Neustadt-Glewe 2018

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    • Neustadt-Glewe 2018

      Da Neustadt-Glewe ja nicht weit weg ist von Hamburg und Freunde dort lagern und einen Stand haben, sind wir dort als Familie ohne Gewandung aufgeschlagen - hier der Bericht:

      Anbindung von Neustadt-Glewe an die Autobahn ist top. Im Gewerbegebiet sind Parkplätze ausgewiesen und regelmäßig fährt ein Bus. Die Beschilderung ist nicht zu übersehen und so erfolgte die Anfahrt extrem entspannt und ohne Parkplatz-Stress. Eintritt am Samstag waren 10 Eur pP, Kinder, Schwertmaß... ihr kennt den Rest. Beworben wird die Veranstaltung als Festival und Burgbelebung, wobei beides für uns nicht so richtig von Interesse war denn aus internen Kreisen wussten wir: das ist ein Wiki-Markt und ich hab mir, was die Händler angeht, viel versprochen.
      Im Burghof befand sich eine Bühne auf der Middelalda Bands aufgetreten sind. Außerdem gabs Stände mit Turnierbier und Ritterfladen, Wikingermodeschmuck, Ledertaschen etc. also eher der Kommerzteil des Marktes, den wir nur flüchtig abgeschritten sind. Die Kulisse mit der Burg war aber sehr atmosphärisch! Der Lagerbereich der Wikinger hat uns begeistert, er befindet sich am Wasser und die lagernden Gruppen hatten ein recht hohes Niveau wenn ich das mal behaupten darf. Es werden viele Waren angeboten, viel Handarbeit aus Osteuropa und Russland zu guten Preisen. Und mittlerweile scheinen sie alle ihre Kataloge mit Fundgegenständen dabei zu haben Birka, Gotland, Hedeby Funde sind festes Repertoire. Ein weiteres Highlight jedoch war der Kampfplatz. Eigentlich tu ich mir sowas ja nicht mehr an, zu viele gestellte, mit albernen Geschichten (Handgeklapper, JubelJubel.. haha) hinterlegte Schaukämpfe entweder eingeübt oder in halber Geschwindigkeit. Aber dies hier hat mich echt umgehauen! Gespielt wird wohl nach einem Codex-Belli mit erweiterter Trefferzone (nur Gesicht uns Hals verboten). Die Schlachtreihen fahren sich natürlich manchmal fest, doch entgegen z.B. den Kämpfen in Schleswig, werden hier knüppelharte Ausfälle angesetzt bei denen es gehörig Prügel gibt und eine sehr schnelle und harte Dynamik in das Geschehen bringen. Das mit mit anzusehen war beeindruckend und da hätte ich echt Bock drauf! (Man wird ja mal träumen dürfen). Die Kämpfer waren wohl international und es waren sehr eingespielte Teams darunter. Wirklich top! Die Kommentare der beiden Moderatoren sorgten darüber hinaus für nette Auflockerung und irgendwo saß wohl auch ein Hochzeitspaar... ich habs net gesehen... aber die beiden haben sich permanent über die beiden lustig gemacht.
      Für Kinder gab es auf der Veranstaltung einige ambientige muskelkraftbetriebene Fahrgeschäfte und Bastelaktionen die ich sehr gelungen fand. Leider ist unsere Kleine noch zu Klein dafür, aber auf dem Riesenrad hat sie gesesssen! In dem Bereich gab es noch weitere Geschäfte, insbesondere einen Handwerker mit Streichinstrumenten mit wirklich tollem Sortiment.

      Fazit: Ein sehr abwechslungsreicher Markt mit Gromi-Teil, Wikinger Lager, einem tollen Turnier (die Burgverteidiger haben verloren am Samstag) hochinteressanten kleinen Handwerkern im Lagerbereich und tollen Angeboten für Bastler. Wir werden wieder hin fahren im nächsten Jahr. Für Wikis eine weitere Top Adresse im Norden. :wiki4
    • Neustadt-Glewe ist quasi der FrüMi-"Kämpfermarkt" schlechthin in Deutschland und an Händlern ist immer viel Gutes dabei. Qualitativ sind vor allem die Kämpferlager leider oft etwas durchwachsen, das sehen manche eben mehr als Sport als als Geschichtsvermittlung. Das Glewe-Regelwerk ist allerdings kaum mit CB zu vergleichen, eher mit dem Eastern Style.

