Frittieren im Spätmittelalter

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    • Frittieren im Spätmittelalter

      Hallo zusammen :)

      ich bin mal wieder auf der Suche nach Rezepten. Diesmal suche ich schöne Rezepte zum frittieren im Grapen (das funktioniert im Bronzegrapen wirklich erstaunlich gut!).

      Hierbei suche ich nach so ziemlich allem, was sich frittieren lässt - von süß bis herzhaft sind da keine Grenzen gesetzt :)

      Zeitlich passend wäre es für mich etwa 1310 bis 1475, auch wenn ich denke, dass frittieren relativ zeitlos ist und ich denke, dass sich einige ältere Rezepte auch länger gehalten haben.

      Vielleicht gibts da doch den einen oder anderen, der sich damit schonmal beschäftigt hat.

      Liebe Grüße,
      Vanessa
    • Fürs Larp mache ich immer Frittata Surprise - irgendwas frittiert in Bierteig. Sowas wie eine Frittier-Lotterie, da hat man keine Ahnung was drin ist. Unser einziges Versprechen lautet: Wir frittieren alles - außer Steine.

      Fürs LH wollte ich es dann aber mal mit was historischerem versuchen :D also mit weniger Surprise
    • Im Kochbuch von Peter Lutz wird aus einem Klosterkochbuch frittierte Salbeiblätter (paniert und ausgebacken) angeführt. Quellenangabe muß ich noch suchen.

      Aber panierte und frittierte Käsestäbchen haben wir schon gemacht, auch von Peter Lutz. Die waren super lecker und schneller weg als man backen konnte. Ich geh mal auf die Suche wegen Rezept und so.

      Grüßle
      Doralf
      Was kommt kommt, aber wir kümmern uns erst drum wenn´s soweit ist. 8)
    • Dragonlord1975 schrieb:

      Wenn mich nicht alles täuscht haben sogar die Römer schon in Ölivenöl "ausgebacken" Also in tiefen Pfannen oder im Kessel mit Öl.
      Durch Asterix ist sogar belegt, dass die Belgier das dann übernommen haben...
      *duckundwech*
      Bekennend GroMi mit den "Feuerschwingen" (Facebook: Feuerschwingen)
      Am "A" arbeitend als Spiesser in städtischer Infanterie des 13. Jhdts mit dem "Vuozvolc". (www.vuozvolc.de)
    • Hier wie schon erwähnt die krummen Krapfen

      Krumme Krapfen


      4 Personen

      • 200g geriebenen Käse (Emmentaler, Raclette oder Gouda)
      • 200g Mehl
      • 4 Eier
      • Pfeffer aus der Mühle
      • Salz
      • 150g Schmalz oder ½l Öl zum Ausbacken.
      Den geriebenen Käse mit dem Mehl, den Eiern und den Gewürzen zu einem festen Teig verkneten, Hufeisen formen und im Fett ausbacken

      Quelle: Allemannischen Kochbuch von gouter Speise
      auch zu finden bei Peter Lutz oder im Mittelalterkochbuch von Trude Ehlert
      Toleranz ist die Erkenntniss, dass es keinen Sinn macht sich aufzuregen
    • Mistembec

      ich zitiere bzw schreibe ab vom Liber de Coquina Seite 62



      "Mistembec*
      bereitet man folgender­
      maßen zu: nimm aufgegangenen Wei­zenteig, so viel du willst, und ein
      bißchen in lauwarmem Wasser gelöstesStärkemehl;
      damit verrühre den oben erwähnten Teig, so daß er wie eine dicke
      Eiersuppe wird, und laß ihn durch eine Schüssel laufen, die unten und an der
      Seite ein Loch hat, und laß es in heißes Öl oder Schweineschmalz fließen, in­
      dem du es nach Belieben in verschie­dene Formen ziehst. Nachdem sie durch
      das Frittieren erstarrt sind, und so langesie noch heiß sind, wirf sie in einen mit
      Zucker oder Honig gemachten Sirup und nimm sie sofort wieder heraus.

      Sirup erhält man folgendermaßen: löse Zucker in kochendem Wasser auf. Nachher,
      mache es mit Schalen von Eiern (oder Eiweiß?) klar, die du benutzt (?).
      Manche Leute machen es nach Art von Teig dicker und rühren es auf dem Tisch mit
      einem runden Holz, um rosenartige Formen zu erhalten. Danach geben sie es zum
      Frittieren in Öl."


      Das frittieren wäre somit für deine Zeit auf jeden Fall belegt

      Auf Seite 157 ist ein Rezept dazu
      (ich tippe wieder Wort für Wort ab, also Zitat)

