Reenactment-Waffenkammer (alles was historisch belegbar ist)

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      Die beiden neuen Stücke in meiner Sammlung. Der Anlass ist leider ein trauriger. Ich habe sie aus dem Nachlass einer kürzlich verstorbenen Mitbegründerin unseres HEMA-Vereines. Es sind 2 alte Del Tin Schwerter.


      Mich interessiert vor allem das Typ XV Schwert rechts, dasDel Tin 5144. Es ist klar dem Shrewsbury Sword (zumindest finde ich es auf myArmoury unter der Bezeichnung) nachempfunden, das in der Wallace Collection aufbewahrt wird. Leider sind auf der DVD der Wallace Collection unterschiedlich detaillierte Angaben, je nachdem wann und wie detailliert sie gemessen wurden. Bei dem Schwert fallen sie recht knapp aus Länge, Breite und Gewicht sind angegeben. Das Gewicht ist nur etwas leichter, allerdings fehlt beim Original das Griffholz und es ist verrostet. Das ist schon mal ein gutes Zeichen, haben Del TIns doch eher den Ruf zu schwer zu sein (und das Falchion fühlt sich definitiv auch so an).
      Die Länge ist mit 87cm angegeben. Ohne nähere Angaben (während sonst oft Gesamtlänge/Grifflänge oder Klingenlänge/Grifflänge unterschieden werden). Hier wird es etwas komisch, die Klinge beim Del Tin ist genau die 87cm lang. Entweder ist das tatsächlich nur die Klingenlänge und halt nicht besser angegeben, oder Del Tin hat sich bei der Repro großartig verhaut. Die Proportionen kommen mir aber bei einem 87cm langen Schwert seltsam vor und sind bei dem DT originalgetreu, soweit ich das beurteilen kann. Hier sind beide Bilder nebeneinander gelegt, leide ohne Maßstab. Falls jemand mir dazu mehr sagen kann würde ich mich freuen.

      Mein momentaner Plan ist aus dem Schwert ein Projekt für den Winter zu machen - neuen Griff (den jetzigen find ich hässlich), Scheide samt Gehänge und dann schärfen für Schnittests. Die Klinge ist schon zu scharf und vor allem spitz für Auftritte oder Techniktraining. Del Tin hat scheinbar eine Zeit lang Klingen mit 0,5mm Schneide angeboten was bei der hier der Fall sein dürfte. Amit sollte auch die Klingengeometrie viel besser zu einem scharfen Schwert passen, als bei 3mm Schaukampfschwerter die im Nachhinein angeschliffen werden.


      Kann mir die Schwarmintelligenz eventuell bei dem Falchion helfen? Ich suche nach dem Vorbild dafür, ich kenne sehr viele moderne Falchions mit so einem Quintbügel, aber erhaltene Originale gibt es ja sehr wenige und die, die mir einfallen würden (das Cluny und Thorpe Falchion) haben Kreuzpariere. Kennt ihr Originale mit dieser Montierung?
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      Zwei schöne Stücke! Glückwunsch (auch wenn der Grund natürlich ein sehr sehr trauriger ist ;( ).

      Ich kann bei Gelegenheit mal nachschauen. Elmsie führt diese Pariervariante auch an, nur kann ich aus dem Kopf nichts zur genauen Datierung usw. sagen.

      So einen Typ XV hat mir vor einigen Jahren mal Mateusz Sulowski gebaut. Bei meinem fehlt leider die Hohlkehle (die deiner hat). Ich müsste nachschauen, wie dicht meine Variante von den Abmessungen her an der Vorlage (ist die nicht in irgendeinem Buch von Oakeshott drinnen?) ist (wenn ich mich recht erinnere hatte er damals auch nur sehr wenige Daten zur Verfügung), aber das wären die Abmessungen von meinem:

      total lenght: 102,2cm
      blade lenght: 82,5cm
      Blade width at the base: 45mm
      Blade thickness at thebase : 6mm
      weight: 1233g
      balance: 7cm
      grip lenght: 12cm
      hardness: 54HRC
      edges: sharp
      Beste Grüsse, Thomas :bye01
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      Dunio schrieb:

      ...eher Renicance
      [Blockierte Grafik: https://image.invaluable.com/housePhotos/czernyintl/24/593424/H2672-L101331163.jpg]
      wie hier aus dem 17. Jahrhundert
      Quelle=Invaluable
      Genau, in der Form kenne ich es eher aus Museen, aber die haben dann fast immer mehr Verzierung am Gefäß und noch einen Seiten Ring. Sehen also viel Früh-Neuzeitlicher aus.
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      Das stimmt - ich kenne auch kein Beispiel vor Ende des 15. Jahrhundert. Ich weiß nur, dass diese Kreuzform beim HMB verwendet wird und die berufen sich auf historische Orginale - vielleicht bei Facebook in einer entsprechenden Gruppe mal nachfragen.
      ...alle sagten immer: "Das geht nicht!" - doch dann kam einer, der wusste das nicht und hat es einfach getan...
      ...diese Signatur kann Spuren von Soja oder Erdnüssen enthalten...
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      Hab für eine meiner Blankwaffen mal wieder eine bereits vorhandene Schwertscheide überarbeiten lassen. Dafür wurde das Scheidenleder ersetzt, da das vorherige eine eher unschön wirkende Färbung aufwies und auch die Verarbeitung stellenweise nicht wirklich überzeugend ausgeführt war. Der Holzkorpus und das Ortband wurden wiederverwendet. Das neue Leder wurde mit Eisenoxid schwarz gefärbt. Als Schwertgurt wurde ein sämisch gegerbtes Hirschleder gewählt.

      Schwertscheiden in dieser Art und Umsetzung findet man auf Abbildungen ab dem 12. Jhd. bis ins 14. Jhd.


      (Bildquelle: MK-Lederarbeiten des Hoch- und Spätmittelalters)
      Beste Grüsse, Thomas :bye01