Die Edda, authentisch oder hat sie zu sehr unter der Christianisierung gelitten?

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    • Jungraban schrieb:

      Zumindest Goliath hat gegen einen Zwerg versagt. War eben ein Auslaufmodell

      Goliath ist trotz seiner Größe und Stärke nicht zu den Riesen / Nephilim der alten Zeit zu rechnen .
      BLEIBT TAPFER,
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    • Hjalmar schrieb:

      Ich denke vieles von dem was wir an religiösen Geschichten haben hat einen realen Hintergrund.
      Bei den Asen und Wanen gibt es die Theorie dass es sich dabei um 2 frühzeitliche Stämme gehandelt haben könnte
      Einen kriegerischen Stamm, dessen Götter die Asen waren, der einen bäuerlichen Stamm absorbiert hat, dessen Götter die Wanen waren.

      Und die Idee der Riesen, zumindestens bei den Zyklopen, ist einfach zuerklären. Die Menschen haben Schädel des ausgestorbenen Zwergelefanten gefunden und hielten das Rüsselloch für das Auge.
      Homo homini lupus.


      i.ch w.ill w.ieder n.ach a.dventon :wiki4
    • Also, die Edda, sowohl die Lieder als auch die Prosa-Edda beschreibt die isländische "Naturreligion" zur Zeit ihrer Entstehung. Denn im Gegensatz zum Rest Europas durften due Isländer den alten Göttern weiter huldigen, wenn sie auch getauft waren. Also nix mit die "bösen" Christen.
      Das ganze gilt aber nicht für Skandinavien, sondern nur für Island sicher. Und eben für die Entstehungszeit.

      Man kann jetzt nicht von der Sicht des Schreibers in Island auf die Sicht der Schweden oder Dänen schließen. Schon Rückschlüße auf den Glauben der Norweger vor der Christianiesierung scheinen mir zweifelhaft.

      Gibt es doch auch unterschiedliche Ausgaben der Bibel, je nach Konfession. Ganz sicher ist "die Edda" vom Christentum beeinflußt, auch wenn der/die Verfasser den "alten Glauben" bewahren wollten. Dafür existierten die Glauben viel zu lange nebeneinander.
      OT
      Auch kann man den nordischen Glauben an Odin , Thor usw. nicht mit den südlichen Wode, Donar usw gleichsetzen. Auch wenn die Namen teilweise ähnlich sind.
      OT off
    • Wilfried schrieb:

      Also, die Edda, sowohl die Lieder als auch die Prosa-Edda beschreibt die isländische "Naturreligion" zur Zeit ihrer Entstehung. Denn im Gegensatz zum Rest Europas durften due Isländer den alten Göttern weiter huldigen, wenn sie auch getauft waren. Also nix mit die "bösen" Christen.
      Als obs die "bösen" Christen nicht versucht hätten. Nachdem, was ich so gelesen habe, wurde das Christentum in Skandinavien auch nur zur Staatsreligion um die Leute besser zu kontrollieren. Ist ja jedem Herrscher recht.
      Hats ja vielen vorher leichter gemacht und machts heutzutage noch vielen einfach. Beispiele brauche ich hier nicht zu nennen. Aber mal weg davon und zurück zum Thread.
      Mit Gewissheit kann sicherlich niemand sagen, wieviel Religion von welcher geklaut hat. Aber ich finde es weiterhin interessant, das alles ein bißchen zu durchleuchten und auseinanderzuklabüsern Auch Gemeinsamkeiten zwischen zwischen Naturreligionen untereinander. Zwischen manchen sich sehr ähnelnden Geschichten liegen tausende Kilometer dazwischen, dennoch ähneln sie sich teilweise sehr.

      Ich persönlich bin gespannt auf weitere Ideen, Ansichten oder Fakten.

      Beste Grüße, Toke
      Würd ich jeden Tag so leben, als wärs mein Letzter, säße ich verkatert und verschuldet im Knast!



    • Jungraban schrieb:

      Petrus soweit ich aber mal gelesen habe, gehört er zu deren direkten Nachfahren.

