Die Entstehung von Personennamen

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Die Entstehung von Personennamen

      • Ohne Namen ist man Niemand...
      • Nach altem Volksglauben streifen Kinder, die vor der Namensgebung/Taufe starben, als Irrlichter umher
      Rufnamen
      • im Sinne von Assoziationen, die sie hervorrufen
      • reicht in germanische Zeit plus Neubildungen in altdeutscher Zeit
      • erste RN bei uns 700-400 v.Chr.
      • germanische RN aus zwei Teilen (aber Siegfried heißt nicht „Friede des Sieges“)
      • oft auch Entlehnungen von anderen Völkern (Kelten, Kimbern, Römer)
      • germanische Namensgebung als kultische Handlung, verbunden mit Heilswunsch: „Eberhard“... soll so stark werden wie ein Eber... in althochdeutscher (6./7. Jhdt.) Zeit nicht mehr, weil die Namensbedeutung vergessen war
      • nach germanischen Schöpfungen und Entlehnungen vielfach nur noch Verschleifungen und vor allem Sinnverlust
      • altdeutsche Namen hatten selten Bedeutung... es ging um Klang u.ä., da die Worte damals nur noch von Dichtern oder Priestern verwenden wurden
      • ab 8.Jhdt. vor allen durch christliche Namen Ergänzung, die alttestamentlichen Namen gehen ab 1000 zurück, da sie als jüdisch gelten
      • ab 12.Jhdt. stieg Bildung (Alexander/Achilles) und Heiligenverehrung an... Schutzpatrone als Namensspender
      • durch Schutzpatrone und Namen von großen Männern gab es erste Modenamen...aber vor allem im Bürgertum, während Adel und Klerus eher konservativ tauften (1532 heißen in Dachauer Gegend 32% Johannes... und über 20% Margarethe... deshalb „Hänsel und Gretel“)
      • ab 13.Jhdt. vor allem Verkürzungen,... und Neubildungen aus Verkürzungen z.B.„Reinhold“ aus Reinold“ aus „Reinwald“
      • danach slawische Namen aus der Ostexpansion, die teilweise eingedeutscht und umgebildet werden
      • Konzil von Trient 1545-1563 forderte christliche Taufnamen und verwarf „heidnische“
      • seit 16.Jhdt vor allem durch Namenmoden best. Namen verbreitet oder verworfen, kaum Neuschöpfungen oder Weiterentwicklungen...
      • aber Doppelnamen kommen vermehrt auf (vor allem beim Adel)... wahrscheinlich zur Unterscheidung oder aus Geltungssucht (extrem viele RN wurden bald verboten...1891 Erzherzogin mit 20 RN)
      • auch heute noch in katholisch geprägten Gegenden als Mechanismus auf bestimmte Feiertage... „Rainer Maria...“ weil gerade „Maria“ gefeiert wurde
      • im Humanismus dann Besinnung auf alte deutsche Namen oder Namen aus der Antike
      • deutsch-christliche Vornamen kommen auf (Gotthold, Fürchtegott, Traugott)
      • französische Namen seit Sonnenkönig... wiederum oft verschliffen
      • russische seit Napoleon-Besieger Alexander, dazu Neuschöpfungen „Blücherine“
      • zunehmend im 19.Jhdt, englische Namen... Ellen, Daisy, Harry
      • dann auch „Bismark“, „Zeppelin“, „Hindenburgia“ ... sogar mal „Hitlerine“ in Mecklenburg
      • heute glaubt man in Ostfriesland noch, dass die Kinder denen gleichen, dessen Namen sie bekommen
      • neben zunehmenden Modenamen setzt Streben nach Originalität setzt ein oder nach Zusammenklang zum Familiennamen
      • sehr gern auch (weibliche) Namen aus dem Friesischen... Wiebke, Ilka, Tiede, Wea, Kea
      Familiennamen
      • FN erst ca.1000 Jahre alt
      • außerhalb Europas sind FN auch heute nicht überall normal (Ägypten erst in 50er mit gesetzl.Pflicht)
      • FN sind keine Beinamen ( z.B. Dietrich von Bern.. oder Alexei Maximowitsch...Erik der Wikinger)
      • Beinamen also aus Herkunft, Stammeszugehörigkeit, Beruf/Amt oder als sog. Übernamen zu Eigenschaften (Rotbart)
      • bis zum 14./15.Jhdt. nicht immer klar, ob noch BN oder schon FN... Merkmal für FN ist die Vererbung des Namens über 2-3 Generationen oder wenn Geschwister gleichen BN tragen
      • wird „dictus“ (genannt) dazugesetzt ist es eher FN als BN... „dictus“ stammt aus der Entstehungszeit von FN und verschwindet danach
      • Berufsbezeichnungen wurden oft latinisiert (Bäcker – Pistoris)... bei der Übernahme als FN tritt die lexikalische Bedeutung zurück oder die Beziehung zu Träger des FN trifft nicht mehr zu
      • Entwicklung von FN vollzog sich ohne behördlichen Einfluss
      • Bedürfnis nach Unterscheidungen im MA immer wichtiger, weil RN begrenzt waren, Menschen sich konzentrierten (Köln 1200 schon 10.000, Ende 14.Jhdt. schon 30.000), Handel mit gleichnamigen Kaufherren zunahm (Peter aus Köln mit Peter aus Leipzig) und in Familien häufig verschiedene Personen den gleichen Namen trugen (der junge Heinrich, der Pfaffe Heinrich...)
      • außerdem:Wohnsitz, beruf/Amt, Eigenschaften des Vaters konnten auf Sohn übergehen... BN des Vaters werden auf Sohn übertragen
      • Stammburg, Besitz gehen auf Sohn über (seit 1037 Konrad II. erbliche Lehen)... aus BN wird ein Zeichen für Machtanspruch und Einfluss
      • Sippenbindung bereits germanischer Brauch
      • Einfluss der romanischen Welt... FN bereits in Venedig im 8. /9. Jhdt.
      • Verschriftlichung des Zivilrechts, Anlage von Steuerlisten, Bürgerverzeichnisses... im 13./14.Jhdt entstanden Stadtverwaltungen und somit die FN
      • FN als Massenerscheinung besonders in rheinischen Städten ab 12.Jhdt.
      • zu Beginn des 15.Jhdt. war FN-Entstehung und –etablierung weitestgehend vollzogen
      • im Osten und Norden erst spät, aber auch im ländlichen Teil des Westens
      • in Friesland erst durch Erlass Napoleons 1811
      • Dienstboten, Knechte und Mägde blieben am längsten ohne FN (Kunzel Wellers Knecht, Wagners Kurt)
      • Leibeigene oder sonst Abhängige erscheinen sogar ohne Namen, nur mit Bezug auf Dienstherrn (Winklers Knecht)
      • Frauen tauchten in Rechtsgeschäften selten auf... daher später FN erwähnt... bisweilen RN nur mit Bezug auf Ehemann oder Vater (sehr selten FN mit Bezug auf berühmte Frau... Hans mit der Sophy 1413)
      • weibliche Formen bei FN daher selten (Ilse Schreiberin?)
      • Doppelnamen vor allem seit 2.Hälfte des 19.Jhdt
      • RN bleiben anfangs wichtiger in Frankfurt bis ins 18.Jhdt. Namenslisten nach RN geordnet und FN häufig abgekürzt
      • auf dem Land eher RN wichtig (Ich heiße Fritz, aber schreibe mich Müller... oder Müllers Fritze)
      • zwischen Freunden oder Liebenden seit 18.Jhdt auch „liebster Goethe“... im „Werther“ gebraucht Goethe den RN des Helden nicht einmal
      • im 15.Jhdt auch mit Wechsel „1440 Hans Barth der Zimmermann/ 1444 Hans Barth/ 1485 Hans Zimmermann/ 1491 Hans Barth)... auch Herkunfts- und Berufsnamen konkurrieren bzw. der FN ändert sich mit dem Wechsel des Berufes oder mit dem Wechsel des Hauses
      • mundartliche Formen wechseln mit „Amtsdeutsch“, Latinisierungen finden statt (oder auch nur ein –ius ans Ende... Curtius)
      • aus anstößigen Namen wurde z.B. Schwein – Klein, Kalb – Kolb, Ungerathen – Unger, Ficker – Frickert
      • Maria Theresia befiehlt Minister Thunichtgut neuen Namen. Thugut
      • also Chaos und Beliebigkeit... nach römischen Recht ist Namen Privatsache... jeder konnte sich neuen FN geben, wenn dadurch niemand geschädigt.. erst ab 17.Jhdt behördliche Maßregeln
      • FN aus RN...Karls Sohn ... daraus wird „Karls“.. oder „Karlson“ ... und später „Karl“
      • auch: Sohn Hans des Heinrich... Hans Heinricher (Seppler, Kuhnert)
      • Schmitts Henner... Schmitthenner
      • der junge Nickel (Nikolaus)... Jungnickel (so auch: Großkunz, Langhans...)
      • der Schütze Michel... Schutzmichel
      • FN aus Herkunftsnamen...Hans Halle (früher: Hans von Halle, de Halle, ut Halle)...
      • Hans Berliner (Pirner, Heidegger)
      • Ortsnamen oft gekürzt: statt Bremener... Bremer
      • Herkunft FN aus Wohnstättennamen...Älteste FN bei Adel waren erbliche Wohnstättennamen... also setzte sich „von“ für alle Adeligen durch... teilweise erst später geadelt, also FN plus Wohnstättenname „Gans von Putlitz“)
      • daher ab 15.Jhdt beginnend in Österreich „von“ als Privileg
      • Hans an der Ecke, Heinrich von der Höhe.... daher auch Namen wie Amlaub, Ambusch, Achterkerken)... oder „Bachmann“... oder „Talbauer“
      • Herkunft FN aus Berufsbezeichnungen...Schmitthenner, Beckhenner, Schwarzhenner... wenn es im Ort mehrere gleiche RN gab
      • Hans der Hofmeister... Hans Hofmeister
      • mit Suffixen wie „Küsterer“ oder „Meyerink“, „Schmidtchen“, „Schrötel“
      • Patronymischen Formen „Beckers“, „Schmitz“, „Brenners“
      • mittelbar „Machewurst“, „Hauenschild“, „Spannaus“
      • FN aus Übernamen: Heinrich dictus (genannt der) Lange, Kurze, Esel (aber im MA nicht negativ besetzt), Schläfer
      • FN aus Adjektiv: der lange Heinrich... Heinrich Lang (-er)
      • Hans mit dem Scharlachsmund... H.S.
      • FN aus zugesprochenen Eigenschaften: Schafskopf, Langbein.. oder Auge, Fuß...wenn da was Besonderes
      • FN aus Satznamen: Greifzu, Borgenicht, Hauschild.... 1961 noch in Leipzig „Achcenich“ ...(Ich) acht sein nicht
      • Suffixe... Papen, Kleinen, Korten
      • Patronymisch: Stolting, Stöberle
      • Langermann, Hübschmann, Liebermann
      • Auch mit –hart (-ert): Grauhart, Grauert, Rauchert, Krumphart
      • FN aus motivierten FN: Bildung einer weiblichen Form... Müllerin (Millerin), Schulzen, Gerharden, Hoffmannsen, Bremersche, Schultsch
      .............

      zusammengeschrieben 2008 aus verschiedenen Quellen der aktuellen Namensforschung. :bye01
      Ich bin kein direkter Rüpel, aber die Brennnessel unter den Liebesblumen. immergut: Karl Valentin
    • Sehr schöne Auswertung ; danke für die Mühe Lorb.

