Leinenbettlaken ergattert ... und jetzt?

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    • Leinenbettlaken ergattert ... und jetzt?

      Hallo miteinander,

      ich habe gestern bei einer Haushaltsauflösung zwei große Leinenbettlaken ergattert und da ich ja immer noch im "Piratenhemd" aus Baumwolle 'rumlaufe, habe ich gedacht, dass ich mich mal an ein "standesgemäßes" Leibhemd oder ähnliches wage.

      Auf Dauer interessiert mich die Zeit um 1150, aber genau weiß ich das noch nicht. Im Grunde werde ich wohl auch nie wirklich in's Reenactment oder Living-History einsteigen und weiter GroMi bleiben. Deshalb poste ich meine Frage auch hier im LARP-Bereich:

      Ich habe immer noch den schwarzen Radmantel mit gleichfarbiger Gugel (inzwischen sogar zwei). Der könnte ja auf Dauer mit weißem Tatzenkreuz in Richtung Ordensmann ausgebaut werden.

      Andererseits reizt mich noch immer der Gedanke an einen Jäger oder Wildhübner hier im Odenwald.

      Jetzt kommt die Frage:

      Gibt es einen Schnitt für ein Leibhemd o.ä., das ich später mit beiden Outfits kombinieren könnte?

      Wäre für Links dankbar.

      Grüße, Gerald aus dem Odenwald
      Ich bin keine Signatur ... ich mache hier nur sauber. :whistling:
    • Danke. Damit kann ich wirklich was anfangen.

      Und es ähnelt sehr den Anleitungen von "Berwelf", die hier im Forum auch mal irgendwo verlinkt waren.

      Dann mache ich ich mich bei Gelegenheit mal an ein "Leibhemd" und eine Bundhaube. :danke

      Und noch 'ne Frage: Weiß jemand den Namen dieser schlichten Kappe (wie sie z.B. Marculf von Cassela auf seinem Avatar-Bild trägt)? Dann kann ich da mal forschen. Das würde wohl gut zum schwarzen Umhang passen.
      Und gibt es dazu auch eine Anleitung? Ich habe es mal "nach Gefühl" probiert, aber die Kappe ist nicht gelungen.

      Gruß, Gerald
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    • Hallo Mondspeer!

      Wenn du mal Fragen zum mittelalterlichen Jäger hast, kannst du dich gerne an mich wenden. Ich habe diese Figur über knapp 8 Jahre dargestellt und habe einiges an Bild- und Textmaterialmaterial und auch an Erfahrung.
      (Das ist dieses Mal tatsächlich ernst gemeint)


      Gruß Gilge
    • mondspeer schrieb:

      Im Grunde werde ich wohl auch nie wirklich in's Reenactment oder Living-History einsteigen und weiter GroMi bleiben.

      mondspeer schrieb:

      Dann mache ich ich mich bei Gelegenheit mal an ein "Leibhemd" und eine Bundhaube.
      Und als GroMi willst du dir wirklich die Arbeit machen und ein Leibhemd mit zig Gehren nähen?
      Da würde ich aber die einfache Variante bevorzugen (man sieht ja eh nur den Kragen und die Bündchen wenn man es trägt). Noch dazu wenn man sowas noch nie gemacht hat und nen einfachen Weg beschreiten sollte....
      Und bei ner einfachen Variante hast du noch mehr von deinem Leinen übrig für andere Sachen.

      Mit einfacher Variante mein ich:

      Rücken und Brust reichlich groß als Viereck ausschneiden
      Ärmel oben breiter unten schmaler ausschneiden
      Halsausschnitt machen und den ganzen Spass zusammen nähen
      ...und fertig
      Viele Grüße!

      Johann


      Es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit !
    • Ich würde als Gromi auch ein klassisches Hemd vorziehen. T Ausschnitt, in einen Ponchoartigen Streifen, also mitten rein in einen Leinenstreifender Vom Knie über die Schulter bis zur Kniekehle reicht, Ärmel ~entsprechend dem Schnitt, großzügig unter der Achsel, "Eng" am Handgelenk, und dann erst die Ärmel an den Stoff, da wo, der Halsausschnitt sitzt, mitte Ärmel. Zusammenlegen und so ab Handbreit unter der Hüftkugel nach oben die Seiten zusammennähen bis zum Handgelenk. In etwa wie Opas , gut Uropas , Nachthemd ....
    • Trägt der sich den besser?

      Sonst finde ich die klassische Gehrungsvariante tatsächlich spannender.

