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Stabilität/Sturmtauglichkeit von Zelten - Erfahrungsberichte?

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    • Wir haben unsere Keilzelte aus Baumwolle von der Thorsschmiede. Bei Sturm mussten wir erst einmal die Sonnensegel abbauen. Da hatten wir am Nachmittag schon die Sturmwarnung bekommen und alle Lager könnten ihre Windfanger abbauen und die Zelte gegen den Sturm sichern.

      Bis 120 km/h Windgeschwindigkeit hat alles gehalten, auch wenn sich die Zelte aufplusterten wie Blasebalge. Wurde in der Nacht aber mehr, anscheinend waren die Spitzen bei 150km/h - da ist dann eine Firststange gebrochen. Haben wir dann noch in der Nacht mit Trümmern und Schnur geschient und später neu gebaut, damit es so viel aushält wie das Gestange der beiden anderen Zelte.

      Unsere Zelte halten also Sturm und Regen aus, problematisch sind nur die Sonnensegel, die einfach durch den flachen Abspannwinkel Wasser und Wind einfangen. Muss man bei Schlechtwetter halt anders abspannen und bei Sturm abbauen.
    • Susanna schrieb:

      Ich glaube aber auch eher, dass die meisten Zelt"umfälle" durch ausgerissene Heringe und/oder zu leichte Abspannung passieren. Dass es ein Zelt zerreisst, hab ich bislang noch nicht gesehen. Die Schwachstellen sind eher die teilbaren Stangen (siehe Post von Katharina de Lo) oder zu schwache Stangen (falsches Holz), die beim Verdrehen oder Fallen brechen.

      oder die Quer-Stangen im Zelt zu schwer beladen waren... das war es wohl bei uns, das anschließend zum Mastbruch führte.

      Das ein Zelt zerreißt habe ich auch erst einmal mitbekommen, auf der Rabenstein vor einigen Jahren. Allerdings ist nicht der Stoff sondern vielmehr die Naht gerissen....
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    • Öhm, @AndiP: 120km/h ist Orkanstärke und wird hierzulande mal auf Bergspitzen erreicht, oder an der Nordsee, 150km/h hat ein ausgewachsener Hurrikan in der Karibik, wo habt ihr denn aufgebaut?
      "I am Jake Featherstone, and I am here to tell you the truth!" Von Wem? 8)
      "Einmal mehr ist die "üble Nachrede" vermeintlicher Gegner nicht halb so rufschädigend, wie das peinliche Auftreten der wohlmeinenden Freunde." Ralf Hüls
      "Tu ma lieber die Möhrchen, weil Schokolade is nich A!" Jonny Robels
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    • Böen über 100km/h haben wir hier öfters. Genaugenommen ist das bei Fön im Inntal total normal. Auf den Bergen ist der Fön schneller, aber auf dem Weg zum Tal wird er langsamer. Ist nach ein paar Tagen, wenn der Regen kommt, wieder vorbei.

      Im Alpenvorland, wo ich aufgewachsen bin, sind heftige Sommergewitter mit ordentlich Wind halbwegs normal. Bis 100km/h heisst das "markantes Wetter". Bis 120 km/h heisst das "Unwetter" und kümmert keinen sonderlich.

      Alle paar Jahre ist es vorgekommen, dass die Sommergewitter die Wälder flachlegten und auf einigen Häusern die Dachziegel weniger wurden. Das ist der Windbereich bis 150km/h, nennt sich "starkes Unwetter". Ist eher selten, kommt aber vor.

      Eines dieser schweren Unwetter hat uns nahe Wien erwischt - Wien ist zwar flach, aber nahe am Gebirge. Und wie leicht ersichtlich ist, brauchen wir keine Karibik für viel Wind; es reicht, wenn da ein paar Berge rumstehen und die Unwetter, sobald sie Flachland sehen, über die Hänge ordentlich Anlauf nehmen.
    • Ich zelte in einem 3,5-m-Kegel von BattleMerchant. Das Ding hat schon so einiges überstanden; krassester Fall bislang war wohl ein heftiges Gewitter und Wolkenbruch bei der Soester Fehde 2011, bei dem so einige Zelte und Sonnensegel weggerissen oder beschädigt wurden. Ich hatte nie Probleme mit dem Zelt; es hat dem Wind problemlos getrotzt (die Form ist halt auch günstig) und war, wenn nichts unten hineinlief, komplett wasserfest. Negativ ist lediglich die schon erwähnte Problematik des schrägen, exponiert liegenden Eingangs zu bewerten. Diesen so zu schließen, dass es nicht ins Zelt regnet, finde ich gar nicht so problematisch. Blöd ist allerdings, wenn man dringend Ausrüstung/trockene Klamotten/irgendwas zum Drüberziehen bräuchte und nicht ins Zelt kann, weil dann alle Klamotten nass werden.
    • Stimmt ja, an den Föhn hab ich jetzt nicht gedacht, obwohl in der Schule gelernt :kopfhau

      Da könnt ich unser 6m Speichenrad nicht aufbauen, es sei denn, es ist durch ne hohe Hecke oder eine Baumreihe geschützt. Die Fläche ist einfach zu groß. Zwar ist der Mast ebenfalls durch 3 Sturmseile gesichert und würde das aushalten, aber die Verbindung zwischen Seitenwand und Dach ist bei mir darauf ausgelegt, bei zu großer Belastung nachzugeben und rauszuspringen. Dann klappt das Dach einfach zusammen und die Seitenwand deckt den Boden zu...

