Hennin

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    • Hallo zusammen

      Eine Kollegin von mir wünscht sich einen stumpfen Hennin. Ihre Darstellung ist eine Dame des niederen Adels im späten 15. Jahrhundert.
      Soweit wir bis jetzt heraus gefunden haben würde der Hennin da passen.

      Die grosse Frage ist jetzt aber, wie so ein Ding hergestellt wird. Dass die "Grundform" ein 3/4-Kreis ist der an der geraden Kante zusammen genäht wird und so einen Kegel gibt ist klar. Aber zu einem Hennin gehört ganz sicher mehr als nur der Kegel.

      Es wäre toll wenn ich bis Ostern einen Prototyp machen könnte.

      Vielen Dank schon im Voraus.
      Eure Zauberin
      Zauberhafti Grüess us dä Schwiiz wünscht Zauberin mit 4.Klass-Zauberschüelerin und 1.Klass-Zauberschüeler
    • Aber zu einem Hennin gehört ganz sicher mehr als nur der Kegel.


      ... ja z.B. Schleier, ein "Back Loop" (3.bp.blogspot.com/-iZlSMuOE3-4…00/Hennin-bluegoldred.jpg) an der Stirn oder auch Drahtkonstuktionen, auf denen ein Schleier drapiert wird.
      Bei Sarah Thursfields "The Medieval Tailor Assistant" findet man einige Formen zum selber machen.

      Hier noch zwei Links zu "Selber-Machern" die sich schon an der Hennin versucht haben:
      lena.torps.net/medeltid/henin_how_to_makeattach_and_wear.htm
      wp.bymymeasure.com/15th-century-butterfly-hennin

      Ich hoffe, dass hilft dir erstmal weiter - 15. Jh. ist nicht so meine Baustelle.
      Gruß Jehanne :ritter07

      Sine metu !!!
      GvE - die Grün-Gelben
    • Natürlich gehört ein Schleier dazu. Sie möchte "nur" einen stumpfen Hennin wo sie dann den Schleier so über den Kegel hängt.
      Meine Kollegin ist im Dezember am Mittelaltermarkt auf Schloss Chillon (Schweiz) gewesen und da ist eine Dame mit genau dem Modell das sie möchte gewesen. Leider hat sie es versäumt sie anzusprechen und zu fragen.
      Es sollte am Schluss etwa so aussehen: kleio.org/de/geschichte/begegnungen/bilder/abb063_l.jpg (Quelle: kleio.org)
      Sie stellt sich den Hennin etwa 20 cm bis 25 cm hoch vor und ohne Spitze.

      Stimmt, im Buch von Sarah Thursfield hat es eine Anleitung. Die hab ich ganz vergessen!
      Muss mal nach schauen wie sie das macht, aber eigentlich sollte es ja nicht so schwierig sein.
      Ich hab die Hennin-Anleitung bis jetzt nicht beachtet weil sie für mich selber nicht wichtig ist - um 1300 ist der Hennin ja noch lange nicht aktuell gewesen.

      Jehanne schrieb:

      15. Jh. ist nicht so meine Baustelle.

      Geht mir eben auch so, aber meine Versprechen halte ich ein.

      Nun, dann werde ich heute Abend mal versuchen eine Art Schnittmuster zu basteln - wenn die Kinder nicht wieder ständig aufstehen.
      Zauberhafti Grüess us dä Schwiiz wünscht Zauberin mit 4.Klass-Zauberschüelerin und 1.Klass-Zauberschüeler
    • Hallo zusammen

      Der Test-Hennin ist fertig und die Trägerin kann ihn am 11. April am Markt in Luzern anprobieren.

      Welches Material brauchen wir genau?
      Als Futter würde ich weisses Leinen nehmen.
      Aber was für die Aussenseite? Leichten Wollstoff oder lieber Seide? Oder gibt es sogar noch etwas anderes das für den "niederen Adel" passen würde?
      Für das "Stirnband" würde ich jetzt Samt nehmen. Aber ist Samt damals nicht etwas anders gewesen als heute? Und passt das überhaupt?
      Dann ist da noch der Schleier der drüber gehängt wird. Aus was für Material der wohl war? Und welche Beschaffenheit muss er haben? Ein filigranes "Netz" oder einfach ein sehr feiner Stoff?

      Wir möchten möglichst viel vom Material am 11. April am Markt in Luzern kaufen. Da können wir auch gleich schauen ob die Farben mit dem Gewand harmonieren.

      Eure Zauberin
      Zauberhafti Grüess us dä Schwiiz wünscht Zauberin mit 4.Klass-Zauberschüelerin und 1.Klass-Zauberschüeler
    • ich begebe mich hier jetzt auf dünnes Eis. Aber ich versuche es mal ;)

      Also, von dem was ich bisher aufgeschnappt habe, ist unser heutiger Samt nicht vergleichbar mit dem "Samt" im Mittelalter.

      Ich würde zu Seide tendieren oder einem feinen Wollstoff in aufwendiger Farbe.

      So wie der Schleier gezeichnet ist, würde ich auf Seide tippen.

      :)
      ******************
      Grüße Marina
      * * * * * * * * * * * *
    • Für den Schleier würde ich auch feine Seide oder sehr feines (Schleier-)Leinen nehmen.