      Bei den Vornamen könnte man noch die seit geraumer Zeit inflationär aufkommenden biblischen, bzw. jüdischer Vornamen ergänzen.

      Gerade bei uns im Dorf " Unmengen " von Samuel, Jacob, Noah, Joel, Josua , ...

      ... gar nicht schlimm, aber auffällig.

      Bei den Familiennamen in Franken ist, zumindest umgangssprachlich - ähnlich den slawischen Sprachengebrauch - bei den verheirateten Frauen das " a " am Ende gesprochen.
      Frau Müller ist die Müllera und Frau Peetz die alte Peetza.
      Besitz stirbt,

      Sippen sterben,

      Du selbst stirbst wie sie !

      Eines nur weiß ich, das ewig lebt

      - Der Toten Tatenruhm - !
    • Eine super Übersicht! Großes Lob an das Lorb! :)

      Mir fällt vor allem noch dazu ein, dass im südlichen deutschen Sprachraum auch heute noch häufig der FM zuerst genannt wird (Hubers Toni, Müllers Michael usw.). Das kenne ich vom Norden nicht, daher fiel's mir gleich auf.
      Vor allem wusste ich nicht, dass die FM auch immer mal wechselten. Das dürfte die Ahnenforschung erheblich erschweren.
      "Der Unterschied zwischen Gott und den Historikern besteht hauptsächlich darin, daß Gott die Vergangenheit nicht mehr ändern kann."
      Samuel Butler der Ältere (1612 - 1680) englischer Satiriker

      http://amulunc.de.tl
      http://twerchhau.de
    • Danke für die konzentrierten Informationen! In meiner Darstellung ist mein Rufname Hasso. Entgegen der weitläufig verbreiteten Erklärung bedeutet es nicht der Hesse. Es steht für die Verniedlichung von Hartwig. Heute würde man Hartwig Junior sagen. Notwendig wurde das durch die Tatsache das es in einem Haus mehrere Hartwigs geben konnte die es zu unterscheiden galt. Im Adel kam es oft vor den erstgeborenen Sohn mit dem Namen des Großvaters der männlichen Linie zu bennen. Daran konnten mitunter schon Adelsfamilien erkannt werden ohne das der Nachname genannt wurde. Da der Vater ja schon Hartwig hieß wurde der Erstgeborene Hasso genannt der dann nach dem Tod des Vaters den Namen Hartwig sozusagen erbte.

      Ob jetzt aber Hasso bereits im Mittelalter ein Hundename war kann ich jetzt nicht sagen :)

      (Welcher kranke Geist hat eigentlich sein Kind "Hitlerine" genannt?)
      Fides et Robur
    • Ewaldt von Amulunc schrieb:

      Mir fällt vor allem noch dazu ein, dass im südlichen deutschen Sprachraum auch heute noch häufig der FM zuerst genannt wird (Hubers Toni, Müllers Michael usw.)


      Zuerst kommt der Hofname, dann der Vorname. Wenn wer fragt, kann er den Nachnamen auch noch wissen. "Hubers Toni" ist der Toni vom Huberbauern, auch wenn der Familienname Müller ist. Das ist also der "Toni Müller vom Huberhof".

      Den Nachnamen zuerst nennen ist eine entsetzliche Unkultur.
    • Oh, dankefein... das motiviert mich:

      Folgend mal ein paar Vornamenerläuterungen (die man kürzer natürlich auch auf diversen Netzseiten findet)... die habe ich mal für diverse Anlässe zusammengesucht.

      Frauennamen A-P
      Agnes... siehe Ines

      Alexandra: siehe Sandy

      Amelie
      französische Nebenform von „Amalia“
      „Amalia“ ist eine Kurzform von Vornamen, die mit „Amal“ beginnen, z.B. Amalberga
      „Amal-„ Erstelement weiblicher Vornamen, bekannt durch das ostgotische Königsgeschlecht der Amaler (oder „Amelungen“)...
      gotisch „amals“ = tüchtig, tapfer
      seit 15.Jhdt. ist „Amalia“ als Name bei Adel und Bürgertum häufig anzutreffen
      Allgemein bekannt wurde er durch die Figur der Amalia in Schillers „die Räuber“ oder als Ableitung „Amelia“ durch die Menotti-Oper „Amelia geht zum Ball“
      Kurzform: Melia

      Andrea siehe André

      Anke
      Niederdeutsche Koseform von „Anna“
      Anna... griech. Weiterentw. der hebräischen “Channa” =Gnade/Zuneigung Gottes
      Anna ist die Mutter der Maria und damit Sinnbild der Mütterlichkeit
      Anne-gret:ist eine Zusammensetzung von Anne und Gret
      Anne... Nebenform von „Anna“
      Anna... griech. Weiterentw. der hebräischen “Channa” =Gnade/Zuneigung Gottes
      Anna ist die Mutter der Maria und damit Sinnbild der Mütterlichkeit
      „Gret“ ist die Kurzform von „Grete“
      Grete... ist die Kurzform von „Margarete“
      Margarete...griech.-lat. „die Perle“ (sic)

      Carolin
      zur Zeit beliebte Verkürzung von „Carolina/e“
      Carolina oder Caroline ist eine Weiterbildung von „Carola“, dieser Vorname wird in Deutschland seit dem 17.Jhdt. vergeben
      Carola ist die latinisierte Form von „Karla“, das wiederum die weibliche Form von „Karl“ ist
      Karl kommt vom althochdeutschen „Kar(a)l“ = Mann, Ehemann
      im Ablaut dazu auch mittelhochdeutsch „kerle“ = freier Mann nichtritterlichen Standes, grobschläch-tiger Mann
      Durch den Sagenkreis um Karl dem Großen war der Name im mittelalterlichen Deutschland bekannt, aber er war nicht häufig. Selbst dessen Heiligsprechung im Jahr 1165 änderte das nicht
      In Deutschland fand der Name seit dem 17.Jhdt. als katholischer Heiligenname größere Verbreitung, nachdem Karl Borromäus (Erzbischof von Mailand) im Jahr 1610 heilig gesprochen wurde.
      Namenstag: 4.11.
      Erst im 19.Jhdt. wurde der Name durch Ritterdichtung und Romantik sehr beliebt

      Christine
      Nebenform von „Christiane“... als weibliche Form von „Christian“
      Corneliaweibliche Form von „Cornelius“
      „Cornelius“ geht auf einen altrömischen Geschlechternamen zurück (wahrscheinlich zu lateinisch „cornu“ = Horn)
      bekannt wurde Cornelia, die Tochter des Publius Cornelius Scipio Africanus, da sie wegen ihrer Tapferkeit, edlen Gesinnung und umfassenden Bildung zum altrömischen Frauenideal wurde

      Doreen
      englische (ursprünglich irische... -een) Form von „Dora“
      „Dora“ ist die Kurzform von englischen „Dorothy“
      Dorothy... englische Form von „Dorothea“
      Dorothea... griech. „doron“- Geschenk/ Gabe und „theos“- Gott = Gottesgeschenk
      die heilige Dorothea war eine Martyrerin, die im 3./4. Jhdt. lebte
      nach der Legende brachte ihr ein Junge, bevor sie enthauptet wurde, einen Korb mit Rosen und äpfeln aus dem Paradies... daher auch Patronin der Gärtner
      die selige Dorothea von Montau (1347-1394) ist die Schutzpatronin Preußens
      Namenstag: 06.02.
      Nebenformen: Dorchen, Dori, Dorke(n), Durl, Dute
      franz. Dodo, dorett, engl. Doll, tschechisch: Dorota, russisch: Dorofeja, holländisch: Deuten, Doorke

      Elsbeth:Kurzform von „Elisabeth“
      griech. Form des aus der Bibel stammenden hebräischen „elischeba“... wird übersetzt mit „mein Gott ist Sieben“ im Sinne von „Gott ist Fülle“ oder „Gott ist vollkommen“
      ursprünglich ist die große Beliebtheit des Namens auf Elisabeth, der Mutter von Johannes dem Täufer, zurückgeführt
      später war die heilige Elisabeth von Thüringen (1207 – 1231) das beliebteste Namensvorbild

      Helga als weiblicher Vorname auch „Helge“
      aus dem Nordischen übernommen... schwedisch „helig“ = heilig
      als Name in Deutschland erst (sehr) spät heimisch (um1900)

      Ines:
      eingedeutschte Form der spanischen Form von „Agnes“ (Ines)
      Agnes... griech. „hagnos“ = rein, keusch, geheiligt
      angelehnt an das lateinische „agnus“ = das Lamm
      im Mittelalter durch adlige Vorbilder als deutscher Vornamen genutzt
      im 19.Jhdt. trugen literarische und musikalische Verarbeitungen des tragischen Schicksals der Augsburger Baderstochter Agnes Bernauer, der Geliebten Herzog Albrechts III. von Bayern zur Beliebtheit des Vornamens bei
      Namenstag: 21.Januar

      Jana
      aus dem Tschechischen übernommene weibliche Form von Jan (dts. Johannes)
      Johannes – hebräischer Ursprung „Jawe hat Gnade erwiesen“

      Katrin
      oberdeutsche Form von „Katharina“
      Katharina entstand aus der Umdeutung des griechischen Frauennamens „Aikaterine“ zum griechischen „katharos“ = „rein“
      fand im Mittelalter in der christlichen Welt als Name der heiligen Katharina von Alexandria (3./4.Jhdt.) Verbreitung
      Nach der 200 Jahre später entstandenen Legende bekehrten sich 50 Philosophen nach einem Gespräch mit ihr zum Christentum
      Wunderberichte erzählen, das ihr Leichnam nach ihrer Enthauptung von Engeln auf den Berg Sinai getragen und dort begraben worden sein soll
      Schutzheilige der Philosophen und zählt zu den 14 Nothelfern
      Namenstag: 25. November

      Laura
      aus dem Italienischen übernommener Vorname
      Geht auf lateinischen Personennamen der Kaiserzeit zurück (lateinisch „laurus = Lorbeer oder „laurea = Lorbeerbaum, Lorbeerkranz)
      „Laura“ wurde also vergeben als Wunschname, der auf die Schönheit (der Pflanze) und (wegen des Lorbeerkranz) auf das Symbol des Sieges verweist
      bei frühen Christen war der Lorbeerkranz auch das Symbol des Martyriums
      Name wurde in Deutschland durch die Sonette von Petrarca an seine Geliebte Laura bekannt... Petrarca selbst deutete den Namen als „Lorbeerbaum“ und setzt ihn mit dem griech. „Daphne“ (=Lorbeerbaum) gleich: Seine Geliebte ist für ihn so unerreichbar wie die in einen Lorbeerbaum verwandelte Nymphe Daphne für Apollo
      Von Petrarca inspiriert schrieb um 1800 Schiller seine Gedichte an Laura und trug somit weiter zur Verbreitung des heute international sehr beliebten Namens bei

