Verwendung von Nieten und Metall

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    • Verwendung von Nieten und Metall

      Grüsse

      frage mich gerade inwiefern das verwenden von Nieten und Metallen in der Lederverarbeitung Mittelalterlich ist. Soweit ich weiss haben die Germanischen Stämme hauptsächlich geschnürt. Auch war Metall kostbar hab man das nicht eher für Waffen verwendet?

      Wie seht ihr das?
      Palachi
    • Bin mir gerade nicht so ganz sicher in welche Richtung deine Frage geht.
      Im Frühmittelalterlichen Bereich gibt es diverse Messerscheiden mit aufgenieteten Bronzeblechelementen sowie diverse Gürtelbeschläge die wohl auch aufgenietet waren. Ebenso an Gürteltaschen.
      Hochmittelalter/Spätmittelalter ist nicht so ganz meine Baustelle, glaube aber da ähnliches auch gesehen zu haben.
      Meine Zurechnungsfähigkeit wird wie kalter Fisch am besten Freitags oder auf einem Laufband serviert.
      (von mir, Ende 2013)
      Bei philosophischen Sprichwörten die von fliegenden Fliegenpilzen presentiert werden, ist eine gewisse Skepsis angebracht!
      (von mir, vorhin)
      Ich bin für intelligente Wissensabwehr, wenn das nicht hilft nehm ich nen Hammer.
      (ich, Wilnsdorf Oktober 2014)
    • ... und ein Niet braucht ja weitaus weniger Metall als beispielsweise eine Axt oder Schwert. Nägel wurden ja auch geschmiedet.
      Was mir an manchen Händlern von mittelalterlichen Messern bzw.- scheiden stört, ist die Verwendung von einfachen Hohlnieten an den Messerscheiden. Das "versaut" im Regelfall die "mittelalterliche Optik " gehörig.
      Besitz stirbt,

      Sippen sterben,

      Du selbst stirbst wie sie !

      Eines nur weiß ich, das ewig lebt

      - Der Toten Tatenruhm - !
    • Ging mir um die Frage inwiefern die Verwendung in der Lederverarbeitung Alltag war oder nicht. Wie schon gesagt Metall bzw. fertig Waren sind und waren teuer.

      Sprich ob die Herstellung von Lederteilen ohne Metall Normal war oder nicht. Da ich selbst ohne Metall arbeiten möchte. Zum einen Kostengründe zum anderen Ästhetik.

      Bei den meisten Rüstungen, Taschen, Schwerthalten etc wird heute in irgendeiner Form Metall verwendet. Wollte eben derartiges ohne Metall fertigen. Nur stellt sich mir dabei die frage ob soetwas historische korrekt ist oder nicht.

      Auch ob das ganze Alltagstauglich ist. Hält ein aus Leder gebauter Knopf oder geht er kaputt. Da hilft wohl nur ausprobieren.

      :badewanne
      Palachi
    • Das ist ein gutes Beispiel mir der Messerscheide.

      Wenn wir von einem 20cm Messer ausgehen ist das eigentlich kein Problem ohne Nieten zu Arbeiten. Nur vom Zeitaufwand erheblich länger. Wenn ich die Gürtelbefestigung Niete geht das Ruck Zuck beim Nähen dauert schon was länger. Auch stellt sich hier die Frage der haltbarkeit.
      Palachi
    • Das stimmt, was Silvia schreibt. Zeit und Ort sind ganz wichtige Grundsätze jeder historischen korrekten Diskussion.

      ... und die Alltagstauglichkeit ist schwer nachvollziehbar. Trage ich die Scheide beispielsweise nur am Wochenende, alle 4 Wochen mal am markt oder Lager oder im täglichen Gebrauch. Und dann auch im "mittelalterlichen Alltag " und nicht im Büro oder so ...
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    • Die mir bekannten Nieten und Blecharbeiten an Leder waren meißt aus Bronze, Kupferlegierungen (wovon Bronze ja auch eine ist) vereinzelt auch aus Silber. Soweit ich es sehe wurden diese Nieten nicht alleine genutzt sondern eben um größere Blechteile (größer im vergleich mit dem Niet) als dekoratives Element zu befestigen.
      Soweit mir bekannt ist wurden hier keine waffenfähigen/üblichen Metalle genutzt (hoffe meine bronzezeitlichen Bekannten hauhen mich für die Aussage nicht).
      Die Aussage ob es üblich war oder nciht, ist leider meines erachtens nach nur schwammig zu beantworten. Da sich an vielen Orten Lederteile nicht erhielten und nur die Metallenen Beschläge kann man daher darüber nur indirekte Aussagen treffen.
      Meine Zurechnungsfähigkeit wird wie kalter Fisch am besten Freitags oder auf einem Laufband serviert.
      (von mir, Ende 2013)
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      (ich, Wilnsdorf Oktober 2014)
    • Eibenbogen schrieb:

