Tabor/Trommel im Mittelalter

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    • Tabor/Trommel im Mittelalter

      Ich habe mir vor einiger Zeit vorgenommen, eine Trommel zu bauen. Die Recherchen im Internet waren leider nicht zufriedenstellend, deshalb habe ich eine Frage an alle Musiker und Instrumentenbauer unter euch:
      Wie waren Trommeln im Spätmittelalter gebaut? Abbildungen aus dieser Zeit gibt es ja zur Genüge, aber die genaue Machart des Trommelkörpers ist dort leider nicht ersichtlich. War er aus Planken zusammengesetzt oder aus einem Stück gehauen?
      Sicher, am einfachsten wäre es, den Körper aus Furnier zu biegen und verleimen wie bei den "mittelalterlichen" Trommeln, die im Handel angeboten werden, aber diese Methode entsprach wohl nicht denen des Mittelalters.

      Viele Grüße
      Swyker
    • Swyker schrieb:

      Sicher, am einfachsten wäre es, den Körper aus Furnier zu biegen und verleimen wie bei den "mittelalterlichen" Trommeln, die im Handel angeboten werden, aber diese Methode entsprach wohl nicht denen des Mittelalters.
      Ich denke schon, dass es das Furnierbiegen damals auch gab, denn Hölzer aufspalten für verschiedene Zwecke war durchaus üblich. Eine andere Möglichkeit wäre das ausbrennen eines hohlen Stammes, das hat es in auch verschiedenen Kulturen gegeben.

      Isidor von Sevilla schreibt um 600 in seiner "Symphonia":

      "Der Mittelteil der Symphonia-Trommel hat nämlich Ähnlichkeitmit einem Sieb."

      12koerbe.de/arche/isid-mus.htm

      Das würde auch auf Verwendung eines Furniers hinweisen, denn Siebe wurden lange so hergestellt.

      In Spanien werden Einhandflöte und Trommel immer noch gespielt, vielleicht findest du in dieser Ecke noch ein paar brauchbare Infos.
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      Mein Wissen habe ich gefunden.
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      Tagebuch eines Weltenwanderers
    • Zu diesem Thema bin ich gerade über etwas gestolpert, eEs gibt einen Fund, der leider etwas mehr in Richtung Renaissance angesiedelt ist. Bei den Ausgrabungen der Mary-Rose (gesunken 1545) wurden auch Tabor und Pipe gefunden - die Trommel laut der Beschreibung aus einem "thin sheet of oak" leider ist auf der Illustration und Beschreibung nicht ersichtlich, ob das Material verleimt oder anderweitig befestigt wurde, aber vielleicht hilft der Link etwas weiter.
      maryrose.org/12-drummers-drumming/
      No Pastime - No Good Company
    • Ich halte viel davon, Leute mit musikwissenschaftlichen Hintergrund zu befragen... und da fällt mir zum Thema "Percussion" und "Trommel" im Zusammenhang mit mittelalterlicher Musik sofort das Ex-Mitglied des sehr faszinierenden Ensembles "Ioculatores"(leider aufgelöst) Robert Weinkauf ein...
      Schreibe eine Mail an Schloss Goseck e.V. und frage dort mal an... der kann Dir sicher weiterhelfen. Mindestens mit einem Hinweis zu einem Instrumentenbauer, der sich mit mittelalterlichen Instrumenten wirklich auskennt.
      Ich bin kein direkter Rüpel, aber die Brennnessel unter den Liebesblumen. immergut: Karl Valentin
    • Wir hatten bei uns in der Schule auch eine Renaissance/Landsknecht-Trommel, die ein Lehrer mit gleichteitiger Musikprofessur aufgetrieben hat. Ich gehe daher davon aus, dass das Teil eine brauchbare Rekonstruktion ist.

      Der Koerper ist aus "Laminat" mit Knochenleim.
      Bei der MEnge an Stoessen/Schlaegen/Vibrationen, die so eine Trommel aushalten muss ist eine einfache Nahtstelle vermutlich ueberlastet.
      Bekennend GroMi mit den "Feuerschwingen" (Facebook: Feuerschwingen)
      Am "A" arbeitend als Spiesser in städtischer Infanterie des 13. Jhdts mit dem "Vuozvolc". (www.vuozvolc.de)