      Lisa
      Kurzform von „Elisabeth“, Lisa derzeit einer der beliebtesten Vornamen
      griech. Form des aus der Bibel stammenden hebräischen „elischeba“... wird übersetzt mit „mein Gott ist Sieben“ im Sinne von „Gott ist Fülle“ oder „Gott ist vollkommen“
      ursprünglich ist die große Beliebtheit des Namens auf Elisabeth, der Mutter von Johannes dem Täufer, zurückgeführt
      später war die heilige Elisabeth von Thüringen (1207 – 1231) das beliebteste Namensvorbild

      Mandy
      engl. Kurzform von Amanda
      Amanda… weibl. Form vom lateinischen „Amandus“ = liebenswert
      Name fand ab 19.Jhdt. in Deutschland Verbreitung

      Manuela
      weibl. Form des spanischen Vornamens „Manuel“... einer Form von „Emanuel“
      Emanuel ist eine griech.-lateinische Nebenform von „Immanuel“
      Name „Immanuel“ stammt aus Bibel, hebräischer Ursprung „mit uns ist Gott“

      Mina
      wahrscheinlich verschliffen aus der eigentlichen „Minna“
      „Min(n)a“ ist Kurzform von Namen die auf „-mina“ oder „-mine“ enden, besonders zu „Hermine“ und „Wilhelmine“„Hermine“... weibliche Weiterbildung von „Hermann“... aus dem althochdeutschen „heri“ = Kriegsschar/ Heer... und dem „man“ = Mann
      „Wilhelmine“... weibliche Weiterbildung von „Wilhelm“... aus dem althochdeutschen „will(i)o“= Wille ... und „helm“ = Helm/ Schutz„Minna“ wurde bekannt durch Lessings „Minna von Barnhelm“ (1763)... und im 19.Jhdt. zum Dienstmädchennamen herabgesetzt... daher Redewendung „...jemand zur Minna machen“

      Nadine
      französische (engl. und niederländ.) Form von „Nadia“ oder „Nadja“
      „Nadia/Nadja“ sind russische Kurzformen von „Nadjeschda“
      „Nadjeschda“ = vom russischen Nadeschda „Hoffnung“
      „Nadja“ aber auch von „Nadya“ möglich, somit arabisch von „nada“ = „Morgentau“ oder „Großzügigkeit“
      Nadine war Anfang der 90er Jahre (auch) in Deutschland ein Modename

      Paula
      weibl. Form von „Paul“
      besonders in der 2. Hälfte des 19.Jhdt. sehr beliebt
      die heilige Paula von Rom (gest. 404) gründete ein Kloster
      Namenstag: 26.1.
      zum lateinischen „paulus“ = der Kleine... ursprünglich also nur ein Beiname
      durch den heiligen Apostel Paulus weit verbreitet... der hieß ursprünglich mit jüdischem Namen „Saul“= der(von Gott) erbetene... in der latinisierten Form „Saulus“... und hatte den Beinamen „paulus“ wahrscheinlich schon bei der Geburt erhalten, da er von seinem Vater das römische Bürgerrecht geerbt hatte. Deshalb hieß er eigentlich „Der kleine von Gott Erbetene“. Nur er selbst nennt sich in den Briefen (Paulus schrieb an die Phillipper: Kann nicht kommen, habe...) „Paulus“.
      Paul zählt seit dem Mittelalter zu Deutschlands beliebtesten Taufnamen

      Ramona
      aus Spanischen übernommener weiblicher Vorname
      seine Bekanntheit wird mit dem Schlager „Ramona“ erklärt, mit dem ein aus Indonesien stammendes und in den Niederlanden lebendes Bruderpaar 1960 als „Blue Diamonds“ millionenfache Verkaufszahlen erreichte
      weibliche Form von „Ramón“, der spanischen Form von „Raimund“
      „Reimund/ Raimund“ ist alter deutscher Vorname aus der althochdeutschen Namensform „Raginmund“
      „Raginmund“ entstand aus dem germanischen „ragin“ (Rat, Beschluss (der Götter), Schicksal) und „munt“ (Schutz, Schützer)
      „Raimund“ tritt früh in das romanische Sprachgebiet ein und hier besonders in Südfrankreich beliebt
      bei den Grafen von Toulouse seit 9.Jhdt. Familientradition
      kam über Lothringen wieder zurück nach Deutschland
      es gibt mehrere Heilige dieses Vornamens... besonders bekannt: hl. Raimund Nonnatus (gest. 1240), der sich in Afrika gegen den Verkauf von Sklaven opferte (Schutzpatron der Angeklagten und Wöchnerinnen)
      Ich bin kein direkter Rüpel, aber die Brennnessel unter den Liebesblumen. immergut: Karl Valentin
    • Frauennamen S-Y (mehr hab ich nicht)

      Sandra
      Kurzform vom italienischen „Alessandra“
      „Alessandra“ italienische Form von „Alexandra“
      Alexandra... weibliche Form von „Alexander“
      Alexander... griech. „alexein-andros“ = schützen- Mann, also „der Schützende/ Verteidiger“
      bereits im Mittelalter in Deutschland bekannt
      besonders nach den Befreiungskriegen in Deutschland beliebt: Zar Alexander I. von Russland, kämpfte erfolgreich gegen Napoleon und unterstützte den deutschen Widerstand gegen Napoleon
      sicher der berühmteste Namensträger: Alexander der Große (356-323 vor Chr.)
      Namenstag: 3.Mai
      PS: die russische Kurzvariante „Alexej“ hat eine Abwandlung: „Lenin“

      Sandy
      Sandy...englische Kurzform von „Alexandra“
      Alexandra... weibliche Form von „Alexander“
      Alexander... griech. „alexein-andros“ = schützen- Mann, also „der Schützende/ Verteidiger“
      bereits im Mittelalter in Deutschland bekannt
      besonders nach den Befreiungskriegen in Deutschland beliebt: Zar Alexander I. von Russland, kämpfte erfolgreich gegen Napoleon und unterstützte den deutschen Widerstand gegen Napoleon
      sicher der berühmteste Namensträger: Alexander der Große (356-323 vor Chr.)
      Namenstag: 3.Mai
      PS: die russische Kurzvariante „Alexej“ hat eine Abwandlung: „Lenin“

      Sara:eigentlich Sarah
      biblischer Name von hebräisch “Sarah” = Fürstin/ Herrin
      Sarah ist im Alten Testament die Stammmutter Israels und Gattin Abrahams, die erst im hohem Alter Isaak gebiert
      es gibt mehrere Heilige diesen Namens
      der Name fand erst im 16.Jhdt. in Deutschland Verbreitung
      in neuester Zeit gehört er zu den beliebtesten Vornamen

      Silke
      niederdeutsche und friesische form von „Cäcilie“
      „Cäcilie“ lateinischen Ursprung, „Caecilia“ ist weibliche Form zum altrömischen Geschlechternamen Caecilius
      diese alte Familiennamen ist wahrscheinlich etruskisch und wurde später im Volk zum lateinischen „ceacus(a)“ = „blind“ umgestellt wurde
      Der Name verbreitete sich vor allem durch die verehrung der Heiligen Cäcilie (3.Jhdt)
      Die Heilige wird seit dem 15.Jhdt. als Schutzheilige der Musik verehrt (Hähähä, Silke... Gelächter im Saal... ein neuer Beweis: Namen haben Vorbedeutung!
      Namenstag: 22.November

      Silvia
      „Sylvia“ sprachlich unrichtige, aber oft gebrauchte Schreibweise von „Silvia“
      weibliche Form von „Silvius“, dem altrömischer Männer-Rufnamen aus dem latein. „Silva“ = Wald
      also im Sinne von „die den Wald Liebende“ / „die aus dem Wald Kommende“
      in der altrömischen Sage ist Silvius ein Sohn des Äneas, von dem die Könige von Alba Longa und die Vestalin Rhea Silvia abstammen
      der Heilige Silvius starb Anfang des 5.Jhdt. (Namenstag: 30.04)
      eine heilige Silvia (6.Jhdt.) war die Mutter von Papst Gregor dem Großen (Namenstag 3.11.)
      in Deutschland erst im 18. Jhdt. an Bedeutung gewonnen im Zuge der romantischen Natur- und Schäferdichtung... in dieser Zeit kam auch die Schreibweise „Sylvia“ auf

      Simone
      Weibliche Form des Rufnamens „Simon“

      Teresa...Therese
      erste Deutung war vom griechischen „ther“: (jagdbares) Tier... im Sinne von „Jägerin“
      spätere Deutung: Nebenform von „Theres“... zum griechischen „von der Insel Thera (heute Santorin) stammend“
      die heilige Theresa von Avila (1515-1582) war eine spanische Mysterikerin, die in einem Karmeliter-kloster zahlreiche Schriften verfasste... wird als Patronin gegen Gliederkrankkeiten (!) und Rheumatismus angerufen
      Namenstag: 15.10.
      Valerieweibl. Form des Valerius à latein. Ursprung à „kräftig, stark sein“

      Yvonne
      weibliche Form vom männlichen Vornamen „Yvon“
      „Yvon“ franz. schweizerischer Vornamen... vielleicht Nebenform von „Yvo“
      „Yvo“ ist Schreibvariante von „Ivo“
      „Ivo“ vielleicht zum althochdeutschen „iwa“ = Eibe, Bogen aus Eibenholz
      Ivo ist die deutsche Form des Namens eines bretonischen Heiligen (13./14.Jhdt.), der sehr zur Verbreitung des Namens beigetragen hat, deshalb könnte auch das keltische „ivos“ oder das bretonische „ivin“ (heißt auch „Eibe“) als Anfang des Vornamens gelten
      der heilige Ivo war priester und Advokat und wqurde wegen seiner Nächstenliebe und verteidigung der Schutzlosen der „advokat der Armen“ genannt.
      Ivo ist der Schutzheilige der Juristen
      Namenstag: 19.05.
      Ich bin kein direkter Rüpel, aber die Brennnessel unter den Liebesblumen. immergut: Karl Valentin
    • Männernamen A-E

      Adam
      Aus der Bibel übernommener Vorname, dessen Herkunft nicht sicher geklärt ist (sumerisch? „ada-mu“ = „mein Vater“... assyrisch? „admu“ = „mein Kind“)
      Die Bibel sieht in dem Namen „adamah“ den rotbraunen, weil gepflügten, Ackerboden und versteht in zugleich als „ha`adam“... der Mensch, die Menschheit

