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Helm aus einem Stück schmieden möglich?

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    • Helm aus einem Stück schmieden möglich?

      Hallo,

      Ich bin schon ewig am überlegen, ob ich mir einen Helm aus einem Stück schmiede und
      da wollte ich fragen, ob das schon jemand von euch gemacht hat und ob es empfelenswert ist.

      Herzliche Grüße

      Konradin
      Die Letzten werden die Ersten sein.

      Also kommt auf alle nach Italien

      Konradin (letzter Staufer)
    • Ich habe schon einige Helm gebaut, meistens Spangenhelme bei denen die Kalotte aus vier einzelsegmenten besteht. Die letzten zwei habe ich dann zweiteilig aufgebaut. Die Kalotte einteilig zu fertigen erfordert schon einiges an Erfahrung...
      Ich weiss natürlich nicht wieviel Erfahrung du hast, aber wenn das dein erster Helm werden soll, dann würde ich empfehlen das entweder unter Anleitung zu machen oder erstmal mit einem Spangenhelm aus mehreren Einzellteilen zu beginnen!
      Hauptsache die Haare liegen !
    • Welchen Typ von Helm möchtest Du denn schmieden?

      Ermutigt durch mehrere Erfolge bei Schildbuckeln bin ich zweimal an einer einfachen Hirnhaube gescheitert und bleibe daher - zumindest vorläufig - bei vernieteten Helmen. Allerdings habe ich die Hauben kalt getrieben und beide sind, trotz mehrmaligem spannungsfrei Glühen im Feuer, oben zu dünn geworden und dann eingerissen. Besonders knifflig finde ich es, die gewünschte Passform zu erreichen, denn krumm und schief waren sie obendrein, wobei ich die Hoffnung nie aufgab, sie doch noch in Form zu bringen. Na ja. Bei den vernieteten Helmen kann die Passform durch die Überlappung korrigiert, und im Notfall muss mal eine Platte neu gemacht werden, aber das ist für mich ein Kinderspiel im Vergleich zum Schmieden aus einem Stück!

      Ich wünsche Dir mehr Glück und vor allem Ausdauer!


      Freundliche Grüsse
      Gerald von Ameningen
      http://www.die-ameninger.com/
      http://www.historia-sanegauns.com/
    • ich stell es mir extrem knifflig und aufwändig vor, v.a. weil man die auch nur bis zu nem gewissen punkt treiben kann und dann wohl ziehen muss. ich meine auch, mich zu erinnern, dass man locker 800€ aufpreis für 1teilige kalotten bei beckenhauben zahlt. ansonsten: hast du keinen im freundes-/bekanntenkreis, der schweißen kann? dann mach ihn doch 2 oder 3teilig mit schweißnaht
      Ein Spatz in der Hand ist der Genitiv des kleinen Mannes
      Wer ist eigentlich dieser "Seyd" und wieso ist er ständig gegrüßt?
      Die Chabos wissen wer der Babbsagg ist
      Wer das MumPS unterstützt, wählt auch CDU!
    • Kann man machen. Ich lese seit 'nem halben Jahr recht viel übers Plattnern allgemein, meine praktische Erfahrung hält sich aber noch in Grenzen(kann aber kaum abwarten endlich mehr zu machen :) ). Da die meiste Literatur auf Englisch ist, komme ich jetzt leider auch teilweise mit englischen Fachbegriffen um die Ecke.

      Einsteiger im Bereich Plattnern fangen meist mit dem sogenannten "dishing" an, ich schätze das deckt sich mit dem deutschen Begriff "treiben".
      Man nimmt eine Hohlform, legt das Werkstück auf und beginnt an der Außenkante das Werkstück in die Hohlform zu schlagen/treiben.
      Das geht recht schnell und ist einigermaßen leicht zu kontrollieren, daher auch entsprechend beliebt.
      Das Problem ist, dass das Material auf diese Weise immer dünner wird und irgendwann reißt.
      Das wird oftmals umgangen, indem nicht ganz so extrem geformte Einzelteile sauber zusammengeschweißt und verschliffen werden.

