Es geht um die WURST!

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    • Es geht um die WURST!

      Servus miteinander,

      hier mal ein eher abgefahreneres Thema, für das ich gerne etwas zur Erklärung hinzufügen möchte.
      Im Rahmen unserer zukünftigen Belebungen in Bärnau kamen wir auf die Idee mal nicht nur selber zu kochen - nein auch weitere Zubereitungen würden uns interessieren. Näher bezeichnend das wursten. Jetzt habe ich das Glück einen Arbeitskollegen zu haben der zufälliger weise nebenbei selber Wurst macht und da wir neulich Mittags ein wenig Zeit und ers ein Anschauungsmaterial am Teller hatte kam ich auf die Idee in ein wenig zu fragen wie das denn von statten geht. Und an dieser Stelle wurde es seeeeeeehr interessant, denn:

      - ich musste erkennen, dass es nur zwei Möglichkeiten gibt eine Wurst herzustellen, bzw. eine "Bindung" zu bekommen:

      1. Fleischwolf

      2. Wurst muss im Kessel mit heißen Wasser gebunden werden

      Ersteres brachte mich auf eine Recherche, welche sich als schwer erweißt. Was ist der älteste Nachweis für einen Fleischwolf? die Frage ist deshalb so interessant weil Bratwürste in Nürnberg seit 1313 nachweisbar ist. Um das aber hinzubekommen reicht es nicht das Fleisch zu schneiden, man benötigt einen Fleischwolf oder muss die Wurst in den Kessel hängen. Ergo, wenn es keinen Nachweis für einen Fleischwolf gibt muss es entweder eine andere Methode gegeben haben oder alle Würste des Mittelalters waren Kesselwürste - ausnahmslos.

      Daher mal meie Anfrage - vielleicht hat ja jemand einen Nachweis. Gesucht wird der älteste Fleischwolf.

      Na dann Mahlzeit ....
    • Amici schrieb:

      Gesucht wird der älteste Fleischwolf.

      Hab´ich wohl gelesen.

      Dennoch halte ich es für wahrscheinlich, dass die kleingeschnittenen Zutaten gemörsert wurden.

      Das Ergebnis ist vergleichbar und der Mörser ein alltägliches Küchengerät.
      Meine angestrebte Darstellung: Handwerker (Snitker / Kunthormaker) in der 2. Hälfte des 15.Jh., Region Pommern/Stralsund
    • Hab mich da gerade auch mal ein wenig umgesehen. Hab aus der 12 Brüderstiftungnur einige Abbildungen von Würsten (bzw. es hängen Teile im Bild rum die ich für Würste halte), nen Fleischwolf habe ich da aber auch nicht gesehen (Abbildungen waren mitte 15. bis Anfang 16. Jhd.). Auf Wikipedia steht leider nur das der Fleischwolf das Wiegemesser und andere Küchenwerkzeuge ersetzt hat aber das war es auch schon wieder. Die Googel Suche nach dem ältesten Fleischwolf war auch recht unereignisreich, ausser das der zweite Treffer hierher führt.
      Meine Zurechnungsfähigkeit wird wie kalter Fisch am besten Freitags oder auf einem Laufband serviert.
      (von mir, Ende 2013)
      Bei philosophischen Sprichwörten die von fliegenden Fliegenpilzen presentiert werden, ist eine gewisse Skepsis angebracht!
      (von mir, vorhin)
      Ich bin für intelligente Wissensabwehr, wenn das nicht hilft nehm ich nen Hammer.
      (ich, Wilnsdorf Oktober 2014)
    • Ich bin mir nicht sicher, dass das mit dem Wolfen oder Brühen so stimmt...
      Wenn man fein wiegt, bekommt man auch eine sehr feine Masse. Und das Fett, Blut, Innereien, was man alles noch in die Wurst machen kann, tut ja auch das Übrige beim Trocknen oder Räuchern, damit die Wurst fest wird.