      "Zutaten für 4 Personen:
      500 g Weizenmehl (Typ 405)
      1 Würfel Hefe
      0,5 1 Wasser
      2 EL Stärkemehl
      158
      1 kg Schweineschmalz bzw. 1 1 Pflanzenöl zum Frittieren
      für den Sirup (eine Art Zuckerglasur):
      0,25 kg Puderzucker
      4-5 EL Wasser
      (2 Eiweiß)
      Man stellt aus dem Mehl mit 0,251 Wasser und der Hefe einen Hefeteig her und läßt
      ihn ca. 2-3 Stunden aufgehen. Das Stärkemehl wird mit dem übrigen Wasser
      angerührt und dann mit dem Hefeteig verrührt, sodaß die Konsistenz der von Teig
      für Crepes entspricht. Dann wird das Schmalz bzw. Öl erhitzt. Ob es heiß genug ist,
      kann man mit einem Tropfen des vorbereiteten Teiges testen: er sollte nicht zu
      schnell braun werden. Zum Frittieren läßt man den Teig am besten von einer
      Schöpfkelle in das heiße Öl laufen. Sobald die dabei entstehenden Gebilde goldgelb
      geworden sind, nimmt man sie aus dem Fett und glasiert sie mit der vorbereiteten
      Glasur.
      Für den Sirup bzw. die Glasur wird das Wasser erhitzt und der Zucker unter Rühren
      darin aufgelöst. Wenn es abgekühlt ist, kann man das Eiweiß hinzufügen."
      Toleranz ist die Erkenntniss, dass es keinen Sinn macht sich aufzuregen
    • Nonnenfürzle
      Quelle: Mondseer Kochbuch bzw ich nehme das Rezept vom Mittelalterkochbuch von Trude Ehlert

      für ca 4 Personen
      • 2 Eier
      • 1 Eigelb
      • 150g Mehl
      • Salz
      • 100g Schmalz zum Ausbacken
      Aus Eiern, Eigelb, Mehl und Salz einen festen Teig herstellen, etwa 1/2 Finger dick ausrollen und in feine Würfel schneiden. Das Schmalz in einem Topf erhitzen die Würfel darin ausbacken und hernach als Suppeneinlage verwenden
      Toleranz ist die Erkenntniss, dass es keinen Sinn macht sich aufzuregen
    • Hab mal ne Frage: ab wann gabs Petersilie ?(
      Weil, mein Vater schwärmt immer von frittierter Petersilie.

      Sonst als Snack beim lagern oder zwischendurch: Brennesselblätter in ganz wenig öl (der Boden nur einen/ 2 mm bedeckt) Frittiern bis sie Kross sind ( möglichst noch nicht braun, dauert nur wenige Sekunden. Kurtz abkühlen lassen und salzen. Schmeckt geil.
      Non vitae sed scolae discimus.

      Ich bin der Wahrscheinlich letzte aus Prinzip freiwillig Handyfreie Jugendliche Deutschlands. 8)

      Comfortzone? Was ist das? Eine italienische Vorspeise? ( Max Green, 2016)
    • Wurde Petersilie nicht schon recht früh als Verhütungsmittel verwendet?

      Das mit den Brennesseln klingt spannend, müssen wir unbedingt bei der nächsten Frittier-Aktion ausprobieren. Normalerweise werfen wir da auch einfach alles an Gemüse was uns unterkommt in Bierteig rein.

      Und was genau jetzt Saison hat: ganze Holunderblüten in Teig stippen (die Rezepte oben dürften super funktionieren) und dann am Zweigansatz ins Öl halten. Besonders lagergeeignet weil man es den hungernden Massen direkt in die Hand drücken kann zum Essen :). Allerdings leider ohne historischen Beleg.
      Begrüße jeden Morgen mit einem Lächeln – dann durchschaut er nicht, was du planst mit ihm anzustellen.
    • Authomas schrieb:

      Und was genau jetzt Saison hat: ganze Holunderblüten in Teig stippen (die Rezepte oben dürften super funktionieren) und dann am Zweigansatz ins Öl halten. Besonders lagergeeignet weil man es den hungernden Massen direkt in die Hand drücken kann zum Essen :). Allerdings leider ohne historischen Beleg
      Genau das habe ich heute früh gegessen. Hatte ein Kumpel zuhause gemacht. Schmeckte ganz gut, warm ists aber besser meinte er. Machs nicht zu braun, dann schmeckt der Holunder besser durch.
      Non vitae sed scolae discimus.

      Ich bin der Wahrscheinlich letzte aus Prinzip freiwillig Handyfreie Jugendliche Deutschlands. 8)

      Comfortzone? Was ist das? Eine italienische Vorspeise? ( Max Green, 2016)
    • Aus dem Frittiertest heute:

      Die krummen Krapfen sind super! Die schmecken kalt fast noch käsiger als schon so (habe mit jungem Gouda gearbeitet). Allerdings hatte ich relativ große Eier und habe mit recht viel Mehl nachgeholfen, ansonsten war das Rezept optimal.

      Für die Stockfischbällchen aus Lorenz Thread habe ich 3 alte Brötchen genommen, klein geschnitten und in 3 Eiern und etwas Milch (die Eier allein schienen mir zu wenig Flüssigkeit zum einweichen zu sein) mit 4 getrockneten, klein geschnittenen Stachelmakrelen (das sind eher kleine Fische aus unserem Russenladen) eingeweicht. Anschließend habe ich mit Mehl und Paniermehl das ganze auf eine etwas festerer Konsistenz gebracht. Petersilie hatte ich leider nicht da. Die Version, die uns am besten gefallen hat war dann mit Bärlauch, Dill und Knoblauch.

      Wer Fotos vom Frittierexperiment haben will kann gerne auf Facebook schauen
      facebook.com/freddasheissundfettig/