Mittelalterkleid mit "Schleppe"

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Mittelalterkleid mit "Schleppe"

      Hallo Allerseits,

      im Mittelalter waren ja die Kleider mehr als bodenlang. Das bedeutet aber auch, daß sie hinter einem her schleppten. Also quasi eine Schleppe hatten. Nun überlege ich, mir so ein Kleid zu nähen. Das Problem bei so langen Kleidern sehe ich aber nun bei meinem bereits vorhandenen Kleid, welches auch bodenlang ist und bei dem ich mir gerne mal auf den Saum trete.

      Die Länge hat bereits dazu geführt, daß ich den Saum bereits einmal umnähen mußte, weil er unten ausgefranst war. Das kann ich vielleicht noch einmal machen, aber dann ist es für Mittelalterverhältnisse ein Minikleid. ;)

      Also überlege ich, den Saum mit Stoßband zu schützen. Das ist zwar nicht ganz A, aber letzten Endes wird man es nicht sehen. Und wer weiß, ob die Damen früher nicht etwas Ähnliches bereits kannten?

      Für ein Kleid also was überall gleich lang ist, ist das eine Möglichkeit. Aber was macht man bei einem Kleid mit Schleppe? Der Stoff schleift ja nicht nur mit dem Saum auf dem Boden, sondern liegt ja komplett auf.

      Da macht man sich dann die Mühe mit dem Nähen und nachher hat man es drei mal angehabt und der Stoff ist ausgefranst oder durchgescheuert.

      Hat Jemand eine Idee, was man da drunter nähen könnte? Hat Jemand Erfahrungen damit? Der Stoff ist zwar etwas dicker, aber sicherlich würde er es nicht lange aushalten wenn man damit über den Boden schleift, zumal es ja kein Kleid ist, was man nur drinnen trägt.

      Ich hatte schon die Idee, mir aus dem Baumarkt Teichvliess zu besorgen, was ja sehr robust ist. Aber so ganz kann ich mich mit dem Gedanken nicht anfreunden, deswegen hoffe ich, daß mir hier Jemand weiterhelfen kann.
      Jedenfalls schon mal vielen Dank im voraus.

      Es soll übrigens ein Höllenfensterkleid werden. Und natürlich gibt es Fotos, wenn es mal fertig ist.

      Gruß Uta
    • Ich trage ja grundsätzlich überbodenlange Kleider (OK, mit Ausnahme meines Arbeitskleides natürlich) und habe damit bisher kein Problem gehabt, auch nicht mit dem seidengefütterten Surcot der ja in der Hinsicht eher empfindlich ist. Der Trick ist einfach sich mit solchen Kleidern richtig zu bewegen (gegen das Auf-den-Saum-treten zB einfach die Füße nicht so sehr heben sondern praktisch beim Gehen den langen Saum vor Dir dezent ein bisschen "wegtreten") und sie bei widrigen Bodenverhältnissen entsprechend zu raffen, dann erübrigen sich irgendwelche abenteuerlichen Nähexperimente mit Teichvlies & Co.
      Wer Geist hat, hat sicher auch das rechte Wort, aber wer Worte hat, hat darum noch nicht notwendig Geist. (Konfuzius)
    • Also: wer sich überlange Kleider leisten konnte musste nicht viel herum laufen. Die Dinger sind zum repräsentieren da!
      Also besorge Dir Träger für die Sänfte, ein Pferd zum darauf geführt werden, einen repräsentablen Stuhl zum sitzen und Diener, die dir alles ran holen.

      Scherz beiseite, es giBt viele Darstellungen, wo die Damen das Kleid vorne mit der Hand raffen oder in den Gürtel stecken um nicht auf den Saum zu treten.
      Bekennend GroMi mit den "Feuerschwingen" (Facebook: Feuerschwingen)
      Am "A" arbeitend als Spiesser in städtischer Infanterie des 13. Jhdts mit dem "Vuozvolc". (www.vuozvolc.de)
    • Also grundsätzlich mal: Wer so reich ist, dass er ne Schleppe hat, kann sich ein neues Kleid leisten, wenn das alte durch ist. Das ist also auch eins der Dinge, die zu überlegen sind, wenn man eine höhergestellte Darstellung will.
      Und heb das Kleid an beim Gehen, deswegen sind die ja so beliebt bei reichen Damen, weil sie ihre Hände für sonst nix brauchen.

