Wie ein Schwert "Beschriften"

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    • Wie ein Schwert "Beschriften"

      Hallo allerseits,
      kurze Frage, langer Sinn.
      Ich habe nun mein Schwert erhalten und denke darüber nach, noch eine Inschrift anzubringen. Hierbei stellt sich mir die Frage, wie????
      Gravieren, Schlagbuchstaben, Ätzen??? Wie wurde es früher getan?
      Danke für eure Antworten :knuddel

      Gruß, Andreas
      Wir leben alle unter dem gleichen Himmel, aber wir haben nicht alle den gleichen Horizont.
      Konrad Adenauer

      www.fundamentum-fidei.de
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    • Was willst du denn eingravieren?

      Schlagbuchstaben funktionieren nur bei nicht allzu hartem Stahl. Bei günstigen Schwertern, besonders stumpfe Trainingsgeräte geht das auch nach der Wärmebehandlung, weil sie einfach recht weich sind. Allerdings wirst du mit herkömmlichen Schlagbuchstaben ein total unauthentisches Aussehen erreichen.

      Gravieren geht, wenn du das Equipment hast und gut bist. Ist aber eine Kunst für sich.

      Ätzen ist am ehesten realisierbar. Es gibt grundsätzlich zwei Möglichkeiten zu ätzen, rein chemisch mit Säure und mit elektrischer Unterstützung. Beides erfordert eine Schablone o.ä. Lies dich mal im Netz ein, da gibt es einige Anleitungen.

      Historisch wurden Inschriften meist vor der Wärmebehandlung angebracht, eventuell auch mit anderen Metallen ausgelegt. Das ist für dich nicht praktikabel.
      Mitglied bei den Schwabenfedern Ulm

      Schwertschmied
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    • Bei einem Schwert, dass auch benutzt werden soll, würde ich nicht zu viel Aufwand betreiben - eine Ätzung ist da wirklich das einfachste. Falls das Stück eher repräsentativen Zwecken dienen soll, dann würde ich empfehlen, mal Kontakt zu einem Büchsenmacher aufzunehmen - manche Flinten sind ja wahre Kunstwerke - wird aber wahrscheinlich den Wert Deines Schwertes vervielfachen...
      ...alle sagten immer: "Das geht nicht!" - doch dann kam einer, der wusste das nicht und hat es einfach getan...
      ...diese Signatur kann Spuren von Soja oder Erdnüssen enthalten...
    • An einen Büchsenmacher hatte ich auch schon gedacht. Aber es ist wie beim tätowieren: Es will gut überlegt sein. Drauf ist drauf. (das sage ich meiner Tochter auch immer wieder, seit einem Jahr will sie sich tätowieren lassen) Schlagbuchstaben dürften nicht in Frage kommen. Es sei denn du findest welche die dem Schriftbild des 12. Jh. entsprechen.
      Fides et Robur
    • Das Ätzungen zu deiner Zeit schon üblich waren, glaube ich nicht. Wenn du dich trotzdem dazu entscheiden solltest, hätte ich evtl. einen Kontakt für dich.

      Ansonsten könntest du noch mal bei armabohemia.cz anfragen.

      Die haben an ihrem Templer Malchus auch die Einlegearbeiten - wie sie beim Original auch zusehen sind - umgesetzt. Und das zu einem sehr guten Preis.

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      (Quelle: armabohemia.cz)

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      (Quelle: art-of-swords.tumblr.com)

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      (Quelle: mein Malchus)

      Die könnten dir das bestimmt nach deinen Wünschen auch an deinem Schwert umsetzen. :thumbup:
      Beste Grüsse, Thomas :bye01
    • Es wird ja wahrscheinlich nicht Dein letztes Schwert sein, das Du Dir anschaffst - vielleicht gibst Du ja auch irgendwann mal ein auf Dich passendes Schwert bei einem Schmied in Auftrag, bei dem sich eine Inschrift dann auch mehr lohnen würde, wenn damit nicht gekämpft werden soll...
      Bei meinen Schwertern, die ich zum Training verwende sehen die Flächen schon recht mitgenommen aus - da wäre mir sogar eine Ätzung zu schade, um die dann "vermacken" zu lassen.

      Und es schüchtert einen Gegner schon mehr ein, wenn er sieht, dass Du bereits viele Gefechte überstanden hast als eine Klinge, die nie benutzt wurde... :D
      ...alle sagten immer: "Das geht nicht!" - doch dann kam einer, der wusste das nicht und hat es einfach getan...
      ...diese Signatur kann Spuren von Soja oder Erdnüssen enthalten...
    • wenns nicht A sein muss, kannst du die zu ätzende stelle mit asphaltlack bestreichen ( ich glaube Nagellack oder wachs gehen auch, probier das auf jeden Fall vorher ein paar mal mit einem Flachstahl aus ähnlichem Material wie dein schwert aus)
      Dann kann man das zu ätzende Zeichen einritzen, und Säure auftragen z.B. mit einem Metallätzstift, ich glaube sowas gab es mal im baumarkt. sonst eben eine andere säure die das metall angreift, eine verfärbung erreicht man schon mit Konzentrierter Zitronensäure sonst eben schwefel - oder Salzsäure.
      viel glück!
      Non vitae sed scolae discimus.

