Habit des Deutschen Ordens

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    • Danke für das Lob!

      Das Thema wird in Salch, Dieter: Vestis alba et crux nigra ausführlich behandelt. Der Streit zwischen Templern und Deutschem Orden beginnt 1210 und zieht sich über mehrere Instanzen und über viele Jahre des frühen 13. Jahrhunderts. Dazu gibt es mehrere päpstliche Urteile und letzendlich entscheidet der Deutsche Orden den Streit klar für sich, ich glaube das war zuletzt unter Gregor IX, wenn nicht sogar später.
      Salch vermutet auch, dass das Stanford Tuch demnach wahrscheinlich nicht weiß war, es scheint sich damit offenbar um so etwas wie ein mittelalterliches Markenprodukt gehandelt zu haben, und das Tuch war vielleicht grau und man könnte weiter spekulieren, dass der Deutsche Orden diese graue Farbe für seine nichtritterlichen Mitglieder beibehalten hat. 1191 war der Deutsche Orden noch kein Ritterorden, es ist also eigentlich naheliegend, dass die nichtritterlichen Hospitalbrüder, ("Halbbrüder") graue Mäntel trugen.

      Nach der eigenen Narratio des Deutschen Ordens, bekam er den weißen Mantel bei seiner Gründung 1198 durch die Templer verliehen und soll ihm ein schwarzes Kreuz hinzugefügt haben. Wir können davon ausgehen, dass das Propaganda ist, für den oben beschriebenen Mantelstreit, aber es scheint sich mit dem zu decken, was du zitiert hast.
      Allerdings gibt es auch abweichende Narrative. Nach der Historia Occidentalis des Jacob von Vitry sollen die deutschen Brüder des Jerusalemer Hospitals (also dem das vor 1187 bestanden haben soll und den Johannitern unterstand, nicht das 1190 vor Akkon gegründete) auch schon weiße Mäntel getragen haben. Gut möglich, dass dieses Geschichtsbild auch wieder eine Rechtfertigung für den späteren Rechtsstreit war. Auch Johann Longus von Ypern schreibt, allerdings so um 1380 (!), davon, dass die Brüder schon vor der Annahme des schwarzen Kreuzes weiße Mäntel getragen haben sollen.


      Wenn ich mich auf irgendwas festlegen müsste, würde ich spekulieren, dass der weiße Mantel mit dem Kreuz des Deutschen Ordens mit der Erhebung zum Ritterorden eingeführt worden ist, denn das wird seinem Symbolgehalt am ehesten gerecht. Ich wüsste nicht warum die zuvor existierende deutsche Hospitalgemeinschaft in Jerusalem auch weiße Mäntel getragen haben soll, kann es aber natürlich schlecht widerlegen. Was es mit diesem Stan(m)fordtuch auf sich hat kann ich auch nicht wirklich beantworten.


      Um nochmal auf deinen Text zurückzukommen: Für 1191 auf jeden Fall ein interessanter Einblick, das beschriebene Symbol wird mir nicht ganz klar. Ich schau mal ob ich an das Original rankomme.
    • Ich habe über dieses Symbol auch noch nie etwas gelesen, ausser eben in den Lyon Eracles. Im Ernoul und der Rothelin Continuation des Wilhelm von Tyrus ist diese Stelle nicht enthalten (hab da nichts gefunden). Es gibt aber 45 erhaltene Manuskripte, die die Chronik von Wilhelm weiterführen und eben nur diese zwei sind leicht zugänglich.
      Vermutlich ist das schlicht ein informativer Zusatz des Übersetzers, der aber sehr wahscheinlich den Tatsachen entsprach.

      Der originale, altfranzösische Text wäre schon sehr interessant. :)