Entscheidungshilfe für nen Slawen. ;-)

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    • Entscheidungshilfe für nen Slawen. ;-)

      Moin alle zusammen,
      ich brauch mal allgemein ne Entscheidungshilfe.
      798 n.C. Slawe, relativ gehobener Stand.....ach so....und männlich.

      Ich muss mich gerade entscheiden, ob ich bei meiner Tunika nen Reiterschnitt (vorne und hinten nen Schlitz um besser im Sattel zu sitzen) mache oder nicht.
      Die Tunika soll ca. Knielang werden und und hat an den Seiten je einen Keil.
      Damit ich besser auf dem Pferd sitzen kann, bin ich jetzt am Schwanken, vorne und hinten noch nen Keil oder nen Schlitz.
      Da die Fundlage nicht wirklich dicht ist ( :nein ) hoffe ich auf nen guten Tip von euch.


      Ich danke euch jetzt schon mal und freue mich über jede Anregung.
      Wer die Gegenwart begreifen will, muss die Vergangenheit verstehen. :bahnhof
    • AD 798 ist deutlich vor meiner Zeit, aber da Du offensichtlich die freie Wahl hast, rate ich Dir zu einem Reitschlitz vorne und hinten, in die Du je zwei Geren einnähst. Die beiden Geren nicht miteinander vernähen, sondern sie sollen überlappend fallen und den Reitschlitz im Stand und beim Gehen optisch verdecken. Beim Reiten fällt dann das Gewand am schönsten und rutscht am wenigsten hoch. Ist halt aufwendig.


      Freundliche Grüsse
      Gerald von Ameningen
      http://www.die-ameninger.com/
      http://www.historia-sanegauns.com/
    • Moin Drasco,

      mir sind Knielange Tuniken mit Reiterschlitz aus deinem dargestellten Zeitraum eher unbekannt. Ich hatte hier im Forum an anderer Stelle schon mal eine grobe Übersicht über Tunika-Formen vom 3. Jh. bis 15. Jh. verlinkt.


      Es gibt aber einige Tuniken mit Seitenschlitzen, für deine Darstellung und Region wäre folgende Tunika vielleicht etwas:


      Tunika von Bernuthsfeld, Emden, 8. Jh.

      http://www.mittelalterakademie.de/admin/…p?aktion=tunika

      http://de.wikipedia.org/wiki/Mann_von_Bernuthsfeld


      Beschreibungen zu der Tunka findet man auch bei

      Kleidung im Mittelalter, Katrin Kania
      Gruß Jehanne :ritter07

      Sine metu !!!
      GvE - die Grün-Gelben
    • Geht mir ähnlich, vorne/hinten geschlitzte Tuniken sind mir aus dieser Zeit nicht bekannt. Ein relativ kleiner Schlitz seitlich ist stattdessen Standard.
      Der Kittel von Bernuthsfeld ist ein klassisches Beispiel für eine Standard-Tunika aus dem vermutlich 8./9. Jahrhundert. Er ist aber weder slawisch noch höheren Standes (eher im Gegenteil, der Mann war ein einfacher Torfstecher)
    • Also ich komme mit meiner Tunika auch ohne vorderen und hinteren Schlitz auf dem Pferd gut zurecht. Und eine knielange Tunika wird mit dem Gürtel ja noch gerafft.
      Zwei Dinge sind unendlich- das Universum und die menschliche Dummheit. Nur mit dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher. (Albert Einstein)
    • Drasco schrieb:

      798 n.C. Slawe, relativ gehobener Stand.....ach so....und männlich.

      ich erlaube mir ein Kommentar dazu schreiben...
      798 n.Ch. gabs eigentlich bei den Slawen kein gehobener Stand. Slawen lebten in Gruppen die allein für sich Entscheidungen traffen und nur für "militärischen" Aussenandersetzung wählten den mit grössten Erfahrung und Mutigdten als Führer. Ausserhalb dises Zait den entscheidenden Wort beim Beratungen usw hatten Slawische Prister.
      S.g. erhobene Stand entwickelte sich erst zw. IX-X Jh...als der not war Burgen zu bauen und Militärische Einheiten (Druzyny) zu halten.
      Natürlich, Ich rede jetzt über die Polabische Slawen denn im Jahre 623 wurde erstes Slawisches Statt gegründet der nach Tod seines Führers "Samo" ist aussenandergefallen. Doch, die Strukturen sind gebliben und auf Fundamenten des Samo Staates im Jahre ca. 830 , Mojmir gründete Großmorawische Staat...
    • Moin

      Ah das ist auch wieder interessant....werter Freund Jaksar

      Welche Belege und schriftlichen Aufzeichnungen gibt es zu

      diesem Thema...? Das sogennannte Samo - Reich als Vorbild?

