Nadeln und Ahlen aus Knochen

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    • Nadeln und Ahlen aus Knochen

      Moin
      Zuletzt habe ich sowas gesehen und mein Sohn hatt sich einen Lederbeutel gemacht. Leider habe ich nicht nachgefragt aus welchem Stück Knochen das gemacht wurde.
      Ich weiss das, wo wir waren, aus Rehknochen war. Nur von welchem Stück? Ich war dazu heute beim Jagdausstatter und hab den gefragt und er meinte sie behalten nur die Läufe, die werden abgetrennt.

      Kann mir von euch jemand sagen aus welchem Stück Knochen die gemacht werden und wo man sowas beziehen kann?
      CONVICTIO ex Radestowe - Interessengemeinschaft Mittelalter e.V.
    • also meine Lieblingsknochennadeln sind aus den Überresten von Lammhaxen, die es mal zum Abendessen gab.

      insgesamt ist es nicht wirklich wichtig, welche Knochen du verwendest - hauptsache, sie haben genug Knochenmasse (Dicke/Länge der Knochenwände wenn du das Ding aufsägst) für das geplante Projekt. Viele auf den ersten Blick schon im passenden Format erscheinenden Knochen (Rippen, Schulterblatt) werden je nach Tierart dann plötzlich zu dünn, wenn du bedenkst dass du ja den Knochen aufsägen und das Knochenmark herausholen und nur das äußere nutzen musst.

      Ich empfehle Suppenknochen und ähnliches, Tierart egal (was halt gerade anfällt - nur nicht grad das nächste Suppenhuhn, Geflügelknochen sind zu dünn). Die fallen eh an (oder sind eine gute Ausrede, endlich mal wieder eine richtige Suppe zu kochen) und haben schöne dicke Wände aus denen man jede Menge machen kann.
      friuntskafida.de - Handwerk um 675 n.Chr.
    • Nadeln aus Suppenknochen. Hör ich immer wieder. Find ich aber nicht so toll. Durch das Kochen entzieht man Knochen "Bindemittel" dieser sorgt jedoch für Festigkeit.
      Nach dem Kochen kann man Knochen zwar gut bearbeiten, aber für wirklich dünne Nadeln ist er dann eher ungeeignet. Naalbinding Nadeln sind kein Problem.
      Ansonsten wurde Knochen für Belastung einfach nur in der Sonne gebleicht. (vorher sucht man sich einen Ameisenhaufen) Das ist natürlich recht Zeitintensiv.
      Das beste Material für Nadeln ist immer noch Elfenbein. Heute natürlich vom Mamut.
      Bono Mellius
    • Wenn ich das richtig interpretiere meint er Nadeln und Ahlen für die Lederbearbeitung.

      mein Sohn hatt sich einen Lederbeutel gemacht


      Die werden aus Knochen nix. Dafür ist das Material zu spröde. Hier kommt eher Geweih zum Einsatz, da zäher. Wahrscheinlich Rehgeweih.
      "Hobby" ist der Versuch, mit größtmöglichem Aufwand den geringstmöglichen Nutzen zu erzielen.
    • Ich vermute mal stark, das die eigendliche Spitze der Ahle aus Metall ist, und nur der Griff aus Bein.
      Die Frage war, wo bekommt man so was, Jungs ihr kommt vom Thema ab. ;)

      Guck doch mal, auf Trödelmärkten nach Geweihstücken. Je schwerer das Geweihstück ist, um so dickwandiger ist das Material. Um so brauchbarer ist es zum verarbeiten. Manchmal bekommt man auch schon so Scheußlichkeiten wie Flaschenöffner oder so, aus Geweih, man muß halt gucken, das es kein Plastik ist.
      Einfache fertige Ahlen gibt es auch schon mal auf den Märkten, wenns nur darum geht ab und an mit den Kindern was aus Leder zu basteln. Hat evtl Tom unser Forensponsor so was im Angebot ? Ich hab neulich welche für gar nicht viel Geld gesehen, ich weiß nur gerade nicht mehr wo.
      Wenn Du bei Tom nicht fündig wirst, kann ich ja mal überlegen wo es war.
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    • Es geht mir vorranging ja nicht um das kaufen. in diversen Online Shops habe ich Knochennadeln schon gesehen. Ich möchte sowas ja selber herstellen oder herstellen lassen.

