Pavese mit Leinen bespannen

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    • Pavese mit Leinen bespannen

      Moin Moin, ich will mich endlich an meine Pavese machen und bräuchte dabei eure Hilfe. Bespannt soll sie mit Leinen werden, damit sie dann auch bemalt werden kann. Hat jemand vielleicht eine Anleitung oder Tipps für mich? Hauptsächlich geht es um das Verkleben. Wie und mit was wäre sehr hilfreich.

      Eine interessante Idee habe ich schon gefunden, wo zu dem Hasenhautleim 10% Alaun zugemischt wird.
      ffc1066.de/foren/index.php?topic=3255.0
      Wäre nur eine Religion in der Welt, so würde sie stolz und zügellos despotisch sein.
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      Lis und Hermann
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    • In der Karfunkel Combat Nummer eins war eine Bauanleitung für eine Pavese allerdings aus Sperrholz.
      Und ich hab bei meinen Bucklern gute Erfahrungen mit wasserfestem Weißleim gemacht, den ich fast 1:1 mit Wasser verdünnt hatte.
      ...alle sagten immer: "Das geht nicht!" - doch dann kam einer, der wusste das nicht und hat es einfach getan...
      ...diese Signatur kann Spuren von Soja oder Erdnüssen enthalten...
    • Ich habe Leinen bespannungen mit einer Mischung aus Wasser, knochenleim, Kreidepulver, und zinkweis verklebt.

      Das ganze härtet aus wie Gips und dient als Grundierung. Es kann auch super bemalt werden. Alternativ wären Kalk-Kasein Farben. Diese verkleben auch sehr gut.

      Das genaue Mischungsverhältnis kann ich dir heute Abend schicken.
      Pinterest Alben: https://de.pinterest.com/adalbert_sch/
      Website: https://www.adalbert-shouster.com
    • Adalbert. schrieb:

      Ich habe Leinen bespannungen mit einer Mischung aus Wasser, knochenleim, Kreidepulver, und zinkweis verklebt.

      Das ganze härtet aus wie Gips und dient als Grundierung. Es kann auch super bemalt werden. Alternativ wären Kalk-Kasein Farben. Diese verkleben auch sehr gut.

      Das genaue Mischungsverhältnis kann ich dir heute Abend schicken.
      Ist es eine Mischung wie du es machst oder hast du einen Beleg dafür?
      Nicht weil ich dir Unkenntnis unterstellen möchte, sondern weil mich dies Interessieren würde.

      Mir sind schon etliche originale Pavesen unrestauriert in die Hände gekommen, aber diese Mischung mit Kreidepulver und ZInkweis an einer Pavese als Verbund ist mir unbekannt.

      Das Mischungsverhältnis hätte ich auch gerne.
      Allen Menschen Recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann.
    • Mir ist kein erhaltenes Rezept bekannt, weder für Pavesen noch für andere erhaltene Schilde. Die Verwendung von Kreidegrund auf Schilden und bei Statuen lässt sich aber sehr gut Nachweisen.

      Bei der Reiterskulptur am Bamberger Dom aus dem Anfang des 13. Jahrhundert wurde bei Proben an Haaren und Mantel Kreidegrund und darauf eine Schicht temperafarbe festgerstellt [1].
      Auch auf Holzskulpturen wie dem Forstenrieder Kreuz aus dem 14. Jhd. (laut Legende sogar aus dem Anfang des 13. Jhd.) findet sich ebenfalls ein Kreidegrund, dort allerdings zusätzlich mit Gips vermischt [1, S. 75].

      Aus [2] haben alle untersuchten Schilde einen Kreidegrund. Mit folgenden Ausnahmen
      • des Schild von König Henry V. von England, vor 1422 hat einen Kalkgrund
      • ein Schild der möglicherweise dem Schild des kastilischen Grafen Gonzales Salvadores nachempfunden wurde hat einen Gips- oder Kreidegrund


      Mischungsverhältnis:
      250g Kreide (am besten Champagnerkreide)
      50g Knochenleim in Granulat- oder Plättchenform
      80g Zinkweiß
      Wasser

      Herstellung:
      Knochenleim in einem Glas mit Wasser bedecken und in ein heißes Wasserbad (nicht kochend!) stellen bis der Knochenleim sich aufgelöst hat. Die Kreide wird mit Wasser angemischt bis eine leicht zähe Masse entsteht. Ungefähr die Konsistenz von Quark. Auf dieselbe weise wird das Zinkweis angemischt. Kreide mit Zinkweiß vermischen und wenn der Knochenleim "geschmolzen" ist dazu geben und wieder vermischen. Sollte die Konsistenz von dicker Wandfarbe bekommen. Ggf. Wasser und Kreidepulver hinzugeben (immer nur sehr wenig).