      Ich zweifle nicht daran, dass es solche Auffassungen gibt - nur logisch sind sie nicht . Die Nephilim sind vorsintflutliche Wesen die zusammen mit allen bösen und wiedergöttlichen Kreaturen durch die Sintflut vernichtet wurden . Wenn diese oben genannte Auffassung, wo immer sie auch herkommen mag, wahr wäre, dann wäre das ganze Gericht der Sintflut umsonst gewesen, weil die Nephilim irgendwie über die Blutlinie von Noah, Shem, Ham oder Japhet doch noch überlebt hätten. Nur davon weiß die Torah nichts- und die Torah weiß von vielen wunderlichen und auch abartigen Dingen, - und im restlichen Tanach oder den Apogryphen ist meiner Meinung nach auch nichts davon zu lesen . Irgendwo in den Chroniken wird ein weiterer Riese als Goliaths Bruder genannt, der als besondere Merkmale an jedem Fuss 6 Zehen hatte und an jeder Hand 6 Finger, was unter anderem, genau wie der Riesenwuchs, als Zeichen von Inzucht in der Familie von Goliath und Co. zu werten ist .
      Und somit bleibe ich bei der Meinung, die ich schon kund getan habe und freue mich weiter über diesen interessanten und vorbildlich coolen Gedanken - Austausch . :thumbup:
      Aber nun lasst uns doch wieder zu Nepumuks Frage zurück kehren . ;)
      Wie hieß die Frage nochmal ?? :D
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    • Toke schrieb:

      Zitat von »Wilfried«



      Also, die Edda, sowohl die Lieder als auch die Prosa-Edda beschreibt die isländische "Naturreligion" zur Zeit ihrer Entstehung. Denn im Gegensatz zum Rest Europas durften due Isländer den alten Göttern weiter huldigen, wenn sie auch getauft waren. Also nix mit die "bösen" Christen.

      Als obs die "bösen" Christen nicht versucht hätten. Nachdem, was ich so gelesen habe, wurde das Christentum in Skandinavien auch nur zur Staatsreligion um die Leute besser zu kontrollieren. Ist ja jedem Herrscher recht.
      Hats ja vielen vorher leichter gemacht und machts heutzutage noch vielen einfach. Beispiele brauche ich hier nicht zu nennen.
      Und wenn man sich den heidnischen Glauben der Svear (Siedlungsgebiet: Uppland, Mälarsee / Birka) anssieht, so wurde diesem erst 1100 abgeschworen und zwar, wie bereits erwähnt, von der Obrigkeit.
      Denn der gesamte häusliche Aberglaube, der auch jetzt noch in abgeschwächter Form vorliegt, der wurde weiter beibehalten.
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    • Wilfried schrieb:

      Also, die Edda, sowohl die Lieder als auch die Prosa-Edda beschreibt die isländische "Naturreligion" zur Zeit ihrer Entstehung. Denn im Gegensatz zum Rest Europas durften due Isländer den alten Göttern weiter huldigen, wenn sie auch getauft waren. Also nix mit die "bösen" Christen.
      Das ganze gilt aber nicht für Skandinavien, sondern nur für Island sicher. Und eben für die Entstehungszeit.

      Man kann jetzt nicht von der Sicht des Schreibers in Island auf die Sicht der Schweden oder Dänen schließen. Schon Rückschlüße auf den Glauben der Norweger vor der Christianiesierung scheinen mir zweifelhaft.


      Puh... hier ist so viel zu sagen das ich gar nicht weiss wo ich anfangen soll... und zeit hab'ich auch nicht. Also, nur ein paar bemerkungen: Wie willst du die "entstehungszeit" von eine religion ohne "Prophet" defineren? Es ist wohl in falle von "Asatru" eher 'ne lange entwicklung der - spätestens! um 600 anfingt (meine meinung nach eher früher) und baut auf ähnliche strukturen die vorher da waren - wo fangen "nicht-offenbarungsreligionen" eigentlich an?

      Die Isländer haben die Christentum zu offizielle religion gemacht weil (die saga nach) die christen sonst das land in einen bürgerkrieg gesturzt hätte - also in diesen fall könnte man die bezeichnung "böse Christen" durchaus überlegen.

