Räuchern mit Kräutern ?

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    • Wir räuchern zuhause auch gelegentlich mit getrockneten Kräutern, ist oft angenehmer als irgendwelche vorgefertigten Mischungen und nicht so intensiv und süßlich wie Harze.

      Zum Thema "Räuchern im Mittelalter" gibt es sicher berufenere Menschen hier im Forum.

      Aber ich vermute, dass das im Europäischen und christianisierten MIttelalter v.a. auf die Kirchen begrenzt war und als sakrale Handlung galt. Auch um sich von "heidnischen Bräuchen" abzugrenzen. (Aber wie gesagt: Nicht belegt, nur meine fünf cent Vermutung.)
      Ich bin keine Signatur ... ich mache hier nur sauber. :whistling:
    • Schwester_Amalia schrieb:

      Ich kenne z.B den Brauch, wenn man neue Zimmer bezieht, diese mit Salbei auszuräuchern um die bösen Geister zu vertreiben.
      also auch was Heidnisches
      Jein. Salbei ist eine Mittelmeerpflanze und fand durch die Klostergärten den Weg nach Norden. Die meisten christlichen Religionen haben relativ wenig Berührungsängste in Bezug auf andere Kulturen, Bräuche und Rituale, was in Verbindung mit wissensammelnden und tradierenden Einrichungen wie Klöstern und Orden eine eine recht fruchtbare Situation ergibt.

      Heidnisch/Christlich kann man kaum noch auseinanderklauben, außer man geht stur nach den Ursprüngen. Nachdem Religionen aber recht lebendig sind und sich laufend ändern und anpassen, wüsste ich nicht, wo da der Sinn darin läge...

      Interessant zum Thema Kräuter und deren Gebrauch im historischen Kontext finde ich diese beiden Bücher:
      http://www.storl.de/publikationen/buecher/hexenmedizin.html
      [url]http://www.storl.de/publikationen/buecher/pflanzen-der-kelten.html[/url]
    • mondspeer schrieb:

      Aber ich vermute, dass das im Europäischen und christianisierten MIttelalter v.a. auf die Kirchen begrenzt war und als sakrale Handlung galt. Auch um sich von "heidnischen Bräuchen" abzugrenzen.
      Eher nein. Es ist recht schwierig Alltagsbräuche rückwirkend festzustellen, weil das Festhalten (nachweisliches Tradieren, Aufschreiben) primär in den Klöstern passierte bzw nur noch in den Klöstern nachweisbar erhalten blieb. Zum Glück, weil so ist vieles gesammelt worden und erhalten geblieben ist.

      Grundsätzlich kann man aber davon ausgehen, dass es bestimmte Rituale im Jahreslauf gab, bei denen nach der Christianisierung halt Mönche, Nonnen und Pfarrer gewisse Aufgaben übernommen haben. Die ganzen Prozessionen (ErnteDank, Palmbuschen, Perchtenlaufen, etc) bei denen alle durchs Dorf gehen und der Pfarrer alle mit Weihwasser und Rauch versorgt, sind ja nicht ursprünglich christlich - gehören aber zu den Aufgaben, bei denen Europäer erwartet haben, dass sie von denen erledigt werden, die für Ritualaufgaben zuständig sein wollen.

      Das Kräuterbüschel, das man sich bei der Messe hat segnen lassen, nimmt man natürlich mit heim. Daheim verwendet man es entsprechend der überlieferten Traditonen. Also Aufhängen, Verbrennen, Verräuchern, was auch immer. Für die Abläufe im eigenen Haus ist man selber zuständig, für die Abläufe in der Gemeinschaft ein Ritualleiter - also nach der Christianisierung ein Geistlicher.

      Ist in den im vorigen Beitrag verlinkten Büchern genauer ausgeführt. Auch mit Quellenangaben und so.

      Theudebald schrieb:

      Jetzt würden mich eure Erfahrungen interessieren.
      Ich benutze gerne und meistens indische Räucherstäbchen, seltener Beifuß, Mariengras, Salbei und Weihrauch.
    • @mondspeer
      Wir räuchern zuhause auch gelegentlich mit getrockneten Kräutern

      mit welchen Kräutern ?

      @schwester Amalia
      Ich kenne z.B den Brauch, wenn man neue Zimmer bezieht, diese mit Salbei auszuräuchern
      Danke - wird nächstes Jahr probiert -weißt du ,ob Wiesensalbei,Quirlsalbei oder welcher Salbei ?
      Mittlerweile hab ich versucht mit "Tausengüldenkraut"zu räuchern - vergiss es !

      @AndiP

      Danke für deine Links zu "Storl ".Aus einer Fernsehsendung (mit Storl) hab ich die Sache mit dem Johanniskraut-Räuchern !
      Die Bücher sind bestimmt sehr interessant .
    • Danke für eure Antworten und Hinweise,

      Also Mariengras,Salbei,Beifuß wären noch einen Versuch wert.(welcher Salbei ?)
      Der Hinweis von AndiP bezüglich der Bücher von Storl ist sehr interessant -zumal ich das Räuchern mit Johanniskraut
      in einer Fernsehsendung von/mit Storl zum ersten Mal gesehen habe.