      Ich war leider noch nie dort, möchte das aber unbedingt mal mitgemacht haben.

      Nur eine Frage: Ich habe gehört, dass die Veranstalter weg von dem Wiki-Image kommen und mehr HoMi haben wollen. Hast du da etwas mitbekommen?
      Ceterum censeo Carthaginem esse delendam.
    • Ich habe da schon mit unserer Zeltgemeinschaft mehrfach gelagert. Von daher kann ich bestätigen, dass der Veranstalter schon immer daran interessiert war, HoMi-Darsteller vor Ort zu haben. Ob das nun verstärkt werden soll, kann ich nicht sagen. Wir haben uns dann irgendwann aus verschiedenen Gründen entschieden, nicht mehr dort zu lagern. Mit dem Veranstalter haben wir uns stets gut verstanden, soweit ich mich erinnere.
      "Der Unterschied zwischen Gott und den Historikern besteht hauptsächlich darin, daß Gott die Vergangenheit nicht mehr ändern kann."
      Samuel Butler der Ältere (1612 - 1680) englischer Satiriker

      http://amulunc.de.tl
      http://twerchhau.de
    • Na ja also der Veranstalter oder Mit- Veranstalter oder Organisaror ist ja selber Wiki Darsteller, verkauft und kämpft mit. Von daher denke ich, dass deswegen ein gewisser Wikinger Schwerpunkt vorliegt. Im Burginnenhof war unter einem Zeltdach eine Tafel aufgebaut die mir sehr hochmittelalterlich vorkam. Am Kampfplatz gab es eine überdachte Tribüne auf der ich (ohne Brille und Ahnung) Hochmittelalter Darsteller gesehen zu haben glaubte. Dann gab es noch mindestens 1 Kämpfer in Platte unter den ganzen Wiki-Kettenhemden und Lamellaren. Die Moderatoren haben auch immer betont, dass es sich um Kämpfer des Frühmittelalters bis Hochmittelalters handelt. Aber ganz ehrlich, ich habe hier hauptsächlich Wikinger gesehen. Dass es eine Tendenz gibt mag stimmen aber noch ist die Veranstaltung fest in Wikingerhänden.
    • Ich habe - genau wie Ewald - früher im HoMi-Lager so manchen Abend verbracht. Der Zusammenhalt zwischen den Lagern ist wirklich toll, auch als HoMi hatten wir keine Probleme - zumal wir in der Wiki-Szene auch recht viele Bekannte haben.
      Der Markt hatte jahrelang mit randalierenden Einheimischen zu kämpfen, auch wir haben gegen 4 Uhr in der Früh mal erlebt, wie Betrunkene durch die HoMi-Lager zogen und letztendlich in einem Töpferzelt endeten. Keine Ahnung, wie hoch der Schaden war, aber auch die Lautstärke war nicht ohne.

      Die Veranstalter haben daraufhin reagiert und für die Nächte Security geordert, die dann über die Lagerfläche patroulliert sind. Unser nächtlich bereitgestellter Kaffee war denen immer herzlich willkommen und wir deswegen besonders sicher.

      Die Wikis meinten damals aber, ein Anruf bei ihnen im Lager hätte auch genügt - 15 min später hätte eine aufgerödelte Kampftruppe sich schon der Randalierer angenommen.

      Einer unserer Mitstreiter hatte mal selbstgefertigte/ punzierte Gürtel zum Verkauf mitgebracht und an einem Seil unters Tarp gehängt. Alles hochwertige in liebevoller Handarbeit hergestellte Unikate mit aufwändigen Schnallen und Gürtelzungen, die er im Ausland teuer eingekauft hatte. Als es zu regnen anfing, sammelte sich eine Schar von Besuchern unter dem Tarp. Als der Regen endete und die Besucher sich wieder verzogen hatten, fehlte auch ein Gürtel. Was für ein schäbiges Verhaltenm - da bekommt man die Möglichkeit, nicht nass zu werden und zum Dank bestiehlt man den Gastgeber auch noch.