      Adolf
      veraltet auch Adolph
      „Adolf“ ist jüngere Form von „Adalwolf“... aus dem althochdeutschen „adal“ = „edel, vornehme Abstammung“ und den althochdeutschen „wolf“ = Wolf (der Name als Sinnbild des Kriegers)
      zur früheren Beliebtheit des Namens bei Protestanten hat der Schwedenkönig Gustav Adolf beigetragen... hingegen hat Adolf Hitler in den 30er Jahren als Namensvorbild eher gering gedient

      Alexander
      griech. „alexein-andros“ = schützen- Mann, also „der Schützende/ Verteidiger“
      bereits im Mittelalter in Deutschland bekannt
      besonders nach den Befreiungskriegen in Deutschland beliebt: Zar Alexander I. von Russland kämpfte erfolgreich gegen Napoleon und unterstützte den deutschen Widerstand gegen Napoleon
      sicher der berühmteste Namensträger: Alexander der Große (356-323 vor Chr.)
      Namenstag: 3.Mai
      PS: die russische Kurzvariante „Alexej“ hat eine Abwandlung: „Lenin“

      André/Andreas
      französische Form von „Andreas“, die im deutschen Sprachraum immer mehr Beliebtheit erlangte
      „Andreas“ zum griech. „andreios“= mannhaft, tapfer
      berühmter Namensträger war Apostel Andreas (gest. um 60), der als Missionar in Kleinasien und auf dem Balkan wirkte und bis zur Wolga gekommen sein soll... so gilt er heute als Schutzpatron Russlands und Griechenlands
      das diagonal gekreuzte Verkehrszeichen (Bahnübergang) bezeichnet man noch heute als „Andreaskreuz“, weil der Apostel an einem schrägen Kreuz den Märtyrertod gestorben sein soll
      Namenstag: 30.11.
      Andreas gehört zu den beliebten modernen Vornamen
      in Bayern/ Österreich auch „Anderl“
      ungar. András, Endre... italien. Andrea… russisch Andrej… niederländ. Andres

      Anton
      „Anton“ gekürzte Form von „Antonius“
      „Antonius“ (neugriechisch: Antonios)...zum lateinischen „Antius“, einem römischen Geschlecht
      Name mehrerer Heiliger
      Anton ist als Vorname im Deutschen nicht sehr beliebt, eher in Österreich („Donerl“
      Kurzformen Anton: Toni, Tünnes (Tünnes und Scheel sind kölsche Originale)
      rheinisch: Tünnes, Dönges, slawisch: Ante, Anto, Antek, ungarisch: Antal
      Artiom August„Augustin“ = August
      „August“ ist ursprünglich der Ehrenname des ersten römischen Kaisers Gaius Octanvianus (63 v.Chr. – 14 n.Chr.)... „augustus“= der Erhabene

      Benjamin
      aus der Bibel entnommen, Vorname hebräischer Ursprungs
      hebräisch binjamin = „Sohn von rechts“, d.h. „des Südens“ oder „des Glücks“... Glückssohn
      Benjamin, jüngster Sohn Jakobs, wird von seiner Mutter Rahel, die bei seiner Geburt stirbt, Benoni („Sohn des Schmerzes“) genannt... jakob ändert den Namen in Benjamin (Sohn der rechten Hand, d.h. des Glücks)
      Name kam in Deutschland bei den Protestanten im 16. Jhdt auf
      auch bei den Puritanern in England und den USA sehr beliebt
      gehört seit den 70er Jahren zu den beliebtesten Vornamen
      schwäbische Form: Bienes
      in Deutschland auch die Bedeutung: Jüngster der Familie

      Björn
      im 20.Jhdt. aus dem Nordischen übernommener Vorname
      wahrscheinlich aus dem schwedischen „björn“ = Bär

      Christian
      aus dem Lateinischen übernommener Vorname „Christianus“ = der zu Christus gehörende, der Christ
      wobei „Christus“ aus dem griechischen „christos“ kommt = der Gesalbte
      seit dem Mittelalter in Deutschland
      vor allem nach der Reformation bei den Protestanten in Norddeutschland beliebt

      Christoph
      Nebenform vom lateinischen „Christophorus“ = Christusträger
      wobei „Christus“ aus dem griechischen „christos“ kommt = der Gesalbte
      seit dem Mittelalter verbreitet, da der heilige Christophorus (3.Jhdt) als einer der 14 Nothelfer verehrt wurde
      um seinen Namen rank sich die Legende von dem Riesen, der das Jesuskind auf seinen Schultern durch das Wasser trägt
      Namenstag: 24. Juli

      Claudio
      Italienische und spanische Form von „Claudius“
      „Claudius“ ist lateinischen Ursprungs und geht auf einen Geschlechternamen zurück...“einer aus dem Geschlecht der Claudius“
      der Familienname „Claudius“ geht auf den lateinischen Beinamen „Claudus“ zurück = hinkend/ lahm
      Der Name Claudius kam erst in der Zeit des Humanismus im 15./16.jhdt. auf... als Name des römischen Kaisers Claudius (Tiberius Claudius Nero) 10 v.Chr. bis 54 n.Chr.

      Daniel
      aus dem hebräischen „danijjel“ – Gott ist (mein) Richter
      Daniel ist im Alten Testament ein Prophet, dem ein ganzes Buch gewidmet ist. Er deutet in der Gefangenschaft die träume des babylonischen Königs Nebukadnezzar und hat apokalyptische Visionen
      Namenstag: 21.07.
      gehört seit zwanzig Jahren zu den beliebtesten Vornamen in Westdeutschland
      Nebenformen: Dangel, Dani, Dannel, Nel

      David
      zum hebräischen „david“=Geliebter, Liebling
      im Alten Testament erscheint David als König (und Ahnherr Jesu), der Juda und Israel von 1004 bis 965 v.Chr. regierte
      Name kam in Deutschland im frühen Mittelalter auf, wurde aber erst nach der Reformation vor allem in protestantischen Familien oft vergeben
      beliebt seit 60er jahren durch angloamerikanischen Einfluss
      Namenstag: 29.12.
      arabische Form: Daoud
      Koseform... z.B. französisch: Vit

      Dennis
      Schreibvariante und englische Form von Denis
      Denis ist die ursprüngliche Kurzform von Dionysius
      Dionysius aus dem griech. Dionysios... „der dem Gott Dionysos Geweihte“
      zur Verbreitung des Namens im Mittelalter trug die Verehrung des heiligen Dionysius (3.Jhdt.) bei. Der Heilige war der erste Bischoff von paris und ist einer der 14 Nothelfer.
      Namenstag: 9.Oktober

      Dieter
      meist Kurzform von „Dietrich“
      „Dietrich/ Diedrich“ aus dem sehr produktiven Namenerstelement „Diet“, althochdeutsch „thiot“= Volk, Menschen (daher auch „thiot“... im Sinne von: deutsch, das deutsche Volk) und dem althochdeutschen „rihhi“= mächtig, reich
      verbreitet wurde der Name durch den germanischen Sagenhelden Dietrich von Bern, der den Ostgotenkönig Theoderich (5./6. Jhdt.) als Vorbild hat
      auch: durch Ausfall des „h“ gebildete volkstümliche Variante von „Diether“
      „Diether“ aus dem althochdeutschen „thiot“ = s.o. und dem althochdeutschen „heri“ = Heer/ Kriegsschar
      niederdeutsche Form: Deter
      Dirkgelegentlich: Derk oder Dierck
      Kurzform von „Diederik“
      „Diederik/ Diderik“ niederländisch oder friesisch für „Dietrich“... andere Formen: Derek, Diede englisch: Derrek (Harry, fahr schon mal den Wagen vor)
      „Dietrich/ Diedrich“ aus dem sehr produktiven Namenerstelement „Diet“, althochdeutsch „thiot“= Volk, Menschen (daher auch „thiot“... im Sinne von: deutsch, das deutsche Volk) und dem althochdeutschen „rihhi“= mächtig, reich
      verbreitet wurde der Name durch den germanischen Sagenhelden Dietrich von Bern, der den Ostgotenkönig Theoderich (5./6. Jhdt.) als Vorbild hat... friesische Form: Diddo, andre Formen: Till, Deik, Dieter, Dietz, französisch: Thierry

      Dustin
      aus dem Englischen übernommener Vorname, der auf einen Familiennamen unklarer Herkunft zurückgeht
      als Vorname erst seit Anfang des 20.Jhdt. gebräuchlich

      Eric
      englische Form von „Erik“
      Erik:schwedische/ dänische Herkunft (altnord.: en = „allein“, rik = „Herrscher“, also etwa der „allein Mächtige, Herrscher“)
      der Name Erich und Erik wurde in Deutschland erst im 19.Jhdt. als Königsname allgemein bekannt
      Erik der Rote (Wikinger) entdeckte im 10.11.Jhdt Grönland
      König Erik IX. (12.Jhdt.) ist schwedischer Nationalheiliger
      König Erik XIV. (16.Jhdt.) errang die Herrschaft Schwedens über die Ostsee. Er wurde, nachdem er seine Geliebte, eine Bauerntochter, geheiratet hatte, gestürzt und hingerichtet.
      Zur Verbreitung des Namens hat auch Richard Wagners Oper „Der fliegende Holländer“ beigetragen
      Ich bin kein direkter Rüpel, aber die Brennnessel unter den Liebesblumen. immergut: Karl Valentin
    • Männernamen F- H

      Fabian
      Gehört über die Weiterleitung „Fabianus“ zum römischen Namen „Fabius“ (latein. „faba“ = Bohne)
      Eine andere Deutung von „Fabius“ geht aus vom latein. „fabis“ = edel
      Name steht wahrscheinlich zu einem Anbau- oder Fruchtbarkeitskult ( wie „Cicero“ = Kichererbse)
      Der heilige Fabian war von 236 bis 251 Papst und starb als Märtyrer
      Namenstag: 20.januar
      Die Beliebtheit des Namens könnte auch von dem Buch „Fabian“ von Erich Kästner kommen, welches sich gegen die spießbürgerliche Moral wandte und viel gelesen wurde

      Falk
      jüngere Nebenform von „Falko“
      „Falko“... alter deutscher Vorname, eher aus dem Stammesnamen der Fahlen (Westfalen)
      auch möglich: aus dem althochdeutschen „falko“= der Falke (dem Sinnbild für Gewandheit und Mut)
      im zweiten Sinn war „Falke“ zuerst ein Beiname ( wie z.B. Heinrich der Löwe)
      auch möglich: Falk als Kurzform von „Falkmar“, dieser altdeutsche Vornamen erklärt sich aus „falko“= der (wie ein) Falke (ist) und dem althochdeutschen „mari“= berühmt

      Fedor
      eingedeutschte Variante von Fjodor
      Fjodor ist die russische Form von Theodor
      griechisch „theos“ – Gott und griechisch „doron“ – Gabe... also „Gottesgeschenk“
      beliebter Vorname für Theologen im Mittelalter
      der Heilige Theodor von Euchatia (gest. 306) wird in der Ostkirche als Großmärtyrer verehrt
      Namenstag 09.11.