      Interessanterweise scheinen es die Zelte pakistanischer Produktion von Thors Schmiede, Battlemerchant etc. zu sein, die gut mit Ausnahmesituationen zurechtkommen. Das liegt wohl daran, daß sie sich wohl an den dortigen täglichen Anforderungen orientieren...
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    • Stimme zu: Spannung ist das A und O.
      Ich habe ein 6x3,50m Sachsenzelt von Halang, 2,20 hoch mit massivem Kernholzgestänge incl. Firststange, Schmiedeeiserne Heringe 30cm und benutze nie Abspannseile. Das Zelt, sogar mit 4x4m darüber gespanntem Sonnensegel hält allem stand. Meine Freundin hat das gleiche Zelt, 30cm höher und kein Kernholzgestänge, sondern Teleskopstangen aus Metall, das Zelt hat immer irgendwie Spielraum zum Flattern. Sie benutzt immer Abspannseile. Bei einem hübschen Gewittersturm im Mai standen unsere Zelte genau nebeneinander: ihr Zelt knickte nach kurzer Zeit in sich zusammen, meins stand wie ein Baum und sah nach dem Sturm aus wie vor dem Sturm. Und dicht ist es sowieso.
    • Die von AndiP erwähnten Sturmböen haben bei uns im Alpenvorland dazu gefürt, dass es ein ganzes Lager in Reihe aufgestellter Wikizelte (12 Stück) um zwei bis drei Meter verschoben hat. Zwar ist keines geflogen, haben aber die angrenzenden Lager in Mitleidenschaft gezogen und gefährdet. Also, auch Wikizelte gehören irgendwie im Bogen verankert - auch wenn sie vielleicht nicht fliegen. Geflogen sind dafür zwei Speichenradzelte (eines wegen fehlender Sturmsicherung, das andere, weil es von ersterem erwischt wurde) und einige Sonnensegel.

      Das von mir damals mitbenutzte G-Teld (3,20 hoch, Leinen, handgenäht) hat die volle Breitseite abbekommen und alles gut überstanden. Die Heringe waren aus Holz, ca. 45 cm lang. Zwei Seile als Sturmsicherung wurden an den Firstenden befestigt. Das kleinere Bruderzelt ist ebenfalls unbeschadet davon gekommen. :)
    • Die fliegenden Wikizelte habe ich auch schon erlebt. Dabei hat es auch einige zerlegt, als durch die Bewegung die Zapfen überansprucht wurden.
      Zum Glück habe ich mein Wiki auf beiden Längsseiten mit je 10 "Spezialheringen" (etwa unterarm-dicke Holzpfosten) gesichert.

      Wir hatten letztes Jahr ein Sturmjahr, kein Lager ohne starke Böhen und Gewitter. Dabei haben wir gelernt, dass erst die Sonnensegel fliegen.
      Wenn die weg sind, muss man sich langsam Gedanken um die Zelte machen.
      Schwachstellen sind auch eigentlich immer die Heringe gewesen. Nur ein Zelt ist einfach so geplatzt, da wir es schlecht genäht hatten.
      Sonst hat es bei uns und den Nachbarn immer erst einen Hering gelöst, bevor Schlimmeres passierte.
    • Speichenradzelt

      Hier noch mein Beitrag zu dieser Frage.

      Ich besitze ein 5m Leinen Speichenradzelt, Höhe ca. 4.2m. Vor 2 Jahren hatten wir in Schluderns (Südtiroler Ritterspiele) einen kurzen Sturm, der etliche Zweimaster, qudratische "Ritterzelte" mit Rahmen, Sonnensegel usw. flach gelegt, resp. einfach verschoben hat. Das Gleiche im letzten Jahr in der Schweiz. Mein Zelt ist mit 4 Sturmleinen abgespannt...Hat zwar geknarrt wie ein Windjammer, aber es hat gehalten.