      Samt so wie wir ihn heute verstehen, also mit einer extra Kette bzw. einem extra Schuß gewebter Stoff, wobei die zusätzliche Kette/Schuss nach dem Weben aufgeschnitten wird, so dass eine "samtige" Oberfläche entsteht, wird mWn so etwa ab dem 14. Jhdt. aus Italien importiert. Würde also gehen.

      Nicht damit zu verwechseln ist der bis etwa zum 16. Jhdt. verwendete Samit - dabei handelt es sich um ein ein- oder mehrfarbiges Seidengewebe, bei dem ebenfalls mehrere Kett- und Schußfadensysteme verwendet wurden. Diesem fehlt aber der samtige Flor.

      Als Außenstoff würde ich auf dem verlinkten Bild auf einen gemusterten Seidenstoff tippen - aber ein feiner Wollstoff oder eine einfarbige Seide ist da sicherlich auch völlig OK.

      Kriegen wir dann mal ein Bild vom fertigen Prachtstück zu sehen? Ich bin neugierig!
      Wer Geist hat, hat sicher auch das rechte Wort, aber wer Worte hat, hat darum noch nicht notwendig Geist. (Konfuzius)
    • Gut, dass ich da mit dem Samt richtig liege. Ich habe mir eben noch gedacht, dass da doch mal irgendwie etwas mit dem Gewebe war.

      Dann muss ich jetzt nur noch die Einkaufsliste machen. :)

      Natürlich bekommt ihr ein Bild wenn der Hennin fertig ist, aber das wird wohl noch eine Weile dauern. Ich mache das ja zum ersten Mal und werde damit wohl auch das eine oder andere ausprobieren müssen. Vermutlich werden wir auch den einen oder anderen Kompromiss eingehen müssen was die Art der Herstellung angeht.
      Das Stirnband mit der Schlaufe daran ist eigentlich eine Art Kamm der im Stoff versteckt ist und mit dem der daran befestigte Hennin am Ort gehalten wird. Da werde ich mir wohl etwas einfallen lassen müssen um so ein Ding zu konstruieren.

      Eigentlich beschäftige ich mich ja mit "meiner Zeit" und damit mit dem Jahr 1300, aber der Hennin ist etwas das mich schon als Kind immer fasziniert hat. Vorallem die Frage wie diese Dinger auf dem Kopf geblieben sind.
      Zauberhafti Grüess us dä Schwiiz wünscht Zauberin mit 4.Klass-Zauberschüelerin und 1.Klass-Zauberschüeler
    • Endlich, der Hennin ist in Arbeit! Wenn alles gut läuft kann er am Sonntag eingeweiht werden.

      Was die Teile angeht ist es zum teil etwas knifflig.
      Das Band mit dem eingenähten Kamm und den Bändchen für die Befestigung hat es ganz schön in sich gehabt, aber jetzt ist es endlich geschafft.
      Das "Gestell" das ursprünglich eine Art Drahtkorb war konnte ich nicht so herstellen und musste improvisieren. Eine passend zugeschnittene Filzmatte mit 5 mm Dicke und passende Leinenteile zur Verkleidung - und zum stabiler machen - mussten dafür hin halten. Das Teil ist fast fertig.
      Als "Überzug" kommt schwarzes Leinen zum Einsatz und für das breite Band schwarzer Samt. Ich hoffe, dass ich das bis heute Abend fertig kriege damit ich morgen noch den Seidenschleier nähen kann.

      Ihr seht, Material und Herstellungsart sind alles andere als authentisch, aber momentan ist es "nur" ein Experiment. Ich weiss noch nicht, aber vielleicht kann ich dann irgendwann einen "richtigen" Hennin mit besseren Materialien machen.

      Fotos gibt es sobald der Hennin fertig und von der Trägerin getestet wurde.
      Zauberhafti Grüess us dä Schwiiz wünscht Zauberin mit 4.Klass-Zauberschüelerin und 1.Klass-Zauberschüeler
    • So, alles hat geklappt und der Hennin konnte gestern eingeweiht werden. :)

      Zuerst einmal habe ich ganz schön viele Einzelteile gehabt die "zusammen gebaut" werden wollten:
      bilder-hochladen.net/i/8f66-kx-09a0.jpg (Quelle: eigenes Bild)
      von oben nach unten: rechts das "Gestell" aus einer zugeschnittenen Filzplatte, die weissen Leinenteile als "Verkleidung" für das Gestell und damit das ganze noch etwas stabiler wird aufbügelbares Vlies als Verstärkung für die Stoffteile.
      links die schwarzen Leinenteile für den Überzug
      darunter auf der linken Seite all die Teile für den Kamm an dem das der Rest fest gemacht wurde, rechts davon das Samtband.
      ich musste viel improvisieren und habe auch einiges mit der Maschine genäht. Da der Anspruch nicht extrem authentisch ist und es so abgesprochen war ist das ok gewesen.

      Dieses Bild hat als Vorlage gedient: 3.bp.blogspot.com/-Et28QaKc-nI…mxxR_4/s1600/abb063_l.jpg (Quelle: 3.bp.blogspot.com/-Et28QaKc-nI…mxxR_4/s1600/abb063_l.jpg)

      Und hier die glückliche Dame aus dem niederen Adel ende des 15. Jahrhunderts: bilder-hochladen.net/i/8f66-ky-222d.jpg bilder-hochladen.net/i/8f66-l0-55a9.jpg (Quelle: beides eigene Bilder)
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