      Felix
      Vorname lateinischen Ursprungs... „felix“= fruchtbar, Glück bringend
      ursprünglich ein römischer Beiname, der wie ein Wunsch aufgefasst wurde „soll glücklich sein“
      in frühchristlicher Zeit gehörte er zu den bevorzugten Vornamen
      in Deutschland zunächst auf den Süden beschränkt und erst im 18.Jhdt. allgemein bekannt
      italienische Form: Felice

      Florian
      lateinischen Ursprungs, Weitebildung aus „Florus“
      „Florus“ ist Kurzform von „Florentius“...“Florentius“ ist wie „Florenz“ eine ältere Form von „Florens“....„Florens“ steht für das lateinische „florens“ = blühend, glänzend, in hohem Ansehen stehend
      auch als männliche Form des weiblichen Vornamens „Flora“ bekannt.... „Flora“ ist die altrömische Frühlingsgöttin („flos/floris“ = Blume/ Blüte)
      „Florian“ fand im Mittelalter durch den Heiligen Florian Verbreitung... dieser wurde zu Beginn des 4.Jhdt. wegen seines Glaubens in der Enns ersäuft
      Schutzpatron von Oberösterreich und gegen Feuergefahr
      Namenstag: 4.Mai
      Bekannter Namensträger: Florian Geyer (Reichsritter und Bauernführer im 15./16.Jhdt.... Liedtext: „Wir sind des Geyers schwarzer Haufen“)

      Frank
      selbständige Form von „frank“ oder eine Verkürzung von Verbindungen mit „frank“ (z.B. Frankward (-hüter), Frankowig (-kampf), Frankomar (berühmt), Frankobert (-glänzend))
      Frank- ... wahrscheinlich zu dem althochdeutschen „franco“ – der vom Stamm der Franken
      später im Sinne von „frei“ assoziert... Sprichwort: Er ist frank und frei.

      Georg
      griech. Ursprungs „georgos“ = Landmann/ Bauer
      fand als Name des heiligen Georg Verbreitung und war schon im MA im christlichen Abendland sehr beliebt
      Der heilige Georg (vermutlich aus Kappadozien stammender Krieger) erlitt zu Beginn des 4.Jhdt. den Martertod
      Es bildeten sich zahlreiche Legenden u.a. über seinen Kampf mit dem Drachen
      Nach anderer Legende erschien er den Kreuzfahrern und führte sie zum Sturm auf Jerusalem an (daher den heiligen Georg im Banner)
      Seit dem 13.Jhdt. Schutzheiliger Englands und einer der 14 Nothelfer
      Namenstag: 23.April
      Fremde Formen: Jürgen, Juri, Göran, Giorgio

      Gerhard
      alter deutscher Vorname, schon im Mittelalter sehr geläufig
      kommt als Heiligenname vor und spielte bei der Namensgebung beim Adel eine große Rolle (besonders bei den Grafen von Jülich, Holstein und Geldern)
      zur Beliebtheit trug auch die Sage vom guten Gerhard von Köln bei, die im 13.Jhdt von Rudolph von Ems bearbeitet wurde
      aus dem althochdeutschen „ger“ = Speer und „harti/herti“ = kräftig, stark, hart
      Namenstag: 23.April

      Günther... auch Günter
      alter deutscher männlicher Vorname, der wie viele Vornamen später als Familienname genutzt wurde... die (Kinder oder Familie) von Günther
      aus dem althochdeutschen „gund“= Kampf + „heri“= Heer, Schar, Meute oder „her“= alt, ehrwürdig, von hohem Rang
      Name kam im Mittelalter häufig vor und blieb besonders als Name des Burgunderkönigs Gunther aus der Nibelungensage durch die Jhdt. geläufig
      seit dem 12. Jhdt. besonders im thüringischen Fürstenhaus Schwarzburg, Günther von Schwarzburg war im 14.Jhdt. Gegenkönig zu Karl IV.
      kaum wahrscheinlich für das Fortbestehen: Die Verehrung der heiligen Günther von Niederaltaich (10./11.Jhdt.)
      Namenstag: 09.10.
      Im Gefolge der Romantik (man schätzte wieder das Mittelalter) wurde der Name wieder beliebter... in den 20er Jahren des 20.Jhdt. war Günther ein Modename und war einer der wenigen MA-namen, die bis heute überlebten

      Hans:Kurzform von Johannes
      produktivstes Erstelement zur Bildung deutscher Doppelvornamen (Hansgerd, Hansheinz), heute meist mit Bindestrich üblich
      latinisiert aus dem Hebräischen: „johanan“ – Jahwe ist gnädig
      wichtigste Namensvorbilder: Johannes der Täufer, Apostel Johannes (Lieblingsjünger von Jesus)
      Namenstage: 24.06. und 27.12.

      Heinrich
      "Heinrich“, althochdeutsch „hagan-rihhi“...„hagan“ = umfriedeter Ort /„rihhi“ = Herrschaft, Macht, Reich, mächtig, hoch
      oder Heinrich entwickelt aus „Heimerich“...althochdeutsch „heim“ = Haus sowie „rihhi“ = Herrschaft, Macht, Reich, mächtig, hoch
      im Mittelalter der verbreitetste und beliebteste Taufname, wahrscheinlich durch zahlreiche Dynasten wie
      Heinrich I. (der Vogler), (vor allem) der heilige Kaiser Heinrich II., römischer Kaiser Heinrich III. der das Reich nach Osten ausdehnte, der Hohenstaufer König Heinrich IV. (Canossa!) und viele Landesfürstenbei der thüringischen Fürstenlinie Reuß war der Name seit Jhdt. Tradition
      in „Hinz und Kunz“ (jedermann) spiegeln sich noch heute die Kaisernamen Heinrich und Konrad und deren Beliebtheit
      Henrikwie „Hinrik“ niederdeutsche Form sowie dänische, norwegische, schwedische und ungarische Form von „Heinrich“

      Holger
      Vorname schwedisch/ dänischer Herkunft
      vom altisländischer „holmi, holmr“ = Insel und „geirr“ = Speer
      besonders in Dänemark beliebt, denn Holger Danske ist der dänische Nationalheld, der der Sage nach aus dem Schlaf erwacht und in den Kampf zieht, wenn Dänemark in Not gerät

      Hubert
      aus althochdeutschen „hugu-beraht“
      „hugu“ = Geist/ Sinn/ Gesinnung/ Mut
      „beraht“ =strahlend/ glänzend/ berühmt
      Ich bin kein direkter Rüpel, aber die Brennnessel unter den Liebesblumen. immergut: Karl Valentin
    • Männernamen i-K

      Ingo
      alte Kurzform zu deutschen Rufnamen mit „Ing-„ am Anfang (wie z.B. Ingemar, Ingfried, Ingbert)
      „Ing-„ bezieht sich auf den Kultverband der Ingwäonen, die ihrerseits nach der Gottheit „Ing“ oder „Ingwi(o)“ benannt sind... bei den skandinavischen Namen mit „Ing-“ bezieht man sich direkt auf diese Gottheit... hier „Yngvi“
      „Ingo“ ursprünglich sehr selten verwendet, ist er möglicherweise durch den Roman von Gustav Freytag „Ingo und Ingraban“ (erschienen 1873) verbreitet worden

      Jakob
      aus Bibel übernommener Vorname... hebräisch soviel wie „Er (Gott) möge beschützen“
      der Name wir aber in den Übertragungen bereits des Alten Testaments zu „Fersenhalter“ oder „er betrügt“ umgedeutet...
      viele Bibelgeschichten um Jakob handeln von schlauem Betrug... deshalb fand der Name in der christlichen Welt nicht als Name des Patriarchen Verbreitung, sondern als Name der Apostel Jakobus des Älteren (Namenstag 25.07) und Jakobus des Jüngeren (Namenstag 03.05.)

      Jan
      niederdeutsch-friesische, niederländische, polnische, schwedische und tschechische Form von Johannes
      gehört heute zu den beliebtesten Vornamen, besonders in Norddeutschland seit langem genutzt
      auch in der Schweiz in den 80er Jahren sehr populär
      im englischsprachigem Raum entstand Jan als schottische Koseform zu „James“ und ist heute ein eigenständiger Vorname
      Nebenformen Jahn, Janing, Jann

      Jens
      dänische Form von Johannes
      die Beliebtheit des Vornamens Jens in Dänemark zeigt sich in der Häufigkeit des Familiennamens Jensen
      (im Mittelalter wurden auch in Deutschland aus Rufnamen Familiennamen... z.B. Walther als Fam.namen)mehr noch als Jan ist Jens ein typischer Nordseename, er wird im Süden Deutschland so gut wie nicht vergeben

      Joachim
      Vorname hebräischen Ursprungs mit der Bedeutung „Jahwe (Gott) richtet auf“
      Nach neutestamentlichen Schriften war Joachim der Mann der heiligen Anna, der Mutter Marias
      Namenstag: 26.Juli
      Name kam in Deutschland erst nach der Reformation in Mode, besonders beliebt im 16.Jhdt. in Brandenburg (Namen von Kurfürsten)
      Kurzformen: Achim, Jochen
      russisch: Akim, portug.: Joaquim, nord.:Joakim

      John
      niederdeutsche Kurzform von Johannes (siehe dort)
      Jonny:Jonni (oder Jonny) niederdeutsche Koseform von „John“

      Johannes
      ein der Bibel entnommener Vorname
      hebräisch für „Jahwe hat Gnade erwiesen (Gott ist gnädig)“
      sehr frühe Verbreitung in der christlichen Welt durch „Johannes den Täufer“ und den Apostel und Evangelisten Johannes
      auch die Verehrung mehrerer Päpste und Heiliger mit diesem Namen hat zur Beliebtheit beigetragen
      am Ende des Mittelalters war so Johannes der häufigste Taufname in Deutschland
      russische Form: Iwan
      Namenstag: 24. Juni

      Josef
      aus der Bibel übernommener Vorname hebräischen Ursprungs, gedeutet als „Gott möge hinzufügen“ bzw. „Gott gebe Vermehrung“ oder „Gott hat die Schmach von mir genommen“
      Namensvorbild ist Josef, im Neuen Testament Ehemann Marias und Stiefvater von Jesus,
      In Deutschland kommt Name erst seit dem 18.Jhdt. auf und gilt noch heute als typisch katholischer Vorname
      besonders in Österreich und Bayern verbreitet... unter anderem durch Kaiser Joseph I. und Joseph II.
      Namenstag (Josefi): 19. März
      Nebenformen: Jos, Jupp, Sepp
      Fremdsprachig: Jussuf, Ossip, Pepe, Joe, Guiseppe, José

