Löffelschnitzen - Holzarten

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    • Hab da grad was gefunden.
      pflanzen-lexikon.com/Box/Frangula_alnus.html
      Quelle: pflanzen-lexikon.com
      Da steht das Faulbaumholz giftig ist. Und weiter das die Rinde nach mindestens ein Jahr trocknen wohl nicht mehr giftig ist. Vom Holz an sich steht da nicht ob es ungiftig wird. Bin jetzt nicht der Experte was Holz angeht, wäre aber vorsichtig bei sowas. Gerade wenn Kinder das in den Mund nehmen.
      Wer Wind sät, wird Sturm ernten.
      Hosea 8,7
      :keule1

      Bis einer heult!
    • Ist halt die Frage, ob das Essen mit dem Löffel bedenklicher ist, als 5min an einer Hauptstraße entlang zu gehen. :angel1
      Im Buch: Giftpflanzen – Pflanzengifte. Giftpflanzen von A-Z werden die Beeren, Blätter und die frische "Rinde" als giftig eingestuft. Und da fällt auch öfter die Wortkombi "größere Mengen." Wegen mir kann da jeder so paranoid sein, wie es gefällt, und ich Ess weiter Müsli ohne Faulbaumspäne. ;) Bei der Verwendung als Löffel, den ich ja nicht zerkaue, habe ich dabei für mich keine Bedenken. :)
      Ein gemeinnütziges Freiwilligenprojekt für Informationen zum historischen Bogenschießen und der Kunst der Daumentechnik.
    • @Duke: Arbeite seit vielen Jahren mit Faulbaumholz (sägen, schnitzen,schleifen, glätten) und merke keinerlei Reaktionen (auch keine allergischen). Löffel und Pfrieme nutze ich ebenfalls seit Jahren als "Esswerkzeug", und auch hier keine negativen Reaktionen. Das will aber nicht bedeuten, dass es da keine Inhaltstoffe gibt, die negative Nebenwirkungen hervorrufen könnten. Klar ist, dass das Holz ätherische Öle enthält und deswegen ja auch als Brennspan (wenn es keine Kienspäne gab, denn Kiefer wächst ja auch nicht überall) genutzt wurde.
      Aber auch hier werde ich mal recherchieren und dann threaten.

      Gruß Gilge
    • Würde mich freuen wenn du da noch was greifbareres findest.
      Meine Zurechnungsfähigkeit wird wie kalter Fisch am besten Freitags oder auf einem Laufband serviert.
      (von mir, Ende 2013)
      Bei philosophischen Sprichwörten die von fliegenden Fliegenpilzen presentiert werden, ist eine gewisse Skepsis angebracht!
      (von mir, vorhin)
      Ich bin für intelligente Wissensabwehr, wenn das nicht hilft nehm ich nen Hammer.
      (ich, Wilnsdorf Oktober 2014)
    • Anya schrieb:

      weltenwanderer schrieb:

      Eibe würde ich dir auf alle Fälle abraten wegen der giftigkeit, dass muss man nicht in den Mund nehmen.
      Nadeln und Beeren (bzw nur der Kerne, nicht das Fruchtfleisch) der Eibe sind giftig. Das Holz hingegen ist ungifitg. Quelle: Grünholzschnitzen von Tove Yde.


      Oh...Vorsicht !

      Um das noch einmal klarzustellen, sämtliche Pflanzenteile der Eibe (Taxus baccata und deren Unterarten) sind hochgiftig.
      Einzige Ausnahme ist der Samenmantel (das Fruchtfleisch um den Samen, dass sich durch Karotinide bei der Reife rot Färbt) und nur das!
      Die Konzentration der Gifte kann je nach Jahreszeit und Standort der Pflanze variieren.
      Von der Fertigung von Löffeln oder Gefäßen für Essgeschirr ist dringend abzuraten.
      Diese Gegenstände werden in der Regel auch feucht angewendet, wobei die Giftstoffe durch aufquellen des Holzen ausgeschwemmt werden.
      Die Gifte werden über den Verdauungstrakt besonders aufgenommen.
      Gleiches gilt für Stäube bei der Verarbeitung. Atemschutz ist angesagt, das wurde aber weiter oben schon erwähnt.

      Es ist ein Unterschied, ob ich einen Bogen oder Axtgriff in die Hand nehme (wenn die Hände schwitzen nicht ins Gesicht fassen ;) ) oder ob ich Lebensmittel verwahre.

