Tiegel

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    • Moin...

      Ich denke mal, da dürfte ein einfacher Tontiegel die erste Wahl sein, wenns A sein soll...
      Die gibt es schon für kleines Geld z.B. u.a. im Goldschmiedebedarf...

      Ich bin mal so frei... 8)

      zujeddeloh.de/produkte/goldsch…563/tontiegel--_3604.html

      LG
      Halfdan Horntrinker
      "Der Mensch braucht kein Kreuz zum Leben, sondern ein Rückgrat...!!"
      :wiki1
      "Wir können es uns nicht leisten, Mythologie kritiklos hinzunehmen...!"
      Prof. Dr. Henry Jones Junior :D :D
    • Und bei den Gefahren die hier von einem brechendem oder zerspringenden Gefäß ausgehen würde ich auf einen Eigenbau verzichten, wenn nicht schon große Erfahrung im bau feuerfester Ware vorhanden ist.
      Freundlich Grüßt der Stefan :bye01

      "Sachsen um 700" *1

      *1 Ulrich, Mittelalterforum.com, Signatur :bye01

      Holz ist vielfältig. Es gibt viele verschiedene Arten z.B. Ahorn, Birke, Erle, Pappel, Weide, Esche, Weiß- oder Hainbuche, Linde usw.
    • Ohne jetzt dazu anregen zu wollen, sich und andere zu verletzen, hier eine Quelle zur Herstellung von Tiegeln im 11/12. Jahrhundert: Theophilus Presbyter und das mittelalterliche Kunsthandwerk, Band 2 Goldschmiedekunst (ISBN-10: 3412085987). Im Passus 22 wird die Tiegelherstellung beschrieben. Dabei wird sehr feiner weißer Ton im Verhältnis 2 zu 1 mit gemahlenen Scherben gebrauchter Tiegel vermischt. Geformt wird dann über einem Holzstück.

      Das Buch ist leider genauso teuer wie gut, wenn man denn noch drankommt. Die Fernleihe kann hier aber bestimmt wieder mal helfen.

      Nach dem Prinzip hab ich vor ein paar Jahren selbst Tiegel hergestellt. Allerdings habe ich den Ton mit Sand und nicht mit Scherben abgemagert - am Anfang hat man ja noch keine Scherben. Dazu habe ich noch kurzgeschnittenen und gewässerten Dichthanf beigegeben. Pferdeäpfel wären die A-Variante, standen mir aber leider nicht zur Verfügung ;) . Etwas Holzkohenstaub hilf dabei, Tongemenge und Holzform besser von einander zu trennen. Nach ein paar Fehlversuchen hat man die Sache recht schnell gut im Griff. Die Tiegelrohlinge hab ich dann ganz langsam - über Tage - trocknen lassen.

      Vor der Beschickung mit dem Schmelzmetall, bei mir war es Bronze, hab ich die Tiegel dann bewußt langsam erwärmt und erst den schon warmen/heißen Tiegel in das Gluttbett gestellt. Für das Abühlen gilt dann das gleiche: langsam gehen lassen.

      Das gilt genauso auch für industrielle Tiegel, egal ob aus Ton, Grafitton, Grafit oder was auch immer! Auch wenn die "technischen" Tiegel länger halten, kaputt gehen sie genauso und mit den gleichen Folgen. Deshalb werden die in der Industrie auch nicht ewig verwendet sondern nach einer Zeit ausgetauscht - bevor sie brechen und die Schmelze ausläuft. Also immer schön auf Risse prüfen vor dem Schmelzegang.

      Metallguss ist eine tolle Sache, aber man macht es nicht nebenbei. Immer langsam gehen lassen, Temperatursprünge möglichst gering halten und vor allem Feuchtigkeit vermeiden. Das dankt einem das Equipment mit einem verlängertem Leben - seinem eigenem und im Zweifelsfall auch dem des Gießers ^^.

      Außerdem muss es auch nicht immer/direkt Bronze sein, Zinnlegierungen und was man daraaus machen kann haben ebenfalls ihren Charm. Zum "Schaugießen" tu ich mir Bronze nicht mehr an. Mit Zinnbasislegierungen lässt sich genauso zeigen, was zu zeigen ist und für meine Zeitstellung im 15. gibt es etliches aus Zinnlegierungen, was ich herstellen kann.

      Für den Anfang würde ich mal zu ganz klar Zinnlegierung raten. Dass muss ja nicht Zinn-Blei sein oder Zinn-Quecksilber :cursing:, auch wenn das authentisch ist. Zinn-Kupfer ist gut erhältlich und auch gut gießbar. Ein typische Lotlegierung mit 3% Kupfer (SnCu3) tut es allemale.

      Oha, ich drifte ab...

      Nochmal zu den Tiegeln: Danke für den Link zu Jeddeloh, habe da gerade Tontiegel zum Ausprobieren bestellt.

      Gruß
      Heiner
    • Hallo Moritz,
      also einen Tiegel zum Gießen kannst Du wie von HMichels beschrieben entweder selbst fertigen
      oder wenn Du das nicht möchtest kann man die modernen Tiegel
      z.B.: Grafitttiegel unter Goldschmiedebedarf finden.

      Fa Fischer in Pfortzheim wenn ich mich recht erinere, ist ein solcher Handel unter anderem für Gießereiartikel.

      Sonst frage mal bei den Bronze- oder Zinngießern auf einem Markt danach - Einige scheuen sich nicht Interessierten bei der Werkzeugsuche zu helfen.

      Einige Shops sind offen für Privatkunden andere nur für den Gewerblichen Handel.

      Grüße sendet Olegsson :wiki4
    • HMichels schrieb:

      hier eine Quelle zur Herstellung von Tiegeln im 11/12. Jahrhundert: Theophilus Presbyter und das mittelalterliche Kunsthandwerk, Band 2 Goldschmiedekunst (ISBN-10: 3412085987). Im Passus 22 wird die Tiegelherstellung beschrieben. Dabei wird sehr feiner weißer Ton im Verhältnis 2 zu 1 mit gemahlenen Scherben gebrauchter Tiegel vermischt. Geformt wird dann über einem Holzstück.



      Das Buch ist leider genauso teuer wie gut, wenn man denn noch drankommt. Die Fernleihe kann hier aber bestimmt wieder mal helfen.
      Dem kann ich nur zustimmen, denn der Theophilus ist mit seinem Werk "Schedula diversarum artium" eine Quelle erster Güte , wenn es um mittelalterliche Techniken geht. ;)
      Kaufen eines Buches ist immer gut , aber Fernleihe ist natürlich eine Option.

      Billiger und einfacher geht es aber mit dem Theophilus-online ! Hier also noch einmal der Link :

      schedula.uni-koeln.de/index.shtml

      Unter dem Reiter "Editions" findet man den namen "Ilg" . Wenn man das Feld " table of contents" durchscrollt, dann kommt irgendwann nach den lateinischen Kapiteln auch die deutsche Version.


      Unter :

      DRITTES BUCH.

      [pag. 267]...

      CAPITEL LXIV.
      Von der Herstellung der Tiegel.

      ...findet man dann alles was man braucht. :D

      Quelle: Schedula- Project der Uni Köln, schedula.uni-koeln.de/index.shtml
      ...die waren ja nicht doof damals...:D
      (deutsche Übersetzung: ...die waren ja nicht doof damals...)
      "Diskutiere nie mit einem Idioten: Er zieht dich auf sein Niveau herunter und schlägt dich dann mit seiner Erfahrung...!"
    • Toller Link aixlibris! Muss man sich definitiv merken!! Theophilus würde es bestimmt drüber freuen, das sein Werk so geschätzt und verbreitet wird.

      Obwohl: Trotz OnlineVÖ mag ich mein Buch nicht hergeben - dafür sind die Anmerkungen von E. Brepohl viel zu wertvoll in meinen Augen. Aber: "'nem geschenkten Gaul" :) ...
    • HMichels schrieb:

      Obwohl: Trotz OnlineVÖ mag ich mein Buch nicht hergeben - dafür sind die Anmerkungen von E. Brepohl viel zu wertvoll in meinen Augen. Aber: "'nem geschenkten Gaul" :) ...
      :D Stimmt, ich ziehe das "gedruckte Wort" auch allem anderen vor...aber in diesem Falle ist es sooo schön einfach und bequem.... ^^ Und Theophilus würde es bestimmt sehr freuen wie sehr wir noch heute sein Werk schätzen... :love:
      ...die waren ja nicht doof damals...:D
      (deutsche Übersetzung: ...die waren ja nicht doof damals...)
      "Diskutiere nie mit einem Idioten: Er zieht dich auf sein Niveau herunter und schlägt dich dann mit seiner Erfahrung...!"