      Im übrigen habe ich auch gesehen das es angespitzte Knochen gibt um ein Loch in das Leder zu machen wo dann der Lederstreifen durchkommt. Und die sollen angeblich aus Rehknochen sein da die härter wären als andere.

      Also für die Nadeln muss ich dann mal sehen was ich so an Knochen ranbekommen kann. Ick kenne hier einen Jäger vor Ort. Aber Die Tiere muss er immer abgeben. Nur wenn er für sich selber schiesst kann er behalten.
      CONVICTIO ex Radestowe - Interessengemeinschaft Mittelalter e.V.
    • Cristan von Wolfrum schrieb:

      Und die sollen angeblich aus Rehknochen sein da die härter wären als andere


      Ich nehme an die sind aus Rehgeweih. Einfach mal einen Jäger nach Abwurfstangen fragen. (Nicht selbst im Wald sammeln, sind Eigentum des zuständigen Jagdpächters)
      "Eigentlich werden die meisten Heere von den jeweiligen Unteroffizieren geleitet.Die Offiziere sind nur dazu da, der ganzen Sache etwas mehr Stil zu geben und zu verhindern,dass der Krieg in eine Art banale Massenschlägerei ausartet."(Terry Pratchett - Scheibenwelt-Romane)
    • Hallo,

      für eine Ahle kann ich Dir Knochen/Gehörn etc. definitiv nicht empfehlen, nimm doch einfach Stahl dafür, eine Klaviersaite, eine Fahrradspeiche, oder etwas ähnliches!

      Wenn Du wirklich mit Knochen arbeiten willst, wäre dann tatsächlich Rehgehörn das Mittel der Wahl. Dafür würde ich auf Flohmärkten oder in Jagdzeitschriften nach alten Trophäen suchen, die gibt es in der Regel aus Haushaltsauflösungen recht günstig, ausser dem Erleger oder hin und wieder dem Erben, oder Gaststätten kann mit den Dingern niemand mehr richtig was anfangen!
      Das massivste Stück dabei sind die Spitzen.

      Aber Stahl geht einfacher und weniger geruchsintensiv zu verarbeiten, ist langlebiger und arbeitet schneller und genauer.

      Viele Grüße

      Christian
    • Also Metall brauche ich nicht, es geht ja um das nähen wie früher zum zeigen.
      Zu hause habe ich Lederahlen und Nadeln.

      Das hier mal ein Bild von einer Knochennadel wie ich sie meine
      lederkram.de/lederkram/ambient…/knochennadelmitfaden.jpg

      ich leg heute abend mal ein Bild hoch, als ich die Knochen und den Lederbeutel fotographiert habe. Ist zu Hause auf dem Rechner, daher erst heute abend.
      Jedoch ist darauf ein angespitzter Rehknochen zu sehen und am unteren Ende ist das Gelenk.
      CONVICTIO ex Radestowe - Interessengemeinschaft Mittelalter e.V.
    • Nähen wie früher kann so ziemlich alles bedeuten. Steinzeit oder was genau für eine Zeit?? Extrem harte Knochen kommen vom Pferd. Je härter der Knochen, desto leichter brechen und Splittern sie. Es kommt auch auf das Leder an. Meine Nadeln steche ich alle durch Ziegenleder. Aber nur als Stichtest, nicht um damit zu nähen.
      Quasi meine Qualitätsprobe. Beim nähen hast du das Problem, das ja Ör mit Faden durch das Material muß. Und da ist Leder ein Problem. Deshalb werden Löcher in Leder ja auch vorgestochen. Bin sehr auf deine Bilder gespannt. Denn im Moment fehlt mir ein wenig die bildliche Vorstellung. Die von Dir gezeigte Nadel eignet sich fürs nähen gar nicht.(sehr grobes Sackleinen vielleicht) Sie funzt aber gut fürs Naalbinden.
      Bono Mellius
    • ich sollte meinen Darstellungszeitraum mal in die Signatur packen ;)
      also Norddeutschland, Johanniter 1250 - Da wie hier eine Johanniter Komthurei haben passte das sehr gut mit rein.