      Ich weiss, oben haben fast alle geschrieben das sie das sowieso so handhaben, ich wollte nur noch einmal klarstellen, das die Giftigkeit entgegen von Anyas Vermutung (weiter oben) sehr wohl klar ist.
      Herzlichst, Vroni :)
      ----------------------------------------------
      "Ich kann, weil ich will, was ich muss."
      >Immanuel Kant<

      "Du musst die Veränderung sein, die du in der Welt sehen willst."
      >Mahatma Gandhi<
    • Hallo Leute!

      Ich habe weiter zum Thema "Faulbaum"(Rhamnus frangula) recherchiert und folgendes gefunden:
      1. Die Standfestigkeit des Holzes (z.B. für Löffel oder Pfrieme) ist erstaunlich hoch.
      2. Alle Pflanzenbestandteile sind giftig durch Anthra-Glykoside bzw. Anthranoide von Emodin (z.B. Frangulin, Glucofrangulin), wobei sich die Literatur ausschließlich auf Blätter, Rinde und Früchte bezieht. Das Holz selber wird nicht aufgeführt. Die Stäube beim Schleifen oder Glätten sollten nicht eingeatmet werden.
      3. In einer Doktorarbeit aus der archäologischen Disziplin, die sich mit Holzfunden aus dem Mittelalter im Bereich der Stadt Duisburg (Ruhrgebiet) befasst, wird eine Kategorie gebildet, die sich mit der einfachen Verwendung von Hölzern (z.B. auch Faulbaum) befasst. Dazu gehört auch die Herstellung von Löffeln. Die fragmentierten Fundstücke belegen allerdings keinen eindeutigen "Löffelfund" aus Faulbaum. Hier werden lediglich Hypothesen aufgestellet.
      Meine Vermutung (Hoffnung?): Eventuell im Holz eingelagerte Giftstoffe werden möglicherweise durch den Siedeprozess in heißem Öl reduziert, chemisch verändert oder zerstört. Darüber gibt es keine Quellen.Ich werde die Löffel und Pfrieme jeden falls weiter benutzen. Ich habe mal ein Bild in meiner Bildergalerie eingestellt. Guckst du!

      Gruß Gilge
    • Schön, dass sich hier welche für einen Langzeittest zur Verfügung stellen um die Giftigkeit von Hölzern zu testen, ich bin gespannt wer es am längsten schafft durchzuhalten... :whistling:
      Meinen Glauben habe ich verloren.
      Mein Wissen habe ich gefunden.
      Meine Weisheit suche ich noch.

      Tagebuch eines Weltenwanderers
    • Man kann ja hier und da ein Witzen machen.....und letztendlich ist jeder für sich selbst verantwortlich. ...
      :D
      Allerdings sollte man dafür sorgen, den laxen Umgang nicht sorglos als "Spaß" zu verbreiten......und den Krempel ggf. Vor Anderen -insbesondere Kindern- fern zu halten.
      Hier lesen übrigens aus sehr junge Leute mit.....
      In Anbetracht der Tatsache das hier über Kräuter -Thread gewachst wird (zurecht), ist der Einwand sicher nicht von der Hand zu weisen.
      Herzlichst, Vroni :)
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    • @jonny robels und @Lorenz vom Quellental:
      Die Materialzusammensetzung meines Dudelsack-Mundstücks geht euch nun wirklich gar nichts an. Gerade bei solch einem sensiblen Thema schweigt der Narr und genießt.
      Der Nuckelfaktor fällt ebenfalls unter ein Schweigsamkeitsgelübde. Ha! ;)

      Aber, was hat das noch mit meinen Löffeln aus Faulbaumholz zu tun. Isch weis es nischt!

      Gruß Gilge
    • Hallo!
      Ich habe (zwar etwas spät, aber immerhin) noch eine interessante Ergänzung zum Thema gefunden:

      Eine bekannte Flötenmanufaktur verwendet sogar Eibenholz für den Bau ihrer hochwertigen Instrumente. Ich habe dann mal da nachgefragt und erfahren, dass der Firma keinerlei Erkenntnisse über toxische oder allergische Reaktionen vorliegen. Das wurde angeblich auch getestet.
      Bei den meisten Literaturangaben werden i.d.R. die Früchte, Blätter (oder eben Nadeln) und die Rinde als toxisch beschrieben. Schleifstäube gelten eigentlich immer als gefährdend (dies gilt z.B. auch für Eiche). Aber klare Angaben über die Giftigkeit der eigentlichen Hölzer sind eher selten. Offensichtlich besteht also kein Gefährdungspotential, wenn die Hölzer "in den Mund" genommen werden. Vielleicht kann auch die Holzbehandlung (z.B.mit Parafin, Wachs, Lasur, Lack, Ölfirnis) Reizerscheinungen verhindern (?). Ich werde also weiterhin meine Pfrieme aus Faulbaumholz mit gutem Gewissen benutzen. :!:

      Gruß Gilge
    • Danke für den Hinweis. Ich möchte noch eine Kleinigkeit zur Eibenfrucht hinzufügen. Nur das Samen"korn" ist giftig. Der Rest der Frucht spätestens nach dem Erhitzen nicht mehr und wohl genießbar.
      Ein gemeinnütziges Freiwilligenprojekt für Informationen zum historischen Bogenschießen und der Kunst der Daumentechnik.
    • Ich habe derzeit das Buch über die Holzfunde aus Freiburg und Konstanz in die Finger bekommen. Ich war auch erstaunt über die Anzahl der Eiben-Funde unter den Löffeln.

      Ich denke, dass wir heute mit unseren Chemischen Analysen uns wegen viel kleinerer Giftmengen im Material sorgen machen, als überhaupt durch Speichel aus dem Material ausgelöst werden können.

      Eine Aufnahme von Schleifstaub in der Lunge erlaubt eine Stärkere langfristige Giftaufnahme über die Lungenschleimhaut als das Bisschen, was über Speichel ausgelöst wird.
      Ein Verschlucken von zerkautem Nadel-, Frucht- oder Rindenmaterial sieht wieder anders aus.
      Bekennend GroMi mit den "Feuerschwingen" (Facebook: Feuerschwingen)
      Am "A" arbeitend als Spiesser in städtischer Infanterie des 13. Jhdts mit dem "Vuozvolc". (www.vuozvolc.de)
    • Ist vielleicht etwas OT, doch würde ich mir mehr Gedanken über die täglich durch Luft und Nahrungsmittel aufgenommenen Schadstoffe machen als über solche in eventuell giftigen Holzarten. Falls dann noch jemand Raucher ist erübrigt sich ziemlich jede Überlegung zu möglichen Schadstoffaufnahmen über Löffel und Schale aus Eibenholz. Pflanzen entwickelten mWn Gifte als Abwehr gegen Fraßfeinde, da zähle ich den Menschen nicht unbedingt dazu. ;)
    • Gilge von Hockeleve schrieb:

      Ich habe (zwar etwas spät, aber immerhin) noch eine interessante Ergänzung zum Thema gefunden:
      Für gute Infos ist es nie zu spät :thumbup: Ich bin halt vorsichtig, es gibt ja viele Varianten von Giften. Manche sammeln sich erst lange in den Organen bis es zur Wirkung kommt. Besser einmal mehr hingeschaut, es gibt halt keinen Resetknopf fürs Leben. Vorsicht ist besser als Nachruf... :rolleyes:

      Aber man merkt doch gleich, dass ihr das "leidige Recherchieren" gewohnt seid, klasse was ihr an Infos zusammentragt :thumbup:

      Es würde mich mal interessieren welche Flötenmanufaktur du meinst Gilge. Sind es die Indianerflöten, da gibt es ja einige in Eibe, oder gibt es auch Blockflöten aus diesem Holz? Ich habe auch unter anderem alte Blockflöten die aus Cocoboloholz sind, damals als sie gebaut wurden bekamen einige Spieler eine üble Allergie. Ich habe damit, trotz hoher Allergieanfälligkeit, keine Probleme.


      Meinen Glauben habe ich verloren.
      Mein Wissen habe ich gefunden.
      Meine Weisheit suche ich noch.

      Tagebuch eines Weltenwanderers
    • Hallo Weltenwanderer!

      Die Aussage zu meiner Nachfrage habe ich von der Fa. HUBER in der Schweiz. Den folgenden Text habe ich mal aus dem Internet kopiert (Zitat): :)

      Früher wurden auch Blockflöten aus Eibenholz hergestellt; das Holz hat sich dabei durch seine guten Verarbeitungseigenschaften sehr bewährt. Es neigt kaum zu Rissbildung oder Schimmelbefall. Zwar ist es an sich giftig; der Wirkstoff „Taxin B“ findet sich in den Blättern, Samen und eben auch im Holz. Deshalb sind bei der Verarbeitung Vorsichtsmassnahmen notwendig. Doch von den fertigen Instrumenten geht keine Gefahr aus. Da man über Jahrhunderte Raubbau an den ursprünglich großen Eibenbeständen betrieb, wurden sie sehr rar – deshalb stand dieses Holz auch kaum mehr für den Blockflötenbau zur Verfügung.



      Gruß Gilge