Reenactment Werkstatt

scharfe Blankwaffe vs. (Rund)schild

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    • scharfe Blankwaffe vs. (Rund)schild

      Guten Morgen,

      dieses Video fand ich ganz interessant und wollte es mit euch teilen. Sicherleich ist dies keine wissenschaftliche Arbeit, aber ich fand spannend zu sehen, wie eine scharfe Blankwaffe und ein Schild aufeinander "reagieren" können und was dies für den jeweiligen Kämpfer bedeuten kann...

      facebook.com/daniele.imhoff/videos/1442786552465869/

      (Quelle: facebook.com)
      Beste Grüsse, Thomas :bye01

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Thomas W. ()

    • Da der Schild aus einer Art Sperrholz zu bestehen scheint und das "Schwert" auch recht leicht aussieht, finde ich das Video - im besten Fall - nicht aussagekräftig, eher aber sogar irreführend.

      Mit historisch korrekten Waffen und Schilden sehen die Ergebnisse anders aus:
      +++ Beitrag gelöscht wegen fehlender Quelenangabe +++
      https://www.facebook.com/ormrinn.brands

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Hermann ()

    • Natürlich , ich schrieb ja auch dass dies keine "wissenschaftliche" Arbeit ist. ;) Was man aber (auch bei deinen verlinkten Videos) feststellen kann (und das war das interessante für mich) ist, dass die Klinge (und der Kampf) wohl meist "verloren" ist, wenn man den Schild so trifft, dass sie eindringt/schneidet (und stecken bleibt). Und das bleibt sie (so wie es aussieht) wohl auch in einem Schild der aus Blanken gebaut wurde.

      Wenn man sich heutige "Feldschlachten" ansieht (bei denen man es oft sieht, dass mit "dem Schildrand pariert wird") scheint das hingegen "in Realität" so nicht wirklich funktioniert zu haben.
      Beste Grüsse, Thomas :bye01
    • In einem Plankenschild bleibt das Schwert nicht ganz so leicht stecken - da muss man die Kannte schon recht "schön" treffen.

      Worum es in dem Video von Daniele Imhoff aber geht, ist ja, dass er meint, es wäre wünschenswert, so zu parieren, dass das gegnerische Schwert gebunden wird. Und das halte ich für Unsinn, weil es die Lebensdauer des Schilds massiv reduziert und noch dazu ein gewisses Risiko birgt, die Schildkante dem Gegner immer genau in den Hieb zu drehen. Im Video sieht man gut, dass man dabei nicht selten eine Blöße bietet und ein geschickter Angreifer könnte da einfach um/über die Schildkante winden.
      https://www.facebook.com/ormrinn.brands
    • nib schrieb:

      In einem Plankenschild bleibt das Schwert nicht ganz so leicht stecken - da muss man die Kannte schon recht "schön" treffen.
      Ich denke eher, dass nicht nur das "treffen" ansich dafür ausschlaggebend wäre, sondern auch der Umstand, dass eine Klinge in einem "Holz-Klebergemisch" eines Sperrholzrohlings einfach anders "gebunden" wird, als in "richtigem" Holz, dass zudem aus mehreren Planken zu einem Schild zusammengefügt wurde. Dringt man (ein- oder auch mehrere Male) in der Nähe der Klebefugen in den Schild ein, gibt das Material vermutlich stärker nach und "bindet" anders, als ein moderner Rohling aus Sperrholz (obwohl die Bindung in natürlich gewachsenem Holz auch sehr gut sein kann).

      Die Art der Klinge und ihr Profil, ihre Schärfe, die Wucht, der Winkel, die Stärke des Rohhautrandes etc. sind natürlich sehr wichtige zusätzliche Faktoren, die das "Ergebnis" in die eine oder andere Richtung beeinflussen können.

      nib schrieb:

      Worum es in dem Video von Daniele Imhoff aber geht, ist ja, dass er meint, es wäre wünschenswert, so zu parieren, dass das gegnerische Schwert gebunden wird. Und das halte ich für Unsinn, weil es die Lebensdauer des Schilds massiv reduziert und noch dazu ein gewisses Risiko birgt, die Schildkante dem Gegner immer genau in den Hieb zu drehen. Im Video sieht man gut, dass man dabei nicht selten eine Blöße bietet und ein geschickter Angreifer könnte da einfach um/über die Schildkante winden.
      Ich sehe es als "eine" Variante einen Kampf zu bestreiten/bzw. den Angriff zu parieren. Sicher könnte der Gegner etwas machen, auf das sein Gegenüber in dem Moment nicht gefasst war (genau das wäre ja der Optimalfall). Schilde sind nach meinem Verständnis Verbrauchsmaterial gewesen und dienten unter anderem dazu, die Klinge(n) des Gegners vom eigenen Körper fernzuhalten. Wie oft (oder lange) das ein Schild in einem Kampf tun sollte? Schwierige Frage, solange wie nötig im besten Fall. Es kam denke ich ganz auf die Situation an. Hat man diese damals für sich falsch eingeschätzt/beantwortet, zahlte man mit seinem Leben dafür. War die Einschätzung die richtige, dann war vielleicht der Schild beschädigt, aber man lebte noch und der andere lag "röchelnd" in der Wiese.

