Kyburg 2018

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Kyburg 2018

      Nach längerer Zeit hats mich wieder mal in die Kyburg, Schweiz, verschlagen. Ein Teil der Anlage ist ja bereits neu gestaltet und daher gabs auch Erwartungen.
      Devise im Haus ist zur Zeit: Alles was nicht absolut A sei müsse raus. Resultat weitgehend leere Räume. Das sei so gewollt. schlosskyburg.ch/fotogalerien/fotogalerien-innen

      Moderne kleine Sitzmöbel sind aber offenbar ok und zu meiner Verwunderung stehen sogar Ikea Tische in Ausstellungsräumen. ( Habe exakt denselben vor der Haustür stehen, weil mir so ein Ding nicht in die Bude kommt. Mitlerweile sogar wegen des Regens mit einem gewissen Antikfinish, lol.)

      Alles etwas lieblos gemacht. zum Teil super Texte bei den Objekten ( Beschreibung: Holzfigur, Denker.) Da muss man erst darauf kommen, dass man eine Holzfigur vor sich hat. Weitere Infos dazu: Null.

      Da wo mal die Krönungsinsignien vom ollen Friedrich II. verstaut waren, neben einem Stapel Klappstühle eine moderne Truhe mit einem Bild des Reichsapfels. So quasi als Symbol, dass da mal was war.

      Hochmittelalterlich.... ein Raum. Eingekleidetes Kunststoffpferd und Schaufensterfigur. Dekoschild, einfaches unvernietetes Kettenhemd, Dazu unpassendes Schwert....

      War ziemlich enttäuscht von der neuen "Ausstellung". Kommentar zu meiner Beschwerde von der Betreuerin: Das sei heutzutage halt so der Zeitgeist. Möglichst leere Räume, da sowieso nichts authentisch sei.
      Treffend für das so angeschriebene Archiv. Ein Raum mit nix drin ausser einem leeren in der Wand eingelassenen Regal. Dafür hats in der "Schatzkammer" einen grossen Kunsstoffdrachen.
    • Die Kyburg ist leider wirklich keine Reise mehr wert (also das Gebäude schon, die „Ausstellung“ nicht). Meine Darstellung und Sammlung ist bescheiden, aber um Welten besser, als die Ausstellung der Kyburg! X( Habe letztes Jahr immerhin den Museumsführer geschenkt bekommen, weil ich mich beschwert hatte....
    • Das war sarkastisch gemeint! aber früher hatten sie z.B. eine tolle Sammlung an Keramik, ist jetzt einfach weg, Raum leer... Küchenutensilien durch die Zeit? Weg, Küche leer... Lässt sich so fortführen! Und der beschriebene Ritter ist wirklich traurig, da könnte man mit wenig Geld und Aufwand mehr machen...
    • Ich bin in den vergangenen Jahren privat wie auch beruflich immer mal wieder auf der Kyburg gewesen und habe es bisher eigentlich immer genossen. Die meisste Zeit habe ich (wenn ich ohne Schüler da war) jedes Mal in der Rüstkammer, dem Turm, oder der Kapelle verbracht.

      In diesem Jahr war ich noch nicht wieder da. Leere Räume finde ich auch sehr schade, aber es scheint mehr und mehr zur Mode zu werden. „Den Raum wirken zu lassen“ (was teilweise natürlich eine gute Idee ist) und die Exponate in irgendwelchen Depos einzulagern und sie somit nicht der Öffentlich zugängig zu machen, ist in meinen Augen schlimm und mir auch schon an anderen Orten (nicht nur auf Burgen/Schlössern) aufgefallen.

      Erst vor einiger Zeit bin ich beispielsweise im „Museum der Bundeswehr“ (damals noch „Militärhistorisches Museum Dresden“) gar nicht darüber fertig geworden… (ich kannte es noch sehr gut aus den Zeiten vor dem Umbau, als mein Grossvater dort noch als Historiker tätig war und ich als Kind/Jugendlicher die halben Ferien im Museum und den Depos verbachte).

      Leere (oder fast leere) Räume… unglaublich. Dann schrieben sie noch voller Stolz von dem tollen Konzept, was sie sich haben für das Museum einfallen lassen… und dass sie im Museum derzeit nur 1% (!!!) der vorhandenen Exponate ausstellen würden… Unglaublich…
      Beste Grüsse, Thomas :bye01
    • Stattdessen werden Modelle im Raum gezeigt. Also im eigentlichen Raum gibts ein Modell wie der Raum mit der Möblierung mal ausgesehen hat. .
      Tendenz ist schon zu Modellen, Multimedia, graphischer Darstellung. etc. Auch in anderen Mueseen.

      Nur: als Besucher fahr ich doch nicht irgendwohin, um dann Modelle und Graphiken zu sehen, Bildschirme und Kopfhörer zu bedienen.
      Sowas kann ich bei einem kühlen Bierchen zuhaus am Bildschirm auch.

      Vor Ort will ich die Stimmung fühlen, Ambiance haben, die Artefakte sehen !

      Den Raum wirken lassen, natürlich ! Die Bausubstanz kennen lernen, klar. Aber Beispiel Küche: Die ist praktisch komplett geräumt ( abgesehen von einem geschnitzten Hund und einem Modell der Küche). Auf einer Wandseite, ca A4 gross, ein Stück Mauerwerk mit den diversen Schichten freigelegt.
      Normalreaktion von Besuchern: Ein Blick rein, ups, da ist ja gar nix, und wieder raus.

      Am Meisten haben mich aber einfach die Ikea Tischen fasziniert. Immerhin kann ich mit Fug und Recht nun behaupten, dass mein Tischchen vor der Terrassentür ein Museumsstück ist. Lol.