      frage mich gerade inwiefern das verwenden von Nieten und Metallen in der Lederverarbeitung Mittelalterlich ist.


      Ja. Siehe Funde.

      Eibenbogen schrieb:

      Auch war Metall kostbar


      Ja. Eben deshalb. Am Gürtel und an der Messerscheide sieht jeder, dass Du Dir das leisten kannst. Wobei ja gutes Leder auch nicht gerade billig ist.

      Kannst ja bei mir im Blog schauen, ich habe das wenigste davon selber erfunden, sondern die Vernietungsmethoden aus den Fundberichten kopiert. Es gibt auch Vernietungen ohne Zierbleche, die sind aber sehr selten.
    • Eibenbogen schrieb:

      Nur vom Zeitaufwand erheblich länger. Wenn ich die Gürtelbefestigung Niete geht das Ruck Zuck


      Vom Zeitaufwand her ist kaum Unterschied, außer Du nähst zuerst (was, glaub ich, die meisten so machen) oder ob du nur mit Zierbeschlägen vernietest (mache ich so). Ruck Zuck geht da gar nix, zumindest dann nicht, wenn Du fundgerecht mit Stiften aus Kupferlegierungen vernietest. Und die Ruck-Zuck-Nieten sind alles mögliche, aber sicher kein Mittelalter.
    • Hab gerade mal mein Schnitzmesser mit Scheide (ich weiß das hätte man auch sauberer machen können) und meine Protzegürteltasche hochgeladen. Beides Arbeiten mit Leder, Metall und Nietverbindungen.

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      (von mir, Ende 2013)
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      (von mir, vorhin)
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      (ich, Wilnsdorf Oktober 2014)
    • Hast eine PN hier bekommen mit meiner Bezugsquelle. War mir nicht sicher ob ich die einfach so posten darf. Die Tasche wäre halt ein schwedischer Fund 10.Jhd. mit Einflüssen aus dem Raum der Magyaren.
      Was mir gerade noch aufgefallen ist, du schreibst oben
      ...die Germanischen Stämme hauptsächlich geschnürt.
      . Da werfen sich mir zwei Fragen auf:
      1. Was sind für dich germanische Stämme? Welcher Zeitraum?
      2. Was meinst du mit geschnürrt? Wenn du das normale vernähen von Leder mit zum Beispiel Leinengarn würde ich das auch so sehen. Ist aber immer auch eine Frage um was es speziel geht.​
      Meine Zurechnungsfähigkeit wird wie kalter Fisch am besten Freitags oder auf einem Laufband serviert.
      (von mir, Ende 2013)
      Bei philosophischen Sprichwörten die von fliegenden Fliegenpilzen presentiert werden, ist eine gewisse Skepsis angebracht!
      (von mir, vorhin)
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      (ich, Wilnsdorf Oktober 2014)
    • Wenn du z.Bsp. die Naht an der Aufhängung der Scheide versenkst und vernünftigen Faden/Garn nimmst hält das auch super.
      An meinen Messerscheiden für die Gebrauchsmesser (jeden Tag an der Arbeitshose dran) hält das schon jahrelang. Ab und an mal etwas Lederfett über den Faden, damit er nicht austrocknet und gut.

      Die Scheide vom Grabemesser hab ich mit Maurerschnur genäht - 100% unverwüstlich - 100% B (für MA bescheuert :whistling: )

      Und wenn du (um bei der Aufhängung der Scheide am Gürtel zu bleiben) mittig hinten einen Niet zu deiner eigenen Sicherheit reinmachst (Blöd wenn man sein Messer inkl. Scheide verliert weil man scheisse genäht hat) sieht den auch keiner. Es sei denn du stripst und wirfst das ganze Geraffel ins Publikum.
      Viele Grüße!

      Johann


      Es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit !