Zunder-Nüsse (?)

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    • Zunder-Nüsse (?)

      Hallo zusammen!
      Eines meiner Lieblingsthemen ist das Feuer. Nun sind die "Zündmaterialien" ja weitestgehend bekannt. Ich habe aber neulich in einem Text gelesen (Quelle finde ich leider nicht mehr), dass zur Vermeidung von Feuchtigkeit, die Zunderwolle (aus Rohrkolben) in Walnüsse (die vorher der Längsachse nach aufgemacht wurden) eingepackt wurde. Die Nüsse wurden vorher wohl verspeist. Die Schalenhälften wurden dann mit Birkenpech wieder verklebt und abgedichtet. Ich habe das ausprobiert und das funktioniert tatsächlich sehr gut. Aber ist das nur ein "neuzeitlicher" Trick oder kannte man wirklich diese Methode im Mittelalter. Ich suche und suche und finde keine Quelle. Klar muss vielleicht nicht immer alles authentisch sein, aber mich würde schon interessieren, ob es diese Idee tatsächlich gab.

      Gruß Gilge ?(
    • Ich habe auch eine Zundernuss in der ich die Rohrkolbenwolle aufbewahre. :heupf1 Ich habe die Schalenhälften allerdings nicht mit Birkenpech verklebt, sondern mit Lederbändchen zugeschnürt. So kann ich sie jederzeit öffnen und wieder verschliessen.
      Für meine Darstellung ist das Teil jedoch weder geeignet noch wird es dafür verwendet, weil es die Walnuss im frühen Mittelalter in unseren Breiten noch nicht gab. Diese war eher in Südeuropa verbreitet.
    • Naja warum sollte man nicht. Für Nadeln verwendete man auch Knochen. Das heißt man verwendete damalige Materialien nutzbringend. Ich hab in meinem Horn nicht nur Zunder, sondern auch verschiedene Steine wie Phyrit, hohenloher flint und flint. dazu noch zwei eisen. das horn ist mit einem Holzdeckel verschließbar. da der deckel mit Ziegenleder belegt ist, ist das ganze auch wasserdicht. ganz einfach. hat sich absolut zum transport bewährt, selbst unter härtesten umweltbedingungen
      Bono Mellius
    • in Haithabu wurden Walnussschalen gefunden, aber nicht verklebt. Man soll wohl damit gefärbt haben.
      Igitur qui desiderat pacem, praeparet bellum; qui uictoriam cupit, milites inbuat diligenter; qui secundos optat euentus, dimicet arte, non casu. Nemo prouocare, nemo audet offendere quem intellegit superiorem esse, si pugnet. (Publius Flavius Vegetius Renatus; Epitoma Rei Militaris Libri IIII; Liber III, Abs.0; um 390)
    • Walnusschale als Färbemittel war mir bekannt (bezitze eun Hemd das damit gefärbt ist.

      Aufbewahrung von Rohrkolben-Zunder - Ja denkbar, aqllerdings dann halt portionsweise. Ich kann mir vorstellen das die ganze Nuss als "schlechtwetter zünder" gedacht war. Birkenpech brennt, es passt relativ wenig Rohrkolbenzunder hinein.

      Die Technik könnte dann so ausgesehn haben: Nuss aufbrechen,Stroh/Heu heranlegen, mit Eisenund Feuerstein anfachen. Dürfte schneller gehen als mit Eisen und Zunder allein.

      Ist aber reinste Spekulation, habs weder getestet, noch ist es irgendwo belegt (zumindest hab ich dazu keine Quellen - aber ich lass mich gern unterrichten, falls ich falsch liege)

      Ziegenlederbeutel sind allerdings m.M.n. authentischer, und die Idee mit dem Kuhhorn ist auch ziemlich genial.

      Bekannter von mir hat sein Zunderzeug immer in einem kleinen Lederbeutel auf der innenseite seiner Hose. also Zunder ud auch eine handvoll Heu falls es doch mal geregent hat und das zeug aus "dem Wald" zu feucht ist.
    • Naja, die Walnuß, die so allgemein im Laden zu Kaufen ist , ist ja eigentlich ein Kern ....
      Wenn sie runterfallen, ist da nochmal schale und etwas Fruchtfleisch dran. DAS nimmt man zum Färben, die Schale des Kerns als mildes Schleifmittel und den eigentlichen Kern zum Essen ;)
      Wikipedia meint dazu:
      de.wikipedia.org/wiki/Echte_Walnuss