      Hier hab ich mal eine Ratsverordnung gefunden

      "Alle sweinen lentpraten sol man in die wurste hacken. Swer si anders verkoufft, der gibt zwên schilling, als dicke und er daz tůt."

      Aus dem Satzungsbuch der Stadt Nürnberg, 1302-1315

      da steht ganz eindeutig "hacken".


      Bei Homer war die "Wurst" ein mit Blut und Fett gefüllter Ziegenmagen

      „Höret, was ich euch sage, ihr edelmütigen Freier!
      Hier sind Ziegenmagen, mit Fett und Blute gefüllet
      Die wir zum Abendschmaus auf glühende Kohlen geleget.
      Wer nun am tapfersten kämpft, und seinen Gegner besieget;
      Dieser wähle sich selbst die beste der bratenden Würste.“
      (Übersetzung von J. H. Voß)

      Auf diese Art . mit Blut, Fett, kleinen Fleisch- und Innereienstückchen gefüllte Därme - kann man heute noch Blutwurst machen, die nicht gekocht, sondern heiß geräuchert wird.

      Der Fleischwplf wurde jedenfalls erst Mitte des 18. jahrhunderts von Karl Drais erfunden.
      Da es aber zweifellos schon vorher Würste - und nicht nur Kesselwürste! - gab, muss es anders funktionieren.
      Ich mache niemals den gleichen Fehler zweimal.
      Schließlich gibt es noch so viele zur Auswahl!
    • @Silvia: Meinst du das mit dem mehrklingigen Wiegemesser? Ich kenne davon keinen Film, nur Fotos, aber vermutlich meinst du dieselbe Aktion.

      @Amici: ich bin auch der Meinung, dass das Fleisch gehackt wurde. Wenn man das ausgiebig macht, bekommt man eine hackfleischähnliche Masse, die ideal für Bratwurst ist. Und für ganz feines Brät musste noch der Mörser ran.

      Darstellungen kenne ich leider auch keine, mir sind bislang auch immer die fertigen Würste und Pasteten begegnet.
      Wahrhaft groß ist der Mann, der niemandes Herr und niemandes Knecht sein will. *Khalil Gibran

      Jeder weiß dass das Geld nicht auf der Wiese wächst und essen kann man's auch nicht aber brennen tut's gut, verheizen tun wir Weizen und die Rüben und den Mais und wenn wir weiter so heizen ja dann brennt der Hut! *Hubert von Goisern
    • bei den "geschmacksjägern" (oder wie auch immer die doku heißt) war anfang des monats zu sehen, wie fleisch mit 2 hackebeilchen auf nem holzklotz zu 'wolfsstärke' zerkleinert wurde. denke das passt zu den aussagen meiner vorposter
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      Die Chabos wissen wer der Babbsagg ist
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    • Silvia schrieb:

      Hier war vor langer Zeit mal ein Video verlinkt, in dem Fleisch mit dem Messer so lange zerkleinert wurde bis es regelrecht zermust war.
      Weiß zufällig noch Jemand ob und wo es das gibt ?

      Das war hier im Thema "Hackfleisch in der Lagerküche".
      Dort habe ich das Video wiedergefunden.



      Quelle: youTube / Tudor Cook
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    • geht man nach den Ausführungen im Fichtelgebirgs-Museeum in Wunsiedel, wurde alles GEHACKT. Wie bei den Berufsunterscheidungen beim Schmied (Hufschmied, Waffenschmied, Nagelschmied etc.) gab es her auch den eigenständigen Beruf des Wursthäckers. So zum. lt. den Schautafeln im Museum, wenn ich mich da recht erinnere. Da fällt mir ein... da sollt ich auch mal wieder hin....
      Lectori salutem.
    • un e rischdisch bratworscht is eh grob.


      Ich übersetzte mal von Handy-Deutsch in Forensprache: Und eine richtige Bratwurst ist eh grob.

      Haste Feuer


      PS: Wo er recht hat hat er recht :)
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