Bruche nach Thursfield

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    • Meinen Respekt, Gerald - das sieht für mich schon SEHR tragbar aus.
      85cm Länge würde bei mir (172cm) von einer guten Handbreit unterhalb des Knies bis knapp unterhalb der Achseln reichen - wie schaut das bei Dir aus, wenn ich so neugierig sein darf?

      Eine Bruche steht bei mir auch auf dem "hab ich im Winter nicht geschafft"-Programm, vorhanden sind die gedruckten Werke der Damen Thursfield und Kania - nur die Lesezeit bisher noch nicht in hinreichendem Maße ;(
      Grüße vom Tom,
      der die Seele im Stein sucht
      https://stein-seele.de
    • Danke! Ich bin 1.85 und trage die Bruche so, dass die Öffnunen im Tunnelzug nach innen zeigen würden. Dann kremple ich den Bund um, so dass sie aussen sind. Nach dem Zuziehen und Verknoten des Bruchengürteld zupfe ich den Stoff soweit hoch, dass der Scritt bequem passt. Und so knapp unter dem Knie liegt die Verschnürung der Beinlinge auch nicht. Wichtig ist einfach, dass sie über dem Ansatz der Waden ist, sonst ist sie sofort locker, wenn die Beine beim Anziehen der Beinlinge auch nur ein wenig nach oben verrutschen. Die für Dich richtige Länge kannst Du beim Anprobieren ermitteln (Saumzuschlag nicht vergessen).

      Freundliche Grüsse
      Gerald von Ameningen
      http://www.die-ameninger.com/
      http://www.historia-sanegauns.com/
    • Den Bruchengürtel hat eine Freundin gemacht. Er ist aus brettchengewebter Wolle. Leider habe ich ihn mal vergessen aus der Bruche zu nehmen und ihn versehentlich mitgewaschen. Das hat er mir übelgenommen und ist jetzt leicht verfilzt. Ich messe ihn heute Abend aus.

      Freundliche Grüsse
      Gerald von Ameningen
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    • Nur kurz zu Raginhilds Bemerkung wg. Bruchengürtel: der Meinige trägt seine Bruche seit Jahren mit einem Strick als Gürtel (jaja, schon gut, eigentlich sollte das ein gewebter Gurt sein, aber da ist sie wieder die Sache mit den langlebigen Provisorien...) und schwört Stein und Bein dass da gar nix scheuert.
      Wer Geist hat, hat sicher auch das rechte Wort, aber wer Worte hat, hat darum noch nicht notwendig Geist. (Konfuzius)
    • Ich erwecke den Thread mal zu neuem Leben, wenn auch nur mit einer kleinen Frage.
      Der Bruchenschnitt nach Thursfield, auf welche Zeit kann man den datieren und ist der räumlich einzugrenzen?

      Bin noch ganz neu im "Mittelalter", habe mich jetzt für eine Darstellung entschieden (vorerst, Änderungen behalte ich mir vor :P )
      und da will ich natürlich mit irgendwas anfangen. Was bietet sich da besser an als das Kleidungsstück, dass man auch als erstes anzieht?! ;)

      Darstellen möchte ich mal einen Waffenknecht um 1200, aus dem heutigen Thüringen. ^^

      Gruß
      Hecke
      "Die größte Verwundbarkeit ist die Unwissenheit. " : Sun Tzu
    • Stimmt, keiner der beiden Schnitte ist wirklich belegbar mittels Fundmaterial. Es sind lediglich zwei Rekonstruktionsversuche deren Ergebnisse den erhalteten Originalabbildungen in Illustrationen optisch weitgehend entsprechen. Zusätzlich gibt es auch noch eine Methode bei der ein rechteckiges Stück Stoff in einer Art Wickeltechnik drapiert wurde, auch diese sieht manchen Abbildungen durchaus recht ähnlich.
      Wer Geist hat, hat sicher auch das rechte Wort, aber wer Worte hat, hat darum noch nicht notwendig Geist. (Konfuzius)
    • Hi,
      aus der Praxis:

      1. sieht man die Bruche eher selten, da noch andere Kleidungsstücke drüber (es sei denn du hast nichts anderes, dann wirst du wohl oder übel wohl den ganzen Tag nur in der Bruche rumlaufen müssen *gg*)

      2. ist es als "ausreichend A" eingestuft, da ja alle die gleiche Problematik haben. Ich denke sogar, du bist sehr gut dabei wenn du unter der Cotte Bruche und Beinlinge trägst und nicht mit einer Hose "schummelst" weil man es ...ja eh nicht sieht...

      (3.) war nicht direkt deine Frage, aber als Materialempfehlung möchte ich naturfarbenes (beiges) Leinen geben.

      Ich verwende übrigens das Schnittmuister mit drei Teilen, je ein Rechteck als Bein und eins als Mittelsteg. Funktioniert sehr gut.
      Freundliche Grüße

      Matthias

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      www.ritterbund-thr.de
    • Ja das hab ich mir schon fast gedacht ;)

      Naja das mit dem "schummeln" kommt für mich eher nicht in Frage, höchstens was die Qualität der Materialien oder die Materialien selbst angeht (sprich, maschinell gewebt, künstlich gefärbt, schlechterer Stahl für blankwaffen [da ja eh nicht im ernsten Einsatz]) aber dann auch nur als kurzfristiger Lückenbüßer, der zum späteren Zeitpunkt ersetzt wird. ^^

      Werd aufjedenfall mal beide Schnitte ausprobieren und schauen welcher besser zu tragen ist. :thumbsup:

      Was den Leinenstoff angeht, eher schwer oder doch lieber leichten Stoff? Rein Logisch, fallen mir für beides gute Gründe ein ?( X/
      "Die größte Verwundbarkeit ist die Unwissenheit. " : Sun Tzu
    • so leicht, dass es noch blickdicht ist ;)
      Über die Temperatur brauchst du dir keine Gedanken machen, man friert auch in einer dünnen Bruche nicht und da die Bruche ja quasi der Mittelalter-Schlüpper ist, ist zu fester/starrer Stoff wenig komfortabel =)
      Freundliche Grüße

      Matthias

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    • @Hecke : das mit dem Stoffgewicht ist so ein Abwägen: zu dünn produziert womöglich ungewollte "Durchblicke" bzw. verschleisst zu dünner Stoff auch gern an den strapazierten Stellen. Glaub mir, dünner wird der von ganz alleine... :D Zu dicker Stoff wird da wo er Falten schlägt (und das tut der Thursfield-Schnitt, den wir persönlich bevorzugen, vor allem an den Beininnenseiten) eventuell unbequem wegen zu viel Volumen. Letztendlich ist es ein bisschen eine Frage des persönlichen Gefühls. Fass den Stoff mal an, leg ihn evtl. in Falten, dann entwickelst Du ganz schnell ein Gefühl dafür welche Qualität Dir angenehm ist.

      Ach, und was den "A-Faktor" von Rekonstruktionen angeht: da es nicht allzu viele überlebende Originale gibt, dafür aber recht viele Illustrationen, sind Rekonstruktionsversuche die den abgebildeten Originalen optisch möglichst ähnlich sehen häufig genug das Beste was wir haben... Und ja, das beinhaltet leider auch dass wir bei Auftauchen neuer Erkenntnisse oft genug die alten Rekos entsorgen und von vorne anfangen. Thats Living History! 8)
      Wer Geist hat, hat sicher auch das rechte Wort, aber wer Worte hat, hat darum noch nicht notwendig Geist. (Konfuzius)
    • Ich klinke mich hier mal an das Thema an, da ich vor dem gleichen Problem mit der Bruche stehe. Nähen klappt mittlerweile ganz gut, selbst das Stoffpuzzle "Thorsberghose" bekomme ich hin, nur für eine vergleichsweise primitive Bruche bin ich anscheinend echt zu dämlich. Entweder rissen mir die Nähte des Probestückes bei der Anprobe auf oder ich verkasperte mich mit den Abmessungen und es kniff bzw. sah aus wie ein Kartoffelsack.

      Da es immer wieder seltsam aussah will ich jetzt nach der Flinkhand Beschreibung gehen doch wenn ich lese "der Durchmesser am oberen Abschluß sollte ungefähr dem Taillenumfang x3 entsprechen, bei einem Taillenumfang von 50cm" muss ich die Frage stellen ob das Maß tatsächlich stimmt. Wer hat denn einen 50cm Taille??

      Mit der Angabe komme ich auf meine Maße gerechnet auf 3,8m Durchmesser. Das kann doch irgendwie nicht stimmen? Ich habe einen Taillenumfang von 120 und einen Brustumfang von 130cm. Also müsste ich, da die Bruche ab Brust gewickelt wird, die 130cm als Grundmaß nehmen? Oberschenkelumfang liegt bei 80cm. Der Skizze bzw Beschreibung nach müsste das Mittelteil nochmal 40cm ergeben. Rechne ich das zusammen komme ich auf 240cm Umfang. Das ist doch irgendwie viel zu viel. Wird in der Beschreibung eventuell Umfang mit Durchmesser verwechselt?

      Kann mir evtl. jemand der schon die eine oder andere Bruchen genäht hat auf die Sprünge helfen wo mein Denkfehler liegt?