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Suche nach historisch korrektem Webstuhl (Anleitung)

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    • Suche nach historisch korrektem Webstuhl (Anleitung)

      Ich hatte in Worms meinen Webrahmen dabei und ich muss gestehen, dass es richtig Spaß gemacht hat (nachdem man mich aufforderte mich näher an die Absperrung an den Touriweg zu setzen) mit den Leuten zu plaudern. Allerdings ist mein Rahmen ja fernab von gut und böse, was eine Mittelalterdarstellung angeht. Bei Aisling hab ich nun Abbildungen gesehen. Die zweite Abbildung hat es mir angetan für Schaubrettchenweben auf den Märkten, aber ich kann mir mal wieder ohne Flügelschrauben nicht vor stellen, wie das Prinzip funktionieren soll.
      Hat von Euch einer eine Idee?
    • Was soll man da für eine Idee haben, wenn du es richtig machen möchtest. Die Bildquelle vom Glasfenster aus St. Dionys hast du gefunden.

      Weiter Quellen mit anderen Webstühlen wirst du für das ausgehende HoMi schwer finden. Also bau doch den nach.....
    • Aaalso, spekulation:

      Ca. 20 cm vom Boden entfernt befindet sich eine Rolle, auf der die fertige Borte aufgewickelt, und zugleich gespannt wird. Eindeutig wird von oben nach unten gewoben. Der mittlere Steg dient der Stabilisation, und zugleich als Markierung bis wohin das fertige Band nachgespannt werden sollte, um ein gleichmässiges Webergebnis zu erhalten. Die zuführung der Kettfäden erfolgt von der oberen Rolle, auf die diese kunstvoll vor dem Weben aufgerollt werden. Die Verklemmung der Rollen funktioniert mittels kleinen Keilen, die ähnlich wie aus dem Thread "Bettenbau" in entsprechende Schlitze auf der Welle der Rollen eingeschlagen werden.
    • Hallo zusammen,
      dieser Thread ist zwar älter passt aber zu dem was ich im Moment suche...
      ich weis es gibt Bilder aber finde sie gerade nicht...
      Kennt jemand ein Bild von einem Brettchenwebstuhl aus dem 13.Jhd will so einen für meine Frau nachbauen!!!!
      Wäre toll wenn Ihr mir Helfen könntet...
      Hab schon im Mainzer Evangeliar, Morgan Bibel und im Internet unter verschiedenen Suchbegriffen gesucht...
      Vielleicht bin ich auch nur zu doof ein Bild zu finden oder den richtigen Suchbegriff einzugeben...
      Mit freundlichen Grüßen
      Fra Marc
      http://www.kreuzfahrergemeinschaft-damiette.de
    • Moin,

      tip: gib einmal "tablet weaving looms 13th c" bei Google oder Pinterest ein

      ich habe hier etwas gefunden:

      Haus zu Kunkel, Konstanz; Fresco aus dem 13 Jhrdt

      bildindex.de/bilder/zi1800_0080a.jpg

      Quelle: Romanze der Kleidung (Romance of Clothes) by Eberhart Froubein

      hier ein Blogeintrag mit einem passenden Webstuhl

      weavingandcooking.blogspot.de/2007_12_01_archive.html

      Quelle: weavingandcooking

      hier andere Abbildungen die allerdings nicht in 13te Jhdt gehören aber anschinend übertragbar sind

      bjws.blogspot.de/2015/10/15c-1…-indoors-illuminated.html
    • Die Fresken aus dem Haus zur Kunkel stammen von ca. 1320, fallen also ins 14. Jahrhundert. Aus dem 13. sind mir persönlich keine Abbildungen von Brettchenwebrahmen bekannt (obwohl ich weiss Gott danach gesucht habe.... ?( ) , aber es gibt einen Brettchenwebrahmen mit einem sehr ähnlichen Funktionsprinzip wie der aus dem Haus Kunkel im Fundgut des Osebergschiffes (9. Jhdt.) Gegeben hat es sowas also schon früher, was auch immer man daraus ableiten mag.
      Wer Geist hat, hat sicher auch das rechte Wort, aber wer Worte hat, hat darum noch nicht notwendig Geist. (Konfuzius)
    • Ja das ist ja das ...
      Davor und danach gibt es diese Brettchenwebstühle , da liegt es nahe dass diese auch im 13.Jhd. gab.
      Allerdings wäre es schöner eine direkte Bezugsquelle zu haben...
      Ich bin mir recht sicher dass ich was dazu mal gesehen ha e aber weiss es nicht mehr wo bin seit Tagen am suchen in Büchern und im Netz.
      Mit freundlichen Grüßen
      Fra Marc
      http://www.kreuzfahrergemeinschaft-damiette.de
    • Das sind ja ganz andere Anordnungen als ich nach all den selbstgebauten Brettchenwebstühlen auf Märkten erwartet hätte! Die Leute sitzen "modern" in Längsrichtung hinter den aufgespannten Fäden, während die mittelalterlichen Menschen quer davor gesessen haben! "Modern" stehen die Brettchen offenbar auch im anderen Winkel als bei den historischen Abbildungen... Sehr spannend!