      Um Werkstücke extremer zu formen (und darunter fällt ein Helm aus einem Stück) wird idR. das sogenannte "raising" verfahren verwendet. Man nimmt beispielsweise einen Kugelförmigen Setzstöckel, legt das Werkstück mittig auf und beginnt zu Hämmern. Dabei schlägt man so zu, dass man nicht genau dort trifft wo das Blech exakt auf dem Setzstöckel liegt (das macht das material wieder dünner und härter (spröde)), sondern knapp daneben. Dadurch kann man es formen. In gleichmäßigen Bahnen verschiebt man das Werkstück auf dem Setzstöckel und arbeitet sich so langsam von innen nach Außen. Dabei muss man das Material allerdings oft weichglühen und bearbeitet es bestenfalls direkt warm. Wenn ich alles richtig verstanden habe, ist das Material danach an der extrem geformten Stelle (Helmspitze) am dicksten (oft dicker als das Ausgangsmaterial) und an den Rändern dünner.

      Schau doch einfach mal bei Youtube und suche nach "raising a helmet", da findest du viele praxisbeispiele :)

      Viele Grüße
      Mario
    • Hab leider noch nicht viele Erfahrungen im Helmbau. Hab mir erst einen vernieteten Eisenhut degengelt.
      ( Eisenhut selbergebaut )

      Doch ich hab ein Video gefunden und da habe ich einfach Lust bekommen mir einen Nasalhelm aus einem Stück zu dengeln.


      Dazu kam noch eine Anleitung im Karfukneklheft.
      Aber das hört sich nach euren Antworten recht schwierig an.

      Schweißen kann ich zwar, aber das will ich auch nicht.
      Gibt es denn überhaupt Nasalhelme fürs Ende 12., die vernietet wurden?
      Die Letzten werden die Ersten sein.

      Also kommt auf alle nach Italien

      Konradin (letzter Staufer)
    • das risiko, dass du als Anfänger im Helmschmieden irgendwo die Materialstärke versemmelst ist halt verdammt hoch und bei der Form lässt sich das schwer kontrollieren. als Deko okay aber zum Kämpfen wäre mir das risiko zu hoch dass mir irgendein berserker in eine dünne stelle oder materialspannung ein loch haut und mich verletzt.
      Wie wäre es mit feuerverschweißen, wenn du die Nieten loswerden willst?
      wer fechten will der sall haben eyn hertz alsz eyn lewe vnd sall al so schar seen alsz eyn valck vnd sall also behende syn alsz eyn vogel. Hs. Best. 7020 W.150

      vulgus amicitias utilitate probat. Ovid

      Gelobet sei der Herr, mein Hort, der meine Hände lehrt streiten und meine Fäuste kriegen. Psalm 144.1
    • es gibt bestimmt literatur über die konstruktionsweise von helmen
      wer fechten will der sall haben eyn hertz alsz eyn lewe vnd sall al so schar seen alsz eyn valck vnd sall also behende syn alsz eyn vogel. Hs. Best. 7020 W.150

      vulgus amicitias utilitate probat. Ovid

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    • Konradin schrieb:

      Mir geht auch mehr um die Arbeit an sich, als um den Helm.


      Das würde mich auch interessieren. Die Arbeit als solches. Das Video zeigt eindeutig jemanden der das schon mehr als einmal gemacht hat. Ich glaube ich mach das mal im Winter :D


      Ich Kopf habe ich das auch mit dem Helm selber machen. Deshalb finde ich das Thema hoch interessant. Ich denke aber auch das mich die Nachbarn für das Gehämmer hassen werden. Aber man kann auch nicht von jeden geliebt werden...
      Fides et Robur
    • du kannst j zur schonung deiner nachbarn in den keller gehnd amit vielleicht hilft das
      wer fechten will der sall haben eyn hertz alsz eyn lewe vnd sall al so schar seen alsz eyn valck vnd sall also behende syn alsz eyn vogel. Hs. Best. 7020 W.150

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    • Konradin schrieb:

      Wäre auch was, das auf einer Veranstaltung zu machen.


      Einen Helm auf einer Veranstaltung zu fertigen ist eine gute Idee. Wie viel Zeit benötigt man wohl um etwas vorzeigen zu können? Denkbar wäre es die einzelnen Arbeitsschritte anhand von Mustern nebeneinander zu legen. Zum einen das die Besucher sehen welche Schritte dafür nötig sind, zum anderen damit die Besucher ermessen können wie weit gerade das Stück gefertigt ist was gerade bearbeitet wird.

      Ich habe noch eine Rolle Blei vom Dachdecker übrig. Ich dachte ich fange damit erstmal an um die entsprechenden Werkzeuge anzufertigen und um zu gucken ob ich das in Hartmetall überhaupt machen möchte. Das Video oben ist ein guter Fingerzeig wie es gemacht wird.
      Fides et Robur