      Zum Grusse :bye01

      RvF
      Die Zensur ist die jüngere von zwei schändlichen Schwestern, die ältere heißt Inquisition
    • Letztes Jahr in Sindelsdorf,

      Abend Starkregen mit Sturm, ich war noch mit den Kindern bei der Bühne als das Gewitter, das erst vorbeigezogen war mit plötzicher Wucht zurückkam.
      Bis ich beim Zelt war, war der "Swimmigpool" auch schon über uns ausgelehrt. Ich wollte noch die Eingangsplanen der Zelte schließen, entschloß mich dann aber doch lieber das Tarp mit zu sichern.
      Dann riss das Tarp ( 7 Jahre alt, Baumwolle) an einer Ecke und die häflte des Gestänges stürzte ein. Wir hielten dann die verbleibene Stange und kuschelten uns unter das Regenabgewandte Teil des Tarps das noch mit den Schnüren an den Heringen hing- sah aus wie ein Segen auf einem Boot (wer die Anfangsszene von 13. Krieger kennt, weis wie wir uns gefühlt haben :D ) Dann gab das Versorgungs-A-Tent auf, weil die Heringe im aufgeweichten Boden nicht tief genug eingeschlagen waren (ca. 15 cm) und das ganze Essen wurde durchweicht. Aber unser Normanne 7x3 hat standgehalten. Nebenan flog ein Wiki ab und ein weiteres Tarp.
      Gott zum Gruosse

      Gerald der Uhl zu Wilhaim
      www.Wilhaim.de
    • Wir haben die A Tents von Süd-West und sind sehr zufrieden damit. Junior hat ein Civil Tent und wir haben das Civil L Tent und können nicht motzen.
      Allerdings muss ich gestehen dass wir das Gestänge anders gemacht haben als im Katalog gezeigt.
      Da mit diese (nur) zwei Balken vorn und hinten zu wenig sind haben wir mit Hülsen alles verstärkt. Der Eingang ist wie ein A sowie das Hinterteil des Zeltes das in der Mitte einem Firstbalken hat der ebenfalls verstärkt ist, also zwei A's mit einem Innenbalken).
      Somit habe ich auch viel mehr Platz in den Zelten als mit den doofen "Eingangsstangen"
      Die "Fische" werden auch vollständig und ordentlich in den Boden gekloppt, wir haben T- Heringe aus Eisen.
      Des Weiteren spannen wir doppelt ab wenn wir wissen dass ein Sturm kommt.

      Unser Sonnensegel ist noch nie geflogen.
      Das liegt evtl daran dass wir es nicht wirklich grade aufbauen, bei uns stehen die Stangen immer in der Flucht und sind an jedem der 4 Enden mit je 2 Seilen abgespannt. In der Mitte noch eine höhere Stange und alles hält wunderbar.

      Ich habe schon so viele Zelte und Planen fliegen sehen dass ich gar nicht mehr aufzählen kann welche da alle dabei waren.

      Doch erinnere ich mich an mein erstes "offizielles" Lager, mir wurde ein zweimaster geliehen da ich noch kein Zelt etc meinen Besitz nennen konnte. Da hat es Nachts die Plane gefetzt und ein Speichenzelt drohte auf die anderen übrigen Zelte zu fallen, dieses haben wir gemeinsam abgefangen und den Mast einfach hingelegt bis alles vorbei war....

      Ich denke auch das das richtige Abspannen das A und O ist genauso wie ordentliche "Fische" ....

      Doch wer weiß vielleicht gehöre ich auch irgendwann zu diesen Opfern dessen Zelt zerlegt wird :)
      Magdelein :fliege
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      Darstellung: Einfache Arbeiterfamilie um 1250
    • Ok, jetzt zähle ich auch zum erlauchten Kreis der Sturmerprobten. Am vergangenen Montag Abend hat die Superzelle "Ela" mit Spitzengeschwindigkeiten von 130km/h unser Lager in Jülich innerhalb von 30 Sekunden abgebaut. Aus dem Auto heraus, in das wir uns geflüchtet hatten, konnten wir sehen, wie alle Zelte die noch standen, innerhalb kürzester Zeit zusammen mit ein paar dicken Bäumen platt gemacht wurden. Allerdings spricht die Qualität unseres Zeltes für sich, denn die Bestandsaufnahme ergab lediglich 2 gebrochene Speichen und am Hauptmast war die Bohrung an der Spitze zur Aufnahme der Fahne ausgebrochen. Nun gut, den Mast wollten wir eh ersetzen. Die Plane blieb, bis auf ein 5mm Loch in der Seitenwand, dort hatte sich eine Schraube durchgebohrt, unbeschädigt. Auch diesmal waren aufgrund der Konstruktion die Speichen als erstes herausgesprungen und das Dach klappte zusammen. Allerdings war die Belastung dann an der Spitze so stark, daß diese wie bereits erwähnt ausbrach und der nicht mehr von den Sturmseilen gehaltene Mast umstürzte.
      Selbst die als äußerst stabil geltenden Jurten wurden wie Strohhütten weggepustet...Ein kleines konföderiertes A-Tent stand dann noch allein auf weiter Flur, aber nur, weil der Besitzer selbstmörderisch darin sitzen geblieben war und die Mastpfosten festgehalten hat... :kopfhau
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