Löffelschnitzen - Holzarten

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    • Löffelschnitzen - Holzarten

      Da ich in letzter Zeit angefangen habe, den ein oder anderen Löffel zu Schnitzen kam die Frage nach der Holzart auf. ?(

      Meine Erstversuche für größere Köchenlöffel waren in Hasel, ein weiterer sowie die ersten Esslöffel in Linde.
      Dazu passend konnte ich iese woche einen halben Kofferraum voll frischer armdicker Lindenäste sowie ein paar stückchen Ahorn und Kirsche absahnen. 8)

      Die Recherche im Netz (nein, ich nenne keine Bücher dazu mein eigen und komme aus den Niedelanden auch schlechter dran) brachte mich zu einer relativ guten Zusammenfassung bei Pera-Peris (Quelle: peraperis.com).
      Wenn ich das richtig sehe, ist die Fundlage hauptsächlich recht harte Hölzer (Eiche, Ahorn, Buchbaum, Obsthölzer), welche auch eher die Fundbedingungen überleben.
      In den entsprechenden Threads hier im Forum wird erwähnt, dass Linde wohl wegen eingeschränkter Haltbarkeit weniger genutzt wurde. (Bei unserer nicht täglichen Nutzung weniger relevant, v.A. bei Fertigung für Eigenbedarf)

      :?: Gibt es davon abgesehen noch andere Kontraindikationen?
      und
      :?: Welche Hölzer wurden bei Kochlöffeln verwendet? (Dazu habe ich noch nicht gefunden.)

      Schrarmintelligenz, erleuchte mich!
      Danke!
      Bekennend GroMi mit den "Feuerschwingen" (Facebook: Feuerschwingen)
      Am "A" arbeitend als Spiesser in städtischer Infanterie des 13. Jhdts mit dem "Vuozvolc". (www.vuozvolc.de)
    • Na im Prinzip hast du dir die Antwort ja schon selbst gegeben: alle vorhandenen schnitzbaren Hölzer wurden verwendet.
      Das Zauberwort heißt "schnitzbar". Weiche Hölzer wie Linde oder Pappel sind super zu schnitzen aber weniger haltbar. Obsthölzer stehen so zwischendrin, und dann kommen die harten Brocken mit Eiche und Buche.
      Zu Üben ist also Linde super geeignet, um aber den Aufwand zu rechtfertigen und haltbare Erzeugnisse herzustellen halte die an die Quellen. Kirschholz gibt super schöne Löffel, Zwetschge ist etwas eigenwilliger (reißt gerne), mit Birnenholz arbeite ich auch sehr gerne. Eiche und Buche kann man bearbeiten...muß man aber nicht :/ ^^ .

      Weiterhin viel Spaß beim Schnitzen
      Doralf
      Was kommt kommt, aber wir kümmern uns erst drum wenn´s soweit ist. 8)
    • Linde lässt sich prima schnitzen, es ist schön weich, da hast du auf alle Fälle ein sehr gutes Übungsholz.

      Von Buchsbaum und wie ab und an auch mal erwähnt, Eibe würde ich dir auf alle Fälle abraten wegen der giftigkeit, dass muss man nicht in den Mund nehmen.

      Eiche kann vielleicht wegen der Gerbsäure etwas seltsam schmecken bei heissen Gerichten.

      Ansonsten kann man viele Hölzer dafür nutzen, alle Obstsorten auf alle Fälle. Kirsche und Pflaume haben sehr schöne Maserungen, das macht Spass mit denen zu basteln.
      Meinen Glauben habe ich verloren.
      Mein Wissen habe ich gefunden.
      Meine Weisheit suche ich noch.

      Tagebuch eines Weltenwanderers
    • Anya schrieb:

      Das Holz hingegen ist ungifitg

      Gerade bei Eibe gibt es einige kontroverse "Ansichten". Ich halte mich da lieber auf der vorsichtigen Seite, z.B. bei Wikipedia, aber auch nicht nur da, kannst du das Gegenteil lesen. Auch das Holz wird als giftig geführt, aber ich verarbeite es bis jetzt ab und an in kleinen Mengen problemlos, denn über die Haut geht es nicht so einfach und Schleifstaub muss man ja nicht einatmen, da kann man sich schützen. Nur würde ich nicht unbedingt Essbesteck daraus schnitzen. Es gibt noch so viele schöne andere Hölzer...
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      Tagebuch eines Weltenwanderers
    • Anya schrieb:

      Grünholzschnitzen von Tove Yde
      Ich kannte dieses Buch vorher nicht und habe es gerade mal bei Amazon angeschaut.
      Diese Kundenrezension eines Lesers fand ich interessant. Das liest sich eher für mich so, als ob man vor diesem Buch besser warnt...
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      Tagebuch eines Weltenwanderers
    • Ich arbeite hauptsächlich in heimische Obsthölzern weil sie meiner Meinung nach ausreichend hart sind, eine schöne Maserung haben und durch den Kontrastwechsel zwischen Kern und Splintholz ein weiteres schönes Merkmal aufweisen können. Neben der Optik taucht dieses Holz auch immer wieder mal in den verschiedenen Fundlagen auf. Wie zum Beispiel Haithabu oder auch Groß Raden. Daneben kommt es auch vor das ich in Ahorn, Wachholder und Eibe schnitze wenn mich der Hafer sticht oder die Fundlage das vorgibt.
      Was die Kochlöffel in der Fundlage angeht, muß ich mal nachher wenn das AUto leer ist meine verschiedenen Bücher durchgehen überfliegen woraus die Löffel die ich als Kochlöffel einordne waren.
      Meine Zurechnungsfähigkeit wird wie kalter Fisch am besten Freitags oder auf einem Laufband serviert.
      (von mir, Ende 2013)
      Bei philosophischen Sprichwörten die von fliegenden Fliegenpilzen presentiert werden, ist eine gewisse Skepsis angebracht!
      (von mir, vorhin)
      Ich bin für intelligente Wissensabwehr, wenn das nicht hilft nehm ich nen Hammer.
      (ich, Wilnsdorf Oktober 2014)
    • Hm, scheint mit der Giftigkeit von Eibenholz nicht so eindeutig zu sein. Mal abgesehen davon würde ich es auch nicht als Geschirr verwenden. Funde für Eibe kenne ich auch nur Bögen und Messerscheiden.

      Lorenz vom Quellental schrieb:


      :?: Welche Hölzer wurden bei Kochlöffeln verwendet? (Dazu habe ich noch nicht gefunden.)
      In Oberflacht wurde ein Griff eines Koch- oder Schöpflöffels aus Weißtanne gefunden. Ansonsten wurde für Geschirr vorwiegend Ahorn, Esche, seltene Erle, Birke und Buche verwendet.

      Funde aus Elisenhof:
      - Schöpflöffel, Holz unbestimmt
      - Rührlöffel aus Esche
      - Gießkelle aus Erle
      - Gießlöffel aus Erle, Birke, Ahorn
      - Löffel aus Eiche
      - Messerspatel aus Erle
      - Scheibenspatel aus Eiche
      Viele Grüße, Anya
    • So hab mal drei Bücher für den Anfang überflogen.
      • Haithabu: Hierbei beziehe ich mich nur auf die Teile die im Buch "Die Holzfunde von Haithabu" abgebildet sind. Neben zwei Löffeln die ich in der Größe/Form des Löffelblattes (mehr ist in beiden Fällen nicht erhalten) vermutlich Küchenlöffel waren, habe ich mir auch noch die größeren Spatel angesehen, welche meines Erachtens nach für feste Breie gut zum umrühren portinonieren waren.
        • Löffel: je einmal Ahorn und Esche
        • Spatel: je einaml Hasel, Eibe, Kiefer, Rotbuche, Eiche
      • Groß Raden slawisch 9./10.Jhd
        • Löffel (jedoch relativ Groß deswegen eventuell Küchenlöffel) aus rotbraunem Obstbaumholz.
        • Kelle/Schöpfer aus feinen hellbraunen Holz (annahme von mir eventuel Apfel?)
        • Kelle/Schöpfer aus Pappel
        • Kelle/Schöpfer aus rotbraunem Obstbaumholz
        • Kelle/Schöpfer aus Esche
        • Kelle/Schöpfer aus Eiche
      • Dublin die abgebildeten Löffel sind zwar in Größe eher Küchenlöffel, leider habe ich aber noch keine Angaben zur Holzsorte gefunden.
      • noch Ausstehnde Bücher die ich hier habe:
        • Freiburg/Konstanz (das wo ich aufgrund des Aufbaus am wenigsten gerne drin nachsehe ;)
        • Bad Windsheim
        • Holzfunde Schleswig
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      (von mir, Ende 2013)
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      (ich, Wilnsdorf Oktober 2014)
    • Danke Nomi!
      Das hilft mir weiter.

      Wenn ich das quer durch die von Dir erwaehnten Funde resuemiere:
      Anteilig etwas weniger Obsthoelzer, dafuer etwas mehr "weichere" Hoelzer mit drin.
      Das "Werkzeug", das beim Umruehren, im Topf Kratzen etc sowie durch die Hitze staerker leidet war wohl auch eher auf "Verbrauch" gearbeitet.
      Bekennend GroMi mit den "Feuerschwingen" (Facebook: Feuerschwingen)
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    • Soviel Weiches Holz ist da doch gar nicht drin. Eigentlich sehe ich auf den ersten Blick nur die Pappel. Was die großen Haithabu Spatel angeht da gibt es im Katalog noch diverse mehr, mir fehlt nur die Muse die richtig auszuzählen.
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      (von mir, Ende 2013)
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      (ich, Wilnsdorf Oktober 2014)
    • Hallo!