      Für den Stammesverband der Obodriten? Das sind im übrigen

      Wagrier, Polaben, die eigentlichen Obodriten und Warnower........

      Welche Polaben meinst Du? Die, die in Polabien zwischen Alt - Lübeck, Ratzeburg

      und der Elbe siedelten.......

      Ansonsten es grüßt der Benzino
      Wer überall Bedenken hat, gelangt auf keinem Weg zur Tat...
    • mein lieber Benzino..also Belege gibts genügend, zu erst empfehle ich Moszynski und Sein 3 Tomiges Werk der bis Heute die Grundlagewissen für Archeologie und Etnographie Studenten ist...
      Als zweites, Strzelczyk "Polabiosche Slawen" habe den buch gerade zu ende gelesen und bin zimmlich beeindruck.
      Brückner, +++ Link gelöscht wegen fehlender Quellenangabe +++ usw..usw....

      Polabische Slawen sind für mich alle Slawenstämme der Slawen zwischen der Elbe und Oder... Dazu noch Drewanen (Drzewianie) die vor allem Heute als Wenden genannt werden.

      Ich weiss was Dich bischen Irritiert, viele Wissenschaftler reden über Polaben als nur Nordliche Stämme und die Südstämme als Sorben bezeichnen...
      Obodritten und Lutizen waren Stammesverbände..so was wioe Bundniss die jedoch was auch Ihre Ende beschloss, innerlich zerstritten...
      ----------------------------------------
    • Uiiii

      Zwei wissenschaftliche Werke ( eins davon in drei Teilen) und Deine persönlichen Auslegungen dazu,

      für knapp 400 Jahre slawische Geschichte im nordwestslawischen Siedlungsgebiet. Ach Brückner und

      den guten Ibn Jacub hab ich glatt vergessen......Das aber ein riesiger Haufen von Quellen ( Sic! )

      Wie kannst Du Deine Quellen zusätzlich noch archäologisch untermauern ? Sind das Deine Mutmaßungen?

      Oder wieder Beiträge aus dem polnischen Forum? Das ist eine sehr wackelige Aussage!

      In aller Bescheidenheit, zu diesem Themengebiet stehen 80 ( in Worten "Achtzig") wissenschaftlich

      Werke, darunter Grabungsberichte und historische Ausarbeitungen von deutschen und polnischen

      Wissenschaftlern in meinem Bücherschrank, die sind leider in den meisten Deiner kurz angerissenen

      Aussage, meist anderer Meinung .....Gern schicke ich Dir die dies bezügliche Literaturliste......

      Es grüßt mit der gebührenden Hochachtung der Benzino Napoloni
      Wer überall Bedenken hat, gelangt auf keinem Weg zur Tat...
    • Moin

      Stimmt, hier gibts noch nicht viele Beiträge von mir, schau mal in

      das Forum "Projekt Eisenwald" dort bist Du ja auch Mitglied.

      Dort gibt es jede Menge Beiträge von mir....alle Fachlich und

      sachlich untermauert.....

      Dort kennt man mich als Rübi.........

      Es grüßt der Rübi äh Benzino..... :back
      Wer überall Bedenken hat, gelangt auf keinem Weg zur Tat...
    • Moin

      So zurück zum eigentlichen Thema und der Frage, die gestellt wurde.

      Wie arbeite mich ich eventuell an eine Rekonstruktion heran.

      Sehen wir uns als erstes die Fundberichte und die wissenschaftlichen

      Publikationen an.

      Was gibt es an Funden?

      Ralswiek auf Rügen ist ein Handelsort der seit dem Ende des 8. Jahrhunderts

      und eventuell schon früher besiedelt war. Dort gibt es den Fund einer Fellmütze,

      eines Wollstrumpfs bzw. Wollstiefels und eines Handschuhs. Das sind die zur Zeit

      die einzigen Bekleidungstücke die im nordwestslawischen Siedlungsgebiet gefunden

      wurden. Sie datieren in die Anfangszeit des Handelsorts.

      Dann haben wir noch über die Jahrhunderte verteilt Funde von Stoffresten.

      Da wären ein paar Stückchen Leinenstoff aus Gr. Raden ( 9./ 10. Jh.).

      Die Reste von Wollstoffen aus der Burg Lenzen ( Ende 10. Jh. ) .

      Und die Stoffreste aus der Siedlung Parchim – Löddigsee ( 11.Jh. )

      Das sind die zur Zeit mir bekannten Funde.

      Zusätzlich haben wir Abbildungen von bekleideten Personen, die

      auf den Bildsteinen auf Rügen abgebildet worden sind.

      Dazu gibt es noch ein kleine Bronzefigur aus Schwedt, auf deren

      Gestaltung man sich berufen könnte......

      Das sind also die Vorlagen für einen Rekonstruktionsversuch.



      Hier noch die entsprechenden Quellen zum nachlesen:


      Ewald Schuldt
      Groß Raden ein slawischer Tempelort


      des 9./ 10. Jahrhunderts in Mecklenburg
      Akademie Verlag Berlin


      Dietlind Paddenberg

      Die Funde der jungslawischen Feuchtbodensiedlung

      von Parchim – Löddigsee, Kr. Parchim,

      Mecklenburg – Vorpommern

      Reichert Verlag Wiesbaden



      Ralswiek auf Rügen
      Die slawisch wikingischen Siedlungen und deren Hinterland
      Teil II


      Kultplatz, Boot 4, Hof, Propstei, Mühlenberg, Schlossberg und Rugard
      von Joachim Herrmann



      Slawen an der unteren Mittelelbe


      Untersuchungen zur ländlichen Besiedlung,


      zum Burgenbau, zur Besiedlungsstruktur


      und zum Landschaftswandel


      Reichert Verlag Wiesbaden
      Wer überall Bedenken hat, gelangt auf keinem Weg zur Tat...
    • Sehr schön Rübi, ich kenne bereits die Quellen die offt (o Wunder) bei Freha genannt wurden im Bezug auf Gewandung, Persönnliche Ausrüstung usw... Nur was hat das zu tun mit den Ritualen Wie Jare Gody, Kupala, Ahnenfest, Godowe.. usw .. usw...? Hier müssen Wir (eigentl. Etnografen) offt auf erhaltene bis heute Sitten greifen und aus denen etwas rausholen was damals im Brauch war...
      Problem bei den Slawen ist, das Sie Ihre Toten verbrannt haben und in Kurhanen (Hügelgräbern) beigesetzt deshalb sehr wenig hat sich bis heute erhalten.
      Leider ist es auch zu leicht zu verwechseln die Slawen mit Sachsen und Deutschen die seit dem X Jh Massiv die Gebiete der Slawen besidelten und kolonialisierten... aber dass lasse ich eigentlich den Archeologen rauszufinden ;)
      Grüsse
      Jaksar
    • Jaksar das ist hier die Abteilung historische Grundlagen. Mündliche Überlieferung ist keine historische Grundlage. Und es ist auch nicht anmaßend oder Sache der Fachleute sich an das was wirklich vorhanden ist, zu halten.
      Mythen sind ein ganz anderes Thema, ebenso altes Brauchtum. Wenn man überlegt, das Brauchtum von Generation zu Generation ein wenig verändert wurde, würde ich nicht darauf vertrauen, das sich Gebräuche über Jahrhunderte durch die Höhen und Tiefen der Geschichte unverändert erhalten hat.
      Neue Seite mit Blog : zeitensprung-handweberei.de
    • Hallo Silvia,
      "Abteilung" heisst: "Entscheidungshilfe für Slawen" und ich nehme an, das hier geht vor allem um einen Mitteilung warum Herr "X" oder Frau "Y" sich für Darstellung der Slawen entschieden haben :) Allgemein ist das Mittelalterforum offen für alle Themen nicht nur "A" Darstellung ;)
      Aber zu Thema:
      Natürlich die Grundlage der Materieller Kultur für Reenactement begeisterte, besonders s.g. "A" Darsteller sind Funde und Wissenschaftliche Erkenntnise aus dem Gebiet Archeologie... und das ist Gut...
      Doch die wichtigste Quelle für Rekonstruktion der Ritualle, Religion usw..also Geistliche Kultur sind zb. erhaltene Bräuche und Traditionen und darüber habe ich gesprochen.

      Wenn Wir mal irgendwann uns überlegen wie zb. haben die Slawische Frauen Schleferringe getragen und welcher Schmuck, was für Bekleidungs Schnittmuster passt am besten, dann können Wir zurückgreifen auf Schriftliche Quellen die zb. Rübi bereits genannt hat und mit anderen die zb ich oder jemand anderer hat vergleichen. Ich baue meine Erkenntnise nicht nur auf paar Deutschsprachigen Schriftquellen sondern auch auf Quellen aus den Slawischen Ländern (vor allem Westslawen)...die Braite des Thema ist sehr sehr weit...