      In einem der Bilder der Manesse wird ein Webkamm gezeigt, gleichzeitig hat die Dame auch Brettchen aufgezogen. (Das ist das Bild, auf dem ihr der Herr Ritter an die blanken Beine u. Füße will 8o ); ich habe nur grade die Fundstelle der Uni Heidelberg nicht zur Hand... schaue das aber heute Abend vielleicht noch nach. Zeitlich würde ich das Blatt ins frühe 14. Jh einordnen.
      Der Überlieferung nach durchtrennte Alexander der Große den Gordischen Knoten mit dem Schwert. Wer kein Schwert benutzen will, muß mit dem Knoten leben oder sich etwas anderes ausdenken.
    • Ja, die "moderne" Arbeitshaltung ist auch bei weitem die ergonomischere, die Brettchen sollten allerdings in beiden Fällen im gleichen Winkel zur Kette stehen (wenn man mal davon absieht dass "modern" die Kette meist ein bisschen ansteigend vom Weber weg eingespannt ist.

      Die Abbildung in der Manesse die Du meinst (Kirchherr zu Sarnen, auch noch ein Geistlicher, pfui spinne!) stammt von einem der Nachtragsmaler und ist somit definitiv 14. Jahrhundert. Die Frage ist ob das Gestell hinter den Brettchen wirklich ein Webkamm sein soll oder einfach der besseren Trennung/Ordnung der Kettfäden dient, wie das auch in einzelnen späteren Darstellungen von Brettchenweberinnen erkennbar ist. Auf jeden Fall ist auf dem Manesse-Bild nicht zu sehen dass die Kette unten irgendwo befestigt ist, sie scheint eher in die Hand der Weberin zu laufen. Ein Webrahmen lässt sich aus dieser Konstruktion, so merkwürdig sie auch aussehen mag, nicht herleiten.
      Wer Geist hat, hat sicher auch das rechte Wort, aber wer Worte hat, hat darum noch nicht notwendig Geist. (Konfuzius)
    • Hey ihr lieben,
      Bin derzeit auch auf der Suche nach einer Anleitung für einen Webstuhl. Möchte diesen gern selbst bauen und habe wirklich erhebliche Schwierigkeiten mit dem gesamten Thema.

      Wenn möglich würde ich mir gern einen Historisch korrekten Webstuhl ca. 9 Jahrhundert bauen sofern annehmbare Abbildungen aus denen man eine Anständige Anleitung herleiten kann vorhanden sind.
      Notfalls würde es auch ein etwas moderneres Model wie das von flinkhand benutzte tun.
      Um in ferner Zukunft vor Ort auf Veranstaltung mal etwas zeigen zu können wäre eine hist. Variante zwar toll aber wie gesagt ist für mich kein leichte Thema :)



      Ich finde die Anleitung auf deren Seite zwar toll, stell mich aber da ich eh mit allem erst seit kurzer zeit zu tun habe ziemlich an was das Verständnis angeht.
      Daher wollte ich mich auch gleichzeitig mit dem Bau eines Webstuhls beschäftigen damit ich auch das prinzip der Sache besser verinnerlichen kann...

      Falls mir jemand helfen kann und ein bisschen Starthilfe geben möchte auch gern per PN falls das hier für dieses Thema nicht ganz passt, Und falls ich dafür ein neues erstellen soll bitte einfach bescheid geben.

      Ich habe derzeit nicht das nötige kleingeld für entsprechende Bücher und habe im Netz meist nur Sachen gefunden die mich mehr verwirren als mir helfen...

      Ansonsten bin ich dankbar für jede Art von Hilfe
      liebe grüße
      PS tut mir leid falls ich zu viel frag und zu wenig beitragen kann^^
      Schweden Waräger 9. Jahrhundert in Arbeit
      Mongolischer Krieger unter Temujin 12. - 13. Jahrhundert in Planung
    • Ich bin kein Profi für das 9 Jht.
      Aber brauchst du wirklich einen Webstuhl? Sprich willst du Stoffe weben? Dann wäre das was du brauchst ein Gewichtswebstuhl.
      Du hast aber ein Video über das Brettchenweben verlinkt. Eine Variante ist das Kammweben. Für beide ist der historische Webrahmen einfach nur ein Gestell aus vier Leisten, die in einem Quadrat angebracht sind. Ich denke aber, dass das historische Modell nicht sonderlich transportabel ist. Es sei denn du hast viel Raum in deinem Transportmittel. Eine einfache Alternative wäre hier ein Webergürtel, den man am Körper trägt. Dort wird die Kette befestigt. Du brauchst dann nur noch eine Stelle, wo du das andere Ende der Kette befestigen kannst. Du selbst bringst dann die Kette auf Zug und kannst dann weben. Das wäre meines Wissens nach historisch korrekt und benötigt wenig Platz.
      "Helfen, Wehren, Heilen"
    • Flinkhand ist eine gute Adresse.

