Mein erstes Spinnrad

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    • Mein erstes Spinnrad

      Hallo ihr Lieben,

      seit Weihnachten bin ich jetzt auch im Besitz eines Spinnrades. Meine Mutter hat mir ein sehr altes gekauft und dann noch selber restauriert (und das obwohl sie gar keine Ahnung von Spinnrädern hat...) so gut sie es eben konnte, angeblich ist es über hundert Jahre alt. Ob man das nun so glauben kann ist natürlich eine andere Frage :rolleyes:
      Es ist übrigens, so viel weiß ich jetzt, ein zweifädiges Rad. Meine Mutter hat eine Lederschnur als Antriebsriemen eingesetzt, dazu gab es dann noch eine Kiste kardierter Wolle.

      Ich habe mich schon mal ein wenig schlau gelesen im Internet und bin mittlerweile auch schon dahinter gekommen, wie das Teil funktioniert und habe es sogar geschafft ein paar Meter Garn zu spinnen. Es ist zwar erstmal etwas dick geraten, aber trotzdem recht gleichmäßig. Allerdings bin ich noch nicht ganz so zufrieden...
      Zum Einen ist das Garn wahrscheinlich etwas zu stark in sich gedreht (verzeiht, ich kenne keine Fachausdrücke :whistling: ) und zum anderen läuft das Spinnen noch nicht so ganz flüssig und damit meine ich jetzt nicht das regelmäßige Treten. Teilweise funktioniert der Einzug der Wolle sehr gut und reibungslos und dann 'hängt' es manchmal wieder und das Garn will sich nicht von alleine aufwickeln. Ich glaube es hat etwas mit dem Antriebsriemen zu tun - ist er zu stark gespannt, oder zu schwach? Oder ist Leder vielleicht gar nicht so das richtige Material? Mit einem Wollgarn oder einer Paketschnur soll das ja auch funktionieren? ?(

      Auf jeden Fall hab ich hier schonmal ein paar Bilder gemacht:


      Von der Seite


      Von vorne

      Das Rad

      Spinnwirtel

      Ein Flügel

      Das erste Garn


      Und dann weiß ich immer noch nicht so recht, wozu da so manches Teil gedacht ist 8|
      Zum Beispiel auf dem zweiten Bild gut zu sehen, die beiden hinteren großen Stäbe? Ich glaube auf den einen wickel ich die zu verspinnende Wolle, aber was ist dem Anderen? Ich bin ein wenig ratlos, was das Ganze angeht... :whistling:
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    • Also du hast da eine wunderschöne Ziege, so nennt man die Räde mit dem seitlichangelegtem Rad. Wundeschön hergerichtet, Kompliment an die Mutter.

      Ich bin mir nicht sicher, ob nicht beide Antriebsriemen in die gleich Rille gehören.
      Du kannst Dir eine Antriebsschnur aus Baumwollgarn für Topflappen häkeln, das hatte ich an einem ganz ähnlichen Rad,das aber nicht mehr bei mir ist. Das klappt ganz gut. Wenn Du das dann schön vernähst hast Du auch keinen Knubbel im Riemen. An dem Knubbel springt die ANtriebsschnur gerne ab.

      Die seitlichen Stangen sind dazu da einen Spinnrocken anzubringen, guck mal in ein altes Märchenbuch bei Dornröschen, da ist das gerne dargestellt.
      Einen Spinnrocken braucht man um Flachs zu spinnen.

      Hast Du alle beweglichen Teile mal geölt ? Das hilft auch.

      Dann müßte Deine Rad eine Spulenbremse haben, sA Knn zum einen ein herauschrabbarer Hebel sein, der die Position des Rad verändert, damitz hat die Antriebsschnur mehr oder weniger Spannung. Dasbedeutet mehr oder weniger Drall.

      Sehr geholfen hat mir anfangs das Buch von Paula Simmons "Spinnen und weben mit Wolle" vom Ravensburger Verlag. Besorge es Dir in der Fernleihe, es gibts nur noch antiquartisch zu Astronautenpreisen.


      Nachtrag: der Griff an der Seite ist die Spulenbremse,. schraub mal dran rum und guck mal was passiert. Nicht erschrecken das wird anfangs quitschen.
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    • Danke für dein Kompliment liebe Silvia, ich werde es an meine Mutter weiterleiten ^^

      Ein Spinnrocken! Ja den kenne ich von ein paar Bildern her, das ist mir gar nicht eingefallen. Ich werde mich erstmal nur mit Wolle beschäftigen, das ist schon schwer genug für den Anfang... Danke für den Tipp mit dem Ölen! Hab ich gleich mal gemacht und es läuft jetzt schon viel besser.