      Snorri Sturlusson hatte, bevor er seine bücher (ua Prosa-Edda und Heimskringla) schrieb, sehr viel umgereist in Skandinavien und material gesammelt - und zu seine zeit war Island keine einsame zeitloch im Atlantik, sondern einen teil von das norwegische Königreich das unter anderem auch Grünland und die Orkneys umfasste - und zusammengehalten wurde durch ein reges schiffsverkehr und nachrichtenaustausch.

      - und die Lieder-Edda ist, die sprachliche merkmale nach, (soweit ich mich von meine studienzeit erinnern kann) wahrscheinlich in Norwegen um das 9-10.jhd entstanden - also keine innerisländische erfindung...
    • Mal eine dumme Zwischenfrage von jemanden der die Edda nicht gelesen hat, es aus Zeitgründen und mangelndem Interesse wohl auch nie tun wird

      Ist die Edda mit der Nibelungen Sage vergleichbar, in der fröhlich und extrem flexibel historische Personen, Orte und Begebenheiten mit Mythen, dem alten und neuen Glauben, Fantasy - Personen und bedeutungsschwangerer Symbolik vermengt wurden ? Oder hinkt der Vergleich ?
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    • @Petrus.. Nein die Edda ist eine Sammlung von Sagen/Liedern
      und liest sich nicht wie ein 'Heiliges Buch'. Sie ist auch keine
      'Anleitung' für eine Religion also kein Vergleich zu
      der Bibel oder den Koran.

      Viele Gestallten der Gegenwart entsprangen hier, Geschichten die
      wir alle kennen von Sigfriedsaga über Beowolf bis zum Herr der Ringe.
      Auch die Elfen, Zwerge, Riesen, Personen wie Gandalf der Zauberer und
      viele mehr haben in der Edda ihren Ursprung.
      Genauso wie jede Menge Begriffe der heutigen Zeit, Osten,Süden,Norden,
      Westen z.b., genauso wie fast alle unsere Wochentage. Wir verwenden
      sie und kaum einer weiß woher die Begriffe eigendlich kommen.

      Zu der Frage der Christianisierung: Das sehe ich nicht so, ehr anderstherum.
      Viele Bräuche wie Ostern, Pfingsten, Weihnachtsbaum oder Dreifaltigkeit
      sind klar aus der alten Religion übernommen.
      Genauso 'Unchristlich' sind Gestallten wie, der Hase der die Eier versteckt
      oder der alte Mann der die brafen Kinder in der Julnacht beschenkt.
      Diese Figuren/Bräuche findet man nur in Nordeuropa,
      es gibt es z.B. Bei den Ortodoxen nicht, in Südeuropa auch erst später!

      Sicher sind aber von der Urform der Edda im Laufe der Zeit Sachen weggelassen
      oder anders Beschrieben worden. Doch das passierte ja M.Luther auch, so ist Josef
      z.B nicht Zimmermann sondern Maurer gewesen und niemand stört sich daran.
      .. als Anhänger des Gottes Loki bitte ich um Nachsicht ;)
    • nette geschichte die edda

      ich möchte auch mal meinen senf hier zugeben.

      früher war ich total begeistert von den Edda und den nordischen sagen. Mittlerweile sehe ich das etwas anders. Wie schon sooft geschrieben wurde altes wissen/überlieferungen subjektiv reflektiert und von christlichen mönchen jahrhunderte später aufgeschrieben. Das bedeutet für mich das es sich um nichts weiteres als märchen handelt.

      Für meine Darstellung eines Thüringers im 6. Jahrhundert sind die Edda schon garnicht von belang, da die Götter anders hießen und teilweise andere betättigungsfelder hatten. Unser Gruppe orientiert sich
      eher an Flurnamen und Sagen welche in unserer Umgebung vorkommen. Ein Beispiel:

      >> Behm-Blancke | Höhlen Heiligtümer Kannibalen -Archeologische Forschung im Kyffhäuser | Leipzig 1958 hat geschrieben:
      "Heute wissen wir, daß Frau Holle eine sogenannte Sammelgestalt des jüngeren Volksglaubens ist. Der Hörselberg bei Eisenach und der Singberg bei Stadtilm sind neben dem Kyffhäuser die thüringischen Orte, von denen die meisten Frau-Holle-Sagen erzählt werden. Frau Holle wird bisweilen mit dem "wilden Heer" zusammen genannt. Sie muß also im germanischen Totenmythos eine Rolle gespielt haben, ohne daß man sagen könnte, ob sich eine bestimmte Gottheit unter ihrem Namen verbirgt. Viele Wesenszüge germanischer Göttinnen haben sich in den Jahrhunderten der Ausbreitung und Festigung des Christentums in ihrer Person vereinigt....
      ... Sie vertritt vielmehr das Prinzip der großen Erdmutter; denn sie spendet den Fluren und Menschen Segen und Fruchtbarkeit und nimmt die Toten in ihr reich auf." <<


