Wendegenähte Schuhe für unter 100€?

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    • Meist wird sich vorher irgendwie verabredet - einen Teil von uns kann man ja anhand der Avatare erkennen. Und dann hat man sich hier intern irgendwann mal auf das "Erkennungszeichen" von 3 roten Bändern, erkennbar an Kleidung/Tasche oder so getragen, geeinigt, das aber nicht alle sich anbamseln mögen.
      Und einige von uns haben auch Stände auf der Messe: Silvia zB ist mit ihren wunderschönen Webereien da, bei anderen weiss ich es noch nicht genau. Aber dazu wirds sicher vorher noch einen Thread hier geben auf dem man sich dann auch verabreden kann.
      Wer Geist hat, hat sicher auch das rechte Wort, aber wer Worte hat, hat darum noch nicht notwendig Geist. (Konfuzius)
    • Blui das ist der Schuh-Fred, bitte halbwegs im Thema bleiben.

      Ich weiß wie sehr man bei den ersten Dingen überlegt. Schuhe sind da immer das erste Hemmnis im Geldbeutel. Aber wenn man mal drüben in der Metallabteilung guckt und überhaupt ins Eingemachte geht, sind 120€ für Schuhe schon fast Erdnüsschen.
      Kauft Euch Gescheite oder lasst es, ehe Ihr ein Quer-durch-die Jahrhunderte-Universalmodell kauft das es nicht gab, tragt auf dem Middelaldermarkt halt moderne Schuhe.
      Schuhe gehören zu einem stimmigen Bild, aber solange man sich noch nicht für das Bild entschieden hat, ist es einfach die richtige Überlegung an der falschen Stelle und rausgeworfenes Geld.
      Neue Seite mit Blog : zeitensprung-handweberei.de
    • Silvia schrieb:

      Kauft Euch Gescheite oder lasst es, ehe Ihr ein Quer-durch-die Jahrhunderte-Universalmodell kauft das es nicht gab, tragt auf dem Middelaldermarkt halt moderne Schuhe.
      Hier möchte ich korrigieren. Es gibt durchaus Schuhe die für eine Zeitspanne von 300+ Jahre geeignet sind. Beispielhaft seien hier Halbstiefel mit umlaufendem Schnürrverschluss zu nennen.

      Typ Parma 2. Viertel 12. Jhd. bis mitte 15. Jhd.: adalbert-shouster.com/files/Typ%207%20a%20-%20Parma.pdf
      Typ Lübeck Mitte 12. Jhd bis ins 15. Jhd hinein: adalbert-shouster.com/files/Ty…20b%20-%20L%C3%BCbeck.pdf

      Einen großen Schnitt gibt es im wesentlichen zwischen dem Früh- und Hochmittelalter. Das liegt aber vornähmlich daran, das die Verbindungsnaht zwischen Sohle und Oberleder anders ausgeführt ist.


      Bezüglich günstiger Schuhe:


      Ein Bekannter hat mal Schuhe von einer Dame aus Russland machen lassen die unter 100€ gekostet haben. Er war bisher mit diesen zufrieden. Den Namen der Dame kenn eich aber nicht, aber wahrscheinlich sehe ich ihn am Wochenende und kann dann einmal nachfragen.


      Auch eine mögliche Adresse für günstige Schuhe ist CP-Schuhe bei dem es ein paar passende Modelle als komplett handgenähte Variante gibt. Beispielsweise:

      cp-abenteuer.de/schuhe/origina…uhe/12/oswald-schuhe?c=10

      cp-abenteuer.de/schuhe/origina…he/7/adelheit-schuhe?c=10

      Das sind dann natürlich keine Maßschuhe. Über die Qualität des Leders/Nähte/Passform/Verarbeitung kann ich nichts sagen. Ich habe schon Jahre keine CP-Schuhe mehr in der Hand gehabt. Früher waren die Nähte recht grob gestochen, aber die Schuhe hielten gut zusammen.



