Truhenbau - geeignete Holzarten und Konstruktion

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    • Truhenbau - geeignete Holzarten und Konstruktion

      Hallo zusammen,
      beim Stöbern hat sich mein Fragenzettel wieder mal etwas gefüllt und ich möchte jetzt einen Teil davon bei den Fachleuchten unter Euch zur Beantwortung abladen.



      Geeignete Holzart für den Truhenbau / Alternativen zur Eiche
      Die von mir gefundenen Vorlagen sind (soweit in den Beschreibungen erwähnt) alle aus Eiche. Möglicherweise deshalb, weil anderes Material schon lang vom Zahn der Zeit oder des Holzwurms dahin gerafft worden ist/wäre, aber "mer waas es net", wie man so schön sagt und da in diesem Fall mein Rücken dem "absoluten A" im Wege steht (und ich dieses Körperteil noch eine Weile brauche), nehme ich mir die Freiheit, mal ein wenig über den Tellerrand zu spekulieren :D

      "Eiche brutal" ist zwar nicht unhübsch für diesen Zweck und extrem haltbar aber halt sauschwer, so daß die Eignung für den Transport sich eher auf "one-way-Ticket" ins Kloster beschränkt haben dürfte.
      Nun würde aber ein solches Objekt bei mir nicht nur rumstehenderweise seinen Zweck erfüllen sondern sollte als - zumindest gelegentlich - transportierbares Behältnis dienen. Und zwar ohne den Einsatz von schwerem Gerät oder einer Hundertschaft von Trägern.

      Leider ist intelligentes Birnbaumholz im Moment nicht zu bekommen, und so stellt sich die Frage, mit welchen Holzarten man die Eiche ersetzen könnte, um einerseits eine deutlich bessere Stabilität als vom Schweden hin zu bekommen aber andererseits das Möbel in einer handhabbaren Gewichtsklasse zu halten.
      Und nein, so ein Teil aus Eiche aber halt winzig klein zu bauen, ist keine gangbare Alternative :keule1


      Technischer Aufbau gegen Mitte 13. Jhdt. / Dokumentation
      Die beiden als Standardwerke geltenden Abhandlungen (Stülpnagel und Albrecht) sind ja momentan leider gar nicht mehr bzw. nur zu Mondpreisen zu bekommen.
      Gibt es da eine Alternative bzw. einen brauchbaren Ersatz?

      Insbesondere bei Meister Stülpnagel soll ja eine Skizze drin sein, die (als Explosionszeichnung?) den technischen Aufbau einer Stollentruhe zeigt - was in Zusammenarbeit mit diversen Fotos von Originalen einen Nachbau erheblich erleichtern würde.

      Daher meine Bitte: hat dieses Bild jemand zufällig in digitaler Form vorliegen und wäre willens und fähig, mir das zukommen zu lassen?
      Und das zweite: gibt es für mich eine Möglichkeit, zu erschwinglichen Kosten und/oder auch nur zeitweilig an die Werke von Stülpnagel und Albrecht zu kommen mit dem Zweck, mir die entsprechenden, für mich interessanten Bereiche zu scannen?


      Es hat hier zwar schon ein ganzer Sack voll Leute solche Truhen nachgebaut und die Bilder davon hier eingestellt - aber leider sind fast alle dieser Bilder inzwischen der natürlichen Halbwertszeit bei den Bilder-Hostern zum Opfer gefallen und/oder die Links zeigen ins Leere. Wäre da eventuell vielleicht möglicherweise ein "Nachschlag" möglich?



      Das war's erstmal wieder - und an Euch schon mal vielen Dank für Eure Geduld und Hilfsbereitschaft!
      Grüße vom Tom,
      der die Seele im Stein sucht
      https://stein-seele.de
    • Oder Tanne?

      Wenn Du auf eine hohe Stabilität Wert legst, musst Du die geringere Festigkeit im Vergleich zu Eiche durch eine etwas höhere Brettstärke kompensieren, was die Gewichtsersparnis leider wieder verringert.

      stein-seele schrieb:

      Leider ist intelligentes Birnbaumholz im Moment nicht zu bekommen
      Was ist das?

      Freundliche Grüsse
      Gerald von Ameningen
      http://www.die-ameninger.com/
      http://www.historia-sanegauns.com/
    • stein-seele schrieb:

      Gibt es da eine Alternative bzw. einen brauchbaren Ersatz?
      Die gibt es: Ich kann dir das Buch in weiten Teilen als PDF zukommen lassen.