      Wenn Du nicht sicher bist, ob Brettchenweben etwas für Dich ist, probier es auf die ältere Art, also die Fäden irgendwo an einem Baum, der Heizung oder einem Möbelstück festbinden und den noch nicht verwebten Teil der Fäden um die Taille oder den Gürtel binden. Dafür brauchst Du keinen Webstuhl. Zum Ausprobieren und Erlernen der Webtechnik und um die Musterbildung zu verstehen reicht das aus.

      (Der Vorredner war schneller)
      Der Überlieferung nach durchtrennte Alexander der Große den Gordischen Knoten mit dem Schwert. Wer kein Schwert benutzen will, muß mit dem Knoten leben oder sich etwas anderes ausdenken.
    • Für das 9. Jhd. gibt es den sog. Oseberg-Webstuhl. Du kannst danach gerne mal im Netz suchen, aber ganz ehrlich, der ist nicht Anfängertauglich. Ich selbst webe äußerst ungerne damit und er steht bei mir meistens als Deko rum.

      Ich habe vor einiger Zeit einen Blogbeitrag geschrieben, was man beachten muss, wenn man sich einen Webstuhl zulegen will, vielleicht hilft dir das weiter Zum Link

      Ansonsten stimme ich meinen Vorrednern zu: erst Technik erlernen, dann teure Ausstattung machen/kaufen. Was bringt es, wenn dir die Handarbeit nicht liegt?
      Ich bin nett, höflich, liebenswert und zuvorkommend...
      wenn ich schlafe.

      Meine Seite übers Brettchenweben http://www.aisling.biz
    • Wenn du wieder genügend Geld für Literatur zur Verfügung hast, empfehle ich das Buch von Claudia Wollny, Tablets at work (deutsch/englisch). Sie erklärt hervorragend die Grundprinzipien und verschiedene Techniken.
      Im Gegensatz zum Trittwebstuhl hat ein (historischer oder moderner)Brettchenwebstuhl keine ausschlaggebende Funktion beim Weben, im Prinzip ist es nur ein Behelf zum Halten der Kettfäden. Die Musterung beruht allein auf der Handhabung der Brettchen.
      Marled
      Kleidermotte in historischen Textilien aus Leidenschaft - näheres ist in meinem Blog Archäotechnik - textile Fläche zu finden.
    • @Aisling
      Hey, Danke für den Rat.
      Ich bin einfach in Holzarbeiten bewährter als in Textilarbeiten.
      Heißt wenn ich den Webstuhl baue hab ich beim bauen sehr viel Spaß an der Arbeit auch wenn ich dann vielleicht nichts damit anfangen kann. :) In meinem Bekanntenkreis finde ich dann Notfalls jemand der den zu schätzen weiß. Bin aber äußerst lernwillig und auch wenn ich immer etwas länger brauche um ein Prinzip zu verstehen bin ich mir sicher das ich das Teil dann auch benutzen werde.

      Das mit dem nicht Anfänger tauglich glaube ich allerdings.
      vielleicht doch erst mal so ein Webstuhl zum Brettchenweben egal ob Historisch oder nicht.
      Werde da schon was finden.
      Danke

      @Wilhelm von Sunderburg
      Brettchenweben würde ich gern machen da ein Rechteckmantel in Planung ist,
      Und Stoffe weben würde ich aus Prinzip gern lernen da ich Grundsätzlich vorhabe meine Kleidung selbst zu machen. Vollständig. Nicht nur für Veranstaltungen sondern generell. Auch wenns mir keinen Spaß machen sollte :)

      @Raginhild
      Danke auf jeden Fall das mit dem Brettchen weben ohne webstuhl werde ich ziemlich sicher machen da ich einen Stuhl mit Sicherheit nicht fertig kriege bevor ich eine Brettchenborte brauche...
      Ich hoffe ich krieg das zusammen. Hat auf so einem Stuhl einfach angenehm ausgesehen. :)

      @marled
      Danke das könnte schon meine Preisklasse sein. Werd mal schauen ob ich irgendwo ein exemplar auftreiben kann.

      Danke auf jeden Fall für Tipps und Rat.
      liebe grüße
      Schweden Waräger 9. Jahrhundert in Arbeit
      Mongolischer Krieger unter Temujin 12. - 13. Jahrhundert in Planung