      Ansonsten ist @Gerard eine gute Adresse. Aber da wirst selbst für ganz einfache Schuhe deutlich höher liegen. Und bevor einer Fragtg: Bei mir liegen Schuhe auch deutlich > 100€ und Wartezeit > 1 Jahre.
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    • Silvia schrieb:

      Blui das ist der Schuh-Fred, bitte halbwegs im Thema bleiben.
      Ups, sorry. Als ich das Foto gepostet habe dacht ich mir auch "Ein bisschen OT, aber vielleicht merkt es ja niemand"

      BTT: Ich weiß zumindest schon welche Zeit ich nicht wählen werden. Denn Schnabelschuhe gehen nach meiner Meinung ja nun mal garnicht.

      Und für 120 € was ordentliches zu bekommen das mehr aushält als ein paarmal im Jahr getragen zu werden wird vermutlich auch schwer. Mit mindestens 200 Euro rechne ich schon.
      Mal sehen ob mir die nächsten 2 Märkte in Winnenthal und Düsseldorf etwas bei der Entscheidung helfen.
    • Ich hab auch welche von CP und hab beim Schuhmacher ne 2mm Gummisohle unterkleben lassen - man sieht nichts und die haben schon so gut wie jedes Wetter schadlos überstanden... Für den Preis kann man echt nicht meckern und für den Durchschnittsmarkt sind die ganz ok...
      ...alle sagten immer: "Das geht nicht!" - doch dann kam einer, der wusste das nicht und hat es einfach getan...
      ...diese Signatur kann Spuren von Soja oder Erdnüssen enthalten...
    • Mittlerweile gibt´s aber auch dort nicht mehr die preiswerten unter 70 €, manchmal muss man da auch schon 100 € und drüber hinlegen. ich hab noch welche, die haben unter 60 € gekostet, halten mit der von Dunio auch benutzten dünnen Gummisohle schon 8 Jahre und sind für den Normalmarkt absolut tauglich. Für "A"-Veranstaltungen habe ich wendegenähte für knapp 140 €, aber der Schuhmacher hat keinen offiziellen Shop sondern bietet das auf den Märkten an, nach Maß zu arbeiten. Glücklicherweise wohnt er nicht allzuweit von Berlin entfernt und man kennt sich schon eine Weile... :D
      Mein Lebensmotto: "Maxime peccantes, quia nihil peccare conantur" - Wer nicht zu sündigen wagt, begeht die grösste Sünde. - Erasmus von Rotterdam

      Mara auf Facebook: facebook.com/profile.php?id=100008173720536
    • Ich klinke mich da mit einer kurzen Frage ein. Ich lese des häufigeren hochwertige passende Wendeschuhe würden länger halten und recht langlebig sind. Bezieht sich das auf kurzem Markt Besuche bei Schönem Wetter oder auch bei mehren Tagen am Stück bei Schotter, ab und zu Asphalt, Hitze, Regen und Schnee? Durch das ganze Lagern + ein paar Marktbesuche komme ich auf ca 30 Tage in denen ich die im Jahr trage. Ich sehe wie der verschleiß schon bei meinen genagelten Ledersohlen und Oberleder Schuhen ist und ich muß sagen der ist enorm. Wenn die des öfteren Empfohlenen Händler für die Schuhe über 200 € möchten hat mich das bisher immer sehr abgeschreckt. (Ich möchte ja nicht Jedes Jahr neue Schuhe tragen)
    • Ich bin mit wendegenähten 120 km Jakobsweg gelaufen. Leider haben sie an einer Naht am Ende 2 cm offen gestanden, aber das war nur dem Umstand geschuldet, dass sie halt nbicht für mich maßgefertigt waren und ich auf der Naht gelaufen bin. Das waren 6 tage am Stück, jeden Tag zwischen 18 und 25 km. Wäre die Naht nicht aufgegangen, hätten die nahc meiner Einschätzung noch die vier- bis fünffache Strecke gehalten. Daher lieber auf maß fertigen lassen, dann sitzt die naht auch da, wo sie hingehört.

