Töpfern ??

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    • moin
      Meine Gruppe und ich wollen im Frühjar auf nem markt einen Grubenbrand machen ..
      mein Wissenstand ist Becher sind aus Ton :D das wars ....
      geht mir nun erst mal darum wie bekomme ich aus einem klumpen ton einen Becher
      was für teniken gibt es da ohne sone drehscheibe einen Becher herzustellen
      mit dem Brennen kan ich mich dan ja im frühjahr beschäftigen ;)
      mfg
      a.kieselbach
    • Mal ausprobieren?
      Buch kaufen und ausprobieren??
      Geh halt in einen Hobbyladen und kauf Dir einen Klumpen Ton und ein Hobbyheft, und los geht´s!
      Sowas kann man doch sowieso nur praktisch kennen lernen.
      Ich bin leider auch immer etwas empfindlich, wenn jemand bei Null anfangen will und sich hier vom Forum einen kostenlosen VHS-Kurs verspricht.
      Aber zum Glück sind nicht Alle so...
    • Hallo Freddy,

      Wenn Ihr Ton besorgt, dann müsst ihr den zuerst mal gut durchkneten. Becher lassen sich eigentlich ganz gut mit Hand ohne Scheibe formen und danach mit viel Wasser innen und außen glätten. An einfachsten geht es, wenn ihr einen Holzbecher als Grundform habt um den ihr "herumtöpfern" könnt. Der Holzbecher sollte aber zuerst ein paar Tage gewässert werden, dann getrocknet, ganz fein abgeschliffen und vor Gebrauch wieder gewässert werden (1 Stunde reicht i.d.R) damit er aus dem getöpferten Becher wieder leicht herausgeht. Natürlich sieht dies nicht so schön aus wie auf der Scheibe getöpfert, aber es funktioniert. Wenn Ihr es richtig machen wollt braucht Ihr natürlich ne Scheibe mit Fußpedal.

      So jetzt bin ich überfragt wie man die herstellen könnte. Frag doch mal Tante Gugel.

      LG
      Bernard de Noyer :ritter15

      Dienstmann auf dem Castrum Winenheim unter dem Banner des Kloster Lorsch 1180-1230

      winenheim.de
    • Ton ordentlich durchkneten, wie Bernard sagt, ist sehr wichtig. Einen Klumpen Ton dann zur Kugel formen und immer wieder mit Schmackes auf die Arbeitsfläche pfeffern. Schön von allen Seiten, das drückt die Luft raus.
      Dann würste formen, etwas dünner als ein kleiner Finger (ich geh von Männerfingern aus, sonst würd ich sagen: So dick wie ein kleiner Finger).
      Schneckenförmig zusammenlegen, das wird der Boden. Mit nassen Fingern die Rillen gut verstreichen. Nun mit weiteren Würsten die Becherwände aufbauen, immer gut von innen und außen verstreichen. Das gibt ne sehr einfache Form, aber man kann daraus trinken.
      Je nachdem, wie man die Würste übereinander legt, kann man die Becherwand auch nach außen oder innen wölben, aber das ist für einen blutigen Anfänger nicht einfach.
      Schalen kann man nach dem gleichen prinzip formen. Hab mir selber erst neulich einen "Spucknapf der Großen Göttin" gemacht ^^
      Ich mache niemals den gleichen Fehler zweimal.
      Schließlich gibt es noch so viele zur Auswahl!
    • Ohne Drehscheibe wirst du Becher in Aufbaukeramik (wie früher in der Schule, Würste rollen und aufeinanderbauen...) herstellen.
      Wenn die gut aussehen sollen, dauert die Herstellung schon ihre Zeit. Dann muss das Zeug tagelang trocknen und dann im empfindlichen Zustand zum Markt transportiert werden.
      Da sollte man es sich schon überlegen, ob man die dann probehalber im ersten Grubenbrand zerscherbelt.
      Vielleicht solltet ihr da eher mit kleineren Teilen (Figürchen, Wirtel, Murmeln) anfangen, die sind robuster und überleben wahrscheinlicher den Grubenbrand.

      Vor allem dauert ein Grubenbrand doch ewig - und sieht, wenn die Grube erst mal zu ist, auf nem Markt ja doch nicht mehr so spektakulär aus... :|
      Zumal die Grube doch lange die Hitze hält und unabgekühlt nicht ausgeräumt werden sollte (Temperaturschock/ Sprunggefahr) - da sitzt ihr evtl noch, wenn der Markt schon fertig ist!
      "It is no bad thing to celebrate a simple life."
      (Bilbo Baggins)
    • Wo ich jetzt schon zwei mal durchkneten lese - ich habe auch gelesen, dass man durch unsachgemäßes Kneten mehr Lufteinschlüsse in den Ton reinkriegt als raus - so luftfrei wie den Batzen aus der Packung bekäme man den Ton nie wieder.
      Das fand ich auch logisch und habe den Ton dann direkt in Scheiben geschnitten und die dann in Stangen und die dann zu Würsten gerollt...
      Hat super funktioniert, alle Becher haben überlebt!
      "It is no bad thing to celebrate a simple life."
      (Bilbo Baggins)
    • Das stimmt. Wenn du den Ton abgepackt kaufst und frisch verarbeitest, bloß nicht durchschlagen! Das macht mehr Probleme als es nutzt, wenn man falsch schlägt.