      Aber du könntest es versuchen, den Saum mit Stoff aufzudoppeln oder einen Lederstreifen dran zu machen, um es fester zu machen.
      Sichel und Pflug - mein kleines Steinzeit-Projekt

      Mitglied der Wienischen Hantwërcliute, Handwerksdarstellungen aus Wien um 1350

      Unsere Webseite
    • kurzer Einwurf :off1 : Falls jemand günstig das erwähnte Personal zur Verfügung stellen kann - ich suche noch einen erschwinglichen, zuverlässigen und mittelaltertauglichen zweibeinigen Gepäckträger für meinen mobilen 1/2 Hausstand ;) :back

      Schleppe wie SpäMi bei einer Houppelande? Die würde ich übet den Arm hochraffen. Zu den sonst üblichen "Dame-steht-in-ihren-Falten" - Kleidern aus dem 13. Jh wie meine Vorrednerinnen sagten - üben! Das muß Frau wollen, und wer will soll machen ;)
      Der Überlieferung nach durchtrennte Alexander der Große den Gordischen Knoten mit dem Schwert. Wer kein Schwert benutzen will, muß mit dem Knoten leben oder sich etwas anderes ausdenken.
    • Nein Brikka, Teichfolie, ist eine schwere schwarze Folie mit der man Teiche auskleidet, sie fühlt sich gummiartig an und macht die Sache wasserfest. Sie ist die Alternative zu den vorgeformten Plastik Pfützen. Es gibt sie in unterschiedlichen Breiten und Qualitäten als Meterware im Baumarkt und Gartencenter. Und auch sie nutzt sich bei Reibung und durchdrückenden Steinchen schnell ab. Die Alternative wären wohl kleine Rädchen, auf einem starren Gestell, auf das man die Schleppe lagert. ;)

      Aber im Ernst, ich finde den Ansatz falsch. Statt zu überlegen, wie man etwas so gestaltet, das es das aushält, was man sich vorstellt, schaut man besser, wie es damals gemacht wurde.
      Neue Seite mit Blog : zeitensprung-handweberei.de
    • Ach, weißt Du, es ist sowieso quasi alles erlaubt, ;) was nicht zu sehen ist. Und wenn jemand hinterher läuft und versucht, den Saum eines Damengewandes anzuheben ... na der Mensch bekäme aber - wenn ich betroffen wäre - so was von eine gepfeffert :evil: :D
      Der Überlieferung nach durchtrennte Alexander der Große den Gordischen Knoten mit dem Schwert. Wer kein Schwert benutzen will, muß mit dem Knoten leben oder sich etwas anderes ausdenken.
    • @Silvia Bisher hab ich die schwarze (und manchmal auch helle) Teichfolie gesehen. Es gibt aber auch Teichvlies. Das wird beim Anlegen des Teiches erst in der Grube ausgelegt zum Schutz vor Steinchen und Wurzeln. Erst dann kommt die wasserdichte Folie. :whistling: ;)

      Den Ledervorschlag und 'Lauftraining' finde ich einen sinnvollen Ansatz.

      Selbst wenn der Saum 1x umgelegt wird.... Wenn der dann gleich zum sexy Knöchelfrei Dress wird.... Kann man das nicht als Arbeitskleid umarbeiten? Als gemütliche Jogginghose der edlen Dame zum rumlümmeln vorm Kamin, wenn keiner da ist, bei dem man Eindruck machen muss?

      Herrschaftliches Bernie-Flickwerk ist zu der Zeit doch nicht mehr angebracht?

      Als Tüll&Tränen-Junkie: die abknöpfbare Schleppe gibt's noch. Oder auch mit 1 Knopf Höhe Kreuzberg zum Hochtüdeln.
      Sachsen-Darstellung, 9. Jhd, n.Chr. , Dithmarscher Raum -> wird.... :rolleyes:
    • Einen Vorschlag hätte ich auch noch: In den Stoffläden und Restetruhen gibt es Raffband, mit dem sich Textilien in Falten legen lassen. Den gerafften Stoff kann Frau auch wieder fallen lassen, ähnlich des Prinzips einer Gardine.
      Der Überlieferung nach durchtrennte Alexander der Große den Gordischen Knoten mit dem Schwert. Wer kein Schwert benutzen will, muß mit dem Knoten leben oder sich etwas anderes ausdenken.