      Wie du schon richtig erkannt hast sind alle erhaltenen Exemplare entweder aus Eiche, oder manche (in Teilen oder ganz) aus Buche gefertigt. Es finden sich aber Teile aus Kiefernholz (ein gern verwendetes Möbel Bauholz). Ich denke hier entscheiden vorrangig die regionalen Gegebenheiten.
      Für den Süddeutschen Raum (Schwarzwald) kenne ich Forstverordnungen in denen Buche und Kiefer explizit zur Aufforstung ausgesäht wurde.
      Pinterest Alben: https://de.pinterest.com/adalbert_sch/
      Website: https://www.adalbert-shouster.com
    • Hallo zusammen,
      und schon mal Danke für Eure Angebote!

      @Adalbert.
      Würde ich gern annehmen, ja bitte!
      Was brauchst Du da von mir?


      @gerald von ameningen
      Das Intelligente Birnbaumholz kommt aus den Scheibenweltromanen von Sir Terry Pratchett. Absolut schräge Literatur mit noch schrägerem Konzept aber himmlisch zu lesen...



      @Attares
      Ich weiß nicht genau, welches Bild das ist - ich habe nur irgendwo gelesen, daß da sowas wie eine Explosionszeichnung einer Stollentruhe drin sein soll, die zeigt, mit welchen Bauteilen und vor allem mit wie wenigen so eine Truhe gemacht werden kann.


      Allgemein:
      Nach Durchsicht der technischen Eigenschaften der "Ersatzhölzer" werde ich wohl auf Lärche zurückgreifen. Das Gewicht von nur 2/3 der Eiche (570kg/m³ zu 780kg/m³ als Mittelwert) klingt bestechend, zumal die mechanischen Eigenschaften nicht viel schlechter sein sollen...
      Grüße vom Tom,
      der die Seele im Stein sucht
      https://stein-seele.de
    • in dem Buch "Die gotischen Truhen der Lüneburger Heideklöster
      ISBN: 3-923675-81-X
      Von Karl Heinrich von Spülpnagel sind die Sprengzeichnungen für Front- und Seitenstollen drin.
      Liegt hier vor mir auf dem Tisch wenn Du willst kann ich Sachen rausfotografieren und Dir schicken
      Mit freundlichen Grüßen
      Fra Marc
      http://www.kreuzfahrergemeinschaft-damiette.de
    • Guten Morgen zusammen,
      erst nochmal vielen Dank an all die Hilfsbereiten!

      Die Frage nach den relevanten Details der Literatur ist mittlerweile erledigt - ich hab all die Informationen bekommen, mit denen ein in der 3D-Konstruktion nicht ganz unbewanderter Mensch so eine Truhe bauen kann.
      Jetzt brauch ich "nur noch" die Zeit dafür - möge der Winter hart und lang werdenTM!

      Auch bezüglich des Holzes steht (s.o.) mein Plan A fest - mal sehen, ob ich einen Plan B brauche.

      Ich werde in diesem Faden hier den weiteren Fortschritt kund und zu wissen thun :D
      Grüße vom Tom,
      der die Seele im Stein sucht
      https://stein-seele.de
    • Ich habe riesen Respekt vor dem Plan.
      Aber ich kann nur raten trotzen die Groesse anzupassen.
      Die "Werkstaetten des Wahnsinns" (link zur FB-seite) haben eine der Lueneburger Truhen in Originalgroesse nachgebaut. (Truhe 209)
      Auf Wunsch des Eigentuemers in Fichte. Aber auch in Fichte brauchten wir drei Mann und eine Sackkarre auf Rampe um das Ding (bei geringer Beladung) ins Auto zu bekommen!
      Mein Tip: ein 66% oder 50 % Groesse ist noch handhabbar. Danach wird es ein Problem.
      (Dass sich die Dinger "Moebel" nennen duerfen ist ein Witz. die Sollten "Immeuble" genannt werden! 8| )
      Bekennend GroMi mit den "Feuerschwingen" (Facebook: Feuerschwingen)
      Am "A" arbeitend als Spiesser in städtischer Infanterie des 13. Jhdts mit dem "Vuozvolc". (www.vuozvolc.de)
    • Jau, die wird (soweit technisch machbar und sinnvoll) maßstäblich korrekt verkleinert.
      Ich muß/will ja nicht eine komplette Aussteuer da drin verstauen sondern lediglich die "paar Klamotten", die man z.B. über ein Wochenende braucht.
      Und wenn mehr zu transportieren ist, als in eine handhabbare Kiste (handhabbar = Sackkarre plus einigermaßen rüstiges Ehepaar) rein paßt, dann muß man halt über eine zweite nachdenken. Damit erhöht sich zwar das "tote" Verpackungsgewicht geringfügig gegenüber einer großen Truhe, aber jeder Gang macht schlank und lieber zweimal mittelschwer tragen als einmal mit Ach und Krach abkämpfen.