      Wie gesagt, ich will nicht damit nähen, nur als Zeigeobjekte. Und dann mich gleich daran versuchen sowas selber herzustellen. Darum geht es prinzipiell.
      CONVICTIO ex Radestowe - Interessengemeinschaft Mittelalter e.V.
    • Ehmm zum vorstechen von Knochen würde ich aber eher eine Metallahle nehmen die in einem Holz oder Knochengriff steckt. Gibt da einen ganz schicken Fund eines Ahlenheftes aus Haithabu. Zum nähen von Leder wurden auch Schweineborsten benutzt.
      tempora-nostra.de/bib_borsten.shtml

      Weiß nicht wie lang du mit einer Knochen/Geweihnadel beim Nähen von Leder (wenn es sagen wir mal oberhalb von 1 mm Materialstärke ist) glücklich bist. Auch das Vorstechen mit einer Knochen/Geweihahle dürfte durch die auftrettenden Scherkräfte mehr oder minder schnell zum Bruch führen.
      Meine Zurechnungsfähigkeit wird wie kalter Fisch am besten Freitags oder auf einem Laufband serviert.
      (von mir, Ende 2013)
      Bei philosophischen Sprichwörten die von fliegenden Fliegenpilzen presentiert werden, ist eine gewisse Skepsis angebracht!
      (von mir, vorhin)
      Ich bin für intelligente Wissensabwehr, wenn das nicht hilft nehm ich nen Hammer.
      (ich, Wilnsdorf Oktober 2014)
    • Ich beschäftige mich ein wenig mit der Verarbeitung von Leder auch im herstellen von Schuhe, aber nähen von Leder mit Knochennadeln ist mir neu. Auch die Grundlagen aus Schleswig gibt dies nicht her. Die Funde in Schleswig stammen aus dem 13 Jhdt.
      Falls eine Fund doch vorhanden ist würde es mich sehr stark interessieren.
      Wäre nur eine Religion in der Welt, so würde sie stolz und zügellos despotisch sein.
      (Friedrich der Große)

      Lis und Hermann
      Lisabeth und Hermann - Reiseerlebnisse
    • Soviel zu

      Silvia schrieb:

      Jungs ihr kommt vom Thema ab. ;)
      Wer hatte recht? :D


      :back

      Leder mit Knochen nähen ist für das 13. aber nix. Eher Stein- oder Bronzezeit (ohne Gewähr).

      Wir im 13. stechen das Leder mit stählernen Ahlen vor, und nähen das Ganze dann mit Wildschweinborsten und gepichtem Leinengarn zusammen. VA-Besuchern zu zeigen dass man im HMA mit Knochen Leder genäht hat ist einfach nur falsch.
      "Hobby" ist der Versuch, mit größtmöglichem Aufwand den geringstmöglichen Nutzen zu erzielen.
    • [Blockierte Grafik: http://s7.directupload.net/images/120608/temp/pqk5biwp.jpg]

      sowas suche ich um z.b. Kinder zu beschäftigen.
      Die Knochennadeln und Ahlen für mich nur zum zeigen. Aber wenn es nicht mehr passt, wann passt denn sowas? Vielleicht gehts ja mal für meine spätere Zweitdarstellung.
      CONVICTIO ex Radestowe - Interessengemeinschaft Mittelalter e.V.