      Ich denke das es zum Thema Parieren nicht "die eine Antwort" geben wird, aber ich verstehe was du damit sagen wolltest.
      Beste Grüsse, Thomas :bye01

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Thomas W. ()

    • nib schrieb:

      In einem Plankenschild bleibt das Schwert nicht ganz so leicht stecken - da muss man die Kannte schon recht "schön" treffen.

      Worum es in dem Video von Daniele Imhoff aber geht, ist ja, dass er meint, es wäre wünschenswert, so zu parieren, dass das gegnerische Schwert gebunden wird. Und das halte ich für Unsinn, weil es die Lebensdauer des Schilds massiv reduziert
      Wenn ich mich recht erinnere, wird sowohl in der Sagaliteratur, als auch bspw. im Nibelungenlied zuhauf von zerhauenen Schilden berichtet. Scheint, dass es den Leuten damals durchaus bewusst war und in Kauf genommen wurde, dass Schilde Verbrauchsgüter sind. Und auch bei Duellen, meine ich mich zu erinnern, durften mehrere Schilde mitgebracht werden, sodass man einen neuen nehmen konnte, wenn der alte hinüber war. Was dafür spricht, dass man damit rechnete, dass die Dinger nicht mal einen einzigen (zugegeben, intensiven) Zweikampf überstanden. Und dafür spricht, dass man die Dinger nicht schonte. Allerdings auch eben dafür, dass ein Kampf eher nicht vorbei war, wenn das Schwert da reinbiss.
      In den Videos wird vor allem eindeutig, dass es ganz wesentlich ist, in welchem Winkel man den Schild hält. Was man ja bekanntlich in nem Kampf nicht immer so perfekt hinbekommt, ganz gleich, ob mans nun vorhat oder nicht. So oder so werden die Waffen da also oft genug reingebissen haben.
      När jag hade druckit min broders blod//Så blev jag en riddare bold och god
    • Nomad schrieb:

      Scheint, dass es den Leuten damals durchaus bewusst war und in Kauf genommen wurde, dass Schilde Verbrauchsgüter sind. Und auch bei Duellen, meine ich mich zu erinnern, durften mehrere Schilde mitgebracht werden, sodass man einen neuen nehmen konnte, wenn der alte hinüber war. Was dafür spricht, dass man damit rechnete, dass die Dinger nicht mal einen einzigen (zugegeben, intensiven) Zweikampf überstanden.
      Natürlich ist ein Schild aus Holz Verbrauchsgut. Das heißt aber nicht, dass man ihn absichtlich so benützen muss, dass er sofort hinüber ist.

      Die Holmgangregeln bzgl. den 3 Schilden pro Person kann man mMn. aber nicht als Indikator für die Dauerhaftigkeit von Schilden verwenden. Das war ein streng ritualisierter Zweikampf, wo abwechselnd je ein Schlag ausgeteilt werden durfte und man sich kaum bewegen konnte.


      Oder um meinen Gedankengang auf den Punkt zu bringen: die Schilde der Wikingerzeit sind nach modernem Empfinden extrem fragil gewesen. Da finde ich einen Kampfstil, der gegnerische Angriffe abgleiten lässt, wahrscheinlicher, als den dünnen Schild noch extra in die Schussbahn zu manövrieren.
      https://www.facebook.com/ormrinn.brands
    • nib schrieb:

      um meinen Gedankengang auf den Punkt zu bringen: die Schilde der Wikingerzeit sind nach modernem Empfinden extrem fragil gewesen. Da finde ich einen Kampfstil, der gegnerische Angriffe abgleiten lässt, wahrscheinlicher, als den dünnen Schild noch extra in die Schussbahn zu manövrieren.
      Ja, da stimme ich dir zu. Sind die Planken ein mal in ihrer Stabilität "angeschlagen", fällt der Schild irgendwann zusammen wie ein Kartenhaus. Man sieht aber sehr schön, was eine vernünftige Rohhaut in guter Materialstärke ausmachen kann. Ich denke auch, dass ein gut trainierter Kämpfer jeden Part seiner Ausrüstung so lang gut wie es ging "materialschonend" einsetzte.

      Wie lange man allerdings in einem"Kampfgetümmel" in der Lage ist "rational" zu denken und solche Überlegungen bewusst in sein Handeln mit einzubeziehen? Keine Ahnung, dass wird man auch nicht verallgemeinern können.

      Einigermassen intakte Schilde (die keinen lebendigen Besitzer mehr hatten) dürften vermutlich auch etliche auf dem Schlachtfeld gelegen haben.
      Beste Grüsse, Thomas :bye01
    • Wieviele Schild Funde mit "vernünftiger Rohhaut" gibt es denn? Erste Frage.
      Zumal ein schildwall ja nicht unbedingt mit Schwertern aufgeweicht wurde. Aber rohhaut macht Sinn. Keine Frage auch ein beschlagener Schildrand macht Sinn. Wiki Schilde sind gegen Beschuss wenig bis gar nicht haltbar. Schaut man sich die häufigsten Verletzungen in wisby an, so sind es die Beine.
      Dann könnte man noch denn Willehalm lesen. Auch da gibt's nicht nur einiges auf die Waffel, sondern halt auch aufs Schild.
      Bono Mellius