      Jetzt muß ich aber erstmal wieder dafür sorgen, daß genug Geld fürs Truhenmaterial reinkommt...
      Grüße vom Tom,
      der die Seele im Stein sucht
      https://stein-seele.de
    • Wolfram von der Oerz schrieb:



      Wie wäre es denn mit mit Sandwitchbau.
      Rahmen aus Eiche
      Kern aus Pappel oder Kiefer
      Deckblätter wieder dünne Eiche

      das ist sehr Stabil aber min 40-50 % leichter
      Ist sogar belegt. Ich weis jetzt nur nicht in welchem Museum ich eine solche Truhe gesehen haben. Jedenfalls war die Füllung aus Fichte und der Rahmen aus Eiche.
      Oftmals hatte man das Holz genommen, welches vor Ort war. Und da auch einige Truhen mit farbigen Schutzanstrich versehen waren, spielte die Holzart auch nur eine zweitrangige Rolle.
      Allen Menschen Recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann.
    • Moinsen,
      ... das Holz hab ich. War gar nicht so einfach (geschweige denn ein Schäppchen), so breite Bohlen aufzutreiben - aber ich habe einen sehr verständnisvollen holzverarbeitenden Betrieb in Recklinghausen gefunden, die sind für mich auf die erfolgreiche Suche gegangen.

      Ist positive Werbung hier eigentlich erlaubt?
      Oder negative Erfahrungen zu beschreiben - nicht diffamieren, wohlgemerkt, sondern sachlich berichten.

      Es wird für den Anfang keine(!) Frontstollentruhe sondern das Modell 108 nach der Notation von Herrn Stülpnagel (Standseitentruhe) und, um in Sachen Holzauswahl Herrn Shakespeare zu bemühen: "Es war die Lärche, nicht die Eiche".

      Somit fällt das große "A" schon mal der Zweckmäßigkeit zum Opfer, gar doppelt gerechnet, wenn ich gestehe, daß der Maßstab auf 80% der Originalmaße geschrumpft ist.

      Aber zur Ehrenrettung des "kleinen A":
      Die Scharniere werden (da am Original nachträglich angebrachte befestigt sind) angelehnt an Modell 107. Die Schloßfalle / Überwurffalle werde ich wohl an Truhe 110 anlehnen und (ggf. erstmal) nur mit einem Splint sichern. Im Schlösserbau hab ich nun mal (noch?) GAR keine Erfahrung. Die Seitenverbinder werden aus einfachen Blechwinkeln (nein, nicht verzinkt!) gefertigt, ebenso wie die Scharniere in einer Dicke von 4mm. Das kann ich noch selber biegen, ggf. auch warm.

      Bei den im Anhang gezeigten Maßen wiegt das Holz in einer Dicke von 30mm geschmeidige 22kg, da kommen dann nochmal rund 3-4kg für die Eisenteile dazu und ein halber Zentner ist, vor allem in Betracht des Nutzvolumens, für eine Person durchaus handhabbar - mit Sackkarre und Unterlegklotz.

      Grüße vom Tom,
      der die Seele im Stein sucht
      https://stein-seele.de
    • Ist die Frage, was fuer ein Schloss du willst.
      Schloesser nach dem Prinzip der Mastermyr-Truhe habe ich in FF bei mehreren Hoekern gesehen.
      Ein vernuenftiges Kastenschloss mit Riegel im erschwinglichen Rahmen suche ich selber noch.
      Das einzige Kastenschloss im brauchbaren Preisrahmen, das ich gefunden habe ist dieses (Link zum Anbieter Hummel Kunstbeschlaege). Allerdings sind weder Schlossplatte noch Ueberwurfriegel wirklich "A".
      Bekennend GroMi mit den "Feuerschwingen" (Facebook: Feuerschwingen)
      Am "A" arbeitend als Spiesser in städtischer Infanterie des 13. Jhdts mit dem "Vuozvolc". (www.vuozvolc.de)