fuß entlang laufen, weil es ist eher wie ein Schuh genäht. ?(
      Wäre nur eine Religion in der Welt, so würde sie stolz und zügellos despotisch sein.
      (Friedrich der Große)

      Lis und Hermann
      Lisabeth und Hermann - Reiseerlebnisse
    • Ich muss sagen, mit dem Spann hatte ich die wenigsten Probleme. Eher mit den Seitennähten an Innen- und Außenknöchel. Wie schon beschrieben, beulten die sich beim ersten Mal immer nach außen, da musste ich die Naht 2 mal wieder öffnen und noch ein Zentimeterchen abschneiden.
      Mit der anderen Variante (Fußteil 2) hat es dann Super bem ersten Anlauf geklappt.

      Der Stoff hatte aber insgesamt auch den enormen Vorteil, dass er ganz gut gewalkt war, so franste da nichts aus und ich musste die Nahtzugabe auch nicht 2fach, sondern nur einmal umschlagen und mit einem Überwendlingstich im Abstand von ca. 2 mm versäumen. Da legte sich der Stoff schön an die Naht und es gab wenig zu fummeln.
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    • Die Beinlinge sehen toll aus, gerade mit dem schimmernden Stoff. Und warm sind sie bestimmt auch. Gelegentlich bekommen ja selbst Männer kalte Füße. ^^

      Das kommt übrigens wie gerufen! Ich habe hier auch noch ein Paar Strümpfe für mich herumliegen. Die liegen herum, weil ich den Frust bekommen und sie erstmal weggelegt hatte. Untenrum sind die Strümpfe ja gleich wie Beinlinge mit Fußteil.
      Mein Problem war die "Schlüsselstelle" Knöchel. Beim erstmaligen Reinschlüpfen kam ich nicht durch, weil ich wollte ja nicht diese faltigen Dinger haben, sondern schick anliegende :rolleyes: . Beim Prototypen ging es, weil sich der Stoff besser dehnte. Und für die "richtigen" hatte ich leider keinen Filzstoff genommen, sondern normalen Wollstoff. 8| Im Moment habe ich einen ovalen Flicken oberhalb der Ferse eingesetzt, damit kann ich die Strümpfe tragen, aber ich finde die Optik nicht so berauschend. Auch wenn mans unter dem Kleid nicht sieht, ICH sehe es.
      Ich werde es jetzt nochmal nach Maras System versuchen, vielleicht klappt es dann endlich mit schicken selbstgenähten Strümpfen.
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      Jeder weiß dass das Geld nicht auf der Wiese wächst und essen kann man's auch nicht aber brennen tut's gut, verheizen tun wir Weizen und die Rüben und den Mais und wenn wir weiter so heizen ja dann brennt der Hut! *Hubert von Goisern
    • Hallo Mara,
      die sehen wirklich toll aus. Danke für Deine Erfahrungen. Die nächsten werde ich auch mal mit Fuß nähen.
      Ich weiß noch, wie ich bei meinen Schuhen rumgemacht habe, bis die endlich einigermaßen saßen.
      Viele Grüße,
      Ewaldt
      "Der Unterschied zwischen Gott und den Historikern besteht hauptsächlich darin, daß Gott die Vergangenheit nicht mehr ändern kann."
      Samuel Butler der Ältere (1612 - 1680) englischer Satiriker

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    • Wow, schön!!! Das ermutigt mich gerade, die Leinenstrümpfe, für die ich den Stoff angeschafft habe, zu nähen.

      Und noch zu Prototypen: Meine habe ich aus einem Stück alter Baumwolle gemacht - sind zwar gut gesessen, aber nach einmaligem Tragen schon vor Altersschwäche des Stoffes ziemlich zerrissen - - eben doch auch schade, wenn man allzuüblen Stoff für die Prototypen nimmt ... und sich dann ärgert, dass die Dinger schon wieder kaputt oder "nur" aus Baumwolle sind ...
    • Wir hatten zum Abmessen den "Prototypen" auch aus einem alten Bettlaken genäht. Ranhalten, feststecken, zusammenheften, anprobieren - schauen, ob es passt - dann wieder auseinandernehmen und als Schnittmuster verwenden. Dann hat man schon für den jeweiligen Herren ein eigenes Schnittmuster (wie beim Schuster, der maßanfertigt :D )

      Baumwolle hat aber den Nachteil, dass es sich nicht so schön wie Wolle dehnen kann. Sind dann auch prompt am Knöchel durchgefallen (bzw. eingerissen). Habe dann beim Wollstoff an den Stellen je 5mm Nahtzugabe mitgerechnet und wie gesagt Stoff schräg geschnitten, dann kam er sehr gut rein, ohne dass eine Naht krachte.