      Julian
      Vorname mit lateinischem Ursprung, geht auf Julianus, einem Beinamen aus einer Ableitung von „Julius“; zurück
      Bekannt wurde der Name durch den römischen Kaiser Julian (Flavius Claudius Julianus), genannt „Julianus Apostata“ (J. der Abtrünnige), weil er das Heidentum wieder einführen wollte
      Julius ist ein altrömischer Geschlechtername, wahrscheinlich von „Iovilius“ (dem Jupiter geweiht) abgeleitet. Der berühmteste Julier ist Gaius Julius Cäsar, nach ihm wurde der siebente Monat benannt
      zunächst beim Adel, dann auch im Volk in Deutschland seit dem 16.Jhdt. aufgekommen, nachdem durch den Humanismus das Interesse an altrömischer Geschichte geweckt wurde
      Namenstag: 12.April (nach dem heiligen Julius I., ein Papst)

      Kai
      bei Frauen ebenfalls üblich: dort aber Herkunft und Bedeutung noch weniger geklärt, wahrscheinlich eine aus dem Skandinavischen übernommene Kurzform von Katarina
      wahrscheinlich friesische kindersprachliche Verkürzung von „Gerhard“
      Kasimirauch Casimir
      zum polnischen „kasimierz“= Friedensverkünder/ -stifter
      bekannt durch den heiligen Kasimir (gest. 1484), den Schutzpatron Polens
      Kirkenglischer Vorname zum skandinavischen Wort „kirk“= Kirche

      Klaus
      seit Anfang des 20. Jhdt. beliebte Kurzform von... „Nikolaus“ (siehe Nico)
      Ich bin kein direkter Rüpel, aber die Brennnessel unter den Liebesblumen. immergut: Karl Valentin
    • Männernamen L-M

      Lambrecht
      aus dem althochdeutschen „lant + beraht“
      „lant“- Land (im Gegensatz zur Stadt), Wiese, Acker... im Sinne eines Landbewohners
      „beraht“- glänzend, berühmt
      also im Sinne von “der im Land Berühmte“
      auch als „Lamprecht“ oder „Lantbert“... der heilige Lantbert (um 950) war Bischoff von Freising
      Lamprecht war früher ein verbreiteter Vorname... siehe auch die Kurzform „Lampe“, als „Meister Lampe“, Name des Hasens in der Fabel
      wurde nach dem Mittelalter kaum noch als Vorname gewählt und nur noch als Familiennamen bekannt
      Namenstag: 28.5.

      Lorentz
      stammt vom lateinischen „Laurentius“ = „der aus der Stadt Laurentum Stammende“
      der Heilige mit diesem Namen war römischer Diakon und Märtyrer im 3.Jhdt., welcher der Legende nach auf einem glühenden Rost zu Tode gemartert wurde... im wird der Sieg über die Ungarn am 10.08. (seinem Festtag) im Jahr 995 auf dem Lechfeld zugeschrieben

      Lucas
      griech. Ursprungs „Loukas“ = „der aus dem Land Lucania Stammende, der Lukanier“
      „Lukas“ fand im Mittelalter als Name des Evangelisten Verbreitung ... Lukas war der begleiter des Apostel Paulus. Nach der Legende malte er Christus- und Marienbilder (deshalb Schutzpatron der Maler)... da sein Symbol der Stier ist, gilt er auch als Schutzpatron der Fleischer
      Namenstag 18.Oktober
      heute gehört er zu den beliebtesten biblischen Vornamen

      Maik
      eingedeutschte Form von „Michael“

      Manuel
      spanische Form von „Emanuel“
      „Emanuel“ ist griech.-lateinische Nebenform von „Immanuel“
      „Immanuel“ aus der Bibel übernommener Vorname mit hebräischen Ursprung „mit uns ist Gott“

      Mario
      ital. (und span.) Form von des latein. Vornamens „Marius“
      altrömischer Geschlechternamen etruskischer Herkunft... „marius“ = aus dem Geschlecht der Marier stammend
      bekannt durch den römischen Feldherrn Gaius Marius, der die Kimbern und Teutonen besiegte
      der heilige Marius war im 6. Jhdt. Abt von Beuvons
      Namenstag: 27.01.

      Marco
      Italienische Form des Rufnamens „Markus“
      Markus:Name römischen Ursprungs aus dem lateinischen „Marcus“
      „Marcus“ – Sohn des (Kriegsgottes) Mars
      der Heilige Markus (gest. 66/67) war Evangelist.
      Namenstag: 25.04.
      Kurzformen: Marke, Marx
      auch Marek, Marco,
      Erweiterung von Markus: Marcellus... da heißt: Marcel ist die franz. Form einer Erweiterung von Markus

      Martin
      lat. Ursprung, geht auf den römischen Beinamen „Martinus“ (Mars, -tis = Name des Kriegsgottes) zurück
      im Mittelalter in Deutschland als Name des heiligen Martin aufgekommen
      Der heilige Martin gründete die ersten abendländischen Klöster, war im 4.Jhdt. Bischof von Tours und Schutzheiliger der Franken.
      Der Legende nach teilte er seinen Mantel mit einem Bettler. Der Mantel wurde von den fränkischen Königen als kostbare Reliquie gehütet und auf ihren Kriegszügen mitgeführt
      Nach der Reformation wurde Martin als Namensvorbild gewählt
      Namenstag: 11.November

      Mathias
      ist eine griech. Kurzform von Mattatias, dem hebräischen Mattanja: „Gabe Jahwes/ Geschenk Gottes“
      im Mittelalter in Deutschland durch den heiligen Matthias verbreitet. Der war einer der jünger Jesu und wurde durch Losentscheid zum Ersatzapostel für Judas Ischariot bestimmt, nachdem dieser sich selbst getötet hatte. Nach der Legende sollen seine Reliquien durch Kaiserin Helena nach Rom und von dort nach Trier gelangt sein. Daher ist der Name dort besonders beliebt.
      Patron der Handwerker (!!), Bäcker, Metzger und Schneider
      in der ersten Hälfte des 20.Jhdt. selten, später zu den beliebtesten Vornamen gehörend
      Namenstag: 24. Februar (im Schaltjahr 25.02.)
      Matti:Finnische Form von „Matthias“

      Maximilian
      Vorname lateinischen Ursprungs aus dem lat. „Maximinianus“... bedeutet „der aus dem Geschlecht Maximinus Entstammende“
      „maximus“ = sehr groß, am größten
      „Maximilian“ kam in Österreich und in Bayern als Heiligenname auf... der heilige Maximilian von Celeia lebte im 3.Jhdt. und starb als Märtyrer
      Namenstag: 12.Oktober
      Nach einem Bericht aus dem 13.Jhdt. soll der Heilige im Ostalpenraum als Apostel gewirkt haben und Bischoff in Lorch gewesen sein. Seine Reliquien kamen in 10.Jhdt. nach Passau, wo er dann als Märtyrer und Schutzheiliger der Diözese verehrt wurde.
      Bekannt wurde der Name vor allem durch Kaiser Maximilian I. (15./16.Jhdt.), genannt „der letzte Ritter“... er ging davon aus, sein Vater hätte im den Namen aus „Maximus“ und „Aemilianus“ gebildet, damit er soviel leisten würde wie Fabius Maximus und Scipio Aemilianus zusammen
      Im 19.Jhdt. wurde der volle Namen zugunsten von „Max“ verdrängt
      In unserer Zeit gehört er und die Kurzform wieder zu den beliebtesten Vornamen

      Michael/ Michel
      aus der Bibel übernommener Vorname hebräischen Ursprungs (Mikael... hebr. für „wer ist wie Gott“)
      Michel ist französische Form von Michael
      Fand im Mittelalter in der christlichen Welt als Name des Erzengels Michael Verbreitung. Michael als siegreicher Heerführer der Engel gegen den Satan wurde zum Beschützer der Kirche und des Heiligen Römischen Reiches und somit auch zum Schutzpatron Deutschlands. Er galt (neben Georg) als Sinnbild des christlichen Ritterideals
      Seit dem 16. Jhdt wurde der „deutsche Michel“ zum Inbegriff des gemeinen Mannes und eines einfältigen Menschen. Allerdings konnte er seit dem 17. Jhdt. gerade wegen seiner Einfachheit zum Gegenbild gegen den französische Modetorheit nachmachenden Narren werden.
      Namenstag: 29.September
      Zur Häufigkeit des Namens kann auch das mittelhochdeutsche „michel“ = groß beigetragen haben
      Mike:engl. Kurzform von „Michael“.
      Ich bin kein direkter Rüpel, aber die Brennnessel unter den Liebesblumen. immergut: Karl Valentin
    • Männernamen N-P

      Nico
      italienische Kurzform vom lateinisch- griechischen “ Nikolaos”
      Vorname ist griechischen Ursprungs „nike“ = Sieg und „laos“ = Volk, also „Kriegsvolk“
      Verbreitung im Mittelalter als Name des heiligen Nikolaus, der im 4.Jhdt. Bischof von Myra (Lykien) war
      Zahlreiche Legenden sind bekannt, zuerst wurde er in der Ostkirche verehrt, danach breitete sich sein Kult auch im Abendland aus.
      im Mittelalter in Deutschland Patron der Schüler und zahlreicher Stände
      gehört zu den 14 Nothelfern
      Namenstag: 6. Dezember

      Nils
      Schwedische und norwegische Form von „Nikolaus“
      „Nikolaus“ vom lateinisch- griechischen “Nikolaos”
      Vorname ist griechischen Ursprungs „nike“ = Sieg und „laos“ = Volk, also „Kriegsvolk“
      Verbreitung im Mittelalter als Name des heiligen Nikolaus, der im 4.Jhdt. Bischof von Myra (Lykien) war
      Zahlreiche Legenden sind bekannt, zuerst wurde er in der Ostkirche verehrt, danach breitete sich sein Kult auch im Abendland aus.
      im Mittelalter in Deutschland Patron der Schüler und zahlreicher Stände
      gehört zu den 14 Nothelfern
      Namenstag: 6. Dezember
      Als „Niels“ evtl. auch als niederdeutsche oder niederländische Kurzform von „Cornelius“„Cornelius“ ist lateinischen Ursprungs, geht auf altrömischen Geschlechternamen zurück
      vielleicht von lateinisch „cornu“ = Horn

      Norman
      Auch Normann: alter deutscher (!) Vorname aus dem althochdeutschen „nord“ = Norden und „man“ = Mann... also ein „Nordmann“
      vor allem in Endland und Nordamerika sehr beliebt
      engl. Kurzformen: Norm, Norrie

      Oliver
      geht auf den altfränzösischen Vornamen „Olivier“ zurück, der Name des Waffengefährten Rolands
      meist wird der Name vom spätlateinischen „olivarius“ abgeleitet = Ölbaum(pflanzer)
      allerdings sind die in den Karlsepen genannten Namen fast alle germanischen Ursprungs, deshalb ist eine Ableitung des französischen „Olivier“s von dem german. Namen wie „Alf-heri“ oder „Wolf-heri“ wahrscheinlicher, „Alf“ = Elfe, Naturgeist, „heri“ = Kriegsschar
      Olivier war ein paldin Karls des Großen und verkörpert im Rolandslied Besonnenheit und Mäßigung
      erst in der zweiten Hälfte des 20. Jhdt. durch englischen Einfluss in Deutschland modisch