      Wenn ich irgendwo auf einem Forum oder in Diskussion Wort nehme, erwarte ich von denen die mitdiskutieren eine Merytorische Wissens austausch. In einem Freundlichen Ton und Neugiere von beiden Seiten kann jede für sich was Interresantes finden. Ich mag nicht, wenn jemand stellt sich über anderen und auf Grund von paar Büchern stellt undiskutabel Behauptung ohne sich die mühe zu geben auch andere Stellung sich anzuhören oder versucht andere Seite zu schmälern. (Ech Deutsche Sprache Schwirige Sprache)

      Slawen sind ein Wunderschönes Geheimnissvolles Volk, mit wunderschöne Geistliche und Materielle Kultur und es ist noch sehr viel zu endecken deshalb lieber zusammenarebeiten als Zweifeln und andere versuchen zu belächeln...

      Persönnlich habe ich ein Risiges Respekt und Achtung den Menschen gegenüber die sich die mühe nehmen den schweren Thema der Slawen nachzuforschen, besonders die Thema dieser Slawen, die Heute von den Behörden gern Verschwiegen werden...(so schreibt man das?) Das Betrifft auch Reenactements Aktiven :)

      Mein Thema ist vor allem Geistliche Kultur der Slawen...und hier kann ich eniges erzählen.. bei allen anderen höre ich gern zu :)

      Schönes Abend
      Jaksar

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Jaksar ()

    • Moin Jakasar

      Es ist doch ganz einfach, im ersten Eintrag fragt Drasco welche Gewandung für eine gehobene

      Darstellung um 798 zur Verfügung stand. So, da wollen und haben wir uns hier herangearbeitet.

      Dazu wurden die vorliegenden Quellen und Diskussionen genutzt.

      Wie schon Silvia schon geschrieben hat, hilft da die Mytholgie und Ethnologie nicht weiter.

      Da die Themen Mythologie und Ethnologie Dein Hauptinteresse sind, bist Du hier im falschen

      Thread.

      Zum Glück gibt es den Haupt - Thread Mythologie hier im Forum, dort kannst Du sicherlich

      Deine Vorstellungen den Mitgliedern zur Erkenntnis bringen......

      Es grüßt der Rübi

      Und für mich zum letzten Mal :back
      Wer überall Bedenken hat, gelangt auf keinem Weg zur Tat...
    • Jaksar hier liegt ein grundsätzliches Missverständnis vor.
      Bei historischen Grundlagen geht es schlicht um die Fakten, die hat Rübi aufgelistet.
      Das die Slawen viel ertragen mussten, will hier niemand leugnen. Sich solch eine Darstellung auszuwählen, bedeutet auch immer dem dargestellten Volk Respekt zu zollen. In meinen Augen ist es immer auch ein wenig, eine Verbeugung vor den lange verstorbenen Menschen.
      Der Respekt wächst, wenn man versucht sich eine Rekonstruktion egal welcher Art selbst zu fertigen. Das kann man aber nur, wenn man sich an die Vorlagen, also die Funde hält.

      Ihr geht Beide, Du genau so wie Rübi geht mit Respekt an die Sache heran, nur von ganz unterschiedlichen Seiten. Wobei jetzt hier in diesem Bereich des Forum (oben links steht Historische Grundlagen) der Bereich für Fakten = Bücher, Quellen, Funde ist, und Mythologie in den anderen Bereich gehört. Damit man die Übersicht behält und nicht streiten muss. :)
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    • ależ my sią nie kłócimy :)
      Silvia, wenn ich mich mit Thema wie Materielle Kultur der Slawen befasse dann Natürlich greife ich zu Wissenschaftlichen Quellen die mir Zugänglich und Verständlich sind...aus denen zb solcher (leider in poln. Sprache) Werke die durch zusammenarbeit mit anderen Freunden entstehen auch veroffentlichen:
      youtube.com/watch?v=M8vH5-DwCaI
      Mal sehen, villeicht irgendwann finde ich Zeit und Partner so was auch in Deutsch zu verfügung zu stellen.
      Es sind meine Lieben sehr viel Quellen zum Thema Reconstruktion manche mehr oder weniger gut aber auch mancher einfach nichts wert...
      A pro-po "Selbsterstellung" das meiste was Wir in unserer Gruppe verwenden , erstellen Wir selber..manchmal mit hilfe uinserer Freunde und versuchen so weit es geht Authentisch zu sein :)
      Grüsse
    • Moin

      Schön das es hier noch ruhig und sachlich abläuft.....

      Jaksar, sind Dir eventuell archäologische Textilfunde

      zwischen 800 und 1200 aus dem nordwestslawischen

      Gebiet bekannt, die ich hier noch nicht eingestellt habe.

      Wie wir wissen sind Textilfunde sehr rar.

      Es grüßt der Rübi
      Wer überall Bedenken hat, gelangt auf keinem Weg zur Tat...