      Habe gestern abend das Feedback bekommen. Ein WE lang auf einem internen Treffen getragen, keine Probleme. Weder drücken die Nähte, noch sitzt es nicht richtig. Da freut sich doch das Schneiderherz!
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    • Hallo Mara,

      was geau für einen Stoff hast du genommen ?Wollstoff ist klar, aber auch da gibts ja superviele verschiedene, insbesondere welches Stoffgewicht, denn ich befürchte wenn ich sowas anfange wird es entweder zu dünn oder viel zu dick werden.
      Jeder Bruder soll sich bemühen, ein ehrbares Leben zu führen und den Weltlichen, sowie den Angehörigen andrer Ordensgesellschaften in allem ein gutes Beispiel zu geben, sodaß die, welche ihn sehen, nichts, Schlechtes an seinem Betragen merken können.
    • Den Stoff hatte ich auf dem holländischen Soffmarkt als Reststück bekommen. Müsste schätzungsweise 250 - 300 gr/ lfm. haben, Körperbindung, 100% Schurwolle. Als Beinlinge für Herbst bis Frühling sicherlich gut geeignet. Im Sommer sicher zu warm, da tun`s dann auch Beinlinge aus Leinen.
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    • Hallo zusammen,

      Mara, sehr schöne Beinlinge! Gefallen mir sehr gut.

      Denna schrieb:

      Wow, schön!!! Das ermutigt mich gerade, die Leinenstrümpfe, für die ich den Stoff angeschafft habe, zu nähen.


      Denna, zu welchem Zweck möchtest du dir die Stümpfe nähen? Bei Leinenstoff gibt es zwei bis drei Nachteile, die ich an deiner Stelle in die Überlegungen miteinbeziehen würde.

      Als erstes ist Leinenstoff wie Mara auch schon über Baumwollstoff schreibt nicht so dehnfähig wie Wollstoff. Gerade wenn du bei Wolle eine Köperbindung nimmst und den Längsverlauf der Beinlinge diagonal, also in 45 Grad zur Webrichtung schneidest, kannst du die Elastizität des Stoffes voll ausnutzen und die Beinlinge ohne viel Zugabe zu den Beinmaßen schneidern, dann liegen sie schön eng am Bein an. Zu beachten ist beim Zuschnitt, dass die Partie ab Knöchel bis Unterkante Wadenmuskulatur die engste Stelle ist, diese aber mindestens so weit sein muss, wie der diagonale Umfang von Fersenunterkante bis Spann/Übergang zum Bein. Bei elastischem Stoff kann man sogar soweit tricksen, dass man dieses Maß minimal enger lässt und auf die Dehnung des Stoffes beim Anziehen vertraut.

      Zweitens, sollten die Strümpfe, was eigentlich auch Sinn von Strümpfen ist, einen Wärmeeffekt bringen, dann müssen sie quasi aus Wollstoff sein. Ein dicker Leinenstoff kann nicht so gut wärmen wie der dünnste Wollstoff, was sich im Prinzip aus dem dritten Nachteil bedingt.

      Leinenstoff nimmt zwar sehr gut Feuchtigkeit auf, ja zieht sogar Feuchtigkeit regelrecht an, fühlt sich aber auch sehr schnell nass an, bzw. gibt die Feuchtigkeit unmittelbar zur Verdunstung frei und bewirkt damit einen guten Kühleffekt. Wolle hingegen kann die bis zu dreifache Menge des Eigengewichtes an Feuchtigkeit aufnehmen und fühlt sich immer noch nicht total nass an und behält ihre Wärmeeigenschaften bei.

      Generell bringt Wolle in meinen Augen bei Oberbekleidung, also alles außer Unterwäsche, mehr Vorteile mit sich als andere Stoffe.

      Mara: 250-300 g/lfm bei einer gängigen Stoffbreite von 1,50? Hätte ich anhand der Bilder dicker/ schwerer geschätzt. Für Herbst/Winter tendiere ich eher zu 400-550 g/lfm, ohne dass die Beinlinge zu dick oder unbequem würden.

      Lieben Gruß
      Ollie
      [url='http://www.projekt-erster-kreuzzug.de/']Projekt Erster Kreuzzug[/url]
      [url='http://www.ffc1066.de/']Franko-Flämisches Contingent[/url]
    • @ Ollibert: Die Schwere konnte ich schlecht abschätzen. Ich glaube, ich muss es mir mal zur Gewohnheit machen, meine Stoffe vor dem Nähen zu wiegen, da ich in letzter Zeit häufiger Anfragen diesbezüglich kriege. :D

      Das war jetzt nur mal locker geschätzt. Ich weiß, dass der Stoff von meinem Wollmantel 500 g/ lfm. hat. Und der schwarze war doch um einiges leichter, aber nun auch wieder nicht so leicht, wie mein Woll-Seiden-Kleid (das lag bei 180 g/ lfm.)

      Könnte aber auch etwas mehr als 300 g haben, ich fand sie jedenfalls als Winterbeinlinge ganz gut geeignet. Und der Träger zieht sowieso noch Socken (21. Jh). drunter, da er reine Wolle direkt auf der Haut auch nicht so schätzt. Insofern sind sie für den Winter ausreichend.

      Meine Jeans ist dünner... :whistling:
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    • ich hatte mir für den Sommer Strümpfe aus Seide (die grobe, die aussieht wie Leinen) gemacht,.... Mädels ich sag euch ein Himmel auf Erden.... super leicht, kaum spürbar, man verbrennt die Beine nicht, weil geschützt (und zwar vor Sonne UND Brennesseln :) und jetzt im Winter hab ich sie unter die warmen Wollstrümpfe getragen, da ich Wolle direkt nicht auf den Schienbeinen brauchen kann, wegen meiner Neurodermittis.... wirklich genial!
      ich mach mir sicherlich noch mind. zwei Wechselpaare aus BouretteSeide
      Darstellungszeitraum: 1475 (Süddeutschland)