      Otto
      Kurzform von Namen wie „Ottwein“ oder „Ottmann“
      althochdeutsch „ot“ – Besitz/ Reichtum
      Name deutscher Könige und Kaiser im Mittelalter, Herrschergeschlecht der „Ottonen

      Patrick
      englische Form von „Patrizius“
      Patrizius ist die eingedeutschte Form von „Patricius“
      Patricius= dem römischen Adel (Patrizier) angehörend
      Patrick ist durch den heiligen Patrick, den Apostel und Schutzheiligen Irlands, bekannt geworden. Der skotische Mönch Patrick christianisierte Irland um 430. Übrigens: Die Skoten als Volksstamm wanderten im 5./6. Jhdt, nach Scotland/ Schottland (!) aus.
      gehört heute zu den beliebtesten Vornamen Deutschlands
      Namenstag: 17.03. (St.Patricks day, Nationalfeiertag Irlands)
      Kurzform: Paddy (auch Name für lecker irischen Whisky)

      Paul
      zum lateinischen „paulus“ = der Kleine... ursprünglich also nur ein Beiname
      durch den heiligen Apostel Paulus weit verbreitet... der hieß ursprünglich mit jüdischem Namen „Saul“= der(von Gott) erbetene... in der latinisierten Form „Saulus“... und hatte den Beinamen „paulus“ wahrscheinlich schon bei der Geburt erhalten, da er von seinem Vater das römische Bürgerrecht geerbt hatte. Deshalb hieß er eigentlich „Der kleine von Gott Erbetene“. Nur er selbst nennt sich in den Briefen (Paulus schrieb an die Phillipper: Kann nicht kommen, habe...) „Paulus“.
      Namenstag: 29.06.
      Paul zählt seit dem Mittelalter zu Deutschlands beliebtesten Taufnamen
      Pablo, Pawel, Pál, Paavo, Paolo

      Peter
      aus der lateinischen Form “Petrus”
      Petrus hieß eigentlich Sim(e)on („schime-on“ oder „schim-on“...hebräisch für „Er (Gott) hat gehört“)... Jesus gab Sim(e)on den aramäischen Beinamen „kephas“ (Fels)... im griechischen Neuen Testament wurde dies als „ho pétros“ (Fels) übertragen und gelangte dann als „Petrus“ in die lateinische Fassung
      Name des Apostelfürsten fand schon früh große Verbreitung
      Namenstag: 21.Februar und 29.Juni
      Petrus war der erste Bischoff von Rom (=Papst) und erlitt dort den im Jahr 67 Märtyrertod
      Patron der Fischer, Schiffer und Päpste
      In der zeit nach dem II.WK über lange Jahre ein Modename in Deutschland
      Piet, Pär, Pjotr, Peer, Piero, Pierre, Pierce, Ferris, Pedro, Perez, Pekka, Peider

      Philipp
      griechisch „“philos“ – der Freund/ Liebhaber und grichisch „hippos“ – Pferd... der „Pferdefreund“
      verbreitet durch zahlreiche Herrscher und Fürsten im Mittelalter und. in neuerer Zeit durch Philipp von Melanchthon (1497-1560) Kirchenreformator
      Kurzformen: Fips, Flips, Lipp, Lips (sieh Dich vor, daß das keiner rauskriegt... „Fips, der Affe“ von Wilhelm Busch kennt jeder... wer will schon so einen Spitznamen bekommen!)
      gehört derzeit zu den beliebtesten deutschen Vornamen (vor allem in Ostdeutschland)
      Ich bin kein direkter Rüpel, aber die Brennnessel unter den Liebesblumen. immergut: Karl Valentin
    • Männernamen R-S

      Ramón/ Raimund
      Ramon ist spanische Form von Raimund
      „Reimund/ Raimund“ ist alter deutscher Vorname aus der althochdeutschen Namensform „Raginmund“
      „Raginmund“ entstand aus dem germanischen „ragin“ (Rat, Beschluss (der Götter), Schicksal) und „munt“ (Schutz, Schützer)
      „Raimund“ tritt früh in das romanische Sprachgebiet ein und hier besonders in Südfrankreich beliebt
      bei den Grafen von Toulouse seit 9.Jhdt. Familientradition
      kam über Lothringen wieder zurück nach Deutschland
      es gibt mehrere Heilige dieses Vornamens... besonders bekannt: hl. Raimund Nonnatus (gest. 1240), der sich in Afrika gegen den Verkauf von Sklaven opferte (Schutzpatron der Angeklagten und Wöchnerinnen)

      Reiner
      Von „Rainer“
      Alter deutscher Vorname, der sich aus dem althochdeutschen Namen „Raginhari“ entwickelt hat
      Germanisch „ragina“ = Rat, Beschluss (der Götter), Schicksal sowie dem althochdeutschen „heri“ = Kriegsschar, Heer
      Name war früher beim rheinischen und österreichischen Adel sehr beliebt
      Erst im 20.Jhdt. in ganz Deutschland volkstümlich geworden und gehörte lange Zeit zu den beliebtesten Vornamen

      René
      aus dem französischen übernommener Vorname
      franz. Form von „Renatus“
      Renatus kommt aus dem Latein „renatus“ = wiedergeboren

      Riccardo/ Richard
      italienische Form von „Richard“
      „Richard“ aus dem althochdeutschen „rihhi“= mächtig, stark, fest, reich und dem althochdeutschen „harti/herti“= stark, fest
      der Name wurde durch die Begeisterung für die Shakespeare (Dramen „Richard II.“ und „Richard III.“) in der ersten Hälfte des 19.Jhdt. neu belebt
      es gibt mehrere Heilige diesen Namens, besonders den heiligen Richard von England (720), der mit seinem Söhnen nach Rom pilgerte
      Namenstag: 07.02.
      Nebenformen: Reich, Rickert, Ridsert, Rieck, Ritsch
      englisch: Dick, Hick, Hobe, Rick

      Rico
      (laut Duden)italienische Kurzform von „Enrico“
      Enrico als Vorname wurde im 20.Jhdt. aus Italien übernommen
      Enrico ist die italienische Form von „Heinrich“
      Heinrich im Mittelalter der verbreitetste und beliebteste Taufname, wahrscheinlich durch zahlreiche Dynasten wie
      Heinrich I. (der Vogler), (vor allem) der heilige Kaiser Heinrich II., römischer Kaiser Heinrich III. der das Reich nach Osten ausdehnte, der Hohenstaufer König Heinrich IV. (Canossa!) und viele Landesfürstenbei der thüringischen Fürstenlinie Reuß war der Name seit Jhdt. Tradition
      in „Hinz und Kunz“ (jedermann) spiegeln sich noch heute die Kaisernamen Heinrich und Konrad und deren Beliebtheit
      Heinrich hat sich aus „Heimerich“ entwickelt
      althochdeutsch „heim“ = Haus sowie „rihhi“ = Herrschaft, Macht, reich, mächtig, hoch

      Rico
      (laut Knaur)Kurzform von „Ricardo“
      Ricardo italienische Form von „Richard“
      „Richard“ aus dem althochdeutschen „rihhi“= mächtig, stark, fest, reich und dem althochdeutschen „harti/herti“= stark, fest
      der Name wurde durch die Begeisterung für die Shakespeare (Dramen „Richard II.“ und „Richard III.“) in der ersten Hälfte des 19.Jhdt. neu belebt
      es gibt mehrere Heilige diesen Namens, besonders den heiligen Richard von England (720), der mit seinem Söhnen nach Rom pilgerte
      Namenstag: 07.02.
      Nebenformen: Reich, Rickert, Ridsert, Rieck, Ritsch
      englisch: Dick, Hick, Hobe, Rick

      Robert
      Robert... deutsche Kurzform von „Rodebert“
      Rodebert...althochdeutsch „Hroud-berat“ = Ruhm-glänzend/berühmt
      im Mittelalter sowohl im niederdeutschen Sprachgebiet als auch in Nordfrankreich verbreitet.
      Herzöge der Normandie trugen die Namen und machten ihn in Frankreich beliebt
      Von der Normandie gelangte der Name mit den Normannen nach England
      In Deutschland wurde „Robert“ erst im 18.Jhdt. als französischer Herrschername durch die Ritterdichtung wieder eingeführt.

      Roger
      Nebenform von „Rüdiger´“...
      „Roger“ war im Mittelalter im niederdeutschen und nordfranzösischen Sprachraum verbreitet und gelangte von dort mit den Normannen nach England, wo er das einheimische altenglische „Hroogar“ verstärkte
      „Rüdiger“ vom althochdeutschen „hroud“ = Ruhm und „ger“ = Speer

      Rolf
      hat sich über „Rolof“, „Rodlof“ aus „Rodolf“ gebildet
      Rodolf ist eine Nebenform von Rudolf
      Rudolf entwickelte sich aus dem althochdeutschen „Hruodolf“, „hruod = Ruhm sowie „wolf“ = Wolf
      Rolf ist erst in der ersten Hälfte des 20. Jhdt. wahrscheinlich unter nordischen Einfluss (schwed./dänisch: Rolf) in Mode gekommen

      Ron/ Ronald
      Engl. Kurzform von „Ronald“
      „Ronald“ schottischer Form des Namens „Reinhold“
      gebildet aus dem nordischen „Ragnvald/ Rögnvaldr““ = „Reinold“, einer Nebenform von „Reinhold“ ... siehe auch:
      Ronny:engl. Kurzform vom althochdeutschen “Reinhold”

      Reinhold
      kommt vom althochdeutschen Namen „Raginald“, der sich aus dem germanischen „ragina“ entwickelt hat = Rat, Beschluss (der der Götter), Schicksal sowie dem althochdeutschen „walt“ aus „waltan“ = herrschen, walten ... gesamt also einer „der im Rat Beschlüsse fasst“
      zur Verbreitung trug die Verehrung des heiligen Reinhold (10. Jhdt.), Patron von Dortmund, bei
      Namenstag: 7. Februar

      Rudi
      Koseform von „Rudolf“
      Alter deutscher Rufname aus dem althochdeutschen „Hroudolf“
      Hroud = Ruhm .... wolf = Wolf
      Name war schon im Mittelalter in ganz Deutschland beliebt, aber vor allem im Süden trugen verschiedene Fürsten und Herrscher zur Erhaltung des alten Namens bei

      Sebastian
      griech.: Sebastianos, Mann aus Sebaste (Name mehrerer Städte im Orient)
      Name geht auf griech. Übersetzung des lat. „Augustus“ zurück und bedeutet „erhaben“
      Name in Deutschland seit späten Mittelalter bekannt, beliebt wegen des Kult um den heiligen Sebastian
      Dieser war der Legende nach Tribun der kaiserlichen Garde. Er wurde wegen seines christlichen Glaubens auf Befehl des Kaisers Diokletian mit Pfeilen durchbohrt und als er wieder gesundet war, mit Keulen erschlagen (um 300 n.Chr.).
      Er wurde später als Schutzheiliger gegen die Pest verehrt und ist Patron der Schützengilden und der Sterbenden.
      Namenstag: 20.Januar
      gehörte bis Mitte des 20.Jhdt. zu den zehn beliebtesten Vornamen in Deutschland
      Kurzformen: Wastel, Bastel, Basti

