Waffen des Klerus

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    • Waffen des Klerus

      Gibt es einen historischen Beleg welche Waffen der Klerus im 12 JHT im Kampf benutzen durfte ?

      Auf dem Concilium Germanium wird von Bonifatius auf einer Synode beschlossen, daß Geistliche
      das tragen von Waffen verbietet. Auch die Ausübung der Jagd wurde ihnen untersagt.

      Auf dem Teppich von Bayeux ist Bischof Odo *1030 - ✝1097 mit einem Streitknüppel zu sehen. Quelle Wikipedia
      So weit ich weiß durften angehörige des Klerus nur mit stumpfen Waffen kämpfen und kein Blut vergießen,
      was mit solch einer Waffe sicher nicht immer der Fall war.

      Als die Magyaren 955 vor Augsburg standen, war es der Bischof Ullrich, der die Stadt rettete. Augsburg befand sich in schlechtem Verteidigungszustand, doch der streitbare Bischof verlor nicht die Nerven, ließ Schanzen errichten und mischte sich im bischöflichen Ornat, ohne Rüstung ins Kampfgetümmel, ohne Blessuren davonzutragen. Für die Verteidiger war das ein ungeheurer moralischer Ansporn, während die Magyaren am darauffolgenden Tag mit Peitschenhieben zum Angriff angetrieben werden mussten, worauf sie sich bald zurückzogen.

      Adhemar de Monteil bekannt als Bischof le Puy en Velay der sich am ersten Kreuzzug beteiligte ist mit einer
      Lanze oder Speer zu sehen. Quelle Wikipedia Es war vermutlich eine der heiligen Lanzen die in diesem Fall von Peter Barholomäus endeckt wurde.
      Ob er damit gekämpft hatte oder ob sie nur der Moral der Truppen diente konnte ich nicht ermitteln.

      Zur Zeit der Turnierverbote ( spätes 12 JHT) beteiligte sich der Abt von Limoges aus dem Kloster Lesterps
      trotz Androhung von Exkommunikation und Verweigerung eines christliches Begräbnisses an Turnieren.

      Kennt ihr weitere Belege für den Waffenkampf von Würdenträgern, und gibt es einen Grund warum ein Geistlicher kein Blut vergießen durfte ?
      Allem Zukünftigen beißt das vergangene in den Schwanz !
    • Jesus in Matthäus 10:34-35 :
      Denkt nicht ich sei gekommen , um Frieden auf die Erde zu bringen; ich bin nicht gekommen um Frieden zu bringen, sondern ein Schwert.

      Lukas 22:36 :
      Jetzt aber soll der, der einen Geldbeutel hat, ihm mitnehmen, und ebenso die Tasche. Wer aber kein
      Geld hat, soll seinen Mantel verkaufen und sich ein Schwert kaufen.

      Mir widerstrebt der Gedanke sich im Verteidigungsfall nicht wehren zu dürfen.
      Allem Zukünftigen beißt das vergangene in den Schwanz !
    • ein gewisser Siegfried von Westerburg, Erzbischof von Köln nam 1288 bei der Schlacht von Worringen teil. Frag mich abernicht mit welchen Waffen er Kämpfte. Vielleicht findet sich da bei Jan van Heelu was.
      LG
      Singa,

      https://www.youtube.com/channel/UCb9rJM2L1FjItWj-O6jiR6g

      In meinem Projekt "Greifenstein anno 1320" stelle ich einen Mittelhessichen Pagen um 1320 dar.
      mehr zu diesem Projekt unter http://singalu.com/ oder bei Pinterest ( https://de.pinterest.com/singadiesner/ ) oder Google+ ( https://plus.google.com/109064302278126275508 ).
    • Hier mal ein zwei Gedanken zu Bischof Odo aus den Büchern

      "The Bayeux Tapestry" von Mogens Rud:
      "As a priest he could not wield a sword"
      mit Hinweis auf Matthaeus 26:52

      und wie ich finde viel interessanter

      "The Battle of Hastings" von Jim Bradbury:
      Das sowohl Bischof Odo und WtC um Aufmerksamkeit zu erregen anstelle von Waffen ihre "Batons" schwangen.
      Auch schön in der Szene zu sehen, in der Wilhelm im Schlachtgetümmel sein Gesicht zeigt um Gerüchte bezgl. seines Todes zu entkräften.
    • Einen Bildband über den Teppich von Bayeux habe ich mir aus der Stadtbücherei ausgeliehen.
      Schönes Werk von David M. Wilson vom Parkland Verlag Köln.