      Wenn du deine Gefäße im Grubenbrand brennen willst, darf der Schamottanteil meines Wissens nicht zu niedrig sein. 25 % + Die Angabe findest du auf der Packung. Die Schamotte gleicht beim Brennvorgang die Spannungen bei ungleichmäßiger Erwärmung etwas aus und lässt die Gefäße nicht so schnell springen. (Ganz salopp gesagt) Außerdem ist das Freihandtöpfern damit etwas einfacher, weil die Gefäße im nassen Zustand nicht immer so schnell zusammensacken. ;) Historischer Schamottanteil für meine Darstellungszeit (800, Heithabu) sind 30% bis 40% - aber das bekommt man nicht zu kaufen. ;)


      Praktische Tipps: Schau in Hobbyforen im Internet oder beste Methode: Ausprobieren!
      Da der erste Grubenbrand wahrscheinlich eh mehr Bruch als Gefäße ergeben wird, ist es nicht schlimm, wenn die ersten Gefäße runklig sind ;)
    • Also, ihr wollt im Frühjahr auf einem Markt eine Grubenbrandaktion starten??? Das habe ich so richtig gelesen???
      Die Bemerkung "Vom Brennen habe ich keine Ahnung" ist da eigentlich überflüssig.

      Was die Schwierigkeiten an Zeit und Materialbedarf angeht, könnte einfaches Suchen mittels einer Suchmaschine hilfreich sein, zu den verwendbaren Tonarten und der Verwertbarkeit kann auch das I-Net helfen, es bedarf da sicher einiges an Suche.

      So mal eben "die Praxis übe ich im Frühjahr im Garten", kann so schwer nicht sein....
      Du brauchst einen großen Garten und sehr tolerante Nachbarn, denn das Feuer wird etwas größer und zwischendrin gibts auch noch "ein wenig" Rauchentwicklung.
      Zum Üben des Töpferns selbst wäre es allerdings gut, jetzt schon mal die zukünftigen Gefäße zu töpfern und erstmal einen Teil vom Töpfer/bei der VHS brennen zu lassen, um ein Gefühl für Tone zu kriegen
    • Hallo Freddy,

      hier gab es ja schon reichlich Tipps.
      Vor geraumer Zeit habe ich mch mal mit Töpferware probiert allerdings nicht mit Grubenbrand.

      Ich habe damals die Töpferware aus einem Ballen herausgeformt, das ging auch.

      Natürlich ist ansonsten die benannte Aufbaumethode für Keramik ohne Drehscheibe zu wählen.

      Im Töpferhaus des Vikingecenteret in Ribe/DK steht allerdings auch eine einfache Variante einer Töpferscheibe - ggf. hat man dort die Scheibe gewählt auch ohne tatsächliche Wikingerzeitliche Fundvorlage aus Ribe.

      Die Importkeramik jener Zeit dürfte jedoch von der Töpferscheibe stammen, viele dieser Fundstücke entstammen dem Rheinland Badorfer- und Pingsdorferkeramik.

      Übrigens nahe Emden in Aurich gibt es , oder gab es eine Töpferei die Modernes fertigt aber sich Wikingertöperei nannte.

      Alles Gute und ggf. sieht man sich einmal.

      Frühmittelaltermarkt 13 & 14.09.2014 in Wesel - Diersfordt am Niederrhein.

      Grüße sendet Olegsson :wiki4
    • Macht erst mal ein paar Versuche mit professioneller Betreuung und modernem Ofen. Töpfern macht man nicht mal so hopplahopp mit tollem Ergebnis und einen Grubenbrand schon gar nicht, das kann sogar beim falschen Untergrund eine risikoreiche Sache für euren Veranstalter werden. Ihr arbeitet da mit hohen Temperaturen und empfindlichen Material, das viel Fachkenntnis benötigt.
      Sichel und Pflug - mein kleines Steinzeit-Projekt

      Mitglied der Wienischen Hantwërcliute, Handwerksdarstellungen aus Wien um 1350

      Unsere Webseite
    • Spezi auf dem Gebiet Handformkeramik genauso wie Feld und Grubenbrand ist André Schlauch (Urkeramik),einfach die Suchmaschine anwerfen und du findest seinen Blog,Einen Becher formt man einfach in der Hand und fängt Kegelförmig an und dann von Innen nach Außen,zum vorführen Formt er ein Objekt und es wird dann gleich vorsichtig am Feuer getrocknet bis es dann irgendwann soweit ist ,es in einem Holzhaufen von Außen nach Innen zu brennen,also wer geduldig ist kann an einem Tag auch gleich sein/e Objekt/e mitnehmen.

      Gruß Maik
    • Auhweh: Wenig bis Null Ahnung vom Töpfern, und dann gleich Grubenbrand vorführen wollen?
      Mein Tipp: erstmal ein wenig im heimischen Garten experimentieren und 1 Jahr mindestens warten.
      Ansonsten ist es wie beim Schwertkampf: nur weil man ein Schwert besitzt, sollte man sich nicht gleich mit den Joms anlegen ;)