      [1] Hartleitner, Walter. 2011. Zur Polychromie der Bamberger Domskulptur. Bamberg: University of Bamberg Press.
      [2] Kohlmorgen, Jan. 2002. Der mittelalterliche Reiterschild: historische Entwicklung von 975 bis 1350 und Anleitung zum Bau eines kampftauglichen Schildes. Wald-Michelbach: Karfunkel Verlag.
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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Adalbert. ()

    • Nicht zum Kleber und direkt zur Paveße, aber eine Erfahrung mit Leinen beim Bau eines Infanterieschildes.
      Ich hatte mit Weissleim gearbeitet. Die Außenseite im Großen und ganzen war kein Problem.
      Die Innenseite hat mich daran erinnert, dass Leinen schrumpft wenn es nass wird.
      Ich hatte die Innenseite mit Leim bestrichen und den trockenen Stoff schön in den Leim gedrückt. Als ich eine Stunde später wieder nachschaute hatte der Leim am Rand abgebunden und in der Mitte hatte sich der Stoff beim zusammen ziehen von der Innenseite der Wölbung gelöst und eine Blase gebildet...
      Ich habe reichlich dumm aus der Wäsche geschaut.
      Wenn Du das Leinen vorher feucht machst ehe Du es verarbeitest hast Du dieses Problem nicht mehr.
      Bekennend GroMi mit den "Feuerschwingen" (Facebook: Feuerschwingen)
      Am "A" arbeitend als Spiesser in städtischer Infanterie des 13. Jhdts mit dem "Vuozvolc". (www.vuozvolc.de)
    • Ich Grab das mal aus, weil ich kein neues Thema für eine Frage aufmachen möchte.

      Ab wann hatten Pavese eigentlich die Mittelrippe? Im Erfurter Angermuseum sind Exemplare auf Mitte 14jhrd datiert, die nur eine einfache Wölbung aufweisen. Weiß jemand, bis zu welchem Zeitraum diese einfache Form Verwendung fand?
      ...alle sagten immer: "Das geht nicht!" - doch dann kam einer, der wusste das nicht und hat es einfach getan...
      ...diese Signatur kann Spuren von Soja oder Erdnüssen enthalten...
    • Dunio schrieb:

      Ich Grab das mal aus, weil ich kein neues Thema für eine Frage aufmachen möchte.

      Ab wann hatten Pavese eigentlich die Mittelrippe? Im Erfurter Angermuseum sind Exemplare auf Mitte 14jhrd datiert, die nur eine einfache Wölbung aufweisen. Weiß jemand, bis zu welchem Zeitraum diese einfache Form Verwendung fand?
      Hast du zufällig gerade ein paar Bilder solcher frühen Pavese parat?
      Beste Grüsse, Thomas :bye01
    • Nicht auf dem Telefon - ich hatte die über die Google Bilderschau gefunden...
      ***Quelle=Link zählt nicht *** www.dhm.de
      ...alle sagten immer: "Das geht nicht!" - doch dann kam einer, der wusste das nicht und hat es einfach getan...
      ...diese Signatur kann Spuren von Soja oder Erdnüssen enthalten...

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Hermann ()

    • Neu

      Beim weiteren Stöbern im gleichen Archiv bin ich auf ein auf 1400 datiertes Bild gestoßen, das eine herzförmige Pavese auch ohne Mittelrippe zeigt.
      Quelle deutsches historisches Museum
      [IMG:http://www.dhm.de/datenbank/img.php?img=mgr03525&format=2]
      ...alle sagten immer: "Das geht nicht!" - doch dann kam einer, der wusste das nicht und hat es einfach getan...
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