      Die Spulenbremse habe ich schon direkt am Anfang gefunden und entsprechend ausprobiert. Anscheinend habe ich sie bis jetzt immer zu sehr angezogen, aber ich will ja auch nicht, dass mir der Riemen rausrutscht. Das passiert mir nämlich immer, wenn ich sie zu locker lasse. Und dabei haben wir diesen schon so präpariert, dass der gar keinen störenden 'Knubbel' hat.

      Ich glaube das mit dem 'Hängen' liegt vorallem auch daran, dass ich das Garn ein wenig zu dick spinne und es dann irgendwie an den Haken am Flügel nicht weiter rutscht 8|
      Dann wird der Faden anscheinend nicht mehr richtig aufgewickelt.

      Spaß macht es bis jetzt trotzdem, auch wenn ich manchmal per Hand nachhelfen muss. Aber irgendwie macht mir auch diese Wolle zu schaffen. Es soll wohl eine 'einfach' zu verspinnende Wolle sein, die es schon im Band (oder wie man das auch immer bezeichnet) zu kaufen gibt. Beim versuch die ein wenig auseinander zu zupfen und dann zu verspinnen, stellt die sich immer quer... :whistling:

      Danke nochmal für den Buchvorschlag, da werd ich demnächst mal in die Bibliothek hüpfen!
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    • Bei Woll Knoll gibt es ein Sortiment das wunderbar für Anfänger ist, eigentlich zwei, es gibt kleine Stücke Flies und kleine Portionen Kammzug. In jedem dieser Sortimente sind verschiedene Farben und Spinneigenschaften, so das man mal unterschiedliches in den Händen hatte, ohne dafür ein Vermögen ausgeben zu müssen.
      Genau das habe ich mir anfangs auch gegönnt.
      Wobei ich mittelerweile wenig spinne, weil ich lieber und besser webe.
      Das der Antriebsriemen nicht ständig runter springt,das der Faden nicht mehr hängt, das kommt alles mit der Routine. Du versuchst gerade alle die kleinen Kniffe gleichzeitig zu erlernen,besorg Dir mal Kammzug, das ist für den Anfang einfacher. Spinnen ist kopmlexer als man sich das anfangs vorstellen kann. Da muß man nicht alles in einem Monat beherrschen. :)
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    • Danke für deine Tipps Silvia, ich war in den letzten Tagen ganz fleißig und es hat sich auch schon einiges getan!

      Hier mal ein paar Bilder meiner ersten paar Versuche
      (auf unserer HP) ^^

      Habe mir jetzt auch schon ein kleines Sortiment verschiedenster Wollarten zugelegt - das war wirklich gut, um mal ein bisschen reinzuschnuppern, wenn man sich nicht auskennt.
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    • Schau doch auch mal in den Spinnradclub, dort findest Du alles rund ums Spinnen und ums Spinnrad. Tipps und Tricks für gescheites Garn und allerlei mehr. Wollkunde undundund.

      Nettes Rad, wobei ich ehr der Bockradspinner bin. Und Dein erstes Garn ist doch schonmal prima! Es dünn zu spinnen, ist schlichtweg Übungssache. Immer mit langem Auszug arbeiten und die Wolle portionsweise auszupfen.
    • Svala schrieb:



      Die Spulenbremse habe ich schon direkt am Anfang gefunden und entsprechend ausprobiert. Anscheinend habe ich sie bis jetzt immer zu sehr angezogen, aber ich will ja auch nicht, dass mir der Riemen rausrutscht. Das passiert mir nämlich immer, wenn ich sie zu locker lasse. Und dabei haben wir diesen schon so präpariert, dass der gar keinen störenden 'Knubbel' hat.



      Fällt mir gerade noch ein: die Bremse regelt (zumindest bei mir) die Stärke des Einzugs. Also wie stark das Garn, wenn es gedrillt wird, auf die Spule gezogen wird. Löst Du die Bremse ganz, hast du mehr Zeit, Fasern rauszuzubbeln, so dass sie sich verspinnen lassen. Ziehst Du die Bremse an, kann es sein, dass einem zu Anfang die Fasern quasi aus der Hand gerupft werden.

      Mit der Spannung des Antriebsriemens hat das erstmal nix zu tun. Der Riemen muss fest sein ohne runterzuspringen. Hüpft er ab, ist er zu locker. Als Riemen eignet sich auch Pur (so nennt sich das Material, musste mal googeln; Thomas Walter macht die auf Maß; ich finde aber gerade den Link dazu nicht) oder eine feste Baumwollschnur. Der Knoten, der da entsteht, stört nicht, wenn er nicht zu dicke ist.
    • Auf der Seite vom Spinnradclub habe ich mich als aller erstes schlau über das Thema gemacht. Die Seite ist wirklich sehr informativ und hilfreich!