      Mat.26:52 kenne ich.
      Widerspricht aber der gängigen Praxis der Kirche des Mittelalters.
      So auch....: Offenbarung 13:10/1 Petrus 3:9/! Thessalonicher 5:15/Mat.5:39/Römer 12:19
      Das Alte Testament ist voll von Aufrufen zum metzeln mit dem Schwert.

      Bischof Odo war auch eher ein weltlicher Bischof dem es meiner Meinung mehr um Macht ging
      als um den Glauben.
      Allem Zukünftigen beißt das vergangene in den Schwanz !
    • Nun gut ... ich werde mir eine Eisenkugel besorgen und aufbohren um einen Stiel zu befestigen.
      Die Kugel könnte ich noch schön mit christlichen Symbolen gravieren.
      Oder Bibelsprüchen.

      Genug Waffen und Blechzeugs habe ich noch aus der Zeit als Ritter, welche ich aber immer an meine Vasallen als Lehen gebe.
      Mir ist das zu schwer geworden auf Dauer.
      Allem Zukünftigen beißt das vergangene in den Schwanz !
    • Auf Bildquellen sind Geistliche für gewöhnlich ziemlich normal bewaffnet, meistens Lanzen und Schwerter, und Schwerter haben ja auch immer die sekundäre Eigenschaft, ein Kreuz zu sein, wenn man sie umdreht. Kann aber natürlich immer symbolische Bedeutung haben.
      Vor Allem erinnere ich mich aber gerade an einen Missionar im Frühmittelalter, der Skandinavien christianisiert hat. Keine Ahnung wie der hieß, müsste man mal raussuchen, aber der hat zwecks der symbolischen Wirkung wohl mit einem tatsächlichen Kreuz auf die Heiden eingedroschen. Fände ich in einer kämpfenden Darstellung auch mal sehr interessant.
    • [Blockierte Grafik: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/c/c0/Statuen_vor_dem_Augsburger_Dom.jpg]
      (Quelle: Wikipedia.de)

      Das Bild zeigt linkerhand den Bischof Simpert (Link=Quelle: de.wikipedia.org/wiki/Simpert), zur rechten die Hl. Afra (Link=Quelle: de.wikipedia.org/wiki/Afra_von_Augsburg).

      Und in der Mitte ein Bildnis des Bischofs Ulrich I. von Augsburg, wie er seinerzeit angeblich in die Schlacht vom Lechfeld zog. Ohne Rüstung und vor allem - und darum gehts hier ja - ohne Waffen, nur mit einer Bibel und einem Kreuz bewaffnet der Legende nach. Wie oben schon beschrieben, soll er die Schlacht dank seines Glaubens ohne auch nur einen Kratzer überstanden haben. (Link=Quelle: de.wikipedia.org/wiki/Ulrich_von_Augsburg)
      youtube.com/watch?v=MV5w262XvCU The Saga of Biorn!
      :wiki1 :Tro
      Werdet Heiden - es öffnet euch Tyr und Thor!

      Frau Lisabeth sagt, dashier kann wieder weg, also machen wir das doch :)
    • Bischof Ketzer schrieb:

      Saga of Biörn ! Köstlich ... HAR..Har...
      Also immer schön aufpassen für wen ihr im Kampf fallen wollt.
      Walhalla ist ein Heidenspass !
      Der eigentliche Beitrag bezüglich bewaffneter Kleriker steht über der Saga von Bjorn, das ist meine Signatur :D Aber schön, dass dir die Saga gefällt.
      youtube.com/watch?v=MV5w262XvCU The Saga of Biorn!
      :wiki1 :Tro
      Werdet Heiden - es öffnet euch Tyr und Thor!