      Leider verlagerte sich der HoMi-Schwerpunkt immer mehr in Richtung Toilettenhaus. Das hatte zwar den Vorteil, dass wir morgens alle einmal zu Gesicht bekamen, zumal bei uns eine florierende Kaffeeküche im Zweimastzelt etabliert war und die Jungs auf dem Weg zum Klo/ Waschraum ihren leeren Becher bei uns abstellten und ihn gefüllt wieder mitnahmen. Hab noch nie so viele Wikis morgens lächeln sehen. :D

      Der Nachteil an der Sache war, dass die Taverne und die Bühne sich auch in unmittelbarer Nähe zu unserem Lager befanden. Das letzte Mal stand mein Zelt direkt gegenüber der Lautsprecherboxen und auch noch auf der anderen Seite der Lagerstraße, so dass ich einerseits kaum mein eigenes Wort verstand, meine Kinder selbst um 1 Uhr nachts noch nicht schlafen konnten (weil auf der Bühne immer noch Konzert lief) und andererseits ich ständig über die Menschenmenge, die sich durch die Straße schob immer einen Blick auf mein Zelt haben musste. Nachts kam es schon mal vor, dass betrunkene Mädels der Meinung waren, sie schaffen den Weg von der Taverne zum Klo nicht mehr und müssen dann mal eben hinter oder neben mein Zelt kotzen. Schön ist anders.

      Außerdem öffnet der Markt schon am Freitag nachmittag. Wer also Freitag nicht frei hat, sondern erst nach der Arbeit kommen kann, hat Probleme, sein Gerödel vom Markt auf den Platz zu kriegen. Mit Auto drauffahren ist ab 16:00 Uhr nicht mehr. (Zumindest war das vor ein paar Jahren noch so.)

      Der Markt selbst hat gute Händler und ich habe auch schon das eine oder andere tolle Stück dort gekauft.

      Im Wikilager herrscht immer eine schöne Stimmung, ab und zu gibt ja auch @jonny robels dort mal Spontankonzerte.

      Wir haben uns entschieden, wenn es zeitlich passt, dann lieber als Tagesgäste zu erscheinen, so weit ist der Weg von Berlin ja nun nicht. Da ich mittlerweils ja auch die Gruppe gewechselt habe, passt es mit den Templern zu lagern auch nicht so wirklich. Treffe aber jedesmal wieder liebe Bekanntem, die ich nicht so häufig sehe. Leider hat es dieses Jahr nicht gepasst, da zeitlich der Termin des Brandenburgfestes fiel. Und da dort in diesem Jahr ein auschließliches HoMi-Lager statt fand, war das unsere erste Wahl.
      Mein Lebensmotto: "Maxime peccantes, quia nihil peccare conantur" - Wer nicht zu sündigen wagt, begeht die grösste Sünde. - Erasmus von Rotterdam

      Mara auf Facebook: facebook.com/profile.php?id=100008173720536
    • Mara schrieb:

      Treffe aber jedesmal wieder liebe Bekannte, die ich nicht so häufig sehe.
      Verpasst! Oder ich zähle nicht zu den lieben Bekannten ... :D

      Ich hab´es dieses Jahr erstmalig probiert, wie es sich in N-G- lagert.
      Nun ja ... da ich definitiv nicht in´s FrüMi-Lager passe - dazu noch ein Häuschen benutze - bekam ich einen Platz gegenüber dem oben erwähnten Instrumentenbauer. Zwischen Turnierplatz und Bühne, nahe dem Badehaus und verschiedenen Imbiss-Anbietern.
      Meine Nachbarn waren allesamt nett, aber ich gehöre dort einfach nicht hin! Spontankauf-Ware für Touristen habe ich kaum und für SpäMi-Möbel fehlte das Publikum komplett.
      Den Lärmpegel bis weit in die Nacht habe ich gut verkraftet, aber eine Wiederholung wird es wohl nicht geben mit mir ... :bye01

      Ach so: Vandalismus oder ähnliche unangenehme Zwischenfälle habe ich nicht erlebt.
      Meine angestrebte Darstellung: Handwerker (Snitker / Kunthormaker) in der 2. Hälfte des 15.Jh., Region Pommern/Stralsund