      Silvio
      ital. Form von „Silvius“
      „Silvius“ altrömischer Name aus dem latein. „Silva“ = Wald
      also im Sinne von „der den Wald Liebende“ / „der aus dem Wald Kommende“
      in der altrömischen Sage ist Silvius ein sohn des Äneas, von dem die könige von Alba Longa und die Vestalin Rhea silvia abstammen
      der Heilige Silvius starb Anfang des 5.Jhdt.
      Namenstag: 30.April
      Der name Silvio wurde in Deutschland in den 50er Jahren auch bekannt durch den Schlagersänger Silvio Francesco, einem Bruder von Caterina Valente

      Simon
      der Bibel entnommen und gräzisiert (eingegriechischt ... klingt blöd, aber wir sagen ja auch „eingedeutscht“) den dort vorkommenden hebräischen Namen „Simeon“
      im Sinne von „Simon“ wurde hier bei der Umdeutung von „Simeon“ auf das griech. „simós“ (= stumpf, plattnasig) zurückgegriffen
      der Name „Simon“ kommt in der Bibel sehr häufig vor... u.a. als ursprünglicher name des Apostels Petrus und als Name des Apostels Simon Zelotes (=der Eiferer)
      Namenstag: 28.Oktober
      Die tatsächliche Deutung des hebräischen Namens „Simeon“ stammt vom hebräisch „Schimon“ = „Er (Gott) hat gehört“....... „Eingriechischen“ von Namen ist eben wie Eindeutschen auch Glücksache

      Sören
      Aus dänischen Sprachraum übernommene Form von „Severin“
      „Severin“ ist Vorname lateinischen Ursprungs und Weiterbildung von „Severus“... Severin war früher vor allem in Nordwestdeutschland verbreitet, wo der heilige Severin (Bischof von Köln im 4./5.Jhdt.) verehrt wurde... ein anderer heiliger ist der Severin aus dem 5.Jhdt., er war Apostel des Norikums (heutiges Bayern und Österreich zwischen Donau und Inn)
      „Severus“ ist lateinischen Ursprungs und geht auf einen römischen Beinamen zurück... lat. „serevus“ = streng/ ernst... Beiname einer alten römischen Familie

      Sonny
      Verkleinerungsform des englischen „son“ für Sohn... „Söhnchen“

      Stefan:eingedeutschte Form von „Stephan“ siehe „Steven“
      Steven:engl. oder niederl. für „Stephan“
      griechisch „stephanos“ = Kranz, (Märtyrer-) Krone
      im Mittelalter wegen der Verehrung des ersten Märtyrers der Urchristen-Gemeinde, des heiligen Stephanus, der vor den Toren Jerusalems gesteinigt wurde, beliebt
      Namenstag: 26. Dezember ( viele Volksbräuche)
      Schutzpatron der Pferde
      spanisch: Esteban, serbokroatisch: Dusan, französisch: Etienne, ungarisch: István

      Sven
      aus dem Nordischen übernommener Vorname
      aus den altnordischen „sveinn“ = junger Mann
      Ich bin kein direkter Rüpel, aber die Brennnessel unter den Liebesblumen. immergut: Karl Valentin
    • Männernamen T-W (Ende)

      Thomas
      aus der Bibel übernommener Vorname
      geht auf einen Beinamen aramäischen Ursprungs zurück (toma = Zwilling)
      im Mittelalter sehr verbreitet, besonders unter dem Einfluss des heiligen Apostels Thomas
      auch der „ungläubige Thomas“ genannt, weil er an der Auferstehung Jesu zweifelte und erst glaubte, als er dessen Wundmale berühren durfte
      seit dem 13. Jhdt. wirkte auch die Verehrung des heiligen Thomas von Aquin auf die Namensgebung ein
      gilt als Apostel Indiens
      Namenstag: 3.Juli

      Tim
      niederdeutsche Kurzform von „Timotheus“ und „Dietmar“
      Timotheus ist griechischen Ursprungs:
      „Timotheos“ zu „timao“ = schätzen, ehren und „theos“ = Gott bzw. „Gott ehrend“Im alten Griechenland sehr verbreiteter Name
      In der christlichen Welt durch die Verehrung des heiligen Märtyrers T. bekannt.
      Dieser war im 1.Jahrhundert Bischof von Ephesus und Schüler und Gehilfe des Apostels Paulus
      Namenstag: 26. Januar

      Dietmar
      aus dem althochdeutschen „thiot“ = Volk, Menschen (daher auch die „Deutschen“) und dem althochdeutschen „mari“ = berühmt
      auch englische Kurzform von „Timothy“
      Name wurde besonders durch die belgische Comicserie „Tim und Struppi“ bekannt und beliebt
      Nebenformen: Thieme, Timo, Timon
      TimoNebenform von „Thiemo“ oder Kurzform von „Timotheus“
      Thiemo ist die Kurzform von Thietmar (Dietmar)
      Alter deutscher Vorname aus dem althochdeutschen „thiot“ = Volk sowie „mari“ = bekannt, berühmt, angesehen
      Timotheus ist griechischen Ursprungs: „Timotheos“ zu „timao“ = schätzen, ehren und „theos“ = Gott bzw. „Gott ehrend“
      Im alten Griechenland sehr verbreiteter Name
      In der christlichen Welt durch die Verehrung des heiligen Märtyrers T. bekannt.
      Dieser war im 1.Jahrhundert Bischof von Ephesus und Schüler und Gehilfe des Apostels Paulus
      Namenstag: 26. Januar

      Tino
      italienische Kurzform zu Vornamen, die auf –tino enden (z.B. Bertino, Robertino, Valentino, Fiorentino)
      da der eigentliche Vorname fehlt... keine Deutung möglich

      Tobias
      Tobija – hebräischer Ursprung „Jawe ist gütig“

      Tommy
      Englische Koseform des Rufnamens „Thomas“

      Tony
      englische Form von „Toni“ und engl. Kurzform von „Anthony“
      „Toni“ ist deutsche Kurzform von „Anton“
      „Anton“ gekürzte Form von „Antonius“
      „Antonius“ (neugriechisch: Antonios)...zum lateinischen „Antius“, einem römischen Geschlecht
      Name mehrerer Heiliger
      Anton ist als Vorname im Deutschen nicht sehr beliebt, eher in Österreich („Donerl“
      Kurzformen Anton: Toni, Tünnes (Tünnes und Scheel sind kölsche Originale)
      rheinisch: Tünnes, Dönges, slawisch: Ante, Anto, Antek, ungarisch: Antal

      Uwe
      selten Uve oder Uwo
      friesische Kurzform für Namen die mit „Ul-„ beginnen...ein Erstelement männlicher Vornamen zum althochdeutschen „uodal“ – Besitz, Habe (z.B. Ulrich... uodal -rihhi – Besitz/ reich, mächtig
      das uodal im Sinne von „Besitz“ ist noch im Wort „Kleinod“ enthalten
      Nebenform: Ouwe
      möglich auch als verselbstständigte friesische Kurzform von Namen die mit altinselnordfriesisch „Ova“
      gebildet wurdendas stammt aus dem germanischen „ob-“... tätig sein, ins Werk setzen

      Vany
      Vanny, Vanni, Vani, Vany können Kurzformen von „Giovanni“ (ital. Form von Johannes siehe Jens) sein
      im englischen Raum sind Van, Vany Kurzformen von „Vandyk“ (niederländisch für „vom Teich“)
      oder Vany als niederländische Kurzform von Johannes... Formen Wanno, Wanne, Vanni
      oder vom althochdeutschen “wano/ wan”= Hoffnung, Erwartung

      Volker
      selten: Volkher oder Folker
      alter deutscher Vorname aus dem althochdeutschen „folc“ = Haufe/ Kriegsschar ...und „heri“ = Kriegsschar/ Heer... eigentlich also doppelt gemoppelt
      gehört zu den beliebtesten deutschen Vornamen im 20.Jhdt.

      Wolf/ Wolfgang
      beurkundet: 815/47 Uuolf, 1135 Wolf
      althochdeutsch „wolf“= Wolf... für einen wilden, gefährlichen, grimmigen Menschen
      Familienname aus dem alten deutschen Rufnamen (Vornamen) „Wolf“
      der Wolf war Sinnbild des Kriegers
      auch möglich: Rufname eines Mannes, der Wölfe jagte oder in einem Haus wohnte „Zum Wolf“(im 13.Jhdt. beurkundet)
      auch möglich: als jüdischer Familiennamen geht „Wolf“ auf den Jakobssegen zurück, dessen Tiervergleiche im Mittelalter gern als Ruf- oder später als Familiennamen verwendet wurden
      Wolfgangalter deutscher Vorname aus dem althochdeutschen „wolf“ = Wolf ... und dem althochdeutschen „ganc“ = Gang (im Sinne von Waffengang / Streit)
      ein Rufname im Sinne von „Wolfsgänger“ (einem Krieger in Wolfsverkleidung)
      besonders im Mittelalter in Süddeutschland und Österreich verbreitet durch die Verehrung des heiligen Wolfgang (Namenstag: 31.10.).... Der heilige wurde im 10.Jhdt. als Benediktinermönch Bischoff von Regensburg und war später Erzieher Kaiser Heinrichs II.... er gilt als der Patron der Hirten und der Zimmerleute (!!!) und gehört als Wetterheiliger zu den 14 Nothelfern
      Ich bin kein direkter Rüpel, aber die Brennnessel unter den Liebesblumen. immergut: Karl Valentin
    • Ergänzend: weitere Vornamen wurden mehrfach verwendet, wenn in den jüngeren Zeiten ein entsprechender Name im TV aufkam. Ich erinnere nur an:

      vignette3.wikia.nocookie.net/h…/latest?cb=20100308080817
      Mein Lebensmotto: "Maxime peccantes, quia nihil peccare conantur" - Wer nicht zu sündigen wagt, begeht die grösste Sünde. - Erasmus von Rotterdam

      Mara auf Facebook: facebook.com/profile.php?id=100008173720536
    • Muss dann mal meine namensforschende Schwägerin fragen, wie das in den 70ern mit "Emmanuelle" war 8o

      PS: Falls jemand zuviel Geld und hohes Interesse hat, kann er Gutachten/ Erklärungen hier erhalten:
      research.uni-leipzig.de/namenforschung/downloads/Infoflyer - Namenforschung an der Uni Leipzig.pdf

      2.PS: "Namensforschung" Kann man in Leipzig auch studieren... geiles Thema, tolle Stadt, noch preiswertes Wohnen/Leben möglich.
      Ich bin kein direkter Rüpel, aber die Brennnessel unter den Liebesblumen. immergut: Karl Valentin