Reenactment Werkstatt

Reenactment Waffen- und Rüstkammer (alles was historisch belegbar ist)

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    • KlaudiKosak schrieb:

      Mega cool! Schön, dass du deinen Traum erfüllen konntest.
      Finde die Vergoldung(?) sehr ansprechend! Damit kannst du dich sehen lassen.

      Was hast du vor alles in der Rüstung zu machen? Kämpfst du auch in der Rüstung?
      Mich würde auch interessieren bei der Politur: Wie gehst du mit Rost um, resp, wie hältst du die Politur? Mechanisch oder von Hand? (Meine ist sehr Matt poliert, darum interessiert es mich wie andere das so meistern) :)

      Vielleicht trifft man sich ja mal irgendwo in der CH

      ;)
      Feinsten Flugrost kannst du mit Olivenöl abwischen. Der Säureanteil löst da ganz gut. Ansonsten ist eine Spiegelpolitur relativ unempfindlich gegenüber Rost, bildet sich bei mir nur nach körperlicher Anstrengung, wenn man doch mal vergisst Schweiß irgendwo abzuwischen und dann zu lange wartet. Dann helfen Micromesh Schleifpads ganz gut, in passender Körnung.
      www.lebendige-geschichte-1474.de
    • Schnazel schrieb:

      Thirk schrieb:

      "Flash" Gordon wäre neidisch :D
      Darfst danit nur nicht raus auf die Straße, damit blendest du die anderen Verkehrsteilnehmer viel zu arg ;)
      Aber sage mal, wieviel Kilolein haben wir den da beim tragen zugelegt?
      Ich schätze ohne Schwert gute 35kg
      Wenn ich mich recht erinnere wiegt der Harnisch von Arne Koets um die 23kg, der ist ähnlich aufgebaut wie der hier. Die süddeutschen Harnische sind tendenziell auch leichter als ihre italienischen Pendants, ergo würde ich mal von sowas in der Art ausgehen. Mein Harnisch wiegt mit Ringpanzershorts, ohne Beinzeug und Harnischbart rund 18kg, ungehärtet mit Materialstärken zwischen 0,8 und 2mm und das bei 1,94m Körpergröße. Ergo würde ich hier mit dengehärteten Teilen und entsprechend reduzierten Materialstärken von maximal 25kg ausgehen.
      Ich hab den Harnisch noch nicht gewogen, daher kann ich leider zum Gewicht aktuell noch nichts konkretes sagen. Ich denke aber, dass es sich ungefähr bei dem von Schnazel genannten Wert einpegeln wird. Aufgrund der guten Passform und Gewichtsverteilung fühlt er sich jedenfalls nicht sonderlich schwer an.

      Wenn ich ihn das nächste Mal trage, werde ich mich mal auf die Waage stellen.

      KlaudiKosak schrieb:

      Mega cool! Schön, dass du deinen Traum erfüllen konntest.
      Finde die Vergoldung(?) sehr ansprechend! Damit kannst du dich sehen lassen.

      Was hast du vor alles in der Rüstung zu machen? Kämpfst du auch in der Rüstung?
      Mich würde auch interessieren bei der Politur: Wie gehst du mit Rost um, resp, wie hältst du die Politur? Mechanisch oder von Hand? (Meine ist sehr Matt poliert, darum interessiert es mich wie andere das so meistern) :)

      Vielleicht trifft man sich ja mal irgendwo in der CH

      ;)
      Die Rüstung ist primär für meine Sammlung gedacht. Ich möchte aber nicht ausschließen, dass ich sie mal auf einer Ausstellung, oder beispielsweise zum Harnischfechtensymposium tragen werde. Wobei ich für z.B. das Symposium eher einen weniger wertvollen Harnisch wählen würde. Aber das sehe ich dann wenn es soweit wäre.

      Zur Politur hat Schnazel eigentlich schon alles gesagt. Je besser diese ist, desto weniger ist Rost ein Thema.
      Beste Grüsse, Thomas :bye01
    • Neuzugang im Blankwaffenbereich.

      'ritterliches Schwert, Deutschland 14.Jhd.
      Silber (Niello) krustiert und mit in Kupfer eingelegten Kreuzsymbolen verziert.' (Baumann, S.388)

      Das Original ist ca.103cm lang und liegt im Reichsstadtmuseum Rothenburg o.d.T. Diese Interpretation hier ist Runde 2cm länger. Ein früher Typ XV mit aufwendig verzierten Gefässteilen. Ganz nett gemacht, wie ich finde!

      (Bildquellen: J. Malovany & pinterest)
      Beste Grüsse, Thomas :bye01
    • Jetzt wäre nur noch interessant herauszufinden, ob die Kupfereinlagen im Kreuz rein dekorativ sind oder ob sie dafür geeignet wären, eine scharfe Klinge zu binden und manipulieren zu können...
      ...alle sagten immer: "Das geht nicht!" - doch dann kam einer, der wusste das nicht und hat es einfach getan...
      ...diese Signatur kann Spuren von Soja oder Erdnüssen enthalten...
    • Spätmittelalterliche Dolche gefallen mir sehr. Vor allem die sogenannten "Panzerstecher"!

