Schmied für Schwertreplik gesucht

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    • Sollte dieses Schwert nachgebaut werden muss man einiges bedenken.
      Es gibt keine Anleitung, alles muss mit Sorgfalt durchdacht und in mühseliger Kleinstarbeit neu hergestellt werden.
      Die Beschläge für die Scheide müssen direkt neu hergestellt und ziseliert werden.
      Es gibt da kein Modell und keine Formen.
      Ein Guss fällt daher aus!
      Es sei denn, Ihr wollt damit in Serie gehen.
      Aber eine Serienproduktion würde man hier sehen, da ein einfacher Guss nie so gut ist wie eine direkte, gute Handarbeit.
      Die Kanten und die Ziselierungen kommen bei einem Guss nicht so gut heraus!
      Der Flair wäre weg!!
      Daher dauern alleine die Scheidenbeschläge mehrere Wochen!!
      Jetzt zu der Pommel.
      Die hat es in sich!!
      Vergrößert einmal das Bild und schaut euch die Emaileinlage genauer an.
      Es sind in der blauen Email Rautenmuster, Linien zu erkennen.
      Das bedeutet, die Email ist Transparent und das Blech unter ihr ist ziseliert.
      Ich kenne das Schwert nur von den Bildern und daher kann ich leider nicht viel dazu sagen.
      Daher gebe ich einen Tipp.
      Sollte dieses Schwert wirklich nachgebaut werden dann fragt bitte ob ihr es euch genauer ansehen dürft.
      Auf den Bildern sehen die Flügel der Schmetterling für mich nicht nach Silber aus, eher nach Perlmutt!
      Aber wenn ein Untersuchungsbericht vorliegt ist das Material ja klar.
      Denn Bilder können täuschen.
      Daher vermesse ich bei meinen Replikaten (wenn möglich) die Originalstücke und sehe sie mir genauestens an.
      Gerade bei einer solchen hochwertigen Arbeit sollte man genauestens hinsehen!!!!!!!
      Ansonsten ärgert man sich später und dann köpft einen die Frau zu recht!! ;)
      Ich finde es aber gut, dass es Leute wie dich gibt!
      Menschen, die wissen was sie wollen und nicht alles von der Stange kaufen!
      Alleine die Tatsache sich mit der Herstellung und den Kosten einer richtigen Replik auseinanderzusetzen ist bewundernswert!
      Das machen die wenigsten!
      Daher: :thumbsup: :thumbsup: :thumbsup: :thumbsup: :thumbsup:
    • Hallo!

      Es.ist tatsächlich "nur" Silber transparent emailliert.

      Es sind genug Reste des Emailles vorhanden, die Flügel waren Orange emailliert.

      Was am Pommel noch schwierig ist, ist der Ring, der die Scheibe hält. Die kleinen Kreuzsymbole sond auch fies viel Arbeit wie der bedestigt ist, weiss ich auch noch nicht.

      Es.scheint, die Silberscheibe im Pommel wurde mit Klarlack beschichtet, daher der Eindruck von Perlmutt.

      Der *******, der das Schwer beschädigt hat, hatte keine Ahnung, hoffe der wurde nicht bezahlt!

      Ich hoffe es ist machbar, fehlt noch viel Recherche, bevor die Arbeit beginnen kann, Zeit zu sparen
      † christus mihi vita mors lucrum †
    • :thumbsup: Du machst dir richtig viel Gedanken!! :thumbsup:
      Das mit dem Lack kann wirklich die Ursache einer optischen Täuschung sein.
      Aber wer verhunzt so ein tolles Stück???
      Was die Pommel angeht denke ich, dass die Grundform aus mindestens 6 Teilen besteht die verlötet wurden.
      Es scheint, dass sie im Inneren hohl ist.
      Betrachte einmal die beschädigte Seite (das erste deiner Bilder) der Pommel, besonders die kleinen Spalten und Risse.
      Hier sieht man sehr schön, wie das Teil zusammengesetzt wurde.
      Anhand der Beulen gehe ich davon aus, dass der Ring innen nur mit einer Füllung (Kitt) versehen ist.
      Der goldfarbene Ring hält nur die emaillierten Platten und sieht gut aus.
      Die emaillierten Platten sind wahrscheinlich auf eine Eisenpommel (Grundträger und eigentliche Pommel) aufgelötet.
      Anschließend wird der goldfarbene Ring über das ganze montiert, verlötet und auf den Heft gesetzt.
      Danach alles vernieten und fertig!!
      Schade, dass ich das Teil nicht näher kenne.
      Ferndiagnosen sind immer schwierig!! :wacko: :whistling:
    • Skizze 2 (auch von mir)

      Ich denke, dass es sich bei dem Ring nur um gelötetes Blech handelt.
      Ebenso die emaillierte Platte.

      Man fertigt den Grundträger aus Eisen, zwei passende emaillierte Zierplatten für rechts und links, den inneren Ring 2 x (1x rechts und 1x links) sowie den äußeren Ring (1x rechts und 1x links)
      Das ganze wird dann verlötet und die Hohlräume mit Kitt verfüllt.
    • Hallo!

      Das Thema habe ich auch bereits diskutiert, ich denke das Löten würde das Emaille beschädigen durch den Temperaturverzug.

      Generell gebe ich dir bei der Konstruktion recht, es kann kaum anders gemacht worden sein, wenn mal mal davon ausgeht, daß der innere Ring kein Gewinde hat. :D

      Der Ring wird auch kaum geschrumpft worden sein, Messing Stahl? Ist zu lange her, daß ich mich noch mit Schrumpfpassungen auskennen würde, bezweifel aber stark, daß diese Technik im 14. Jahrhundert angewendet wurde.

      Ich hatte mir bereits einen "Probepommel" gebastelt und mit der Konstruktion "gespielt" da kommen wohl drei/vier verschiedene Materialien zusammen, Messing (ggf Silber vergoldet), Bronze und Stahl. Das muss zu Problemen führen, wenn Hitze ins Spiel kommt, so meine Meinung, das Maschinenbaustudium ist einfach zu lange her :bahnhof

      Evtl ist der Ring gelötet (geklebt??) worden und hält so die Scheibe am Platz, der Restaurationsversuch von Anno 17xx (exaktes Datum habe ich leider nicht bei mir), zeigt ja auch Schäden (Post 39), die durch die Demontage des Pommel aufgetreten sind, unter Anderem den inneren Ring zu lösen.

      Es gibt auch Stimmen, die sagen der "Fachmann" habe nicht nur völlig ungeeignetes Leder verwendet, er habe auch den Pommel verkehrt herum montiert, das muß ich vor Ort klären, eventuell wird sich das nicht klären lassen, weil der Griff im Weg ist.

      Auch die Emaillierung der IHS und xPS Felder muß ich noch klären (Mikroskop, hoffe ich), es gibt Hinweise in älteren Beschreibungen, da wären Reste von Emaille zu finden, leider kein Hinweis auf die Farben.

      Leider wird sich auch nicht mehr klären lassen,warum die Klinge wohl mehrfach geschärft wurde, man sieht sehr deutlich, daß wohl Scharten ausgeschliffen wurden, es handelt sich ja wohl um ein zeremonielles Schwert.

      Ich halte Euch gerne auf dem Laufenden, bin ein Fan von Open Source, daher erstelle ich gerade auch eine "Doku" meiner Recherche vom Anfang bis zur hoffentlich fertigen Darstellung kommendes Jahr.

      Gruß

      Christoph
      † christus mihi vita mors lucrum †