      Ich habe auch an eine Bruche und Beinlinge gedacht. Irgendwie bin so zwischen den Stühlen. Nicht wirklich Reenactor, aber auch nicht in (mehr) zufrieden mit dem Piratenhemd und der Baumwoll-Pluderhose.

      Und wenn wir schon bei diesem seltsamen Spagat zwischen GroMi und HoMi sind ...

      Es gibt ja offensichtlich Leute, die zurecht einen Umhang in schwarz tragen, nämlich die einfachen Hospitaliter. Wenn ich also vom "Ich bin's Dein Tod" - Outfit weg will, dann wäre doch ein weißes Kreuz auf dem schwarzen Umhang durchaus schlüssig. Und könnte das in etwa so aussehen?
      Kreuz für den Radmantel

      Ich will mich ja nicht nur auf die Osprey-Bücher beziehen. Hat jemand Erfahrungen damit, so ein Kreuz zu konstruieren (bevor ich es dann auf Wollstoff oder Leinen übertrage und auf den Umhang nähe)?

      Und wenn Euch mein seltsames Rumgeeiere zwischen Reenactment und GroMi nervt, dann einfach sagen.

      (Ich kann ja noch nicht so richtig glauben, dass ich einen Ordenbruder aus der Kreuzfahrer-Zeit nachstelle. Ich fand Kreuzzüge immer eine der schlimmsten Entgleisungen des "christlichen" Abendlandes.

      [Edit: Ich habe inzwischen noch mehr Leinenbettlaken im Nachlass gefunden. :D ]
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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von mondspeer ()

    • ja, es trägt sich für Männer besser, man hat nicht so viel Stoff zwischen den Beinen ...
      Und ein GroMi, der sich möglichst unauffällig zeitlos kleidet, kann auch "Mittelalter" vermitteln. Nur eben verschiedene Zeiten. Will man im Handwerk z.B. Entwicklungen zeigen, oder wie ich manchmal bei Bögen, ist natürlich eine möglichst exakte Darstellung vielleicht genau eines Grabfundes ziemlich daneben. Der Gast behält dann in Erinnerung: "So sahen die Leute von bis aus". Das will man ja nicht, man will ja anderes zeigen.
      Arbeitskleidung hat sich ja nicht sooo der Mode unterworfen wie "die guten Sachen" ...
    • Nunja wenn es eine Anlehnung sein soll, passt das Kreuz,
      da du ja keine feste Zeit hast (oder hab ich das überlesen?)

      Es gibt durch die Zeit verschiedene Hospi Kreuze
      um 1200 z.B gabs das Balkenkreuz.
      Dann is es auch wieder abhängig in welcher Region du dich befindest, das spielt in der Form auch eine Rolle
      Toleranz ist die Erkenntniss, dass es keinen Sinn macht sich aufzuregen
    • Ja, soll nur eine Anlehnung sein und bei Marculf habe ich sogar schon mal direkt bei einem Met auf sein Kreuz schauen können. :D Ist allerdings schon ein paar "Tage" her.

      Ich habe für diese "Darstellung" keine feste Zeit oder Region im Blick, sondern wirklich einfach mal überlegt, was ich machen kann, um meinen schönen selbstgenähten schwarzen Umhang einem sinnvollen Zweck zuzuordnen. War immerhin mein erstes selbstgemachtes Kleidungsstück zum Thema Mittelalter.

      Ich habe bei Hospilaliter-Gruppen und auch in der Literatur verschiedene Formen gesehen, aber die mit den 8 Zacken scheinen verbreitet zu sein. Meistens in den gefundenen Illustrationen oder Bildern eher gerade, nicht oder nur sehr dezent an den Enden verbreitert. Allerdings gibt es auch Grupppierungen, die sich "Hospitaliter" nennen und regelrechte Tatzenkreuze tragen. Balkenkreuze v.a. in den Anfängen. Die heutigen Johanniter (als Nachfolger der Hospitaliter) haben ja ein richtiges Malteserkreuz im Wappen.

      Also schon mal :danke dafür.
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    • Die Kappe findet auch die Bezeichnung Pillbox :)
      Im zweifelsfall vermittele ich Dir Kontakt zu meiner Schneiderin, da habe ich meine erste machen lassen und hab nun eine zweite gekauft.
      Das Problem bei den sozialen Netzwerken ist diese etwas unglückliche Kombination aus Denkfaulheit, Rechtschreibschwäche und Internetanschluss. (Erwin Pelzig)

      Es rufen immer die am lautesten nach Toleranz und Respekt, die andere nicht tolerieren und respektieren...

