Waffenpflege... damals

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    • Waffenpflege... damals

      Werte Brüder und Schwestern im Geiste,

      Als ich gestern mal wieder die Küchenmesser meiner Urgroßmutter benutzt hatte und am Säubern war, kam mir die Frage, mit welchen Mitteln früher die Schwerter/Dolche/Messer gepflegt wurden.

      Die Recherche hier im Forum brachte reichlich Tipps zur Pflege der Waffen heute mittels Hightech-Ölen und chinesischem Kamelien- oder Nelkenöl. Diese Mittel dürften im Mittelalter ziemlich unbestritten nicht zur Verfügung gestanden haben.

      Im Bereich des Schwertscheidenbaus wird einmal das Lanolin im geschorenen Vlies in der Scheide diskutiert.
      Ich bin der Meinung, so etwas auch in den alten deutschen Heldensagen (ja, ich weiß, höchsten ein Anhalt, kein Beleg) gelesen zu haben. Entweder bei Wieland oder bei Siegfried, ich habe aber die Stelle noch nicht wiedergefunden.
      (Ansonsten habe ich in meinem Fundus keine schriftlichen Hinweise gefunden.)

      Unstrittig ist m.E., dass dies natürlich nur für die Pflege in der Scheide reicht, nach der Benutzung und Anschließender Säuberung ist eine neue Grundkonservierung notwendig. Auch sind die Futterale für Gebrauchsmesser im Normalfall nicht gefüttert (mir ist zumindest kein Fund bekannt), und größere Gebrauchswerkzeuge (oder gar Hellebarden im SpäMi) haben oft gar keine.

      Daher jetzt als ein möglicher Ansatz, die Methoden die ich verwende:
      Da ich die Messer jederzeit ohne große Vorherige Putzaktionen im Küchenbereich einsetzen will, kommen Synthetische Produkte nicht in Frage. Pflanzliche Öle haben oft zu viele ungesättigte Fett-Säuren und will ich daher nicht einsetzen.
      Da ich die Küchenmesser auch ohne Seife reinige, nur mit heißem Wasser, ist in der Regel ein minimaler Restfilm an Fett vorhanden. Diesen ergänze ich mit tierischem Fett nach Verfügbarkeit. Butterschmalz früher, seit ich vor einem Jahr mal die große Fettplatte eines Roastbeef ausgelassen hatte nutze ich Rindertalg.
      Ich kann vermelden, dass ich damit gut fahre.
      (Ein solcher dünner Fettfilm dürfte sich auch im Futter von Schwertscheiden gut mit einlagern, ohne gleich zu Vermatschen.)

      Das wäre jetzt der Ansatz über die Experimentelle Methode gewesen.
      Hat irgendjemand einen Hinweis aus der schriftlichen Überlieferung?
      Bekennend GroMi mit den "Feuerschwingen" (Facebook: Feuerschwingen)
      Am "A" arbeitend als Spiesser in städtischer Infanterie des 13. Jhdts mit dem "Vuozvolc". (www.vuozvolc.de)
    • Leider habe ich keine schriftliche Quelle - auch nur Erfahrung mit meinen Taschenmesser, die aus rostendem Stahl hergestellt sind - im Neuzustand hab ich mit den Klingen Zwiebeln geschnitten und danach haben die eine leicht gräuliche Patina gebildet, die diese Klingen nun seit vielen Jahren zuverlässig vor Rost schützt...

      Bei "repräsentativen" Klingen wäre es wohl sinnvoller Leinöl in einem dünnen Film aufzutragen - der härtet aus aber würde bei Benutzung abplatzen und müsste dann vollständig entfernt und erneuert werden.

      Hab hier irgendwo mal mein Rezept zur Klingenpflege gepostet, dass zumindest aus damals bekannten Zutaten besteht und das meine Trainingswaffen bisher auch gut rostfrei gehalten hat...
      ...alle sagten immer: "Das geht nicht!" - doch dann kam einer, der wusste das nicht und hat es einfach getan...
      ...diese Signatur kann Spuren von Soja oder Erdnüssen enthalten...