      Die Bücher von Storl geben bestimmt über die historische Anwendung des Kräuter-Räucherns Auskunft .

      Heute probiert: Tausengüldenkraut gibt keinen wohlriechenden Rauch !
    • Ich kenne noch den Brauch, den Stall um Weihnachten herum mit Beifuß auszuräuchern, damit das Vieh gesund bleibt.

      Es gibt einige schöne Bücher zum Thema Räuchern, von Marlis Bader "Räuchern mit heimischen Kräutern" und von Christian Rätsch "Räucherstoffe - der Atem des Drachen" sind meine Favoriten. Ich mische ganz gern Kräuter und Harze, wenn das Räuchergut direkt auf die Kohle kommt, weilholzige oder krautige Teile dann doch arg qualmen können. Das beste für Kräuter ist ein Edelstahlsieb, weil sie dann nicht durch den direkten Hitzekontakt verbrennen können.

      Salbei geht prima! Den haben wir auch schon zu Zöpfen geflochten und direkt verräuchert (eher was für Draußen), wie man das von indianischem Steppensalbei oder Sweetgrass kennt.
      Glaube mir, denn ich habe es erfahren, du wirst mehr in den Wäldern finden, als in den Büchern,
      Bäume und Steine werden dich lehren, was du von keinem Lehrmeister hörst.

      Bernhard von Clairvaux
    • Ich kenne noch den Brauch, den Stall um Weihnachten herum mit Beifuß auszuräuchern, damit das Vieh gesund bleibt.

      Es
      gibt einige schöne Bücher zum Thema Räuchern, von Marlis Bader
      "Räuchern mit heimischen Kräutern" und von Christian Rätsch
      "Räucherstoffe - der Atem des Drachen" sind meine Favoriten. Ich mische
      ganz gern Kräuter und Harze, wenn das Räuchergut direkt auf die Kohle
      kommt, weilholzige oder krautige Teile dann doch arg qualmen können. Das
      beste für Kräuter ist ein Edelstahlsieb, weil sie dann nicht durch den
      direkten Hitzekontakt verbrennen können.

      Salbei geht prima! Den
      haben wir auch schon zu Zöpfen geflochten und direkt verräuchert (eher
      was für Draußen), wie man das von indianischem Steppensalbei oder
      Sweetgrass kennt.
      Glaube mir, denn ich habe es erfahren, du wirst mehr in den Wäldern finden, als in den Büchern,
      Bäume und Steine werden dich lehren, was du von keinem Lehrmeister hörst.

      Bernhard von Clairvaux
    • Tjorven schrieb:

      Den haben wir auch schon zu Zöpfen geflochten und direkt verräuchert (eher was für Draußen), wie man das von indianischem Steppensalbei oder Sweetgrass kennt.
      Ich nehme an, mit "indianischem Steppensalbei" meinst Du den nordamerikanischen Wüstenbeifuß. Das ist Beifuß, kein Salbei. Heißt Englisch "sagebrush" und "sage" bedeutet nicht nur Salbei, sondern auch Sage (Erzählung) oder weise. "brush" meint Bürste oder Gestrüpp und zeigt an wie die Pflanze aussieht und wo sie wächst. "Sagebrush" wäre mit "weises Unterholzgewächs" oder eben Beifuß treffender übersetzt.

      Wohl wegen der buschigen Form nach dem Zusammenbinden trägt Beifuß im Deutschen auch den Namen Besenkraut. In der Form habe ich es auch am liebsten, ich zünde auch wie Du direkt das Kräuterbündel an.
    • AndiP schrieb:

      Das ist Beifuß, kein Salbei. Heißt Englisch "sagebrush"

      Dieses graue Beifuß - Gewächs ist im mittleren Westen Nordamerikas geradezu massenhaft vertreten.
      Auch bei uns gibt es viele Arten der Gattung Artemisia.
      Jetzt würde mich aber interessieren welche Artemisia-Art bei uns verräuchert wird/wurde.
      Vielleicht Wermut (Artemisia absinthium)oder Estragon.
    • @AndiP: Nee, ich meine definitiv Salbei und nicht Beifuß ;) - die Blätter sehen ähnlich aus wie von unserem einheimischen Salbei, er wird auch Weißer Salbei genannt und heißt auf Latein Salvia apiana.

      Beim Beifuß nehme ich immer den, der überall wächst, also Artemisia vulgaris, und zwar nehme ich immer nur die Knospen vor der Blüte, ich bilde mir ein, dass da am meisten bei rauskommt, das kann aber auch Einbildung sein. Wermut habe ich noch nicht versucht. Das Schlimme ist, dass ich auf alle blühenden Artemisia-Arten leicht allergisch reagiere (also eher wie Heuschnupfen, mit juckenden Augen), seitdem nur noch draußen ;-)!
      Glaube mir, denn ich habe es erfahren, du wirst mehr in den Wäldern finden, als in den Büchern,
      Bäume und Steine werden dich lehren, was du von keinem Lehrmeister hörst.

      Bernhard von Clairvaux