      Frau Lisabeth sagt, dashier kann wieder weg, also machen wir das doch :)
    • Ja das war Schon klar... Ich kannte das Video noch nicht.
      Passt aber gut zum Thema.
      Wie überrascht wird wohl ein Kreuzritter gewesen sein wenn er von Muslimen beerdigt wird
      und von 72 Jungfrauen begrüßt wird.

      Vielen Dank für die Info über Bischof Simpert. Kannte die Geschichte schon, aber nicht in
      dieser Ausführlichkeit.
      Allem Zukünftigen beißt das vergangene in den Schwanz !
    • Wenn ich mich recht entsinne wurden Bischofs- und Kardinalspostenposten auch von Herrschern vergeben ( Investurstreit usw. ). Damit wurden auch Menschen ohne kirchliche Bildung oder Weihe bedacht und kamen damit in den Besitz der Pfründe. Ausserdem waren diese Personen oft mit dem Herrscher verwandt oder zumindest mit diesen befreundet / verbündet und stützten seine Macht ohne ihre Position vererben zu können.

      Mag sein daß solche Personen ohne Weihe Waffen tragen und benutzen durften.

      Die hochadeligen Fürstbischöfe der Reichskirche konnten nicht das feierliche Pontifikalamt feiern, sie konnten Priester konsekrieren oder die heiligen Öle weihen, das Sakrament der Firmung spenden oder im Gottesdienst auch nur predigen. Dafür hatten sie ihre Weihbischöfe, zumeist aus bürgerlichem oder niederadeligem Stand. Aber Weihbischöfe und Pfarrer ein- und absetzen, Pfarreien errichten und aufheben, Synoden abhalten und Visitationen durchführen, Ehedispense erteilen, dem kirchlichen Gericht vorsitzen und Zensur ausüben – diese und viele andere jurisdiktionelle Vollmachten übten die nicht-geweihten Bischöfe ganz selbstverständlich aus. Und sie genossen natürlich die mit dem Amt verbundenen einnahmen.
      Das klassische Kirchenrecht unerschied zwischen der „potestas ordinis“, der Weihevollmacht, und der „potestas iurisdictionis“, der Leitungsvollmacht.
      Hütet euch vor den Verkündern der einzig wahren Wahrheit
    • LotlBotl schrieb:

      vor Allem erinnere ich mich aber gerade an einen Missionar im Frühmittelalter, der Skandinavien christianisiert hat. Keine Ahnung wie der hieß, müsste man mal raussuchen, aber der hat zwecks der symbolischen Wirkung wohl mit einem tatsächlichen Kreuz auf die Heiden eingedroschen. Fände ich in einer kämpfenden Darstellung auch mal sehr interessant.
      Meinst du St. Anskar bzw Ansgar der unter Horik sein "unwesen" trieb. Das mit dem Eindreschen weiß ich nun nicht, aber leichte Schläge auf dem Hinterkopf sollen ja manchmal Wunder bewirken. Und Wunder sind ein verbrieftes Beiprodukt des Glaubens, also alles richtig :saint:
    • yeoman schrieb:

      Wenn ich mich recht entsinne wurden Bischofs- und Kardinalspostenposten auch von Herrschern vergeben ( Investurstreit usw. ). Damit wurden auch Menschen ohne kirchliche Bildung oder Weihe bedacht und kamen damit in den Besitz der Pfründe. Ausserdem waren diese Personen oft mit dem Herrscher verwandt oder zumindest mit diesen befreundet / verbündet und stützten seine Macht ohne ihre Position vererben zu können.
      Guter Punk !
      Viele große Herrscher haben zu dieser Zeit ihren Nutzen daraus gezogen, das sie Kirchliche Ämter im Familien und Freundeskreis vergaben oder verkauften. ( Simonie )
      Selbst zur Zeit der Borgias ist das wieder Aktuell gewesen, und da war es der Papst selbst.
      Allem Zukünftigen beißt das vergangene in den Schwanz !