      Ich habe einen Text gelesen (ohne Quellenangabe), der beschreibt, dass für Löffel und Pfrieme auch sehr gerne "Faulbaumholz" benutzt wurde. Das macht auch Sinn, weil diese Strauchart sehr weit und fast überall verbreitet war und ist und sie sich aufgrund der holztechnischen Eigenschaften ganz hervorragend eignet. Alle ringporigen und langfaserigen Hölzer (Eiche, Esche und alle Nadelhölzer außer Eibe) sind eher nicht so gut, weil man sich schnell einen Spleiß in die Lippen oder Zunge ziehen kann. Das Holz vom Faulbaum (später auch Pulverholz genannt, weil man mit der Kohle von diesem Strauch das beste Schwarzpulver herstellen konnte!) ist dicht und damit fest, trotzdem relativ leicht, sehr widerstandsfähig und fein ausschnitzbar (selbst die Pfrieme behalten sehr lange ihre Spitze). Die Bearbeitung ist relativ gut, wenn de Messer schneiden. Das Faulbaumholz ist grandios in seiner Färbug: Vom Beige über Zitronengelb bis hin zum Blauviolett und rot. Ein Traum!! Man findet das Holz eher im Unterstand in lichten Waldbeständen. Es wird maximal 12-15 cm dick und sieht in der Natur sehr unscheinbar aus. Imker nutzen die ebenfalls unscheinbare Blüte als erste Bienenweide. Die Rinde wird für Heilzwecke verwendet. Das Holz muss gut trocknen, dann reißt da nichts. Die Bearbeitung wird dann natürlich etwas aufwendiger. Ich verarbeite das Holz relativ saftfrisch und siede dann die Pfrieme und Löffel in heißem Sonnenblumenöl aus. Die halten ewig, wenn sie nicht geklaut oder verloren werden.
      Glaubt ruhig dem alten Förster!


      Gruß Gilge
    • Ich erweitere mal die schon sehr gute Antwort von Nemi Norison:

      Sindelfingen [1, Abb. 39]:
      • 1 Bruchstück der Laffe eines Löffels aus Ahorn
      • 1 Bruchstück der Laffe eines Löffels aus zerstreutproigen Laubholz
      • Bruchstück Löffelartiger Gegenstand aus Eiche


      Konstanz [2]:
      • Ein ganzer erhaltener Löffel aus Eibe
      • Ein ganzer erhaltener Löffel aus Eiche
      In Konstanz wurden noch viel mehr Löffel gefunden. Doch das waren zwei Exemplare aus dem 13. Jhd. die ich mir herausgeschrieben habe.

      Bezüglich Eibe und Giftigkeit: Ich verwende seid Jahren einen Esslöffel aus Eibenholz und habe damit überhaupt keine Probleme. Auch alle anderen Personen in meinem Bekanntenkreis haben da keine Schwierigkeiten/Beschwerden. Eibe hat eben den großen Vorteil das es ein sehr hartes und langlebiges Holz ist.


      [1] Scholkmann, B. and G. Gall, 1978. Sindelfingen, Obere Vorstadt. Eine Siedlung des hohen und späten Mittelalters. Stuttgart: Verlag Müller & Gräff. Forschungen und Berichte der Archäologie des Mittelalters in Baden-Württemberg. 3.

      [2] Müller, U., 1996. Holzfunde aus Freiburg, Augustinereremitenkloster und Konstanz. Herstellung und Funktion einer Materialgruppe aus dem späten Mittelalter. Stuttgart: Theiss. Forschungen und Berichte der Archäologie des Mittelalters in Baden-Württemberg. 21.
      Pinterest Alben: https://de.pinterest.com/adalbert_sch/
      Website: https://www.adalbert-shouster.com
    • Faulbaum war mich bisher unbekannt. Aber die Bilder aus Wiki mit den kleinen Beeren meine ich am Sonntag im Wald gesehen zu haben. Muss ich kommende Woche nochmal schauen, wie die Pflanzen live aussehen.

      Danke für den Tip und danke für die Quellenergänzung!
      Bekennend GroMi mit den "Feuerschwingen" (Facebook: Feuerschwingen)
      Am "A" arbeitend als Spiesser in städtischer Infanterie des 13. Jhdts mit dem "Vuozvolc". (www.vuozvolc.de)
    • In meinen Unterlagen ist mir bisher noch kein einziger Löffel aus Faulbaumholz untergekommen, kannst du versuchen herauszufinden wo du die Info her hattest Gilge?
      Meine Zurechnungsfähigkeit wird wie kalter Fisch am besten Freitags oder auf einem Laufband serviert.
      (von mir, Ende 2013)
      Bei philosophischen Sprichwörten die von fliegenden Fliegenpilzen presentiert werden, ist eine gewisse Skepsis angebracht!
      (von mir, vorhin)
      Ich bin für intelligente Wissensabwehr, wenn das nicht hilft nehm ich nen Hammer.
      (ich, Wilnsdorf Oktober 2014)