      Ich bin der Wahrscheinlich letzte aus Prinzip freiwillig Handyfreie Jugendliche Deutschlands. 8)

      Comfortzone? Was ist das? Eine italienische Vorspeise? ( Max Green, 2016)
    • Wollte ich mal machen (lassen).
      Entwurf steht schon. Bin aber irgendwie noch nicht dazu gekommen mich zu kümmern.

      Ich hab (z.Bsp.) meinen Knauf ausgefräst, passende Messingscheiben gedreht, diese dann ätzen lassen und in den Knauf geklebt.

      ...falls es nur auf "Pimp my Sword" rauslaufen soll ;)
      Viele Grüße!

      Johann


      Es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit !
    • Danke Heinrich. Ich werde mal nach meinem Urlaub rüber gehen.
      Mir viel hinterher ein, das ich gerne noch
      VOCEM MEAM AUDIET QVI ME TANGIT darauf gehabt hätte.
      Passenderweise für einen Tempelriter.

      Ansonsten schient der Aufwand im Moment nicht gerechtfertigt. Vielleicht was für den Winter ^^

      P.s.: deutsch = Der, der mich berührt, wird meine Stimme hören
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      Konrad Adenauer

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    • Interessanter Spruch.
      Aber ich denke wenn QVI mit V, dann auch AVDIET also
      VOCEM MEAM AVDIET QVI ME TANGIT.
      Nun gibt es da noch den AküFi der nicht erst bei neuzeitlichem Ämterdeusch für Verwirrung sorgt. Nein auch im Mittelalter sind übliche Worte oft gekürzt und mit Trennzeichen von einander abgesetzt worden.
      Oft sieht man dies z.B. auf Siegeln.
      Achtung Spekulatius an vielleicht kommt dann so etwas heraus :
      VOC+M+AUD+QVI+M+TAN
      Und die + dann als Tatzenkreuz.
      Da solltest Du aber mal Originalinschriften vergleichen oder jemanden der sich mit mittelalterlichem Latein auskennt fragen.
      Und jetzt noch als generelle Schlussfrage, ist das für einen Ordensritter in deiner Zeitstellung überhaupt opportun?
      Im Kopf Geschichtsnah
      In der Praxis eher GroMi
      Letztes Viertel 12tes Jh.
      Tippfehler? Ich schreibe meist vom Mobiltelefon
    • Die Frage aller Fragen ^^
      Es gibt leider wenig erhaltene Schwerter aus der Zeit. Nur dieser Ausspruch war zu dieser Zeit und in der Verbindung vorhanden. Inwieweit dieser allerdings auf dem Schwert weilte, kann ich nicht belegen.
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    • OH. Alles gute zur Hochzeit^^ In den Flitterwochen sollte man aber nicht am Rechner sitzen ;)
      Hatte bisher immer die Info, das es sehr wenig Schwerter aus der Zeit gibt, die einem Templer nachzuweisen sind. Daher meine Aussage. Mal wieder etwas falsch ausgedrückt. Also nicht schwerter allgemein, sonder Tempelritterschwerter. Ansonsten imer rüber mit den Informationen. Ich bin ein Schwamm
      Gruß,
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    • Soweit ich weiß, ist "FIAT VOLUNTAS TUA" für einen Tempelritter auch nicht ungeeignet. Und dafür muss die Klinge dann auch keine 2 m lang sein.... ;)

      Un das allseits beliebte "IN HOC SIGNO VINCES" läuft uns ja seit Arn ständig über den Weg.

      Möglicherweise haben auch einige Ritterbrüder einfach den Aufruf Urbans II auf ihrem schwert getragen "DEUS LO VULT"

      Alles kurz und knackig.
      Mein Lebensmotto: "Maxime peccantes, quia nihil peccare conantur" - Wer nicht zu sündigen wagt, begeht die grösste Sünde. - Erasmus von Rotterdam

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    • Ist zwar kein Segensspruch, aber sehr beliebt war sicherlich INGELRII in sämtlichen Varianten bis hin zu +INGRLRIHMEFECIT. Ingelrii war vermutlich wie Ulfberht eine Schwertschmiede, die bereits sehr früh reine Stahlschwerter fertigen konnte, während alle anderen noch Damast schmieden mussten. Die spätesten erhaltenen Ingelrii Schwerter werden auf das 12. Jahrhundert datiert, was nicht heißt dass nicht danach noch welche gefertigt wurden und auch überhaupt nichts über die Nutzungsdauer aussagt, die ja zum Teil beträchtlich sein konnte, wenn die Schwerter einer berümten Person gehörten.
      Unterschied zu Ulfberht ist natürlich dass es wohl später aufkam und länger durchhielt, aber auch dass man die echte Schreibweise der Ulfberht Inschrift kennt und Originale erkennen kann, bei Ingelrii aber nicht. Markenplagiate waren auch damals ein ernstes Thema, was solche Klingen heutzutage besonders spannend macht. Ein Schwert mit der entsprechenden Inschrift wäre was zum Angeben gewesen, da man es nur aus Geschichten kannte kamen bei der Fälschung die verschiedensten Schreibweisen auf. Kann man sicher im Internet einige Bilder von Originalen finden.

      Quelle sind die Ausführungen eines Mitarbeiters im germanischen Nationalmuseums Nürnberg, der es etwas schade findet dass sie "nur" ein originales Ulfberht haben.