      "Mama, gibt es eigentlich den perfekten Mann?" "Ja, man nennt ihn Gromi. Im Gegensatz zum A-Papst ist er kompromissfähig!"
    • Den Spagat zwischen Gromi und Irgendwas haben doch viele von uns gemacht. Ich auch.
      Du gibst Dir doch Mühe und willst lernen, wie sollte das nerven ? :kopfstreichel
      Was nervt ist, wenn Jemand fragt und dann beleidigt ist, weil ihm die *A*ntwort nicht gefällt, um dann doch eine Pipi Langstrumpf Darstellung zu machen.
      (ich mach mir die Welt wie sie mir gefällt... :whistling: )

      Der Start ist doch schon prima, meine erste Bettwäsche die geschlachtet wurde war OP grün.
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    • Lieber Mondspeer,
      Jemand der eine Haartrockgugel spontan erfindet ... ? :schock2
      Das ist nicht schwer, das bekommst Du hin, nur Mut.
      Du nimmst Deinen Kopfumfang, und schlägst mit dem Zirkel einen Kreis in der passenden Größe auf Zeitungspapier oder Werbeprospekt,dann malst Du ein Oval in den Kreis, so das es sich der Kopfform anpasst. An den Seiten nimmst Du etwas weg vorn und hinten gibst Du dazu. Oder Du nimmst einen Streifen Pappe legst den um den Kopf, fixierst das, so das Du einen Ring hast, und legst das nun oval auf Zeitung aus. So wie Du meinst das Dein Kopf so sei. Dann schneidest Du einen Streifen Papier zu, der um das Oval drum herum passt. Das wird dann der Seitenteil der Kappe. Das steckst Du mit Nadeln an das ausgeschnittene Oval und probierst aus ob es passt.
      (Wenn Du Kinder hast, warte bis sie zu Hause sind, das kommt immer gut an. ;) :zunge Das ist auch später bei Hosenschnittmodellen aus Blümchenbettwäsche toll. Die Bilder brennen sich fest ins Hirn.)
      Sitzt alles, dann mach ein Modell aus Stoff, irgendwas das danach in die Lappenkiste kann, das wird dann per Nähmaschine zusammen genäht.
      Wenn nun alles gut sitzt, kannst Du an guten Stoff gehen.
      Den Schnitt faltest Du brav auf Din4 Format, schreibst drauf was es ist und steckst es in eine Dokumentenhülle. So kannst Du später immer wieder eine neue Kappe machen oder hast einen Grundschnitt für abgewandelte Formen.
      Voluminösere Schnitte übertrage ich auf mittelstarke Renovier Folie, übrigens auch gern bei modernen Schnittmustern. Das hat den Vorteil das man gut Taschen und Details anzeichnen kann. Die Dokuhüllen kommen dann in einen Aktenordner, und man kann Lieblingsstücke schnell neu nähen.

      Nix gegen Schneidereien, bringt dort modernes Zeugs hin, lasst Lieblingsklamotten reparieren oder etwas Tolles für die Jetztzeit machen. Aber Historisches ist da oft nicht gut aufgehoben.
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    • Ah, ich hatte meinen letzten "Pillbox"-Versuch mit dem guten Wollstoff gemacht und völlig verhunzt. ;(
      Das waren noch Reste von der schwarzen Gugel. Aber jetzt taugen sie nichts mehr. Menno.

      Die Idee mit dem Modell ist mir vorher nicht gekommen. Ich näh' eigentlich immer spontan drauflos. Hat - bis auf die Pillbox - auch immer geklappt. Ich schau mal, was ich hinbekomme.

      Aber zuerst sind noch Kissenbezüge für unseren Lesesessel und dann das Leibhemd dran.

      Und die Handtuch-Badewannen-Gugel hat ja eigentlich mein Schatz erfunden. Ich habe sie nur genäht. Hat nur 5 Minuten gedauert. :rolleyes:
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    • Tröste dich Mondspeer, ich hab auch schon eine Pillbox versaubeutelt. Weil es bei der ersten ohne Schnittmuster klappte, heißt das nicht, dass es auch bei der zweiten klappt. Das Ding hat überhaupt keine Form bekommen und ich hab es letzendlich weggeworfen :(
      Schnittmuster sind also eine prima Sache.
      es grüßt herzlich
      Karin
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