      Der Riemen scheint doch ganz gut zu funktionieren, das ständige 'hängen' ist einfach auf meine mangelnde Erfahrung zurück zu führen, mittlerweile klappts ja auch ganz gut.
      Meine Mutter war so schlau, den Riemen so zu basteln, dass er nicht geknotet ist und daher auch keine wirkliche Schwachstelle hat...
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    • Vielleicht bin ich ja blind, aber ich erkenne bei Deinem Rad keine Spule? Vielleicht wird die ja von der Woolle verdeckt?
      Bei meiner 2-fädigen Ziege schaut das ohne Garn so aus: [Blockierte Grafik: http://img3.fotos-hochladen.net/thumbnail/spinnflgelw1yeclmis6_thumb.jpg](eigenes Foto)
      Wenn Dein rad wirklich 2-fädig ist, dann wird sowohl die Spannung des Antriebes als auch der Einzug über die eine große Schraube links auf dem 1. Bild geregelt.
      P.S. Dein Garn sieht doch schon gut aus!!!
    • Ja also eine Spule hat es schon! Sonst würde es ja nicht gehen, oder? 8|
      Die Spule ist komplett von der Wolle verdeckt und hat am äußeren Rand (der richtung Flügel zeigt, auf deinem Bild wäre es links) auch keine 'Berenzung'. Wie soll ich das jetzt nennen...? Naja wenn ich unvorsichtig bin, flutscht das aufgewickelte Garn auch mal in den Spalt zwischen Spule und Flügel :huh:
      Das mit der Spannung und der großen Schraube habe ich direkt schon raus gefunden nach intensiever Begutachtung.
      Und danke für dein Lob! :D
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    • OK, das hatte ich dann wohl vermißt ;) und stimmt ohne ginge warscheinlich gar nichts. ichts für ungut.
      Vielleicht kannst Du mit einer Pappscheibe etwas improvisieren, damit das Garn nicht abrutscht - denn das stört sicher auch den gleichmäßigen Lauf des Rades.
    • Ja irgendwie sowas werde ich mal dranbasteln, am besten eine kleine Holzscheibe schitzen oder sowas... Im Moment behelfe ich mir damit, einfach gar nicht erst so weit vorne aufzuwickeln. Ich lass das Garn im Moment nur weiter hinten aufrollen, bis es kritisch wird (und das Garn weiter nach vorne rutscht) und dann haspel ichs auf. Funktioniert bis jetzt auch gut, da meine Spule ja immerhin ein recht großes Fassungsvermögen bietet ^^
      Aber wirklich stören tut das jetzt nicht... muss nur aufpassen :whistling:
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    • Hi, Svala, ich bin zwar noch totale Anfängerin im Spinnen, hab aber auch gerade eine Ziege zur Wiederaufbereitung in der Werkstatt.

      Bitte kontrolliere mal, ob das Rad wirklich für einen zweifädigen Antrieb vorgesehen ist. Dann müßte sowohl an der Spule (Wirtel) als auch am Flügel eine Rille für den Antriebsriemen vorliegen. Dieser wird zur 8 gelegt, zur Hälfte gefaltet und einmal über den Flügel und einmal über die Spule und zu zweit über das Rad geführt. Die Regulierung der Spannung des Riemens erfolgt über den drehbaren Handgriff am "Kopf" der Ziege (quietscht meist) - die Regulierung des Einzugs über die unterschiedliche Übersetzung zwischen Spule/Wirtel und Flügel.
      Vor allem bei gebrauchten Flohmarkt/Dachbodenfunden kann es sein, dass die Spulen von anderen Spinnrädern stammen und dann von der Konstruktion bzw. Übersetzung her nicht zum eigentlichen Spinnrad passen. Dann sollte man sich einen Drechsler des VErtrauens suchen und neue Spulen machen lassen.

      Das unterschiedliche Antriebssystem wird auf spinnradclub.de/starterframe.htm gut erklärt. Eine Bremse brauchen eingentlich meines Wissens nach nur einfädige Spinnräder.

      Liebe Grüße, Sikla
      DEBEO POSSUM
    • Hallo Sikla,

      mittlerweile bin ich mir ziemlich sicher, dass es sich einen zweifädigen Antrieb handelt. Ich kann ja Daheim nochmal ein Bild machen, aber es ist alles so, wie du es beschrieben hast.
      Ich weiß nicht, ob es sich um die originale Spule handelt, aber rein vom Äußerlichen her passt sie gut zum Rest (Farbe, Holz und Form / Verzierungen), aber man weiß ja nie bei den alten Teilen :huh:
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