      Daher mein Fazit : Wer die Götterwelt in seine Darstellung mit einbeziehen möchte, sollte sich von der Edda lösen.
      wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft hat schon verloren.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Wizbero ()

    • Riesen?

      Als ich gestern abend diesen Beitrag las, machte ich mir abends im Bett noch Gedanken über das Wort "Riese" und woher diese Idee(?) wohl kommt.

      Ich musste dabei ziemlich schnell an Menschen denken, die ein Somatotropin-produzierendes Hypophysen-Adenom haben. Das ist ein Tumor im Gehirn, genauer gesagt in der s.g. Hirnanhangsdrüse (ukgm.de/ugm_2/deu/ugi_end/Bilder/Bild1.png).
      Im Vorderlappen dieser besagten Drüse wird das Wachstumshormon Somatotropin gebildet ausgeschüttet (reguliert durch Hormone des übergeordneten Hypothalamus). Wenn sich dort nun eine tumoröse Wucherung entwickelt kann das dazu führen, dass die Ausschüttung des besagten Hormons massiv erhöht wird.
      Dies führt dann zu einem enorm gesteigerten Längenwachstum (z.B. Robert Wadlow, 272cm) und einer s.g. Akromegalie (Vergrößerung der Akren = Endglieder des Körpers, z.B. Kinn, Hände und Füße, Nase, etc.).
      Die meisten hier im Forum werden wohl schonmal jemanden mit dieser Erkrankung gesehen haben, wahrscheinlich im Fernsehen. Ich weiß noch, als ich als kleines Kind Wrestling geguckt hab ( :wacko: ) gab's da eigentlich regelmäßig jemanden.

      Das typische Erscheinungsbild sieht dann so aus:
      Riesenwuchs: flickr.com/photos/77194626@N08/6917753671/lightbox/
      Akromegalie: wiki.stephen-king.de/images/th…jpg/180px-Akromegalie.jpg

      Nun, was meint ihr? Hat man (zu welcher Zeit des Mittelalters, der Antike oder noch früher) solche Menschen vielleicht als Riesen bezeichnet / gedeutet? Haben Menschen, die an daran erkrankt waren, mit den Mythen im Mittelalter zu tun? Oder laufe ich da gerade eine völlig falsche Fährte?

      Würde mich sehr über Antworten freuen! Bin gespannt! :)
      MfG,
      Stalagmit
      "Meine Jugend verlor ich im Krieg
      Meine Unschuld vom Blut der Feinde fortgewaschen
      Ihre Todesschreie töten einen Teil von mir
      Bis nur noch blieb was ich jetzt bin..."

      - Eisregen - Vorabend der Schlacht -


      "Ich ziehe die Gesellschaft der Tiere der menschlichen vor. Gewiss, ein wildes Tier ist grausam. Aber die Gemeinheit ist das Vorrecht des zivilisierten Menschen."

      - Sigmund Freud (1856-1939) -
    • Diese Riesengeschichten sind scheinbar älter als das MA, und die Riesen tauchen als "Völker" auf. (Ethnie)
      Riesen und Zwergen Sagen tauchen ja nun bei uns in der Gegend, nördl. Harzvorland häufiger auf. Und diese sind selten "gut".Man könnte auch annehmen, die "bösen Riesen" würden von "Zwergen" und umgedreht beschrieben.
      Welche Völker jetzt real dahinter stecken, weiß ich nicht. Ich weiß nur, das ein 192cm Mensch gegenüber einem 160cm Menschen wie Zwerg und Riese aussehen. Aber das hat jetzt wohl eher weniger mit den isländischen Glabensvorstellungen zu tun, es sei denn, die Isländer hätten diese Geschichten "aus dem Süden" mitgebracht.