      Ansonsten habe ich Schuhe, die ich schon seit Jahren besitze und die sowohl auf Märkten, als auch auf längeren Wanderungen getragen werden. Die halten enorm. Und im Zweifelsfall kann man die Sohle alleine wieder austauschen lassen, das bieten die meisten Schuhmacher an und es ist allemal preiswerter als neue Schuhe.
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      Mara auf Facebook: facebook.com/profile.php?id=100008173720536
    • Mara schrieb:

      Ich bin mit wendegenähten 120 km Jakobsweg gelaufen.
      Das klingt erstmal viel. Verteilt man das aber mal auf 10 x 3 Tage Veranstaltung sind das nur 4km pro Tag. Nicht gerade viel.
      Eher Interessant ist die Einschätzung

      Mara schrieb:

      Wäre die Naht nicht aufgegangen, hätten die nahc meiner Einschätzung noch die vier- bis fünffache Strecke gehalten.
      Das kommt mir "realisitischer" vor.

      Schaue ich mir die Haltbarkeit der Schuhe die ich bisher gemacht habe an, halten diese im Schnitt ca. 3-5 Jahre bevor die ersten Löcher in der Sohle geflickt werden müssen. Nutzung sind etwa 5-6 Veranstaltungen im jahr zwischen 2-5 Tagen. Auch bei Schuhen anderen Hersteller (Andreas Helfert, Stefan von der Heide) liegt die Haltbarkeit ähnlich.

      Offene Nähte, Risse klammer ich mal aus, da hier der Grund oft woanders liegt (zu großen Fuß reingesteckt, Glasscherben, am Stein aufgeschnitten, von Mäusen angefressen, etc.).

      Bei Schuhen mit doppelter Sohle habe ich keine langjährigen Erfahrungen. Die ältesten dieser Machart sind nur ca. 2 Jahre alt.

      @Fluffelchen Jedes Jahr neue Schuhe wirst du wohl kaum brauchen. Außer du befindest dich noch in der Wachstumsphase (sowohl Horizontal als auch Vertikal). Aber rechne damit das du nach vl. 3 Jahren eine Reparatur/Flicken brauchst. Das ist aber kein Hexenwerk, dauert nicht lange und kostet auch nicht viel. Ich mach sowas immer wieder auf Veranstaltungen ("Wenn du schonmal da bist....") und da geht das dann meist direkt vor Ort. Was du aber brauchen wirst ist einen Wendeschuhacher der Flicken historisch korrekt aufnähen (nicht kleben) kann. Das ist für den Laien nicht ganz trivial.
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    • Ah ok das hört sich schon einmal ganz interessant an. Und wie verhält es sich mit Starkregen, Schnee, Schlamm usw. Gerade wenn sie z.B. tagelang Nass bleiben. Wie gesagt mir ist das Wetter da immer egal. Genau wie die Temperatur :)
      Daran die Sohle alleine austauschen zu lassen habe ich noch gar nicht gedacht nebenbei. Das macht es definitiv Interessanter. Momentan gehe ich aber immer noch davon aus gerade wenn ich weiß auf Schotter oder ähnlichem zu laufen lieber noch eine sehr Harte Sohle zusätzlich drunter zu haben. Jedoch will ich schon einfach "darum" noch ganz korrekte :D
    • Fluffelchen schrieb:

      Ah ok das hört sich schon einmal ganz interessant an. Und wie verhält es sich mit Starkregen, Schnee, Schlamm usw. Gerade wenn sie z.B. tagelang Nass bleiben.
      Da verhält es sich ähnlich zu neuen Schuhen: Auf Dauer werden die Füße nass, Quellen auf und bilden leichter Blasen, etc.
      Ansonsten ist der Nasse Zustand dem Leder erstmal egal. Viel entscheidender ist wie sie getrocknet werden!

      Über dem Feuer: Keine gute Idee
      Einfach im trockenen stehen lassen: besser, werden aber Form verlieren und ggf. etwas schrumpfen.
      Trocken ausgestopft stehen lassen: beste Methode.

      Aber es ist schon so: bei einer Wanderung zum Polarkreis bei Dauerregen im Spätherbst sind das nicht die richtigen Schuhe. Aber das gehört dazu. So erfährt man was man damals wohl gemacht haben könnte, und was einfach auf Dauer unangenehm wird.

      Ich glaube du unterschätzt wie viel so ein 4-5mm starker Rindernacken oder gar Coupon aushält.
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