Blattgold und Schlagmetall

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    • Ich habe ein mal probiert Blattgold anzubringen. Das hat eher unglücklich geendet, darum ist es bei einem Mal geblieben.

      Ich hatte einen Zinnguss einer Brosche angefertigt, auch das schon als Techniktest und nicht aus Bedarf. Nachdem der Guss sehr gut geworden war, das Ganze aber noch etwas fad aussah, kam die Goldidee.

      Im Prinzip ist es ganz einfach:
      1. Vergoldermilch (Anlegemilch) gleichmässig aufpinseln. Das Zeug kannst Du entweder teuer kaufen oder aus Gummi arabicum mit Wasser billig anrühren. Ist das Gleiche.
      2. Die Goldfolie faltenfrei auflegen. Das schreibt sich echt leicht, habe aber keine Ahnung, wie das gehen soll.
      3. Mit einem feinen, weichen Pinseln die Folie in die Vertiefungen, Rillen und Kanten stupsen.
      4. Trockenen lassen. Also 1-2 Tage nicht angreifen.

      Wie ich feststellen musste, gibt es gute Gründe, dass das früher ein mehrjähriger Lehrberuf war. Weil ich Gold eh nicht mag und mir das Erlernen von richtig schön vergolden zu mühsam ist, habe ich das nicht weiter verfolgt. Mein Erstlingswerk liegt im Bücherregal. Hatte es vor zwei Wochen wieder in der Hand. Eigentlich eh nicht so hässlich - aber viel zu weit weg von anständigem Handwerk. :thumbdown:
    • Die Folie wird in Stückchen gezupft und zwar mit einer Pinzette bzw. mit Skalpell in Stückchen geschnitten. Auflegen immer mit Pinzette, niemals das Schlagmetall mit bloßen Fingern berühren! Die kleinen Stückchen kann man auch mit einem Echthaarpinsel auflegen. Den pinselt man sich vorher selbst über die Wange, das Hautfett hilft dabei, dass das Folienstückchen auch am Pinsel hängen bleibt.
      Ich mache niemals den gleichen Fehler zweimal.
      Schließlich gibt es noch so viele zur Auswahl!
    • So weit habe ich das schon getestet, das Equipment ist da und im Netz gibt es reichlich Videos zu wie geht das. Pinzette würde ich nicht nehmen, Pinsel geht aber ganz gut.
      Mir geht es ganz genau wie Andi - ich weiß nun warum das ein Ausbildungsberuf ist/war. Genau DAS habe ich auch gedacht.
      Zum Testen habe ich einfache Motive auf Holz gebracht, das hat schon mal geklappt. Allerdings aus Alu.

      Ist Blatt Alu im verhalten anders als Blatt Gold ?
      Wie ist es mit der Haltbarkeit ?

      Im Fred zu den Wikingerbörsen habe ich von vergoldeten Leder gelesen, wollte den Fred aber nicht mit Off Topic zumüllen.
      Das kann ich mir so gar nicht vorstellen, so etwas weiches mit ner Metallschicht zu versehen, die nicht ins Leder eindringt.
      Neue Seite mit Blog : zeitensprung-handweberei.de
    • Blattgold auf Leder geht recht gut, ich habe als Anlegemittel Kölner Miniatum verwendet, das wurde mir von einer Fachfrau dafür empfohlen. Soll mit Eiweiß auch gehen, habe ich aber noch nicht probiert.
      Die Ergebnisse sind hier zu sehen:
      sutor.jimdo.com/belts/gommern-belt/
      sutor.jimdo.com/shoes/roman-shoes/late-roman-mule/

      Eine leichter zu verarbeitende Variante von Blattgold ist Transfergold. Dabei ist das Blattgold auf einem dünnen Blatt Pergamentpapier aufgebracht und läßt sich so schön zuschneiden und aufbringen.
      Viele Grüße,
      Martin

      sutor.jimdo.com
      facebook.com/leatherworkthroughtheages
      legio8augusta.de
    • Ich hatte das große Glück in der überbetrieblichen Ausbildung einen Ausbilder aus Bayern zu haben der von seinem Vater den Beruf des Kirchenmaler erlernt hatte. Neben Marmor aus der Tube, das er quasi nebenbei aus dem Handgelenk anfertigen konnte, war vergolden eine seiner Fähigkeiten die einen erblassen lassen konnten. Es gilt beim vergolden keine Angst, sondern Respekt zu haben. Außerdem kommt man um das passende Werkzeug nicht herum das es im Malerfachhandel zu kaufen gibt. Auch das Anlegemittel, die Mixtion ist dort zu bekommen. Das Internet ist keine Option dafür da meist die Fachverkäufer in der wirklichen Welt (die sind meist wirklich vom Fach, also gelernte Handwerker) nützliche Tips geben können. Nach dem Aufbringen der Mixtion muss man warten bis sie quietscht. Die Probe ob es so weit ist macht man auf einem Probierstück. Dazu wartet man etwas ab und fährt mit dem Finger über die bestrichene Fläche. Quietscht es dabei ist die Zeit zum Anlegen des Blattgoldes gekommen. Klebt es, ist es zu früh, entsteht kein Geräusch ist es zu spät. Eiweiß ist die ursprüngliche Version des Klebers und sogar etwas leichter zu handhaben. Bei der Ausbildung ließ es sich der Ausbilder nicht nehmen es zu zeigen. Das Anlegemittel stinkt nicht und ist in jedem Supermarkt zu haben. Der Pinsel kann zudem mit Wasser ausgewaschen werden. Von Schlagmetall würde ich die Finger lassen. Ohne zusätzliche Klarlackierung läuft dieses Metall relativ schnell an. Das gilt besonders im Außenbereich. Blattsilber muss in jedem Fall durch Klarlack geschützt werden da es grundsätzlich die Eigenschaft hat schwarz anzulaufen. Blattaluminium ist eine Alternative dazu jedoch nicht im Zusammenhang mit einer A Darstellung.
      Fides et Robur