      Heute zeige ich euch mal das Stück mit der stärksten Klinge aus meiner Sammlung. Diese ist vierkantig im Querschnitt, hat eine Länge von 31.5cm und ist an der Basis stolze 2.3cm breit/stark.

      Dolche mit solchen Klingenformen wurden primär militärisch genutzt. Datieren lässt sich dieses Exemplar auf das späte 15. Jhd. (Deutschland oder Niederlande). Das Original wird derzeit im Klingenmuseum Solingen ausgestellt.


      (Bildquelle: J. Malovany und pinterest)
      Beste Grüsse, Thomas :bye01
    • Neben dem derzeit zum Harnisch getragenen Langschwert steht unter anderem noch dieses wunderschöne Einhandschwert (in Kombination mit einem Streitkolben oder Streithammer) zur Verfügung.

      Diese für das 15. Jhd. sehr typische Blankwaffe verfügt über eine Klinge des Types XV/XVIII. Sie ist mit einem starken Mittelgrat (1,1cm Klingenstärke an der Basis!) ausgestattet, der sich verjüngend über die komplette Klinge bis hinunter zum Ort verläuft. Die Klinge ist dadurch sehr steif und somit perfekt zum stechen geeignet.

      Der Knauf (Typ V) ist in den Schweizer Quellen häufiger im späten 15. Jhd. anzutreffen. Auch das Werkzeug im Besteckbalkon der Scheide findet man in den regionalen Bildquellen. Der Griff dieses Schwertes wurde aus Horn gefertigt.

      Ich überlege noch, im kommenden Jahr die Gefässteile des Schwertes (evtl. auch die Metallteile an den Griffen des Messers und des Pfriem) vergolden zu lassen. Evtl. lasse ich die Scheide/den Gurt noch mit ein paar Beschlägen (versilbert/vergoldet) ausstatten. Davor muss ich aber erst nochmal die Quellen checken.

      (Bildquelle: ich)

      (Bildquelle: ich)
      Beste Grüsse, Thomas :bye01
    • Patty schrieb:

      Super, besonders mit den stimmigen Details, die sich auch stark von den teils klinischen ("zu perfekten") Nachbauten unterscheiden.
      Ja, das Stück wirkt optisch wirklich sehr authentisch. Ich mag es sehr!

      Patty schrieb:

      Wer ist denn der Hersteller?
      Dieses Schwert ist bereits 15 Jahre alt und wurde von einem der Schmiede, die ihrer Stücke über armabohemia.cz vertreiben lassen, gefertigt. Der ist, wie ich hörte, aber mittlerweile nicht mehr berufstätig.
      Beste Grüsse, Thomas :bye01
    • Zum spätgotischen Plattenküriss wurden oft auch Panzerhandschuhe/gefingerte Hentzen getragen. Der ritterliche Panzerhandschuh ist meist so gut gearbeitet, dass man die Hand im Handschuh fast so vollständig in alle Richtungen bewegen kann, als wenn man diesen nicht tragen würde.

      Eine weitere Variante des Handschutzes stellte zu dieser Zeit die Hentze dar. Die typische Hentze besitzt einen zusammenhängenden Plattenschutz für die vier Finger und einen gesonderten für den Daumen. Sie schützt die Finger besser, als ein Panzerhandschuh mit vier einzeln gepanzerten Fingern (die Wucht/Energie eines z.B. Schwertstreiches verteilt sich so besser). Ab ca. 1480 findet man Hentzen häufiger in den Abbildungen/Quellen.

      Meine Hentzen (die rechte Hentze ist in der Bildmitte zusehen) orientieren sich von der Umsetzung her an zwei historischen Vorlagen. Zum einem an dem in der Collage links zusehenden Exemplar (Hentze, A254, um 1480, Wallace Collection) und zum anderen an dem Paar, dass rechts in der Collage ersichtlich ist (Paar Hentzen, W4899, um 1480, Bayrisches Nationalmuseum).

      Sie stellen eine Ergänzung zu den ebenfalls zum Harnisch vorhandenen Panzerhandschuhen dar. Mir war es wichtig, beide Varianten im Bestand zu haben.


      (Bildquelle: ich & pinterest)
      Beste Grüsse, Thomas :bye01

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Thomas W. ()

    • Diese drei Schönheiten sind allesamt auf ca. die Mitte bis Ende des 15. Jhd. datierbar. Alle drei Schwerter verfügen über Stossklingen mit unterschiedlich stark ausgeprägten Mittelgraten (Typ XVIII/XV) und diversen Knaufvarianten des Typ V, der umgangssprachlich gerne als 'Fischschwanzknauf' angesprochen wird. Auch die drei unterschiedlich umgesetzten Parierstangen orientieren sich an Originalen dieser Zeit.

      Die Vorlagen zu diesen drei Stücken finden sich in E. Oakeshott's Buch "Records of the Medieval Sword" auf den Seiten 179 (XVIII.8) & 175 (XVIII.4 i & iii).


      (Bildquelle: ich)
      Beste Grüsse, Thomas :bye01